Füssen Marathon

Endlich mal wieder Marathon.
Diesmal wieder mein heißgeliebter Marathon in Füssen, der sich jetzt Königsschlösser Romantik Marathon nennt.
Es gab ja Ärger mit dem Festspielhaus, ob der Marathon König Ludwig Marathon heissen darf. Nun wurde wohl der Lauf umgetauft.
Am Vortag, am gestrigen Samstag fand noch ein 10km und ein Halbmarathon statt. Eigentlich hatten wir vor, Kerstin und ich, dass wir zusammen gemütlich 10 km laufen. Aber so gut gings ihr doch nicht mit der Hüfte und langsam 10 km laufen, das geht eigentlich gar nicht. Also ließen wir das bleiben und agierten lieber als Anfeuerer.
Werner und Richard sind dort den HM mitgelaufen, also feuerten wir sie mit Bier in der Hand an. Motiviert bestimmt ungemein. Allerdings wars doch recht frisch und nachdem Kerstin schon 14 km lang gefroren hat, haben wir entschieden, dass wir nicht mehr auf die Zieleinkunft der beiden warteten und sind, nicht ohne vorher noch am Festspielhaus einen Cache zu loggen, Heim gefahren.
Am Sonntag gings auf leeren Straßen nach Füssen in der Früh um 6. Da ist wahrlich nicht viel los auf der B472.
Schnell waren wir dort, trafen uns mit ein paar Bekannten und dann dauerte es auch nicht mehr lang, bis der Start war.
Um 7:30 gingen 920 gemeldete Marathonläufer auf die Strecke.
Raus aus der Stadt und schon wurde der Hopfensee angelaufen. Das Wetter war prima die ersten 2 Stunden, schön kühl und es war bedeckt.
So lief ich gemütlich im 5:40er Schnitt um den See herum und guckte noch nebenbei ein bisschen auf bestimmte Koordinaten. Ihr ahnt es schon, es gibt am Hopfensee einen Cache. Und ich dachte mir, dass, wenn ich in die Nähe des Caches käme, würde ich den schnell suchen. So war es dann auch, gerade mal 20 Meter neben der Laufstrecke wurde eine Dose angezeigt. Ich also ins Gebüsch abgebogen und ziemlich schnell den recht deutlichen Hasengrill gefunden. Äste zur Seite geworfen, Gurkenglas geöffnet, Filmdose auf, Logbuch rausgeschüttelt, Kugelschreiber aktiviert und Name rein geschrieben. Den ganzen Krempel wieder zusammengepackt und wieder versteckt. Das ganze dauerte keine 3 Minuten.
Weiter gings um den Hopfensee herum. Schön schattig bei den ganzen Bäumen, denn mittlerweile kam immer mehr die Sonne zum Vorschein.
Nachdem der Hopfensee 1 1/2 mal umrundet war, schwenkte die ganze Karawane wieder nach Füssen.
In Füssen an der B472 war schließlich auch ein bisschen Verkehrschaos. Die Polizei sperrte die Straße, damit den Läufern auch kein Leid geschieht. Links bis zum Horizont Autos, rechts bis zum Horizont Autos und hinter den Scheiben genervte Autofahrer. Tja, wären se mal lieber mitgelaufen.
Vorbei gings am Musical, den Lech nach oben und nach 21 km stand Kerstin mit Max am Straßenrand.
Eine kleine Kußpause musste natürlich sein und ein kleines Schwätzle, wie es mir geht. Geht scho, ist nett heute.
Ich musste mich wieder verabschieden, war ja grad mal die Hälfte.
Also rüber über die Lechbrücke und nun lief man ein gutes Stück am Forggensee entlang. Auch an einem großen Campingplatz, wo wir einiges an Anfeuerungen bekamen.
So nach 25 km machte es sich aber schon bemerkbar, dass ich das Marathontraining total geschwänzt hab. Denn seit dem 18. Mai im Knast war die längste Strecke der langsame Halbmarathon durch die Weinberge. Sonst war noch ein 19 km Lauf und das wars auch schon. Im Geiste machte ich mir eine Notiz: Ein Marathon ist verdammt lang und man möge doch jeden Marathon ernst nehmen und sich darauf vorbereiten. Ich war halt auf dem Standpunkt, ein Marathon geht immer.
So hatte ich nun mit immer schwerer werdenden Beinen zu kämpfen und die Motivation eine angemessene Zeit zu holen, die hatte ich auch nicht.
Ich gönnte mir an der Verpflegung immer eine ausgiebige Gehpause, trank brav 2 Becher Wasser, Iso, alles was das Buffett hergab und fiel wieder in meinen Lauftritt. Dass der Kilometerschnitt auf über 6 min pro km fiel, war mir ehrlich gesagt wurscht. Es wurde nun aber auch immer wärmer, aber nach 32 km verschwanden wir wieder im Wald um den Schwansee zu umrunden. Achja, da läge auch ein Cache, aber der war dann doch ein gutes Stück von der Laufstrecke entfernt. Ausserdem wusste ich, dass bald noch ein Weizen auf mich wartete.
Nach 36 km wurde ich auch von Alphornbläsern und noch viel wichtiger, von Hase und Max empfangen. Ich bekam ein leckeres Weizen von Max gereicht und dann nahm ich Kerstin mit, dass wir zusammen ein bisschen spazieren gehen könnten. Wir gingen ein gutes Stück Hand in Hand und mit dem Weizen in der Hand die Strecke entlang und nachdem das Weizen leer war, kehrte Kerstin wieder um und ich lief die restliche Strecke zurück nach Füssen. Doch zunächst musste man noch zum Unter- und Mittersee hochlaufen, schließlich an einem Wendepunkt umdrehen und dann gings zur Belohnung noch 1,2 km relativ bergab. Das Ende war natürlich auch bald geschafft und mit meinem langsamsten Marathon beendete ich nach 4:25 Stunden diesen Lauf.
Enttäuscht? Nö, ist doch wurscht. Direkt zum Erdinger Stand gegangen und zwei Bier geholt. Das gönnt man sich doch gern. Ausserdem hatte ich einen höllischen Kohldampf.
Im Ziel fand ich auch meinen Schatz wieder und nun liefen wir zum Bierzelt rüber um einen wunderbaren Leberkässemmel zu futtern und noch einen Kuchen hinterher.
Es wurde noch mit anderen Läufern gefachsimpelt aber bald verließen wir nach der Siegerehrung, bei der ich übrigens nichts gewonnen hatte den schönen Lauf.

Schön wars wieder in Füssen und nächstes mal klappts bestimmt, dass Kerstin den Marathon auch mitlaufen kann.
Und was haben wir noch gelernt? Immer schön auf so einen langen Lauf hintrainieren, denn es nicht bloooooß ein Marathon.

10 Kommentare 27.7.08 17:48, kommentieren

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Ein Hoch auf die Atomkraftwerke

Jawohl, die Atomkraftwerke leben hoch. Immer noch besser, als wenn sie hoch GEHEN.
Ach ist es nicht herrlich, wie meine Freunde von der CDU und der CSU so vehement um Laufzeitverlängerungen für die deutschen Atomkraftwerke winseln?
Ohne Atom geht nix. Wir müssen den Energiepreisanstieg bremsen, jawohl. Und was bietet sich da eher an, als das gute alte Atomkraftwerk? Die Kraftwerke sind abbezahlt und kosten den Unternehmer nix. Naja, fast nix. Alles was REW und EON und wie sie alle heissen an Strom durch Atomkraft produzieren, fließt schön sauber in die Unternehmerkasse.
Jetzt, wo die Spritpreise so schön hoch sind, da kommen sie erst recht wieder aus ihren Löchern geschossen und fordern und fordern. Denn man wär ja blöd, wenn man jetzt Atomkraft aufgäbe. Brauchma doch, Energie ist doch teuer, weisch? Und der Bundesbürger nickt und sagt 'Nieder mit den Kraftstoffpreisen, Atom macht Energie billig' Bullshit ist das, völliger Dünnschiß.
Was passiert denn mit der Kohle die die Energieunternehmen den Bundesbürgern abzocken? Ein anderes Wort kann man dafür nicht nennen. Es wird den Aktionären in den weit aufgerissenen Rachen geworfen. Es ist scheißegal, wie hoch die Energiepreise sind, es ist egal, wenn das Faß Öl wieder nur 10 Dollar kosten würde, eine KW/h würde um keinen einzigen Cent sinken. Das lustige ist, die Pappnasen von der Christlich asozialen Union sagen nicht mal das Gegenteil. Die Watschengesichter Huber und Beckstein sagen, dass dann die Energiepreise moderater steigen würden als wie bisher. Jaja, immer schön auf das Kleingeredete horchen.
Ja, Energie ist teuer, ich weiß. Die Spritpreise sind horrend hoch. Aber moment mal. Gibts jetzt eigentlich schon Autos, die mit Brennstäben fahren? Nicht? Was interessiert mich dann, ob ein Atomkraftwerk länger läuft? Mein Auto fährt mit Super, gibts an der JET.
Atom ist ja auch so viel sauberer als Kohlekraftwerke. Ja stimmt, im ersten Moment schon, solange der verbrauchte Atomdreck brav im Salzbergwerk begraben liegt. Bloß blöd, dass der ganze Scheiß gar nicht so sicher ist, wie sie uns glauben lassen wollen. Erschreckende Erkenntnisse kommen direkt aus dem Bergwerk. Der sicher geglaubte Atomkompost drängt an die Aussenwelt und das nicht in 10.000 Jahren, sondern womöglich schon in 40 Jahren. Tja, das wird interessant. Ich kann ja auch nur über diese Rücksichtslosigkeit den Kopf schütteln. Gehen davon aus, dass der Atommüll 10.000 Jahre sicher ist. Dann ist das Jahr 12.008 und der ganze Dreck weltweit drängt an die bis dahin wohl wieder frische Luft. Super mitgedacht.
Aber gut, dass Deutschland die sichersten Atomkraftwerke hat. Immerhin, gell? Wie sicher? Absolut sicher? Ziemlich sicher? Eigentlich sicher? Ich hab mal so einen Blödsinn gelesen, dass in 1000 Jahren nur ein Super GAU passieren kann. Auch wieder so eine lustige Zahl. Wann wäre denn so ein Ereignis angenehm? Och so in 200 Jahren kann ja mal was passieren, das juckt uns ja dann auch nicht sonderlich, da haben sich schon längst die Würmer an uns gütlich getan. Also auch egal.
Ich finds immer wieder gruselig, wenn ich am Atomkraftwerk in Schweinfurt vorbei fahre. Diese arrogante Erhabenheit, die so ein Kraftwerk ausstrahlt und das ich schon aus 40km sehe, macht mir ein äusserst mulmiges Gefühl.
Was die Politiker etwas in Verlegenheit bringt: Ja was ist denn los, wenn ein Flugzeug entführt wird und gezielt auf ein Atomkraftwerk geworfen wird? Ist dieses dann immer noch das Sicherste der Welt? Das Flugzeug prallt dann einfach vom Kraftwerk ab und zerschellt in der nahe gelegenen Wiese. Aber Flugzeugentführungen, sowas ist ja unvorstellbar, ist noch nie passiert und wurde noch nie als Waffe z.B. in Hochhäuser gesemmelt.
Ich finde es ja beeindruckend wie der Bürger schmerzfreier wird, was die Atomkraft angeht. Kürzlich noch war das ein sehr sensibles Thema. Sobald auch nur eine klitzekleine Meldung über ein Atomkraftwerk kommt, bekam man es mit der Angst zu tun. Doch jetzt können schnell mal 30.000 Liter radioaktives Kühlwasser in den Fluß laufen, da kann eine Trafostation brennen, es wird zur Kenntnis genommen und abgehakt. Kein Aufbegehren, nix.
Tschernobyl ist halt auch schon wieder 22 Jahre her. Hat man alles schon vergessen, was das für eine verheerende Katastrophe damals war und sowas kann zu jeder Minute irgendwo auf der Welt wieder passieren, auch in Deutschland.
Schließlich hat der Mensch diese Dinger gebaut, der Mensch überwacht diese Kraftwerke, der Mensch macht aber auch Fehler.
Ich freu mich immer über dieses Argument, dass doch andere Länder auch Atomkraftwerke haben, wenn da eins verreckt, sind wir auch fällig. Ja stimmt. Aber ich fände es immerhin etwas beruhigender, wenn man statt 200 Zeitbomben nur noch 184 davon hätte.
Und Deutschland kann Vorreiter sein und zeigen, dass es auch ohne Atom geht. Die Mittel dazu haben wir. Nirgends auf der Welt wird so in alternative Energien investiert wie in Deutschland und das ist die Energie der Zukunft nicht dieses bescheuerte Atom.

Kürzlich sprach die Erde mit dem Mars.
Sagt der Mars: Du was guckst du denn so betrübt?
Die Erde spricht: Ach, ich bin krank, ich hab Homo Sapiens
Muntert der Mars die Erde auf: Das ist nicht weiter schlimm, das geht bald wieder weg.

3 Kommentare 22.7.08 22:03, kommentieren

Fußballer sind Supersportler

Ne, natürlich nicht nur die Herrschaften der Bundesliga. Auch in der Kreisklasse gibts die Bewegungshelden, die dem Ball nachrennen.
Heut lauf ich so die Hasenrunde und lauf am Schluß noch am biessenhofener Sportplatz vorbei. Da gibts übrigens seit heute einen neuen Cache. Hab ich mir ausgedacht und gelegt. 'Werbung mach'
Nun denn. Fußball ist ja diiiieee Sportart von Deutschland.
Da war heut auch schwer was los. Die Rot-Gelben spielten gegen die ganz Blauen. Und ein paar Zuschauer gesellten sich auf die Tribüne des Sportplatzes. Ach was sag ich, heisst doch jetzt alles Arena. Also die Biessenhofener V-Markt Arena oder wie auch immer.
Überall standen Autos, möglichst nah am Sportplatz. So eine kleine Straße, wo man eigentlich gar nicht fahren darf, war voll mit Autos. Hui, da rührt sich was. Ich lief also an den 102 Sitzplätzen vorbei (Aufgabe A bei meinem Cache) und vorbei an der Schule. Dort oben ist ein sehr großer Parkplatz, eigentlich sinds ja sogar zwei. Aber dort oben war kein einziges Auto. Nix. Das heisst also, dass die Superfußballer, die Helden der Sportevolution mit dem Auto bis an die Kabine fahren um ja keinen Meter zuviel zu gehen.
Aber ich muss auch einwerfen, dass die Parkplätze dort oben auch mal rappelvoll sind, nämlich dann, wenn Handball ist und die Parkplätze sind ja gleich neben der Halle. Es ist dann aber auch wurscht, ob Parkplätze vorhanden sind, denn es wird dann im Parkverbot geparkt, weil es näher zur Turnhalle ist. Sonst müsste man 10 !!!!!!! Meter mehr gehen. Oder gar 15?
Mir fiel dann noch auf, dass auf den Tennisplätzen (Vier Stück, Aufgabe H in meinem Cache) seit Tagen nicht einmal gespielt wurde. Es liegt nämlich ein Tennisball vor dem Clubhaus und das schon seit Tagen.
Ja, es rührt sich was im Dorf. Wie heisst doch die Initiative von AOK? Deutschland bewegt sich. Das finden die Einwohner Klasse, denn dann müssen sie selber sich nicht bewegen.
Übrigens soll ja in Deutschland jeder vierte Bürger regelmäßig 'joggen' Tja, hm. Unsere Gemeinde hat rund 6000 Einwohner, das wären dann 1250 Einwohner, denen ich auf meinen regelmäßigen Laufrunden ständig begegne. Aber wahrscheinlich bin ich beim Laufen mit meinen Gedanken so versunken, dass ich die 1250 Läuer überhaupt nicht wahr nehme, denn wenn es hoch kommt, entdecke ich bei einem 10 km Lauf um die Gemeinde 5 Läufer. Für die 10 km brauch ich weniger als eine Stunde, Rechne ich jetzt großzügig, dann wären das in einer Woche 800 Begegnungen, wenn ich durchlaufen würde und jeder Läufer nur einmal die Woche laufen würde. Aber dabei müsste ich auch in der Nacht um 3 laufen. Und da ists doch eher ruhig auf der biessenhofener Läuferautobahn.
Ja wo laufen sie denn?

3 Kommentare 20.7.08 20:43, kommentieren

Nerv

Ich nerv mal wieder mit Geocaching.
Mittlerweile hab ich über 300 Finds. 314 um genau zu sein.
Letzte Woche war ich in Strasbourg beim Statistikcachen
Hat nicht so recht hingehauen, denn auch in Strassbourg gibts Touristen und die Caches sind oft übel gut versteckt.
Ich hab 6 Stück hintereinander NICHT gefunden.
Das ist fei nicht nett. Da zweifelst du an dir selber, was denn da los ist. Mit Blindheit geschlagen? Zu doof zum suchen?
Kurios. Aber dann flutscht es wieder. An der Universität hab ich alle gefunden. Geht doch.
Insgesamt hab ich 14 Caches in Strassbourg gefunden.
Wie kam ich da eigentlich hin? Ein Freund von der Kerstin, der Markus war ein paar Tage bei ihr und er wollt sich die Stadt anschauen. Also sind wir zusammen dort hingefahren und sind dann getrennte Wege gegangen.
Ich bin ja nu wieder für ein paar Tage im Allgäu und hab auch hier noch ein paar Caches zu machen. Nur die Distanzen werden immer länger. Aber in Kempten gibts noch was und noch ziemlich geile Serien in den Bergen. Muss ich machen.
Aber zunächst gings heute Richtung Oberbayern.
Erstmal hoch auf den Auerberg und rein in die Kirche und hoch auf den Turm.
Aber das war auch nicht so leicht, weil ein paar Rentner nicht so schnell konnten. Nebenbei wollte noch eine Frau von oben runter, traute sich aber nicht. Mit guten Ratschlägen von den Rentnern gings dann mit vereinten Kräften.
Also hoch auf den Turm und gewartet bis ich unbeobachtet bin und nach der Dose gesucht und auch gleich gefunden. Ich mach die Dose auf, gehts auch schon los
DONGDONGDONG 12x. Es war genau 12 Uhr Mittags.
Ich also mich eingetragen und dann kam das Mittagsläuten. DONGDENGELDIDONG. Ein Höllenlärm. Ich war ja nur 2 Meter von der Glocke weg.
Wurscht. Ich ging den Turm runter, wieder durch die Kirche und weiter zur nächsten Dose, einen Trampelpfad entlang.
Den auch bald gefunden und dann gings nach Burggen.
Dort musste ich eine Aufgabe lösen, lief in den Wald hinein, ins Naturschutzgebiet und fand die Dose nicht. Meiomei. Ich hab nachgerechnet und eine andere Option probiert, wieder gesucht. Nix gefunden. Mist. Der letzte Eintrag ist von März. Vielleicht isse verschwunden? Denn so schwer war die Rechnung auch wieder nicht.
Nun fuhr ich nach Altenstadt. Da hats Fallschirmspringer und eine Kapelle. Schnell die Dose geloggt und weiter nach Peiting. Da gabs einen netten Multi zu machen. Ich also das Rad ausm Kofferraum und erstmal steil den Berg hoch ein paar hundert Meter. Dort gibts einen Arche Noah Weg. Auf dem ganzen Weg ist aus Schrott die Familie gemacht und alle Viecher, die mit in die Arche kamen. Immer zu zweit. Wissen wir ja alle, gell?
Welche Tiere kamen übrigens nicht in die Arche?
Richtig: Fische
Das war ein hübscher Multi. Die Dose fand ich auch ganz schnell. Da die Strecke fast nur bergauf führte, gings nun SAUS die ganze Strecke zurück bergab.
Nun kam noch Schongau dran. da kommt man ja nicht mehr vorbei, seit die Umgehungsstraße steht.
Ich kann mich kurioserweise an etwas erinnern. 1980 bei den olympischen Winterspielen wurde beim Skilanglauf im Radio gerufen: WO IST BEHLE. Kultkommentar, kennt jeder. Und ich weiß noch genau, wo wir damals mit Eltern standen. Wir waren in Schongau am Bahnhof und Vatta hat irgendwas im Bahnhof gemacht. Und eben da kam der Spruch im Radio vom Behle. Gut, Behle hats verbockt. Nix Medaille. Und an dem Bahnhof kam ich eben vorbei.
Diese Dose war auch ein Multi und ich durfte die Altstadt abklappert. Zunächst gabs aber nen Leberkässemmel und einen Kaffee zum mitnehmen bei der Lidl Bäckerei. Ich weigere mich übrigens Coffee to go zu sagen. Ich bestell auch immer einen Kaffee, mit dem man spazieren gehen kann. Irgendwie müssen die Verkäuferinnen dann immer grinsen.
Wie auch immer. Also mit Leberkäse und Kaffee in Laufklamotten hoch zur Stadtmauer, Türme gesucht und aussen um die Stadtmauer gelatscht. Dann rein in die Altstadt, die äusserst putzig und schön ist und die restlichen Aufgaben gemacht. Es dauerte knapp 40 Minuten, dann stand ich am Final und hab dank Hasengrill sofort die Dose erspäht.
Den Weg zurück fand ich fast nicht mehr. Ich irrte planlos umher, bis ich irgendwo den Berg runter gelaufen bin. Dann warens nur noch 1,5 km bis zum Lidl und damit zum Auto. Und weil ich schon mal da war, gings noch einkaufen. Kühlschrank leer.
Das war wieder ein netter Cachetag und alles war dabei. Von einigen Laufkilometern bis zur kleinen Radtour. Das macht Laune und bald mach ich auch die Serien in den Bergen.
So, jetzt hab ich euch wieder genug gelangweilt

11 Kommentare 18.7.08 22:04, kommentieren

Im Holzerwald

Heute war ja ein Traumcachertag.
Es hatte gerade mal 19° und ich hatte zudem auch noch schön Zeit vor der Nachtschicht.
Also auf geocaching.com geguckt und geplant, was ich denn für Caches angehen könnte. Natürlich kenn ich alle Caches, die ich noch machen muss in unserer Gegend auswendig. Ich guck ja jeden Tag drauf.
Diesmal wurden 5 Multicaches auserkoren, die bei Ronsberg in einem superschönen Wald zu machen sind.
Also losgefahren und nach gut 30 km auf einem Parkplatz angekommen.
Bauchtasche angezogen, GPS angeworfen und die Beschreibungszettel eingepackt und schon gings steil nach oben in den Holzerwald.
Es dauerte nicht lang, da musste ich auch schon die Wegpunkte anlaufen und entsprechend Aufgaben lösen.
Ihr kennt doch so Grenzsteine. Werden eigentlich nie beachtet. Die hier schon und das einfach aus dem Grund, dass die inflationär im Wald standen. Alle 20 - 30 Meter stand so ein Grenzstein herum. Links Wald, rechts Abgrund und an der Grenze entlang musste ich einen schönen Weg entlang gehen, der eben markiert war mit uralten Grenzsteinen. Die müssen übrigens schon 200 Jahre oder älter sein, weil die schon 1835 in Geschichtsbüchern erwähnt werden.
Hunderte Meter ging ich so durch den Wald und hatte reichlich gute Laune.
Ich musste so knapp 2 km gehen, löste die letzte Aufgabe und musste nun den ersten Cache suchen. War nicht schwer, denn es war ein 10 Liter Farbeimer, der so offensichtlich getarnt war, dass man ihn gar nicht übersehen konnte.
Also hab ich den Eimer rausgezerrt, mich eingetragen und die Travelbugs getauscht. Ich hatte ein Geländematchboxauto dabei und tauschte es gegen einen kleinen Mini. Wieder ein Mini, ich grinste und tarnte den Eimer wieder.
Sooooo, nun also auf zum zweiten. Ich musste nicht weit gehen und löste nach und nach auf dem Weg die Aufgaben für den nächsten Cache. Keine Probleme und nach einer weiteren Stunde stand ich am zweiten Cache. Aber ich suchte hier schon etwas länger. Plötzlich zwitscherte mein Handy in der Tasche. Hase hat mir eine SMS geschrieben. Ich schrieb zurück und kurz darauf, als brächte mir Kerstin Glück, hab ich den Cache gefunden. Es war ein Zigarrenröhrchen in einer Wurzel versteckt. Name notiert und das Röhrchen wieder zurück gesteckt.
Na geht doch und schon orientierte ich mich zum nächsten Cache.
Das war jetzt eher einer der wilden Sorte.
Es gibt in diesem 400 ha großen Wald eine Stück, das mit Absicht nicht mehr von Förstern oder anderen Arbeitern bearbeitet wird. Der Wald wird so belassen wie er ist und dies wird zu wissenschaftlichen Zwecken beobachtet. Das muss schon ein paar Jahre so gehen, denn über den alten Wegen liegen kreuz und quer schon einige Bäume herum. Riesengroße Buchen, die aus den Latschen gekippt sind. Es sieht manchmal so aus, als würde eine Fichte der Buche erste Hilfe leisten, als läge die Buche mit dem Kopf im Schoße der Fichte. Wilde Bilder. Und ich Depp nehm keinen Fotoapparat mit. Überall auch zerklüftete Felsen, alles wächst zu, wie es grad so vor sich hinwächst. Es sieht einfach wild aus.
Eine Aufgabe war fast schon ein bisschen gruselig. Ich stand mitten in der Wildnis und dann musste ich an eine Stelle und lauschen. Ich hörte aus dem Boden ein BUMP, BUMP, BUMP. Sofort erinnerte mich das an den alten Film 'Die Zeitreise' wo aus dem Boden die Morloks bumperten. Ich musste hier die Pulsschläge zählen, wieviel es pro Minute wären. Ich ging noch näher an die Ursache des Geräusches zu und stand nun genau darüber. Und jetzt fühlte ich auch noch den Puls. Also das war schon etwas unheimlich. Es waren übrigens 73 Schläge pro Minute. BUMP, BUMP, BUMP.
Bald hatte ich alle Aufgaben zusammen und nun konnte ich die nächste Dose suchen. Diesmal eine normale Tupperdose. Nochmal überblickte ich die Gegend und machte mich dann auf den Weg zum vierten Cache. Nochmal vorbei am BUMP, BUMP, BUMP. Ich studierte den Zettel und lief auf guten Wegen und leichten Aufgaben dem Cache entgegen.
Auf dem Weg zur Dose musste ich einen Hang hinauf und dort auf einem schmalen Kamm dem Weg folgen. Auch hier einige Grenzsteine im 25 Meter Rhytmus. Links könnte man wunderbar einen steilen Abhang runter fallen. Rechts gehts nicht ganz so steil runter. Am Ende des Weges hatte ich noch die dritte Option, ich war umgeben von Abgründen. Und hier fand ich an einer viergeteilten Buche den nächsten Cache. Diesmal wars eine Cremedose.
So, nu wieder umdrehen und äusserst konzentriert den Weg zurück verfolgt. Und bald stand ich wieder auf der sicheren Straße.
Dieses war der vierte Streich und 4 Stunden waren mittlerweile auch schon vergangen. Kinders wie die Zeit vergeht, das hab ich gar nicht gemerkt.
Aber es war noch Zeit und so machte ich mich auf den Weg zu den Aufgaben des fünften Caches.
Weil ich hier an einer völlig falschen Stelle war, musste ich die Aufgaben dieses Caches von hinten nach vorne machen.
Ich kam an einer Holzfällerhütte an (Erbaut 1939) und fand einen Brunnen. Ah prima. Durst hab ich ja eh schon lange.
Und das war auch die Ursache für das BUMP, BUMP. Dort unten muss wohl eine Pumpe sein, die das Quellwasser hier hoch pumpte. Also doch nicht so gruselig. Das Wasser war herrlich. Das Haus hatte sogar ein Plumpsklo. Lustig.
Weiter ging die Reise zum Ausgangspunkt und die Aufgaben waren superleicht zu lösen. Als ich an der ersten Aufgabe war, musste ich natürlich wieder umdrehen, nachdem ich die Cachekoordinaten ausgerechnet hatte. Ich kam ja von hinten. Also wieder den ganzen Weg zurück gehoppelt und nach 2 km wieder an der Aufgabe angekommen, die ich doch schon längst gelöst hatte. Nun musste ich nochmal quer durch den Wald und fand mitten im Wald ein Loch. Kreisrund, 15 Meter Durchmesser, 3 Meter tief. Einfach so, zack. Loch. Und mitten in dem Loch stand wieder ein Farbeimer. Also der Cache.
Ich dackelte vorsichtig ins Loch hinunter und konnte den fünften Log des Tages machen.
In dem Cache lag sogar ein Bierkrug. Bloß hatte ich nix entsprechendes zu tauschen dabei. Also hab ich nur meinen Namen ins Logbuch geschrieben.
Auch der Owner rätselt über das Loch, woher das wohl kommt? Meteoriteneinschlag? Hat sich der Boden mal abgesenkt? Fliegerbombe? Ich weiß es auch nicht. Auf jeden Fall ist das vogelwild.
So nun zurück geklettert und jetzt hatte ich Feierabend. Doch ähm, ich muss ja noch zum Auto. Mal aufs GPS gucken, wo das steht. Öha, doch noch 2 km Luftlinie.
Also einen Weg gesucht und losgetrabt.
Irgendwann hörte ich schon Autos, aber ich war noch nicht da. Ich kam an einer Weide raus auf der 25 Teenagerkühe grasten. Ich stieg über den Zaun und ging quer drüber. Eine Teeniekuh erblickte mich und die sind ja furchtbar neugierig. Schlimmer als die Ratschkattl vom Dorf. Also trabte der erste Schumpen auf mich zu. Und was passiert wenn eine losdackelt? Richtig, der Rest schließt sich an, man könnt ja was verpassen. Ich versuchte die Kuhdorfjugend zu ignorieren, aber jetzt fingen die Mädels an zu rennen. Klar, ich war ja auch der einzige Mann auf der Wiese. Alle hatten Glocken um den Hals und kamen auf mich zugesaust. Ja ähm. Ich hab ja weiß Gott keine Angst vor Kühen, aber in dem Fall wurde es mir dann doch anders. Stell dir mal vor es laufen 25 halbhohe Kühe im Schweinsgalopp auf dich zu, alle glotzen dich an und bringen ihre Fliegen mit und du stehst mitten auf der Wiese und kannst nur gucken.
Ich breitete die Arme aus und rief den Kühen zu, dass sie sich schleichen sollen. Aber die waren nicht mal schreckhaft. Die ersten Kühe hatten mich schon erreicht und blieben 50 cm vor mir stehen und schauten mich mit einer irren intelligenz an, die Kühe nunmal so an sich haben. Ich glotzte zurück und wedelte mit den Armen. Keine Reaktion. Hm, ich drehte mich um und lief weiter die Wiese entlang. Drei Schritte später DINGDONGDINGELDIDENGELDONG. Die Kühe schlappten mir nach und eine fing zu traben an, also alle wieder hinterher mit Höllengetöse.
So, jetzt kam ein brillanter Geniestreich von mir, ich lief in die eine Richtung, die Wiese verschwindet hinter Bäumen. Alle Kühe mir hinterher mit DINGELDIDONG. Ein paar überholten mich. Wollten sie mich einkreisen? Dreckspack. Aber nicht mit Charly, dem Kuhflüsterer. Ich drehte abrupt um und lief in die andere Richtung. Die Kühe konnten gar nicht so schnell umdrehen und die meisten haben es eh nicht gepeilt, wo ich hin bin. So stiefelte ich davon und traf..... Einen Wachhund. Eine Bestie. Ein Golden Retrievermischling oder sowas. Er hatte was im Maul. Ein Arm? Nein es war ein dickes Seil. Ist wohl sein Spielzeug. Es war der Wachhund von einem Anwesen, das direkt an der Straße lag, wo ich eigentlich hin wollte. Also näherte ich mich der Bestie und..... streichelte ihn. Ich zog an seinem Seil, er ließ los und ich warf das Seil im hohen Bogen weg. Was macht Hund? Nix. Schaut mich bloß an.
Ich zeig aufs Seil. Nix. Ich zeig nochmal hin, dann watschelte er los und brachte das Seil zurück. Ich wollte es ihm wieder weg nehmen, aber nö, zweimal lässt er das nicht mit sich machen.
Ich unterhielt mich noch ein bisschen mit ihm, auf dem Weg zu dem Anwesen und fragte ihn, ob ich denn durch sein Grundstück laufen dürfe. Er verneinte nicht, also ging ich durch den Garten. Hund hinter mir her und als ich am Zaun ankam, ließ er sich nochmal von mir streicheln. Braver Aufpasshund. Und dann lief ich die restlichen 500 Meter zu meinem Auto.

6 Kommentare 4.7.08 23:12, kommentieren

Hitzehalbmarathon im Elsaß

Bisschen spät dran mit dem Bericht, weil er schon über eine Woche her ist.
Ausserdem hab ich schon lang nix mehr geschrieben, nicht wahr?
Ich hab kürzlich einen Bericht geschrieben, aber kurz bevor ich ihn veröffentlichen wollte, war alles futsch. Da hatte ich dann erst mal ganz schön einen dicken Hals. Sooo ein langer Bericht und weg. Und nochmal schreiben, dazu konnt ich mich nicht aufraffen.
Also erzähl ich jetzt.

Vor einer Woche war in Molsheim bei Straßburg ein Marathon/Halbmarathon. Ich war noch nicht gemeldet und eigentlich wollte ich ja den Marathon machen. Wieso einen läppischen Halbmarathon machen, wenn auch ein Marathon angeboten wird? Haha.
Aber das Wetter, das Wetter. Die Meteorologen meinten, es wird heiß. Sehr heiß. Bis zu 35°. Also meldete ich mich nur für den Halbmarathon an. Es war aber nicht nur die Hitze die mich abgeschreckt hat, sondern eher die 2 Stunden frühere Startzeit. Und nachdem wir in Colmar Gröhlmar nicht gerade viel Schlaf bekommen, weil während der EM immer ein anderes Land einen Autokorso durch die Stadt macht, haben wir lieber ein bisschen länger im Hotel geschlafen, gemütlich und äusserst ausgiebig gefrühstückt und haben uns zum Bus begeben, der uns zum Start des HM brachte.
Die Marathonläufer waren längst unterwegs und wir sahen beim Fenster des Busses raus und registrierten kopfschüttelnd, dass manche Läufer in wilden Verkleidungen die Strecke liefen. Also ich weiß nicht, ob ich unbedingt als Weinflasche verkleidet bei 35° laufen wolle. Ich glaub eher nicht.
Wir kamen beim HM Start an und warteten im Schatten und amüsierten uns über die zwanghaften Warmläufer. Finden wir ja superwichtig, dass man sich bei einem HM, bei dem man jede Zeitambition vergessen kann noch eine Stunde zuvor warm läuft. Naja, bei vielen ist es auch die Aufregung und die können nicht einfach so im Schatten liegen und auf den Start warten. Wir können das wunderbar.

Nun war der Start, 2 Stunden nach dem Marathonstart und die Horde lief los. Wir liefen ganz als letztes los und überquerten gehend die Startmatte. Bloß it hudla, wie der Allgäuer sagt.
Es war warm, sagte ich das schon? Zunächst gings bergab und bald überholten wir einige Läufer.
Es wurde über elsäßische Dörfer getingelt und es ist immer wieder nett, wie sich die Elsäßer für eine Laufveranstaltung begeistern. Die ganzen Zuschauer sind einfach so herzlich und feuern alle an. Das macht Spaß. Und es wurden viele Duschen von den Anwohnern aufgebaut, die auch viel genutzt wurden.
Das hilft auch richtig gut, den Körper gekühlt zu lassen. Tolle Logik, gell?
Es wurde immer heißer und wir liefen gemächlich weiter. Die Versorgungsstellen nutzten wir immer recht ausgiebig. Es kam schon mal vor, dass wir ganz entspannt 5 Minuten oder länger an der Versorgung standen und Wasser in uns rein schütteten. Nebenbei noch ein paar leckere Müsliriege gemümmelt und ein paar Orangenschnitze und weiter gelaufen.
Irgendwann liefen wir in die Weinberge hinein und das war mal echt hart. Die pralle Sonne haute uns auf den Kopf und nachdem Kerstin schon eine leichte rotfärbung an den Schultern fest stellte, hab ich ihr kurzerhand mein Jamaica-Häß um die Schultern gelegt und bin eben oben ohne gelaufen.
Sonnenbrand hab ich mir zum Glück aber keinen geholt. Hase natürlich auch nicht.
Manchmal gab es an den Versorgungsstellen Elsäßer Wein zu probieren, was ich mir natürlich nicht entgehen lies.
Es gab Stellen in den Weinbergen, da lief vor uns niemand, es lief hinter uns niemand. Gemütlich wurde geschlendert und geratscht. Sich mit Gewalt durch die Weinberge zu jagen war nicht sehr sinnvoll. Natürlich versuchten es doch einige und wir sahen ab der Hälfte immer wieder Leute, die am Straßenrand lagen und medizinisch versorgt werden mussten. Ja, wenn man sich zu viel vornimmt bei solchen Temperaturen, macht ganz schnell der Kreislauf schlapp.
Nach 16 km wurde die Strecke aber wieder flacher und wir konnten entspannt die letzten paar Kilometer laufen. Immer wieder machten wir Gehpausen, liefen wieder los, plauderten mit Mitläufern und kamen dem Ziel näher.
200 Meter vor dem Ziel war ein roter Teppich ausgelegt, auf dem wir ins Ziel liefen in der gigantischen Zeit von 2:36 Stunden. Meine Bestzeit ist eine bescheidene Stunde schneller.
Aber dafür hat es viel Spaß gemacht, trotz Hitze.
Was ich aber schade fand, es gab die Finishermedaille nur für die Marathonläufer. Die hätt ich fei schon ganz gern mitgenommen. Vielleicht hätt ich doch den Marathon laufen sollen? Ja, kurz danach kann man schon wieder eine große Klappe haben, nicht wahr?
Aber dann eben wieder das nächste mal.
Eine Bekannte, die Lizzy berichtete von ihrem Marathon und erzählte von der Hölle im Elsaß. Der Lauf wurde sogar vorzeitig offiziell abgebrochen und man musste wohl auf eigene Verantwortung weiter laufen. Wer das gemacht hat, bekam trotzdem noch die Medaille und das Finishershirt.
Na hoffenltich ist es in 3 Wochen beim Füssen Marathon net so arg heiß, aber der Start ist ja schon um halb 8 in der Frühe.
Was das bedeutets mit der Hitze sieht man auch an den Ergebnislisten.
Wir waren mit unserer Zeit immer noch im ersten Drittel zu finden. Manche Leute haben weit über 3 Stunden benötigt, einige sogar über 4 Stunden und das für 21 km.
Beim Marathon war das auch kurios anzusehen. Gerade mal jeder sechste schaffte die Zeit unter 4 Stunden. Also Bestzeit wird wohl keiner geschafft haben, an diesem kuscheligen Tag.

2 Kommentare 30.6.08 17:36, kommentieren

Mal wieder Geocaching

So, jetzt nerv ich euch mal wieder mit einem Geocaching Eintrag.
Der Martin, der Stefan und ich haben in den letzten 10 Tagen 2 Nachtcaches gemacht. Martin und Stefan kennt ihr nicht. Vielleicht doch, wenn ihr in Biessenhofen hin und wieder in die Apotheke geht.

Das war lustig, der Martin und ich verabredeten uns eigentlich für einen brutalen Nachtcache bei uns. Manche brauchen dafür 6 Nächte um ihn zu schaffen und wir wollten nun die erste Nacht machen.
Aber es kam anders. Um 20:45 Uhr rief der Martin aufgeregt an, ob ich das schon gesehen hab?! Ne, was? In Wildpoldsried bei Kempten wurde vor 10 Minuten ein nagelneuer Nachtcache frei geschaltet. Da müssma hin, ich hol dich um 21:15 ab, bis gleich *klick*
Öhm, ja klar ist ok.
Ich ging an den Compi und sah, dass da ein NEW aufleuchtete. Ich hab mir die Beschreibung durchgelesen und gleich mal die Startkoordinaten ins GPS eingegeben, meine Riesenmaglite eingepackt, alles mögliche an Klamotten und 2 Sätze Ersatzbatterien.
Schon kam der Martin angebraust, ich verabschiedete mich schnell von Kerstin, die verwundert guckte, wie ich aufgeregt hin und her wuselte und im Rekordtempo fuhren wir nach Wildpoldsried. Dort wartete schon der Stefan.
Also Sachlage erkundet, es handelt sich um einen Nachtcache. Ach, echt? HiraBira aufgenommen (Ich hab übrigens keine HiraBira, wenn mir einer eine schenken will, immer her damit) So, nun standen wir am Parkplatz und plötzlich wurde die Nacht zum Tag, als wir gleichzeitig die Lichtschwerter zückten.
Wir leuchteten durch die Gegend und ich fand dann auch schon den ersten Reflektor, weit oben in einer Fichte.
Da ich ja keine HiraBira hatte, schickten wir den Martin auf den Baum, dort war ein Hinweis, wo wir hinsollten.
Martin wieder runter vom Baum und wohlgemut gings auf dem Weg weiter.
2 Stationen später kamen wir an eine Kreuzung. Die Arbeit wurde geteilt, jeder hatte so seine eigene Vermutung, was zu tun sei. Ich hatte aber die Richtige In einem Wegweiser war unter der Schildkappe des Rohres ein Blechstück eingeschraubt, das uns sagte, zu welchen Koordinaten wir sollten. Sauber Charly, Schulterklopfer und weiter gings.
Wir kamen an einem steilen Abhang an und sahen dort unten Reflektoren. Zu dritt liefen wir den Abhang runter, zum Teil schön rutschend und kamen an dem Reflektor an. Unten am Baum ein Schild mit dem Wort NIETE. Aaaaaah du Sack, dachten wir uns. Weiter rechts war noch ein Reflektor, diesmal ging aber nur einer hin und tatsächlich stand auch dort das nette Wort NIETE. Noch ein Baum, noch ein Reflektor. Ich ging hin und schließlich schickten wir auch wieder den Martin auf den Baum.
Ahaaaa, sagte er, nehmt euch mal was zum schreiben ich diktiere. N --- I --- E --- T --- E
Wir schauten wahrscheinlich oberblöd aus der Wäsche und Martin freute sich über unser grenzdebiles Geschau. Haha, war nur Spaß und dann las er die Koordinaten vor, die dort angebracht waren.
Welchen Weg nehmen? Den Direkten am Besten. Also rüber über den Stacheldrahtzaun und dann sagte ich, boah 100 Reflektoren da drüben. Wowowo. Achso, das waren nur die Augen der 50 Schafe, die dort grasten. Haha. Ich kann nämlich auch verarschen
Wir überquerten die Wiese und mussten auf einen Berg hochmarschieren. Dort oben leuchteten wir wieder durch die Gegend und fanden einen Reflektor an einer Hütte. Also runter mit uns und schnell gings auch schon wieder weiter.
Die nächsten Stationen fanden wir alle recht schnell, dann hörten wir auf einmal ein paar Jugendliche. Psssst, leise.
Also schlichen wir durch den Wald, aber irgendwie bekamen die mit, dass es da ständig knackte im Gehölz. Totenstille bei der Dorfjugend. Was könnt denn auch nachts um 11 aus dem Wald kommen?
Dann keilten wir uns aus den Bäumen raus und mit einem dreifachen Mahlzeit schritten wir an den Jugendlichen vorbei.
Immer noch totenstille und schon waren wir wieder im Wald verschwunden mit drei wippenden Taschenlampen.
Nun waren wir an einem Weiher und umrundeten ihn halb. Dort, wo es nicht mehr weiter ging, war ein Riiieessssennbaum. Also Martin, hoppigaloppi, rauf mit dir. Und schon war er im Baum verschwunden, immer höher gings. Und dann fand er auch den Hinweis.
Wir sollten 130 Meter nach 230°. Also wieder zurück.
Als wir an der angegebenen Stelle ankamen, dauerte es nicht mehr lang, bis wir uns bäuchlings auf einen Steg legten und darunter nach einer Tupperdose suchten und zack, hatten wir sie auch schon geschnappt.
Der Jubel war groß. Wir gingen zur Straße hoch und trugen uns als Erstes in das jungfräuliche Logbuch ein. Daraufhin gabs erstmal ein Bier und noch mehr gute Laune.
Doch das war noch nicht alles, denn in dem Logbuch konnte man noch Koordinaten rauslesen, die uns zu einem weiteren, einen Bonuscache führte. Dort mussten wir in ein Ablaufrohr krabbeln und dann hatten wir den Bonuscache auch schon in Händen.
Dann krabbelten wir wieder raus aus dem Rohr und unterhielten uns noch ein bisschen über den Erfolg und dass wir die ersten waren, die den Cache machten.
Denn ein FTF, also ein First To Find ist nämlich was Besonderes.
Etwas langsamer fuhren wir schließlich nach 2 1/2 Stunden Heim.

In der Zwischenzeit hab ich selbst noch 10 Caches gelegt. Das ganze hat ein Thema und zwar Kapellen. Dafür hab ich im Ostallgäu an Kapellen in Dörfern einen Cache gelegt. Dazu noch einen Hinweis, um am Schluß an den finalen, letzten Cache zu kommen.
Kaum hatte ich den ersten Cache veröffentlicht, wurde er auch schon geloggt. Von wem? Von Martin natürlich. Er brauchte genau 32 Minuten vom Zeitpunkt, als der Cache online war, bis zum Finden desselben.
*kopfschüttel*
Nachdem noch einige weitere Caches von mir frei geschaltet waren, kam doch tatsächlich einer aus München angefahren und hat ratzfatz 7 FTFs gemacht. Er kam extra deswegen aus München angekarrt. Unglaublich, oder? Klar sind meine Allgäuer Cacherkollegen da nun schon ein bisschen pikiert deswegen. Püh.
Mittlerweile werden die Caches stark frequentiert und das Problem ist jetzt, dass die Dorfbewohner stutzig werden. Zum Beispiel in Oberzell können die Anwohner es gar nicht fassen, dass da alle 2 Stunden ein Auto vor der Kapelle hält, einmal ums Haus rennt, wieder ins Auto steigt und verschwindet. Und die Zuschauer in dem Dorf werden immer mehr und sie wissen nicht, was das jetzt eigentlich soll. Man darf sich ja auch net erwischen lassen, beim Loggen der Dose.
In Hausen kommts sogar vor, dass einer von einem Bauernhof zuschaut, was da für Gestalten rumwuseln, die Geocacher beobachtet und zum Schluß auch noch ein Foto vom Auto macht. Die haben wohl Angst, dass ihre Kapelle in die Luft gejagt wird.
In Hiemenhofen kams zu dem Eintrag: Ein Cacherkollege stellte sein Auto ab, worauf ein Mädchen sagte: Ooommmaaaa da kommt schon wieder einer zum beten. Worauf die halbe Familie auf die Terrasse kam und den armen Cacher beobachtete, der nicht wusste, was er tun soll. Aber ich hab die Dose in weiser Voraussicht in dem nicht einsehbaren Bereich versteckt. Lediglich Kühe können zugucken, aber die petzen nicht.
Jetzt nach dem ersten Schwung kommen die Cacher spärlicher aber regelmäßig zum bergen der Dose und es fällt hoffentlich nicht mehr so auf, wenn mal jemand vor der Kapelle hält.

Ich bin noch nicht fertig. Denn gestern wurde wieder zum Nachtcache gerufen. Martin hat in den letzten Monaten selbst einen Nachtcache ausgetüftelt und den sollten Stefan und ich als Betatester angehen. Das heisst, der Martin geht mit uns mit, verrät aber nix. Und dabei sollen auch noch Fehler und Schwachstellen gefunden werden.
Also trafen wir uns um 21:30 am Bärensee. Nachdem beim letzten Nachtcache Biermangel war, präsentierten wir diesmal jeder je 3 Flaschen Bier. Ähm, so war das dann auch wieder nicht geplant.
Also ran an die Arbeit und in die Gegend geleuchtet.
Aha, ein Reflektor, da gemma hin. Dann durfte ich diesmal die Baumarbeit leisten, denn Martin war ja der Owner des Caches. Ich lieh mir seine HiraBira aus (Ich wünsch mir zum Geburtstag eine HiraBira, kann sie aber gleich brauchen) und krabbelte auf den Baum. Hinweis schnell gefunden und schon gings 100 Schritte in 210° Richtung.
Dort ne Dose gefunden, alles läuft prima.
Dann gabs eine Aufgabe, bei der man sich trennen sollte. Einer ging mit einem Laserpointer, den man mitnehmen sollte auf den linken Weg, ich auf den rechten Weg. Dort an einem Baum war ein Winkel befestigt, wo man den Laserpointer aufsetzen musste. Der rote Punkt zeigte an einen Baum. Dort musste ich hingehen und die Koordinaten zurufen.
Das geschah drei mal, danach führten wir den Weg zusammen fort.
Die weiteren Aufgaben meisterten wir gut. Einmal war geplant, dass man von einem im Wald stehenden Dixiklo (häh) Reflektoren suchen musste. War knapp daneben.
Weiter gings, indem wir einem Bachlauf folgen sollten. Der Bach war schon sehr urig. Kaum Wasser drin und überall hing das Gras rein. So gings kreuz und quer am Bach entlang, bis wir Reflektoren fänden. Die hab ich auch gefunden.
Dort nun ein Hinweis, dass ich mir mit der Schnur und einem Magneten eine Angel bauen solle um auf der andern Seite zu angeln.
Also rüber mit mir, runter in den Bach und geangelt. Da leuchtete plötzlich eine Filmdose im Wasser auf und daran war ein Hufeisen. Das ging ja zackig.
Den Hinweis gelesen und die 'Angel' wieder aufgeräumt.
Nun hatten wir schon ein gutes Stück geschafft, eigentlich warens nur noch 2 Aufgaben, aber die schwersten.
Mitten im Wald war ein zugemooster Sickerschacht, den schoben wir auf und raus kam ein langes Rohr. Das Rohr wurde zerlegt und wir fanden
1. Eine Strickleiter
2. Eine Socke mit einem Stein darin
3. Eine lange Schnur
4. Einen MP3 Player
Oh, ein MP3 Player. Was kommt denn jetzt?

'Hallo Cacher, ich möchte ein Spiel mit dir spielen' Witzelte ich.
Nun mussten wir 4 Lieder anhören und diese Lieder der Position auf dem dazugehörigen Heavy Metal Album zuordnen. Das dauerte aber eewwig, bis ich das hingekriegt hab. In der Zwischenzeit baute Stefan an der Strickleiter herum.
Doch ich kriegte es irgendwann hin mit den Liedern, wir fanden die Koordinaten und es ging mit Sack und Pack und Strickleiter weiter. Da vorne stand ein äusserst mächtiger Nadelbaum vor uns.
Ach....
du....
Scheisse....
mir...
schwant...
böses...
So, da standen wir an dem Baum und wir legten den Kopf weit in den Nacken. Oooooohhhhh ist das hoch. Der erste greifbare Ast war auch schon in über 4 Metern Höhe.
So, hilft nix. Stefan warf die Socke über einen Ast. Daran war natürlich die lange Schnur, daran war die Strickleiter. Das heisst, er versuchte es, verfehlte den Ast und dann sah ich im Dunkeln den Socken auf mich zufliegen. Gerade noch konnte ich die Arme hoch reissen um ihn abzuwehren.
Gelächter
Also nochmal. Diesmal schaffte es Stefan, den Socken über den Ast zu werfen. Es wurde die Schnur und nun die Strickleiter hochgezogen. Hmmmm. Also mir wars bei der ganzen Sache nicht ganz geheuer.
Ich lieh mir wieder eine HiraBira aus (Wann hab ich Geburtstag?) und versuchte die Strickleiter hoch zu eiern. Gar nicht so einfach, unten hängte sich Stefan rein, dass die Leiter nicht so wackelte. Bald hörte die Strickleiter auf und ich musste mich mit allen Kräften an einem dicken Ast hochziehen, schließlich war ich im Baum. Puh. Hartes Stück Arbeit. Aber das war ja erst der Anfang. Martin wäre nicht Martin, wenn er das nicht ein bisschen schwieriger gestalten würde. Also turnte ich jetzt von Ast zu Ast und kam immer weiter nach oben. Ich schätze, dass es so 12 Meter waren, bis ich letztlich oben am Cache angekommen bin. Schwer pustend machte ich die Dose aus der Halterung und trug mich als erster ins Logbuch ein. Geschafft.
Dann ließ ich an der mitgebrachten Schnur den Cache runter, damit sich Stefan auch eintragen kann. Das dauerte aber auch ewig und ich versauerte auf dem Baum. Die Beiden dort unten hatten eine rege Unterhaltung und haben mich wohl längst vergessen. Pffff.
Irgendwann wurde sich wieder an mich erinnert und ich durfte die Tupperdose wieder hoch ziehen und in ihrer Halterung verstauen.
Nun musste ich aber noch den Weg nach unten angehen. Wieder runter von Ast zu Ast, bis ich nur noch die letzten 4 Meter mit Strickleiter und dem letzten Ast hatte. Das war jetzt auch nicht sooooo einfach den richtigen Halt zu finden und auf die Strickleiter zu kommen, doch schließlich befand ich mich auf der wackeligen Strickleiter und hatte bald sicheren Boden unter den Füßen.
Puh, durchschnaufen.
Martin gratulierte uns zu unserem hervorragend gemachten Betatest und dann mussten wir ja wieder alles zurück bringen. Die Strickleiter und alles um es wieder im Rohr zu verstauen.
Dann war es vollbracht und wir köpften noch ein Bier, das wir uns doch wirklich verdient haben.
Als das Bier zur Neige ging, sind wir zurück zum Auto gegangen und haben auch Martin zu dem Nachtcache gratuliert, was ja wirklich eine Heidenarbeit ist. Nicht umsonst dauerte die Umsetzung gute 2 Monate.
Jetzt dürfte der Nachtcache von Martin bald Online gehen und dann können die Nachtschwärmer loslegen.
Schön wars und spannend natürlich.

7 Kommentare 23.5.08 21:45, kommentieren

Knastmarathon

Es ist ja auch völlig normal, dass man Sonntag Früh um 5 Uhr 370 km fährt, freiwillig in den Knast geht, über 42 km läuft um dann wieder 370 km Heim zu fahren.
Man kann sagen, dass ich am Sonntag nicht viel Zeit für andere Dinge hatte.
Um 8:30 kam ich also in Darmstadt an der Justizvollzugsanstalt an, aber erst fragte ich in der Stadt nach dem Weg in den Knast. Ich bekam zwar eine freundliche Antwort, aber ich wurde schon etwas skeptisch angeschaut.
Ich sortierte auf dem Parkplatz aus, was ich nicht brauchen würde und was ich auch nicht mitnehmen dürfte. Also kein Handy. Ich hab mein Gepäck recht karg gehalten und bin auf den Eingang zugegangen.
Drinnen, im Vorraum durfte ich als erstes meinen Ausweis abgeben, der direkt eingetütet wurde. Dann musste ich meine Tasche durchsuchen lassen und wurde durch einen Metalldetektor geschickt. Ob ich Fotoapparat oder Handy dabei hätte? Nöööö.
Nun hieß es warten, bis eine Tür automatisch aufging. Das war irgendwann der Fall und ich durfte in den Knast hinein. (Durfte????) Ich habs mir klaustrophobischer vorgestellt. Aber der Knast hatte vielmehr etwas von einer Kaserne, als von einem Gefängnis. Große Gebäude, viele Bäume, Sportplatz, viele Sitzgelegenheiten, alles schön groß gehalten. Nett hier.
Nach ein paar Metern kam jemand auf mich zu und schickte mich freundlich zur Startnummernausgabe. Das war auch schnell erledigt.
Überall standen Leute herum, die nur darauf gewartet haben, mir helfen zu können. 'Dort vorne könnte man sich umziehen.' sprachs.
Ich bin auf das Gebäude zu und traf einen Mann an, der mir einen riesengroßen Wäschesack in die Hand drückte. Dort solle ich alles rein packen, was ich nicht benötigte und ihm den Wäschesack wieder bringen. Der wird später weg gesperrt, dass da keiner ran kommt.
In der Umkleidekabine zog ich mich um und konnte nun eine Stunde warten, bis der Start ist.
Ich traf noch auf zwei Läuferkollegen aus einem Laufforum, mit denen ich mich unterhalten habe. Vor dem Rennen gabs noch Wurst- und Käsesemmeln. Apfelschorle, Kaffee, Wasser. Ja, da bleibt doch kein Wunsch offen. Und alle Helfer überwarfen sich, dass sie uns versorgen könnten.
Die Prominenz war auch da. Auch das Fernsehen. Das DSF hat Aufnahmen von dem Marathon gemacht. Die Sendung soll am Ende Mai oder Anfang Juni gezeigt werden. Na da bin ich ja gespannt.
Die Prominenz bestand aus Achim Heukemes und seine Freundin.
Achim ist der Godfather des Ultralaufes. Er kam mit seiner Freundin direkt aus New York zurück, wo die beiden eine 10 Tages Lauf mitgemacht haben. Das heisst, 10 Tage wird auf einem Rundkurs gelaufen, der eine Meile lang ist. Dabei hat er mal eben 701 Runden zurück gelegt. Sowas ist normal im Leben des Achim Heukemes. Klar, dass er nach dieser Belastung und mit der Zeitumstellung nix auf die Reihe kriegt an diesem Tag, was sich auch im Ergebnis niederschlug. Immerhin benötigte er 3:14 Stunden für den Marathon. Öhm.
So nun war es soweit, der Start stand bevor und mit 'Final Countdown' wurden wir ohne Knarre auf die Reise geschickt.
24 Knackis und etwa 100 in Freiheit lebende, dazu noch 4 Einradfahrer.
Der Kurs war natürlich so gelegt, dass man sich zwangsläufig ständig begegnet. Es gab etliche 90° Kurven und 2 komplette Wenden um einen Hut herum.
Einen Läufer kannte ich noch von einem anderen Laufforum und er grüßte mich bei jeder Begegnung. Also etwa 80 mal.
Die Stimmung war prima. Die Inhaftierten, die nicht mitliefen, durften dem Lauf zusehen. Da wären die normalen Knackis, die sich hinter einer Absperrung aufhielten und uns zusahen.
In einem anderen, abgesperrten Bereich waren wohl die harten Kaliber, die hinter einem Zaun waren und uns anfeuerten. Wobei das 'Uns' eher den Mitläufern galt, die dort ihre vorübergehende Heimat hatten.
So wurde gerufen 'Auf gehts Mohamed, gib Gas Azil, hau rein Robert' Es gab ganze 3 Mohameds, die angefeuert wurden.
Wir liefen um die verschiedenen Gebäude herum, um Knastwerkstätten herum. Es gab eine Schreinerei und sogar eine Gefängniseigene Buchbinderei.
Ich hatte aber meist das Gefühl durch einen asphaltierten Park zu laufen, wenn da nicht immer der Anblick von bis zu 8 Meter hohen Betonwände mit darauf liegenden Stacheldrahtrollen und die coolen Wärter gewesen wären.
Die Wärter machten es sich in Stühlen bequem und hatten meist auch die Beine auf dem Tisch liegen.
Kurz vor dem Ende einer Runde, die 1754 Meter lang war, kam man an dem Spalier unserer Zuschauer vorbei. Ein Meer von dunkelroten T-Shirts, die uns beobachteten und sofort in Jubel ausbrachen, wenn Mohamed, Janusz oder Björn vorbei liefen. Manch einem Insassen war der Lauf auch herzlich egal und so wurde eben am Rand Backgammon oder Karten gespielt. Das muss man schon ausnutzen, wenn man zusätzlichen Freigang bekommt.
So lief ich also meine Runden und benötigte meist so um die 9:30 Minuten für eine Runde. Aber ich hatte schon nach einer Weile ständig Seitenstechen und mein Bauch grummelte blöd vor sich hin. Dennoch hielt ich eigentlich mein Tempo, denn so um die 3:45 Stunden wollte ich in etwa brauchen. Den Halbmarathon schaffte ich auch genau in 1:52:30, das wär genau im Soll gewesen. Das Problem war aber neben meinem Bauch und dem Seitenstechen die Füße. Ich hatte meine Leichtgewichtschuhe an, aber ich hätt besser gedämpfte Schuhe nehmen sollen, denn die Mischung aus Asphalt und dem Beton hat mich zunehmend zermürbt. Ich spürte schon bald meine Knöchel und mir taten die Füße mehr und mehr weh.
Nach 13 Runden nahm ich mir eine 5-minütige Auszeit und gab noch schnell eine Stuhlprobe ab.
Ab da ging es mir aber auch im Bauch besser. Kluge Entscheidung. Schneller wurde ich aber deswegen nicht. Im Gegenteil, meine Zeiten wurden von Runde zu Runde langsamer. Das Wetter war auch schön schwül. Es war zwar nicht so heiß, aber die Schwüle, die war nicht zu unterschätzen.
Nach zwei Stunden waren plötzlich alle Knastzuschauer verschwunden, aber eine Runde später waren alle wieder da. Achne, ich merkte, dass wir frische Zuschauer bekamen. Das kriegt man wohl auch nicht überall geboten, dass man bei einem Marathon mitten im Rennen neues Publikum bekommt.
Der erste Block musste wieder in ihre Zellen, dafür durfte der nächste Block den Rest des Rennens anschauen. Die Leute hinter den Zäunen blieben aber verschwunden.
Die Verpflegungsstelle war super. Wo kriegt man schon alle 1700 Meter ein reichhaltiges Buffett gestellt und Helfer, die sich darum rissen, einem den Becher in die Hand zu drücken.
'Komm, nimm von mir das Wasser, das ist viel besser, als das von meinem Kollegen, probiers aus'
Auch Cola und Apfelschorle gabs. Dazu noch Bananen und Müsliriegel.
Nach 18 Runden ging es immer weiter bergab mit meiner Konstitution und so hatte ich keinerlei Zeitambitionen mehr. Pfeif drauf. Lauf einfach dein Ding durch und freu dich am Marathon. Ja, freuen ist gar nicht so leicht, wenn die Füße meckern und die Beine schwerer werden. Dazu kam auch immer die gleiche Stelle, die alle Läufer mehr oder weniger fertig gemacht hat. Man lief in Richtung Westen (glaub ich) auf die Knastmauer zu und da stand die Luft drin, das war wie eine Wand vor der Wand und immer öfter musste ich bei diesem Teil eine Gehpause einlegen. Um das Gebäude herum fiel mir alles furchtbar schwer, aber ich war nicht allein. Es gab mal einen Zeitpunkt, da zählte ich an der Stelle 11 Geher, was mich dann aber wieder motivierte weiter zu laufen.
Ich gewöhnte es mir auch an an der Verpflegung Getränke zu nehmen und 100 Meter oder etwas mehr zu gehen.
Runde für Runde lief ich also weiter und mir wurde auch klar, dass ich nicht mal die 4 Stunden schaffen würde. Naja, auch egal.
Der Sprecher im Zielbereich war auch super drauf. Der hat die meiste Zeit geredet und das über 5 Stunden. Über jeden wusste er etwas zu berichten, rief ständig die Namen von den Läufern in die Runde. In seinen Sprechpausen lief prima Musik, ala 'I need a hero', 'we are the Champions' usw.
Mittlerweile war auch schon der Sieger im Ziel und auf seiner letzten Runde hab ich ihm beim entgegen Kommen noch applaudiert. In 2:53 schaffte er die Strecke. Ein weiterer Läufer blieb noch unter 3 Stunden. Aber ich schleppte mich noch brav über die Runden. Aber dennoch geht auch jeder Marathon zu Ende, auch wenn man das nach 35 km noch nicht so recht glauben mag.
Doch irgendwann war ich auf der letzten Runde und lief gemächlich ohne Endspurt ins Ziel. Geschlagene 4:07 Stunden hab ich benötigt. Na, egal. Hauptsache Spaß hats gemacht.
Der Achim Heukemes war natürlich längst im Ziel, blieb dort aber stehen und beglückwünschte jeden einzelnen Finisher. Natürlich wartete er auch auf seine Freundin, die ein paar Minuten nach mir ins Ziel kam.
Nachdem mir die Medaille um den Hals gehängt wurde, ging ich zum Verpflegungszelt und stärkte mich mit etlichen Streuselkuchen und Käsesemmeln, Fleischbrühe. Der Küchenbeauftragte kam kaum nach mit dem Bringen der Semmeln. Wir hatten schließlich alle Kohldampf.
Ich traf im Zelt dann auf meine Laufkollegen aus dem Internet und plauderten über den mehr als gelungenen Lauf.
Jeder trank einen Kaffee, aber erst wurde gefragt, wo denn die Milch sei? Die ist drüben im andern Zelt, müsste man holen..... Also tranken wir den Kaffee eben schwarz. Wir gehen doch nicht freiwillig 5 Meter und wieder zurück???
Einige Knackis saßen mit uns im Zelt und es war schon nett anzusehen, wie sie alle ausgelassen waren und glücklich darüber einen Marathon gelaufen zu haben. Einer sagte immer, dass er es gar nicht glauben kann, dass er jetzt tatsächlich Marathon gelaufen ist. Auch sie hatten alle viel zu erzählen von ihrem Erlebnis.
Das Halloooo steigerte sich noch, als der Küchenmensch mit einem Wagen ankam, wo vier Kästen Bier drauf standen. Sofort stürzte man sich drauf, aber es handelte sich nur um Malzbier. Hätte mich auch ehrlich gewundert, wenn es richtiges Bier gegeben hätte. Aber die Freude war nur kurz getrübt und ratzfatz hatten wir alle ein Malzbier in der Hand.
Einer der Insassen meinte, 'Ich hoffe, ihr seid nächstes Jahr alle wieder dabei.... aber ohne mich, denn ich werd dann nicht mehr da sein' worauf er uns zuprostete und breit grinsend einen tiefen Schluck aus dem Malzbier nahm.
Die Atmosphäre war einfach nur toll, sowas erlebt man nicht in der Anonymität eines Berlin- oder Münchenmarathons.
Nachdem ich mich nun etwas erholt hatte, ging ich zu den Umkleiden, holte meinen Wäschesack und zog mich um.
Schwermütig gingen wir auf den Ausgang zu und mussten das Gefängnis wieder verlassen. Das war schon ein sehr merkwürdiges Gefühl, wieder vor der Tür zu stehen und keine Mauer vor der Nase zu haben.
Ich denke jetzt an die Insassen, für die ab Heute wieder der schwere Alltag in Gefangenschaft abläuft, ein Tag wie der Andere. Aber die Knackis konnten einen aussergewöhnlichen Tag genießen, der für sie einen Hauch von Freiheit hatte.
Doch jetzt hieß es 370 km Heim fahren. Zurück in den Regen.

Das war für mich schon ein sehr intensives Erlebnis und so einen 'beknackten' Marathon, den man auch noch doppelsinnig nehmen kann, würde ich sofort wieder machen.
Es ist auch erstaunlich, was man für das Startgeld von 10 Euro alles geboten bekam. Absolute Vollversorgung, eine Medaille, eine gute Laufmütze, ein T-Shirt, eine DVD von der Marathonaufzeichnung, eine CD mit Fotos und superfreundliche nette Leute, soweit das Auge blickte.

3 Kommentare 19.5.08 09:23, kommentieren

Raten

Heut ergab sich folgendes Gespräch in unserm Dorfedeka.
Ich traf dort den Martin, also den Chef vom Edeka. :
Servus Martin, gehts wieder?
Martin hatte nämlich ziemliche Blutdruckschwierigkeiten. Sein Blutdruck stieg in kürzester Zeit auf über 200. Er wurde sogar mal bewusstlos deswegen. Alles nicht so toll.
Martin meinte, es gehe ihm wieder ganz gut, langsam aber sicher sei er wieder auf dem Weg, dass er der Alte wird.

Und wie es bei mir läuft?

Ja, ich bin in Freiburg neue Marathonbestzeit gelaufen in 3:36, ich wollt unter 3:30 laufen, aber passt schon.

Hej, das ist ja super, respekt, sauber, stark. Ich schau mal , dass ich im Herbst vielleicht mal wieder einen Marathon lauf, bis dahin gehts wieder gut, hoffentlich. Momentan ist es so, dass es gar nicht so gut läuft, aber ist ja klar, ich bin ja 4 Monate gar nicht mehr gelaufen.

Ja, das wird scho wieder, das geht dann ganz schnell

Und wieviel läufst du so in der Woche?

Ja, ich lauf so um die 80 km in der Woche. Kommt schon mal vor, dass es über 100 km werden, aber ich glaub 80 km ist so die Grenze wo es mir richtig gut geht.

Ach, 80 km? So viel? Soviel lauf ich nicht. Also jetzt ja sowieso nicht.
Ich lauf halt so 3-4 mal die Woche und mal 10, mal 15 mal 20 km, das werden so 50 km in der Woche sein. Wie ich Zeit hab nach der Arbeit.
Aber wenn du 80 km läufst, dann wirst du nicht Intervalle trainieren, oder wie das Zeug heisst und schnelle Läufe und was es so gibt?

Doch, doch, ich mach schon Intervalle und Tempoläufe, sonst wird man kaum schneller.

Ich weiß nicht, ich hab da nie so Lust drauf schnell zu laufen, Intervalle hab ich noch nicht probiert. Hin und wieder lauf ich mal a bissal schneller. Kommt auch drauf an wie ich Zeit hab. Soll ja auch vorallem Spaß machen die Lauferei.

Ja, mach das mal, das bringt auf jeden Fall was, wenn man solche Trainingseinheiten einbaut.

Wir wünschten uns dann noch alles gute für die weiteren Laufvorhaben......

Sooooo, der Martin hat keine Ahnung von Forerunner, systematischen Training, Trainingsplänen usw. usw.
Aber er hat schon den einen oder andern Marathon absolviert.
Und welche Zeiten läuft er denn wohl so?
Ihr dürft raten und wenn ich aus dem Elsaß am Samstag wieder zurück komme, gibts die Antwort darauf. Bis dahin haben Kerstin und ich kein Internet oder Telefon.

5 Kommentare 6.5.08 23:11, kommentieren

Würzburg Marathon

Bonjour, isch bins
So sagt man im Elsaß
Aber ich will ja von Würzburg erzählen.
Es klingelte der Wecker, blabla, Frühstück, blabla, auf dem Weg zum Marathon, blabla

Zeitsprung

Um 10:03 fiel der Startschuß für den zweiten Block, in dem ich mich ganz vorne aufgestellt hab. War prima, keiner vor der Nase und kaum Leute, die mich überholt haben.
Ich hab mir eigentlich vorgenommen, wieder die 3:30 Stunden in Angriff zu nehmen, aber nachdem ich am Vortag den Wetterbericht gehört hab, hab ich das nicht mehr in Erwägung gezogen. Bis zu 22° und strahlender Sonnenschein. Nönö, das lass ich mal besser bleiben. Also lauf ich einfach so mit.
Die ersten Kilometer lief ich aber noch so zwischen 5:09 und 5:20. Fühlte sich prächtig an. Und am Vormittag wurden wir auch noch nicht so gegrillt von der Sonne. 22° ist eigentlich nicht viel, aber wenn es der erste Tag im Jahr ist, mit solchen Temperaturen, dann wird das nicht gut fürs werte Marathoniwohlbefinden.
Dieses Jahr war es ein einfacher Rundkurs, nachdem es die Jahre zuvor immer zwei Runden in Würzburg waren.
Da WÜ nicht sooooo groß ist, mussten sich die Veranstalter ganz schön verkünstelt.
So war es denn, dass man viele Straßen doppelt lief, ein paar Straßen sogar 3x. Ob das mental so toll ist, das sei mal dahin gestellt. Ich finds nicht sehr toll in einer Straße die Kilometerschilder für 9 km, 18 km und 39 km stehen zu sehen. Ausserdem wollte man uns in der Ausschreibung weiß machen, dass es sich um einen schnellen, flachen Kurs handelt. Dass das auf einer Einrundenstrecke in WÜ nicht funktioniert, ist mir klar, aber vielen andern Läufern nicht, die extra auf eine gute Zeit hintrainiert haben und denen es sowohl wegen den zahlreichen Hügeln und den Temperaturen die Zeit verhagelt hat. Schade drum. Aber mir wars ja wie gesagt wurscht.
Ich lief entspannt vor mich hin und dackelte der Läuferschar hinterher. Dass die Streckenorganisation noch ein bisschen verbesserungswürdig ist, merkte man dann auch, als von links die Nordic Walker ankamen und die Straße der Marathonläufer queren mussten. Ausserdem wurden die NWler fehlgeleitet, was sich daran auswirkte, dass die NWler nicht 16 sondern nur 10 km gegangen sind.
Beim HM gabs auch noch ein paar Pannen. Läufer, die um Platzierungen kämpften, fanden sich plötzlich auf der falschen Fährte wieder und liefen einen Kilometer zu weit. Den zweiten und dritten Platz holten dafür andere Läufer. Dass die stinksauren Läufer den Organisator zur Brust nahmen, war nur verständlich.
So, nun aber wieder zu meinem Lauf.
Bei km 19 trennte sich die Halbmarathonmeute von den Marathonis, die noch ein Stück zu bewältigen hatten und schon wurde es übersichtlich.
Es ging über eine Mainbrücke und am Start/Zielgelände entlang.
Dann bei 22 km sah ich meine Kerstin und die Susanne mit Kind am Rand stehen. Da musste ich doch natürlich stehen bleiben und ein bisschen Kussmotivation einholen. Wir unterhielten uns noch 2 Minuten und nachdem der Peter an mir vorbei gerauscht ist, hab ich mich mit den Worten 'Den krieg ich noch' verabschiedet.
So lief ich wieder los, als mir nach 500 Metern einer von hinten zurief, dass ich mich da so klammheimlich von hinten anschleiche und überhole.
Ach hallo, da überholte ich gerade den Richard.
Da es mir ja nicht pressierte, hab ich mich mit dem Richard unterhalten über sein Marathonwunschziel, über den Werner, seinen Bruder, der seinen ersten HM unter 2 Stunden gelaufen ist, obwohl er eigentlich gar nicht wirklich darauf hintrainieren konnte. Da geht noch was Respekt, respekt.
So liefen wir gemeinsam am Main entlang und ich hab mich als Paceläufer angeboten. So vergeht ja auch die Zeit viel schneller und man ist abgelenkt von seinen Gedanken, die einem während so einem Marathon durch den Kopf gehen.
Wir liefen weiter den Main hinauf und hatten immer leichten Gegenwind. Aber wenns Gegenwind gibt, dann gibts auch irgendwann Rückenwind. Ähm, das heisst *schwitz wie sau*
Kurz vor der 30 km Marke mussten wir auch umdrehen und hatten den Wind im Rücken. Es wurde superwarm, aber es ging hier auch leicht bergab.
Irgendwann ging der Häuserkampf wieder los, wir erreichten die Innenstadt von Würzburg. Dort wurde wieder kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, die Läufer kamen einem entgegen, die schon mehr Strecke hinter sich gebracht hatten.
Richard hatte jetzt doch so seine Schwierigkeiten und wurde so nach und nach langsamer. Solche Schwächephasen sind mir auch bestens bekannt. Da reichts, da willst du ins Ziel und hast keine Lust mehr. Die Reststrecke, die nur noch Einstellig ist, kommt einem so elendig lang vor, obwohl man solche Strecken doch in jedem Training locker vor sich hinlaufen könnte. Bis km 38 zog ich den Richard nun mit, immer guckend, ob er auch noch hinter mir ist. Aber dann bei km 39, als der Richard von einer Passantin Cola bekommen hat, haben wir uns wohl aus den Augen verloren.
Und so zog ich mein Tempo auf den letzten 3 km nochmal an, nachdem mich plötzlich der Paceläufer für 4 Stunden überholt hat.
Ich war jetzt an der alten Mainbrücke, aber nö, es ging noch nicht drüber, man musste nochmal eine Schleife um die Häuser einlegen. Auch nicht gerade stimulierend fürs Gemüt.
Aber was solls, ein Marathon ist 42,2 km lang, egal wie und wo man läuft.
Auf den letzten 1600 Metern überholte ich ein Päärchen, als ich die beiden überholte, meinte die völlig erledigte Frau, dass sie einfach nicht mehr kann, sie kann nicht mehr.
Ich hab mich umgedreht und gerufen, dass es nur noch 1600 Meter sind und das die paar Meter natürlich noch zu schaffen sind. Aber sie meinte nöööööööö, geht nicht mehr, aber sie lief weiter. Geht doch
Nun durfte ich auch schon über die Mainbrücke und dann wars auch nicht mehr weit. Ich überholte wieder den Paceläufer für 4 Stunden und als ich an ihm vorbei lief, gab er mir die Hand und gratulierte mir, dass ich die 4 Stunden schaffen würde. Ähm, ja danke.
Nun waren es nur noch ein paar hundert Meter und in der letzten Kurve durfte ich nochmal meinen Schatz küssen, der hier auf mich wartete. Aber jetzt hielt ich mich nicht bei ihr auf und lief erstmal ein bisschen ins Ziel, um mir das verdiente Beweiseisen um den Hals hängen zu lassen.
Nachdem ich den Peter gleich im Ziel getroffen hab, bin ich direkt zum Weißbierstand gelaufen und hab zwei davon eingeschenkt um wieder zu Zielbereich zu gehen. Ich war kaum zurück, kam auch schon der Richard ins Ziel gelaufen.
Nicht wirklich glücklich, nicht wirklich enttäuscht verkündete er mir seine Zeit, worauf ich ihm erstmal ein Weißbier überreichte.
Es war schon schön in WÜ. Hat mir wieder gut gefallen, aber ob die Würzburger Organisatoren sich damit einen Gefallen getan haben mit dem Einrundenkurs, ich glaubs ja nicht unbedingt. Denn die Leute, die da waren wissen jetzt, dass der Kurs nicht flach und schnell ist.
Anderen Läufern stößt es sauer auf, wenn sie den Prospekt vom nächsten Jahr lesen und erkennen, dass Pauschal 6 Euro mehr bezahlt werden sollen.
So wird das nix mehr mit 5000 Teilnehmern.

Der Sieger kam erst nach 2:30 Stunden ins Ziel. Er wollte aber 2:19 laufen.
Die Siegerin benötigte 3:01. Auch keine Spitzenleistung. Und auch darauf wird geguckt.

So endete also mein 17. Marathon (Davon 3 Ultras)
In der ersten Hälfte hatte ich eine 1:53 stehen, auf der zweiten Hälfte eine 2:03. Gesamtzeit ist 3:57:14.
Und in knapp 2 1/2 Wochen wartet schon der 18. Marathon auf mich.

Bilder gucken?

Da die Nummer 2993 eingeben

4 Kommentare 1.5.08 11:07, kommentieren

Cold Turkey und Wehmut

Nein damit ist weder das gestrige Abendessen gemeint, wo noch etwas Truthahn übrig geblieben ist, noch ein Türke, dem die Kälte in Deutschland langsam aber sicher aufs Gemüt schlägt.
Cold Turkey heissen Entzugssymptome und darunter hab ich die letzten Tage gelitten.

Vorgestern Abend sag ich zu Kerstin: Mein letzter gefundener Cache liegt schon wieder 6 Tage zurück. Das geht doch nicht.
Das ist nunmal so im Burgund. Es gibt kaum Caches hier.
Hase verstand meine Lage und hielt meine zitternden Hände.
Ach Hasenmann, ich kenn da einen und der kann dich heilen, der Weg zum Cache ist weit, bis nach Vézelay. Da brauch ich Sprit, drum werd ich gleich mal tanken.
(Hm, kommt mir bekannt vor. Wers bei dem Video da unten bis 1:36 durchhält ohne Anfall, weiß was ich mein. Aber seid stark)


Sofort fingen meine trüb gewordenen Augen wieder zu leuchten an. Wir planten sofort einen Ausflug nach Vézelay für den gestrigen Tag. Zwei Caches gibts dort. Einen Multi und einen Normalen.
Da wir im Hasenstall keinen Drucker haben, musste ich mir die Beschreibung des Multis mühsam in mein Cachebuch schreiben. Das ist Arbeit.
So, am Nachmittag gings los.
Es ist Frühling und jetzt ist die Zeit, wo das Burgund zum heulen schön ist. Da soll man nicht wehmütig werden. Denn am Donnerstag ziehen wir ja vom Burgund weg ins Elsaß. Klar, dort ist es auch wunderschön und es hat seinen Reiz, aber das Burgund ist nunmal einzigartig.
Wir fuhren an blühenden Bäumen vorbei über sanfte Hügel ging es dahin. Die Wiesen leuchtend grün, dass man sich im nächsten Leben wünscht eine Burgundkuh zu sein, die dieses Paradies wegfressen darf. Gut, die Aussicht, als Schnitzel zu enden ist dann doch nicht so prickelnd.
Kurz vor Avallon fuhren wir eine Umgehungsstraße entlang. Immer am Fluß Cousin entlang. Es ist einfach sagenhaft dort. So richtig kitschig schön wie bei den Hobbits Zuhause in Hobbingen.
Alles grün, alles blüht, der Fluß rauscht, Wälder, Gras, der Naturoverkill für die Augennetzhaut.
In Avallon haben wir noch ein bisschen eingekauft.
Dann fuhren wir weiter in Richtung Vézelay. Aber zunächst musste der erste Cache gefunden werden. Der war in St. Père an einer Kirche. Auto abstellen und zielstrebig hinter die Kirche gelatscht. Dort führte mich das GPS hin. Hase machte nebenbei Fotos von der Kirche und einem hübschen Garten.
Wir standen hinter der Kirche und dann zeigte Kerstin auf einen Stein und meinte: Da is der Cache.
Ich guckte sie an und ich holte den Stein aus der Wand und schon hatte ich die Dose in der Hand.
Grins, grins, breitgrins und rumhüpf. Hase hat ihren ersten Cache gefunden. Aber ich vermute, so richtig infiziert hab ich sie mit dem Cachefieber damit nicht.
Sie machte auch den Logeintrag ins Logbuch.
Wie weggeblasen war der Cold Turkey, ich war voll euphorisiert. Voll auf Cachedroge sozusagen.
Nun fuhren wir aber wirklich nach Vézelay rüber. Dort waren wir schon ein paar mal und diesmal wars wohl für lange Zeit das letzte mal. Da war sie wieder die Wehmut.
Wir schlenderten durch die Stadt und ich genoß die Aussicht auf...... mein GPS. Tja, das findet Kerstin immer so 'toll' am Cachen, dass man in den tollsten Gegenden sein kann, aber der Charly hat nur einen Blick für den Bildschirm des Etrax Vista HCX und dem Pfeil, der mitten durch eine Mauer zeigt.
Guck mal Charly, schön gell?
Hmja schön ja (224 Meter nach Südwest müssen wir)
Aber wirklich, ich hab mir auch das Vézelay angeschaut. Zum Beispiel interessierte mich brennend, wieviel Bretter eine Bank hatte, wieviel Eisenstangen an einem Zaun sind und wie die letzte Ziffer des Todesdatums von 'KeineAhnung' ist. Es erschien mir auch wichtig, mir zu merken, wie die letzte Ziffer der Telefonnummer dieses Hotels war.
Was man eben so ansieht bei einem kulturellen Ausflug...... mit Einbeziehung einer Cacherunde.
Die Aufgaben des Caches haben wir dann aber nicht wirklich gemacht. Auf gut Glück suchte ich die Koordinaten, wo denn wohl der Cache sein könnte. Es war ein Bereich von etwa 100 Quadratmetern, wo der Cache sein könnte. Ich wusste auch, dass er in einer Mauer versteckt war, ein Bild von einem Teil der Mauer hatte wir dabei. Dass das aber nicht so einfach ist, liegt daran, dass überall Mauern sind.
Aber ich fand einen Weg hinaus aus Vézelay? Tapfer ging Kerstin hinter mir her und überlegte mit mir, wo denn der Cache sein könnte. Ständig sahen wir uns die Mauern an, ständig wurde aufs GPS gestarrt.
Eine Stelle kam mir sinnvoll vor, ich suchte und.... fand nix. Also gingen wir den Weg wieder zurück. Kerstin führte mich an der Hand, damit ich besser gucken konnte und nich in einen Abgrund fiel, wie Hans Guckindieluft.
Dann plötzlich blieb ich stehen, fixierte einen der 125.000 Steine, liess meinen Schatz los und keilte mich in Richtung Mauer hoch. Ich hörte noch wie durch einen Nebel 'Charly pass auf deine Beine auf', doch es gab kein Zurück mehr. Ich nahm den Stein heraus und noch einen Stein und hielt triumphierend den Cache in der Hand. Kerstin zückte sofort den Fotoapparat und machte Heldenbilder von mir mit dem Cache.
Wir öffneten die Dose und grinsten hinein. Ich völlig begeistert über diesen, meinen Adlercacherblick, Hase begeistert davon, dass wir nun endlich Cachefeierabend hatten.
Ein Eintrag ins Logbuch, die Dose zurück gebracht und schon war ich wieder an der Hand von Kerstin. Ich blickte auf und sagte 'Tolle Aussicht hier'
Ach tatsächlich? Siehst du das jetzt auch schon?
Wir grinsten und schlenderten suchtbefreit durch das schöne Vézelay.
Da es schon Abend war, gingen wir noch Essen in eine Creperie. Das war mal lecker. Nachdem wir dort schön gespeist haben, sind wir beim Sonnenuntergang wieder nach Hause gefahren.
Noch mehr Kitsch, nicht wahr?

Kerstin hat einige Bilder vom gestrigen Tag gemacht.
Die können sehr bald in Kerstins Tagebuch angeguckt werden

Hasentagebuchbilder

9 Kommentare 22.4.08 12:39, kommentieren

Von Plänen und dem Über-den-Haufen-Werfen derselben

Freiburg, 6. April 2008, 11 Uhr 05, Marathonstart.

Der Plan war gewesen, den Marathon mit einer Pace von genau 5 Minuten zu laufen, und somit eine neue Bestzeit von knapp unter 3 Stunden 30 Minuten zu schaffen und meine bisherige Bestzeit von 3 Stunden 38 Minuten zu verbessern.

Soviel zum Plan.

Die ersten Kilometer lief ich schön in dem Tempo, das ich mir vorgenommen habe. Ich riss mich zusammen und hatte auch stets eine Pace von 4:58. So sollte es sein, dann könnte ich an den Verpflegungsstellen ein paar Sekunden verplempern.
Tja, wer 3:30 laufen will, muss um Sekunden feilschen. Jede Sekunde zu schnell würde sich grausam rächen, ich kenn mich doch.
Doch schon nach 4 km war ich doch schon am zweifeln, ob das überhaupt was wird. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es im 5er Schnitt gut lief. Da hab ich ganz andere Tage erlebt, wo ich im Training 21 km in einer 5er Pace laufe und mich dabei super fühle. Hier in Freiburg nicht. Am Wetter kanns nicht liegen, das konnte kaum besser sein. Kalte 6-8°, hin und wieder tröpfelte es, eigentlich top. Die Strecke war auch äusserst flach, bis auf den Weg die Dreisam nach oben. Man sieht nicht, dass es bergauf geht, aber es ist so, das weiß ich seit einem Intervalltraining, das ich mal an der Dreisam gemacht habe. Naja, wir werden sehen. Noch bin ich bei km 5 und kann mein Tempo natürlich halten. Wär ja noch schöner. Dann am 5 km Schild stolperte ich über einen Teeraufwurf auf der Straße. Ich konnte mich gerade noch fangen, bevor es mich aufs Schnäuzchen gelegt hätte. Das brachte mich auch ein bisschen aus dem Rhytmus.
Die interessante Strecke führte durch die Altstadt, auf der Bundesstraße entlang und dann eben die Dreisam hoch und wieder zurück.
So nach 11 km dachte ich, es läuft doch jetzt ganz gut, die Pace fühlte sich schon etwas entspannter an, ich hatte ziemlich jeden Kilometer unter 5:00 aber mein GPS hatte mich da schon längst im Stich gelassen. Das Tempogefühl war trotzdem da.
Angenehm war, dass es beim Wendepunkt der Dreisam immer schön ganz leicht bergab ging. Das war super, trotz Gegenwind.
Nach 15 km hatte ich den Pacemaker für die 3:30 Stunden eingeholt und ich war drauf und dran ihn zu überholen, aber ich sagte mir, neeeeeee, das kann ich nicht machen, das müsste ich büßen.
Wir kamen nach 18 km etwa in Herdern an und da tobte ganz schön der Bär, da war mehr geboten als beim wilden Eber in Berlin, da war Stimmung, da war die Hölle los. Nett war das.
Nach 21 km lief man wieder am Start vorbei und lief auf die zweite Runde. Ich hatte eine Zeit von 1:45:20 auf der Uhr, also müsste ich noch 20 Sekunden aufholen um die 3:30 zu knacken.
Die Pacemaker machten ihre Arbeit prima und ich lief ihnen brav hinterher. Aber wie ich schon geschrieben hab, es lief einfach nicht sooooo toll, wie ich mich eigentlich fühlen sollte.
Bis km 25 konnte ich die Pace auch gut halten, aber dann wurde ich langsamer. Was mir dann auch noch den Mut versemmelt hat, den Pacemakern zu folgen, war die Stelle, die nun bei km 26 war. Der Teeraufwurf, der mich wieder stolpern ließ. Wild rudernd hab ich mein Gleichgewicht gehalten, aber ich bin so erschrocken, dass ich um einiges langsamer wurde. Es wurde kurz dahinter leicht bergauf gelaufen zu einer Brücke und da war der Pacemaker auch schon 100 Meter von mir weg. Die Motivation hatte ich nicht, ihm zu folgen und wieder aufzuschließen. In dem Moment gab ich es auf unter 3:30 zu kommen. Hat so keinen Sinn nicht, ich kann nicht weiter unter 5 Minuten laufen für den Kilometer. So lief ich zwar immer noch recht flott vor mich hin, aber mit 5:07 war ich einfach zu langsam und schneller wurde ich auch nicht mehr. Bei den Verpflegungsstellen legte ich auch noch Gehpausen ein und lief angestrengt wieder die Dreisam nach oben.
Kurz vor der Wende hab ich nochmal eine Gehpause gemacht und nun durfte ich auch wieder leicht bergab laufen. Es lief, aber es lief nicht locker.
Nach etwa 27 km kamen uns die Läufer entgegen, die noch den Weg die Dreisam entlang laufen müssen. Ich sah in der Ferne eine grüne Jacke, die Jacke von Kerstin. Ich winkte ihr fröhlich zu, wir blieben beide stehen und küssten uns.
Wie läufts? Fragt sie und ich sag: 'Scheíße' Worauf sie mich ganz erschrocken anschaut. Nein sooo scheiße gehts mir auch nicht, es geht schon, aber zäh.
Und wie gehts dir? Kerstin gings super, das freute mich und dann trennten wir uns wieder und liefen weiter unseren Lauf.
Nun lief ich ohne Zielvorstellungen vor mich hin und hörte auf mich, statt auf die Uhr. Die Pace hats mir verhagelt, ich war nun immer deutlich über 5 Minuten. Naja, wurscht.
Ich rechnete ab km 32 aber vor mich hin, ob ich denn wenigstens eine neue Bestzeit hinkriege und das könnte noch hinkommen. Für die restlichen 10 km müsste ich immer unter 5:30 laufen, dass das noch knapp hinhaut. So rechnete ich jeden Kilometer vor mich hin, machte noch 2, oder 3 Gehpausen und lief dem Ziel entgegen. Meine Güte, muss denn so ein Marathon immer so lange sein? Aber nach 38 km wars auch wieder ok, dann sinds nur noch 4 km und die krieg ich doch wohl auch noch gebacken. Die Pace hatte ich sogar wieder bei etwa 5:15. Immerhin.
Es kam km 40, schließlich 41 und bald hörte ich auch schon das Ziel, das jenseits der Eisenbahnbrücke auf dem Messegelände ist.
Ich bog um die Kurve und sah das ersehnte Ziel auch schon. Neben dem Ziel gabs auch noch einige Fotografen, denen ich noch mein Siegerlächeln schenkte. Ein bisschen Theater muss schon noch sein im Zieleinlauf und ich muss auch sagen, dass die Bilder sehr gut gelungen sind. Ich sah auch überhaupt nicht kaputt aus.
Achso, ich lief also ins Ziel und stoppte meine Zeit bei 3:36:14. Das war tatsächlich eine neue Bestzeit für mich, aber die 3:30 hab ich doch um ein paar Minuten verpasst.
Ich holte mir das Beweiseisen ab und eine weiße Plastikfolie, in der alle Läufer wie kaputte Engel aussahen mit dem Isogetränk in der Hand.
Schnell ein bisschen was getrunken und gefuttert und gleich wieder in den Zielbereich gegangen, weil ich Kerstin einfach alles zutraue. Und siehe da, ich hab knapp 5 Minuten gewartet, da kam sie auch schon angebrettert und legte noch einen zauberhaften Zielsprint hin um mir weinend nach 4:04:12 Stunden überglücklich in die Arme zu fallen.
Boah, was bin ich stolz auf sie. Das Training hat ja mal richtig bei ihr was bewirkt und das sind 20 Minuten, die sie von ihrer alten Beszeit abgeknabbert hat. Irre, oder?

So, was machen wir denn nu? In knapp 3 Wochen wär wieder ein Marathon, den wollen wir schon machen, aber mit welchem Ziel? Soll ich es nochmal probieren mit den 3:30? Vielleicht erwisch ich einen besseren Tag für mich? Soll ich mich als Pacemaker für Hase zur Verfügung stellen, dass sie die 4 Stunden knacken könnte? Oder laufen wir einfach gemütlich vor uns hin? Schau ma mal.
Die weiteren Pläne sind dann: Ich muss am 18. Mai in den Knast und im Juni ist Marathon im Elsaß. Schließlich kommt noch im Juli der gute, alte König Ludwig Marathon in Füssen.
5 Marathons in 3 1/2 Monaten. Das geht scho.
Danach wird auf einen schnellen Halbmarathon hintrainiert.
Ist der erledigt, können wir gern noch ein paar entspannte Marathons laufen.

Achja, in den Knast muss ich, weil dort in der JVA in Darmstadt der Knastmarathon statt findet.
28 Gefangene und 72 Gäste dürfen sich auf einer 1700 Meter Runde austoben und einen Marathon laufen.
Das läuft richtig professionel ab, mit Champion Chip und super Trainingsplan für die Knackis.
Darauf freu ich mich auch. Ich bin doch ein Fan von solch schrägen Veranstaltungen.

9 Kommentare 9.4.08 14:24, kommentieren

Test

Einfach nicht weiter beachten. Ich hab in HTML ne Testtabelle gebastelt.
Aber wieso ist der Abstand so groß vom Seitenanfang bis zur Tabelle?












---IIIIIIIVVVIVIIVIIIIXXXIXIIXIIIXIV
1ABCDEFGHIJKLMN
2BCDEFGHIJKLMNA
3CDEFGHIJKLMNAB
4DEFGHIJKLMNABC
5EFGHIJKLMNABCD
6FGHIJKLMNABCDE
7GHIJKLMNABCDEF
8HIJKLMNABCDEFG
9IJKLMNABCDEFGH
0JKLMNABCDEFGHI







































































































































































































--- I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV
1 A B C D E F G H I J K L M N
2 B C D E F G H I J K L M N A
3 C D E F G H I J K L M N A B
4 D E F G H I J K L M N A B C
5 E F G H I J K L M N A B C D
6 F G H I J K L M N A B C D E
7 G H I J K L M N A B C D E F
8 H I J K L M N A B C D E F G
9 I J K L M N A B C D E F G H
0 J K L M N A B C D E F G H I

4 Kommentare 25.3.08 17:58, kommentieren

HTF

HÄ? HTF? Bahnhof?
Nein, am Bahnhof darf kein Cache gelegt werden. Es müssen mindestens 150 Fuß Abstand zu einem Gleis sein. Wegen Terrorgefahr und so. Es ist schon vorgekommen, dass ein Cache mal eben in die Luft gejagt wurde, weil er versehentlich für ne Bombe gehalten wurde. Deshalb auch der Sicherheitsabstand zu Gleisen.
Aber das wollt ich ja gar nicht sagen, sondern meinen HTF bejubeln.
Jetzt weiß der geneigte Leser immer noch nicht, was ein HTF ist, nicht wahr?
Ich bin am Dienstag schweren Herzens aus Frankreich von meinem Schatz zurück gefahren. Und um der Tristese der Autobahn zu entgehen, bietet es sich an, hin und wieder an Raststätten und Parkplätzen stehen zu bleiben um nach einem Cache zu suchen. In Frankreich in Besancon lag einer herum, das war die Nummer 93 für mich. Dann direkt nach Basel suchte ich den nächsten Cache an der Raststätte Windrose. #94
Weiter gings auf der Autobahn in der Schweiz und hab noch weitere Caches gefunden.
Einmal stand ich recht planlos mitten auf dem Parkplatz und so ein Typ, vielleicht 1,55 Meter groß glotzte mich die ganze Zeit an. Ich hab mich dann sehr unauffällig verhalten, bin mal aufs Klo, wieder zurück, hab aufs GPS geguckt. Das sieht dann so aus, als würd ich SMS schreiben. Und der Typ glotzt mich immer noch an. Dann glotz ich eben zurück.
Holt der doch tatsächlich seinen Felgenreiniger aus dem Auto, spritzt unmotiviert auf einer Felge herum und legt den Reiniger wieder in den Kofferraum.
Kann der sich nicht dünne machen? Meine Güte. Er hat dann noch 4x den Kofferraum aufgemacht und wieder zu und glotzte weiter. Ich stand weiter blöd mit meinem GPS herum und konnte mir auf die angegebene Position keinen Reim machen. Nach 20 Minuten wurde mir das zu dämlich und ich fuhr weiter. Kaum war ich auf dem Beschleunigungsstreifen, fiel mir ein, dass ich zuvor ne Notiz gemacht hab zu dem Rastplatz. Ich hätte eine Aufgabe lösen müssen. Aber auf der Autobahn umdrehen wär wohl nicht sehr schlau, gell?
Ärgerlich bin ich zum nächsten Stopp gefahren und konnte in einer Telefonzelle den nächsten Cache loggen.
In St. Margrethen musste ich noch einen Multi machen, dann gings über die Grenze nach Bregenz zur Pfänderbahn.
Den Cache hab ich schon vor 6 Wochen entdeckt, aber der Vorgänger hat den Cache falsch rum ins Geländer gesteckt, worauf ihn der Owner wieder reparieren musste. So konnte ich diesmal einfach hin, Namen rein schreiben und das Teil wieder zurück legen. Das war die #99.
Ich ging zum nächsten Cache, aber den konnte ich nicht finden. Ich musste einen rutschigen Weg hinauf und ein paar mal wär ich fast im Matsch rein gesemmelt. Mit viel rudern konnte ich mich halten. Dort suchte ich im Wald an den Wurzeln herum, aber der Cache blieb mir verwehrt.
Zurück gerutscht und weiter fuhr ich nach Lindau. Dort an einer evangelischen Kirche konnte ich dann endlich meinen 100. Cache heben. Daher auch die Überschrift: HTF = Hundred to find, weisch?
Danach hatte ich keine Lust mehr weiter zu suchen, weil jetzt auch Feierabendverkehr in Lindau war. So fuhr ich die letzten 100 km Heim und verewigte meine Loggs im Internet.

5 Kommentare 20.3.08 11:43, kommentieren

Halbmarathon in Gray

So, nachdem Kerstin von ihrer Superbestzeit geschrieben hat, schreib ich auch noch einen Bericht von Gray.
Naja, wo fang ich denn an?
Am Start, das wär ja logisch, nicht wahr?
Ich hab drauf spekuliert, dass ich meine HM Bestzeit von 1:36:38 unterbieten könnte, wenn alles prima läuft. Wir werden sehen.
Pünktlich zum Start schoß jemand in die Luft, beziehungsweise in den strömenden Regen und die 481 Halbmarathonläufer stoben davon.
Ich stand ziemlich weit vorne, aber es war ok so. Nix Gedrängel. Ich habs gut erwischt diesmal.
Den ersten Kilometer lief ich natürlich viel zu schnell, in 4:12. So gehts ja net. Wobei ich sogar am Anfang ne Pace unter 4 Minuten hatte, aber schnell hab ich mich eingekriegt.
Schon hat es wieder aufgehört zu regnen, aber plötzlich war da ein Berg. Der war so 600 Meter lang. Gar nicht geil, kann ich gar nicht brauchen. Da verhagelts dir dein Vorhaben schon nach 2 km.
Ich musste mich zusammen nehmen um nicht zu schnell hoch zu laufen. Pfeif auf die Pace in dem Moment.
Nun denn, den Kilometer konnt ich nur in 4:52 machen, wobei das auch noch recht flott war für den Berg. Oben angekommen musste ich erstmal durchpusten. Das fiel leichter, weil ich ordentlich Luft bekam von dem starken Gegenwind.
Ich hab mich an zwei Kollegen gehängt und hab mich in den Windschatten gestellt. Das funktionierte einigermaßen und sie hielten mir den Wind ab. So konnte ich schön in 4:32 er Pace laufen. Manchmal 4:28, dann wieder 4:34. Es lief ganz gut soweit. Schließlich bog man ab und hatte Seitenwind. Das war etwas angenehmer.
Nach 5 km schlief mir langsam der linke Fuß ein. Was soll DAS denn jetzt? Ich schnüre meine Schuhe nie zu fest und das war auch heute auf keinen Fall so.
Immer mehr schlief mir der Fuß ein und es gab ein paar Stellen, an denen ich mit der Zeit kein Gefühl mehr hatte. Ich konnte es mir aber auch nicht erlauben da mal stehen zu bleiben und die Beine auszuschütteln.
Mit Rückenwind legte ich die nächsten Kilometer zurück, mit dem Nachteil, dass es furchtbar warm in den Klamotten wurde. Ausserdem schlief mein Fuß immer fester vor sich hin. Ihm war vielleicht langweilig.
Nach 10 km hatte ich 45:23 auf der Uhr stehen. Super, passt. Damit könnts sogar knapp reichen für die Bestzeit. Das fanden meine Füße auch und nach 11 km wachte der linke Fuß auch langsam wieder auf. Schon komisch, oder?
So tingelten wir nun an der Saone entlang, rauf auf eine Brücke, was mir natürlich wieder die Pace verhagelte und den 12. Kilometer lief ich nur in 4:40. Wo soll ich bloß die Sekunden aufholen?
Ich versuchte etwas schneller zu laufen, aber es ging nicht. Ich war haargenau an der Grenze. Lief ich 2 Sekunden schneller auf den Kilometer, merkte ich sofort, wie ich zumachte. Lief ich die 2 Sekunden wieder langsamer, war ich im Soll und konnte das Tempo beibehalten, das immer so bei 4:32 war.
Die Kilometer bis 16 liefen sehr gut und dann plötzlich regnete es wieder. Sehr pünktlich zu dem Zeitpunkt wo man nach 17 km nach rechts abbog und voll in den Gegenwind hinein. Es war fies, es war hart. Mir regnete es voll ins Gesicht rein und der starke Wind erledigte den Rest. Ich versuchte die Pace zu halten, aber es ging halt einfach nicht. So lief ich die folgenden Kilometer alle in 4:40 - 4:42 er Pace und so sah ich auch endgültig die Bestzeit dahin schweben.
Doch irgendwann hört jedes Rennen auf und schließlich kam ich nach 1:38:48 im Ziel an.
Nix Euphorie, nix Hochgefühl. Aber ich war trotzdem nicht unzufrieden mit der Zeit. Geht scho.
Ich frag mich bloß wo ich die 2 Minuten verloren hab. Da war natürlich der Berg und die letzten vier Kilometer. Aber dazwischen war ich eigentlich immer im Soll. Naja und der Lauf war wohl auch ein paar Meter länger.
Ich hängte mich nach dem Zieleinlauf erstmal über ein Gitter und ein besorgter Mitarbeiter kam zu mir und fragte, obs mir gut ging. Ich winkte bloß ab, aber er fragte mich nochmal, obs mir gut geht. Ja, es ging mir ganz gut, wie es einem numal so geht nach nem Halbmarathon.
Auf dem Weg zur Verpflegung gabs noch für jeden einen wunderschönen Pokal, den Hase sofort in den Müll werfen wollte, weil er einfach so prächtig anzusehen ist
Die Versorgung übrigens im Ziel war natürlich wieder tipptopp. Da sind die Franzosen echt der Hammer. Da wirst du versorgt wie ein König.
Aber ich hatte jetzt erstmal nicht viel Zeit um zu futtern, denn ich wollte unbedingt den Zieleinlauf von Kerstin sehen. So zog ich mich schnell am Auto um und trabte vor zum Ziel und siehe da, nach 1:53:19 kam Hase ums Eck gebretzt und hatte noch reichtlich Kraft für einen Schlussspurt. Sofort im Ziel nahm ich sie in die Arme und war mit ihr happy, dass sie so eine Superzeit gelaufen ist. Gleich kam auch wieder der Mitarbeiter an und fragte, ob es Kerstin gut geht. Ca va. Ca va et toi? Grins.
Nun wurde es aber Zeit, dass wir uns aufs Bufett stürzten. Die Lebkuchen, Orangen, Trockenfrüchte etc. warteten auf uns und vorallem der heiße Tee.
Hase kam auf dem Grinsen gar nicht mehr raus und ich grinste mit ihr mit. Schööön.
Ich bin fei scho arg stolz auf meinen Schatz und bin bestimmt auch ein bisschen schuld daran, dass sie so eine Zeit gelaufen ist.
Und dann fuhr ich uns im Regen zurück in den Hasenstall, wo wir gegenseitig unsere Heldenschmerzen klagten, wobei wir nicht vergaßen zu grinsen.
Zuhause angekommen, versuchten wir aus dem Auto zu steigen. Vor uns standen 5 Leute und waren sich gerade einig, dass alles immer schlimmer wird, denn auch hier war Kommunalwahl, als wir unsere lädierten Gräten aus dem Auto wuchteten und gleichzeitig: Aua, au, Aua sagten. Die Leute sahen uns etwas seltsam an, denn wer sagt schon aua und grinst dabei? Die Deutschen sind ja komisch drauf.

(Die Seite von myblog.de hat wohl momentan a bissal Schwierigkeiten.)

18 Kommentare 17.3.08 12:17, kommentieren

Frühling

Hallo Frühling
Lang nicht mehr gesehen. Müsste so 9-10 Monate her sein. Wie gehts denn altes Haus? Uns gehts allen gut.
Ich finds schön, dass du mal wieder vorbei schaust, das ist aber auch bitter nötig nach dem harten Winter. Ja, war ironisch gemeint, du hast mich erwischt. Aber nichtsdestotrotz ist es schön dich wieder zu sehen.
Es ist einfach immer wieder wunderbar, wenn du warme Luft mitbringst, so wie heute die 16°. Das hellt auch sofort die Laune auf.
Ich bin vorhin zu dir raus gegangen, um im Laden noch Butter zu kaufen. Ich mach die Tür auf und schon hast du mich begrüßt. Und du hast auch eine Menge Vögel mitgebracht, die in den Bäumen voller Lebenslust zwitschern. Genau das mag ich so an dir, diese laue Luft, die Vögel, der Sonnenschein und der leichte Wind der mir um die Nase weht. Da eilt man dann nicht durch die Straßen und will möglichst schnell wieder Zuhause sein. Nein, man sieht sich um, schlendert gemütlich die Gassen entlang und schaut sich das alljährliche Wunder der Natur an.
Die Bäume wollen schon grün werden. Zum Teil schaffen sie es schon. War das in Montbard ein Kirschbaum, der in voller rosa Blüte stand und die Tristigkeit der Stadt vergessen lässt, solange man diesen Baum ansieht? Das Gras ist schon am wachsen und sieht nicht mehr so niedergewalzt aus und schmutzig. Nein, ein richtig leuchtendes Grün ist schon zu sehen. Du wirst lachen, aber wir haben heute schon einen Mann den Rasen mähen sehen, vielleicht hat er ja zum Geburtstage einen neuen Rasenmäher bekommen und musste ihn schnell mal ausprobieren.
Was ich noch sehen konnte, das sind lauter verschiedene Blumen, die sich schon aus dem Boden getraut haben. Sogar der Löwenzahn wackelt schon gelbleuchtend im Wind. Und überall hört man schon die Trompetenkäfer.
Ja, jetzt bist du da und wirst den Winter verdrängen. Die Schneeschaufeln werden wieder in der Hütte verstaut und der Wintermantel in den Schrank gestellt.
Heute Mittag waren wir auch in unserem Wald. Es war nämlich das letzte mal dass wir die Mittagspause in diesem Wald bei Montbard machen konnte. Das war das ideale Wetter, dass wir uns schön von unserem Wald und dem Eremiten verabschieden konnten. Noch einmal die Eremitendusche beguckt, seinen Whirlpool, den Garten, den See mit dem überschwemmten Boot darin, der Bach mit dem viel zu klaren Wasser und die hübsche kleine Steinbrücke.
Bitte? Wie? Du bleibst nicht lange? Ja aber warum denn nicht?
Hm, ich weiß dass es dir leid tut, deswegen brauchst du nicht so bedröppelt auf den Boden schauen.
Tja, wieso soll das Wetter denn schlecht werden am Wochenende? Wir wollen doch alle, dass du bleibst. Du weisst aber schon, dass wir am Wochenende einen Halbmarathon laufen wollen? Da können wir keinen Regen und Windböen bis 50km/h gebrauchen?! Aber wenn du meinst, du bist noch etwas zu schwach, dann leg dich ruhig noch ein bisschen hin und komm dann umso kräftiger wieder zurück, wenn der Winter sein Pulver verschossen hat. Wir werden voller Sehnsucht auf dich warten. Aber danke schön, dass du uns schon mal daran erinnert hast, wie schön du bist.
Bis bald

1 Kommentar 14.3.08 14:30, kommentieren

Wieder da

Hallo verehrte Leserschaft.
Dann schreib ich nach 3 Wochen mal wieder was.
Irgendwie fehlte mir die Muse dazu. Sowas kommt vor.
Tja, wo fang ich denn an?
Am kommenden Sonntag ist Halbmarathon hier im Burgund. Der soll richtig vermessen sein. Aber ob das so stimmt? Naja, wir sind da recht skeptisch, was die Streckenlängen in Frankreich angeht und das aus gutem Grund. Da kommts schon mal vor, dass ein Halbmarathon mal eben über 22 km lang ist. Die Zeit ist natürlich für die Katz. Wir waren ja vor eineinhalb Jahren stinksauer deswegen in Dijon. Wir waren ja soooo fit und dann ist dieser HM über einen Kilometer zu lang. Irre, waren wir angepisst.
Aber das juckt uns alles nicht mehr, wenn wir am Sonntag einfach mal ne neue Bestzeit raus hauen, nicht wahr? Obs hinhaut, weiss ich nicht. Denn der HM soll auch nicht unbedingt der Flachste der Welt sein. Wir werden sehen. Auf jeden Fall sind wir topfit, Hase und ich.
Meine Trainings krieg ich prima hin. Alles läuft Bestens. Schön zu sehen, wie wir immer fitter und schneller werden im Training.
Die langen Läufe über 30 km kriegen wir auch prima gebacken.
Am vergangenen Donnerstag hab ich einen prima Lauf von Montbard nach Semur gehabt. Das waren auch 30 km. Die ganze Zeit bin ich mit Rückenwind und Sonne im Gesicht gelaufen. Ich hab schon befürchtet, dass ich Anfang März einen Sonnenbrand bekomme. Aber ich hab keinen. Wenn man jetzt denkt, das ist ja nett mit Rückenwind. Naja, vielleicht. Aber es ist auch so, dass man dabei ganz schön ins schwitzen kommt, wenn kein Lüftchen mich abkühlt. Soooo einfach ist das dann doch nicht.
Es ist einfach eine schöne Strecke so hintenrum auf der Landstraße, mit wenig Verkehr. Die Wiesen hier im Burgund sind so richtig kitschig grün, wie in der Kerrygold Werbung. Alles wächst und blüht schon. Hier ist eindeutig schon der Frühling eingezogen.
Ich hab gehört, dass im Allgäu Schnee liegt. Na sowas. Brauchen wir nicht hier.
Einfach zu laufen ist der 30 km Lauf auch nicht, weil es kaum mal 100 Meter gibt, die flach sind. Immerzu gehts hoch, wieder runter, wieder hoch. Immer schön in Wellen auf und nieder. Das letzte Stück in Semur ist dann noch richtig heftig. Da sind dann noch ein paar richtige Steigungen drin, die einem noch die letzten Körner raus ziehen. Aber schließlich kommt man zufrieden am Hasenstall an.

Die Intervalle und Tempoläufe gehen mir auch ganz gut von der Hand. Kürzlich musste ich einen 11 km Tempolauf machen in einer 4:40er Zeit. Fiel mir recht leicht, dabei hab ich es verpasst nach 11 km aufzuhören. Naja, dann wurden es eben 12 km. Es fühlte sich auch noch gut an. Das sollte theoretisch auch mein Marathontempo sein, aber das lass ich lieber bleiben. 12 km in dem Tempo laufen ist eine Sache, aber 42 km? Ne, darauf will ich es nicht ankommen lassen. Das hört sich nicht sehr lustig an.

Die Intervalle wurden in letzter Zeit auch immer länger. Letzte Woche 3x2800 Meter, diesen Samstag waren es 3x3600 Meter und das sollte ich in einer 4:28er Pace laufen. Ich hab mir aber gedacht, das lauf ich lieber in 4:30er Pace, das muss reichen.
So liefen Kerstin und ich zunächst ein Stück zusammen und dann bog ich in die Prärie ab. Hase meinte, da is flach. Na gut.
Also gab ich Gas und lief zunächst im flachen meine Pace von 4:30. Dann, öhm, gings bergauf. Ich dachte an Hase und an ihre Definition von flach. Das war auch für einen Allgäuer nicht flach. Es ging so 1,5 km stetig leicht bergauf und aus der 4:30er Pace wurde letztlich eine 4:36er Pace, wobei es ja noch ein kurzes Stück bergab ging.
Ich kam dann in Cernois an. Und dort oben fand ich die Traumstrecke für meine Intervalle. Ziemlich flach gings dahin. Nach meiner Trabpause von 1200 Metern gab ich wieder Zunder und lief in das nächste Kaff rüber. Nach 2 km kam ich dort an und drehte wieder um. Ich hatte nach 2000 Metern eine Durchschnittspace von 4:28, also voll im Soll, aber ich fühlte mich prima, also gab ich noch ein bisschen mehr Stoff und sah, dass sich die Pace verbesserte über 4:27, 4:26 zu 4:25. Aber ich dachte mir, ich will die 4:24 sehen, die ich auch schaffte und ganz am Schluß erreichte ich sogar noch die 4:23.
Aus dem letzten Loch pfeifend fiel ich dann in den Gehschritt und gab wieder komische Geräusche von mir.
Nun trabte ich wieder in Richtung Heimat um schließlich den letzten Intervall zu machen. Auch der lief super. Gut, es ging jetzt etwas bergab, was ich vorher bergauf laufen musste und schaffte diese 3600 Meter in einer 4:21er Pace.
Nu reichte es aber und trabte 2 km zurück in den Hasenstall. Super liefs.
Nun gabs gestern in Flavigny einen Regenerationslauf für mich und einen langen Lauf für Kerstin.
Wie erklär ich denn das Flavigny? Kann man nicht erklären, man muss es einfach sehen. Von weitem schon sieht man auf einem Felsplateau dieses putzige Village. Der Kirchturm sticht genau in der Mitte des Dorfes nach oben. Ringsrum fällt das Terrain ab, überall sieht man die Weite des Burgunds und Wälder soweit das Auge reicht.
Das Dorf ist zurecht eine prima Kulisse gewesen für den Film 'Chocolat' mit Jonny Depp. Ausserdem sind in dem Dorf alle Leute unheimlich freundlich. Statt einfach Bonjour zu sagen, neigen die Leute den Kopf und sagen Bonjouuuur Monsieur und lächeln einen an. Nett hier. Einfach nur putzig.
In Flavigny wird auch der bekannte Anisschnaps hergestellt. Und weil Sonntag war, hatten auch die Mönche in dem hier anwesenden Kloster wohl Ausgang. Ich finds ja immer geil, wie die Mönche ihre Freizeit verbringen. Manche schlendern mit ihrer Kutte einfach durch Flavigny und grinsen selig vor sich hin, andere fahren mit nem klapprigen Fahrrad durch die Gassen, dann gibt es auch tatsächlich laufende Mönche so richtig mit Laufschuhen, aber die Kutte wird dabei natürlich nicht ausgezogen. Ob es sich dabei um eine Adidas-Funktionskutte handelt, das wage ich jetzt mal zu bezweifeln.
Ausserdem wird auf dem naheliegenden Fußballplatz jeden Sonntag Fußball gespielt. Mönche gegen Mönche. Man kann sie gut unterscheiden, denn die Hälfte hat ein grünes Leibchen über der Kutte an. Das sieht so geil aus, wie die hinter dem Ball her sausen und dabei immer leicht die Kutte hoch halten. Echt zum wegschmeissen.
Ich hab gestern auch noch einen Multicache in Flavigny gesucht. Dabei musste ich ein paar Stationen ansteuern und sah dabei natürlich Plätze, die man sonst übersehen würde. So kam ich auch an der Chocolaterie vorbei. Das ist das Gebäude aus dem Film. Man erkannte zwar noch, dass das Schaufenster das Gleiche ist, aber sonst hätt ich das Haus nicht mehr erkannt. Das Schaufenster hatte übrigens 40 kleine Fenster. Wieso ich das weiß? Weils eine Aufgabe des Caches war um die neuen Koordinaten auszurechnen.
Ich hab auch alle Aufgaben gut lösen können und stand am Schluß an einem Abhang, den man nach unten laufen konnte. Ziemlich schnell fand ich dann auch den Cache und verewigte mich in dem Logbuch. Der Cache liegt dort schon seit dem 1.Januar und ich war der Erste der ihn gefunden hat. Diese Franzosen sind einfach noch ein bisschen hinten dran, was das Geocachen angeht, das müssen wir noch ein bisschen üben. Wenn ein Holländer und ich nicht wären, dann gäbs ja im ganzen Burgund kaum Caches. Naja, vielleicht kommts ja noch, das Cachefieber in Frankreich.
Danach bin ich wieder zurück zum Auto gegangen und bin Heim gefahren und gerade 15 Minuten nachdem ich im Ställchen war, kam auch schon Hase Heim von ihren 29 km.

So, nun warten wir auf den kommenden Sonntag und unseren Halbmarathon. Morgen noch einen Tempolauf über 6 km in 4:23er Pace und dann heisst es erholen.

5 Kommentare 10.3.08 10:22, kommentieren

Hells Bells

So heisst der Nachtcache, den wir gestern fortgesetzt haben, den wir vor einem Monat abbrechen mussten, weil Kerstins bucklige Verwandtschaft die Hinweistäfelchen weggefuttert hat. Die Hasen mögen anscheinend ausser Möhrchen auch Hinweisschilder aus Kunststoff.
Der Owner hat nun alles stabiler gebaut, damit sich die Hasen die Zähne ausbeissen müssten. Ich kann gleich sagen, es sind alle Schilder noch da.
Um 22 Uhr bin ich mit Martin von Kaufbeuren aus in den Wald gefahren um dann an der letzten Station weiter zu machen, an der wir vor einem Monat aufgeben mussten.
Nach einem kleinen Fußmarsch standen wir wieder an der Stelle.
Nun wussten wir auch, wo wir hin mussten, gaben die Koordinaten ins GPS ein und latschten durchs Gehölz, blieben an Dornenranken hängen und stapften über den gut gefrorenen Boden. Minus 5 Grad hatte es. Zur Waldbegehung prima Temperaturen, aber zum rumstehen nicht günstig. Aber noch gingen wir.
Wir mussten einem Weg folgen, der mit Reflektoren gespickt war, wir kamen gut voran, bis wir auf einer Anhöhe waren.
Und nu? Da waren wir auch schon und fanden damals keine Reflektoren mehr. Aber der Martin hat seinen Suchradius ausgeweitet, während ich jeden Baum ableuchtete, ob ich einen Hinweis finde. Irgendwann fand der Martin einen weiteren Reflektor in 200 Metern Entfernung. Super. Also runter mit uns und auf zum Reflektor. Dort fanden wir einen Hinweis und wussten, zu welchen Koordinaten wir mussten.
Es dauerte nicht lange, dann waren wir an der nächsten Station angekommen. Ich bückte mich am Baum und las 'Gehe 40 Schritte nach Nordost und warte auf 0 Uhr und hör genau hin'
Ich las: Gehe 40 Schritte nach Nordost und warte auf 0 Uhr und hör genau hin.
Ich las: Gehe...
Ich las meine Uhr ab: 23:10 Uhr
Ich las zuvor bei meinem Thermometer -5° ab.
So, da standen wir nun und mussten einfach nur warten, bis 50 Minuten vergingen. Wir aßen Studentenfutter und überlegten uns Fiesigkeiten, wenn wir selber mal einen Nachtcache organiseieren würden. Der Sadismus kennt keine Grenzen.
Die Zeit vergeht sehr zäh, wenn man nix zu tun hat, wenn man den Mond angeglotzt hat, wenn alles ruhig ist und man nur in der Kälte rumsteht.
Doch irgendwann wurde es 0 Uhr, wir lauschten und lauschten und hörten nur die Kirchturmuhr von Kaufbeuren und von Kleinkemnat und von wasweißich.
Der Owner wusste das auch und hat den Ohrenhinweis ein paar Minuten danach gestellt. Bis 0:05 rührten wir uns um keinen Millimeter und horchten in die Stille hinein. Dann plötzlich 'Pscht' da ist was. In der Ferne hörten wir ein pieppiep, pieppiep, pieppiep. In uns kam Bewegung, wir fußelten schnell in die ungefähre Richtung, blieben alle paar Schritte stehen um weiter zu lauschen und kamen dem Gepiepe immer näher.
Wir kamen an einem großen Baum an und waren dem Geräusch sehr nah, als dieses aufhörte. Das war knapp, aber wir standen an der Stelle, an die wir gelockt werden sollten.
So was nun? Wir leuchteten wieder die Bäume ab, ob wir einen Hinweis fänden. Den Wecker fanden wir auch, ganz oben am Baum hat der Owner einen elektrischen Wecker installiert, der jeden Tag um 0:05 das Signal gab. Es dauerte aber noch eine Viertelstunde, bis wir beschlossen, dass einer von uns, also Martin auf den Baum klettert um zu gucken. Und tatsächlich, dort oben war die Rechnung für die nächsten Koordinaten angeschraubt. Martin kam wieder runter, wir gaben die Koords ein und keilten uns gut gelaunt und zügig weiter durch den Wald, damit es uns auch wieder warm wurde.
Wir erreichten wieder eine Baumgruppe, aber wir wussten nicht, nach was wir suchten. Wir standen vor einer großen Buche und suchten die ganze Gegend ab. Irgendwann beschlossen wir, dass einer von uns beiden, also Martin auf den Baum klettern sollte um zu gucken, ob da oben was ist. Und tatsächlich, da oben im Baum war ein Melder, der aufleuchtete, wenn man ihn anleuchtete. Er blinkte rot, sobald er Licht abbekam. Aber nu? Kein Hinweis? Suchsuchsuch. Nix zu finden. Was tun? Martin entschloß sich dann, dass er den Owner anruft, als Telefonjoker sozusagen. Er wusste, dass wir im Wald sind und hat sein Ok gegeben, dass wir ihn im Notfall anrufen können. Gesagt, gerufen und Klaus, der Owner sagte, dass da oben aber ein Schild sein müsste. Aha. Wir beschlossen, dass einer von uns beiden auf den Baum klettern müsste, also Martin um das Schild zu suchen. Er hatte zuvor wohl wirklich Tomaten auf den Augen, weil er zuvor tatsächlich fast die Nase davor hatte.
Jubelnd notierten wir uns den Hinweis und sollten nun nur 35 Meter nach 100° gehen.
Aber wie es nunmal so sein muss, wir fanden nix. Wir hatten schon 100 Bäume und Wurzeln abgeklappert, doch unser Telefonjoker meinte, dass wir an einem Weg ankommen müssten. Da konnten wir aber nix dafür, weil der Weg 55 Meter weg war. Man sollte nicht immer so präzise denken. Wir fanden den Weg natürlich dann auch gleich und nun war der Rest eigentlich nur noch Formsache. Wir fanden Reflektoren und noch einen Hinweis, dass wir 110 Meter gehen sollten nach 45° und dann standen wir an einem Ort, an dem 3 Reflektoren an 3 Bäumen angeschraubt waren. Dort auf dem Boden ein völlig offensichtlicher Hasengrill (So nennt man das, wenn die Vorgänger einen Cache so tarnen, dass er eigentlich gar nicht mehr getarnt ist, weil so symetrisch keine Äste runter fallen können, mit Tannenzapfen dazu) Wir starrten auf die Stelle, im Fernsehen würde jetzt ein Engelschor singen, aus dem Himmel würden Leuchtstrahlen kommen und direkt auf den Cache strahlen. Wir hatten es geschafft und wir klopften uns auf die Schulter. Wir schoben den Hasengrill weg und hoben die Schatzkiste hoch. Die Tupperdose machten wir auf und suchten das Logbuch. Dann trugen wir uns in das Buch ein, machten noch unseren Trade und lasen, was die Vorgänger geschrieben haben. Nun gehörten wir dazu, auch wir haben diesen Cache geschafft.
Wir machten dann die Dose wieder zu und machten wieder einen Hasengrill, aber bitte so, dass er etwas natürlicher aussieht und schon keilten wir uns durch den Wald um wieder zurück zum Auto zu gelangen.
Hach ist es abenteuerlich.

Der Cache heisst Hells Bells und ist nach Highway to hell der zweite Teil der Serie. Der dritte Teil ist mindestens doppelt so schwer. Ich hab nur eine vage Ahnung, was uns da erwartet, aber der muss alles bisher gewesene um Längen toppen. Manche Leute haben 6 Versuche benötigt und wenn einer nur 2 Tage braucht, dann wird gestaunt.
Nett war auch, dass wir diesen Cache gestern gemacht haben (Alle drei Caches sind nach Titeln von AC DC benannt)
Denn genau vor 28 Jahren starb der damalige Sänger Bon Scott von AC DC
Also Cache heben in memory of Bon Scott.

Und nun: Link anklicken und headbangen
Erst mit Bon Scott in Highway to hell HIGHWAY TO HELLUnd dann mit Brian Johnson HELLS BELLS

8 Kommentare 20.2.08 13:23, kommentieren

Du glaubst es nicht

Mein Duellant der Uli ist mit seiner Laune ziemlich im Keller. Er schlägt sich jetzt schon seit so 2 Wochen mit einem fiesen Virus herum, davor hat es die Kinder erwischt und nun ist die Frau auch noch dran. Das zehrt ganz schön am Gemüt, wenn man so lange nicht raus kann um zu sporteln.
Das geht einem auch unglaublich auf den Geist, wenn man so einen schicken Trainingsplan hat, man hochmotiviert ist und dann kommt einem so ein depperter Virus in die Quere. Man will doch einfach nur schön laufen und dann liegt man flach und kann nix machen.
Ich kanns nachfühlen.
Uli, nochmal gute Besserung. Alles wird gut

Bei mir hingegen läuft alles Bestens.
Ich finds faszinierend, wie ich ungläubig auf meinen Trainingsplan starre, der Victor mir mal eben sagt, dass ich den Marathon unter 3:19 Stunden schaffen werde und ich jede Woche ein brutaleres Training aufgepackt bekomme.
Öfters erwische ich mich dabei, wie ich den Plan ansehe und mit aufgestütztem Kopf diesen schüttle, weil ich der Meinung bin, dass ich keine einzige Vorgabe schaffen werde, bis auf die Regenarationsläufe und die langsamen Dauerläufe. Aber wie prügelt er mich an den restlichen 3 Trainingstagen durch die Woche?
Da wäre am Dienstag ein lockeres, schönes, herrliches Läufchen von 13 km im 6:04er Tempo. Mei ist das schöööön so langsam zu laufen. Aber schon am Mittwoch gehts weiter. Jawohl, 32 km und das soll mit einer Pace von 5:26 erledigt werden. Öhm, ich war ja letzte Woche so erledigt nach den läppischen 30 km, dass ich mich nur noch nach Hause schleppte. Dieses mal war mir das so Wurschtegal wie nochwas.
Ich hab einen Geocache ausgesucht mit 8 Aufgaben, verteilt auf 26 km. Ich musste dafür von Kaufbeuren aus die Dampflokrunde entlang laufen. Unterwegs musste ich hin und wieder stehen bleiben um einbetonierte Brückenpfeiler zu zählen oder Postleitzahlen notieren. Aufschreiben, wann dieses Wegkreuz renoviert wurde und bei welchem Bahnkilometerschild der Wendepunkt war usw. Dann gabs immer wieder was zu rechnen und so verging die Zeit auch richtig schnell. Als der offizielle Radweg zu Ende war, musste ich umdrehen und hab dann gemerkt, dass es zuvor so 5 km nur bergauf gegangen ist. Hab ich gar nicht so gemerkt. An einer Brücke musste ich an einem Schild unten an der Straße ablesen, wie weit es nach Kaufbeuren ist. Problem: Kurzsichtig. Gut dass in dem Moment eine Frau mit 3 Kindern vorbei gelaufen ist. Ich rief ihr zu, sie solle mir doch bitte sagen, wie weit es nach KF ist, das steht da auf dem Schild.
14 km. Danke. Notiert, gerechnet, weiter gelaufen.
Die Strecke selbst wäre aber zu kurz gewesen, also entschloss ich mich noch einen andern Cache zu heben, der in Stöttwang an einer Keltenmauer liegt. Hach, da geh ich doch schnell hin und gut is. Aaaaaaber!!! So leicht ist das dann doch nicht. Ich musste bergauf in den Wald, ich musste quer durch den Wald, ich musste über Matsch und Wurzeln bis ich endlich beim Cache angelangt bin. Schnell gefunden und hinten wieder runter gekraxelt. Na da hab ich mir ja was gutes getan. Ich hatte erst 20 km und langsam ist auch schon die Sonne am Horizont verduftet. Das hieß auch, dass es kalt wurde.
Jammer net, dann läufst halt schneller. Also lief ich die bolzengerade Strecke in Richtung Mauerstetten, bewunderte noch in der heranziehenden Dunkelheit das Geothermiekraftwerk in der Nähe des Dorfes und lief nach einer kleinen Kurve wieder bolzengerade weiter. Tja, da war halt mal ne Bahnlinie, da isses nicht so kurvig.
Es wurde dunkler und dunkler, aber Kaufbeuren kam auch immer näher. Das Tempo konnte ich prima halten, sogar noch schneller werden, wie es verlangt wird und nach 32 km und der letzten Aufgabe war ich wieder in Kaufbeuren angelangt.
Ich hatte nun alle Rechnungen aber keine Lust mehr den Cache zu suchen. Es war ja auch schon zappenduster.
Ich finds beeindruckend, den Lauf hab ich total locker weg gesteckt. Gar kein Vergleich zu letzter Woche. Na bitte, geht doch.
Gestern hab ich dann den Cache und noch vier weitere gehoben und geloggt. Man kriegt ein sehr geschultes Auge dafür, wo die Caches versteckt werden. Meist ist auch der erste Gedanke richtig, wenn man vor Ort steht und das Suchen anfängt. Aber das ist natürlich nicht immer so.
Diese Woche war ich auch mal in Kempten und hab 12 Caches gefunden. Man hat ja sonst nix zu tun.
Da hab ich ja einiges gefunden.
Ich hab jetzt hier in meiner Nähe im Wald auch einen Cache versteckt und was erblicken meine entzündeten Augen? Der Wald ist jetzt zum großen Teil weg. Einfach abgesägt. Voller Sorge hab ich dem Treiben ein bisschen zugeschaut und die Sägemaschine im Blick behalten, der 15 Meter von meinem Versteck die Bäume auf den Laster wuchtete. Aber mein Cache liegt noch. Muss ich in Sicherheit bringen.
Ähm, ich bin abgeschweift, nicht wahr?

Vorhin war Intervalltraining angesagt.
Ich machte das Fenster von meinem Trainingsplan auf um zu gucken, wie genau ich laufen soll. 5x1600 Meter in 4:16 er Pace. Öhm. Schnell. Schaff ich nicht. Geht net. Vergiss es.
Rein in meine DS-Trainer und erstmal eingelaufen. Nach 1500 Metern bin ich losgebrettert und schaffte den ersten Intervall nur in 4:20 er Pace. Bisserl hüftsteif der junge Mann?!
Nuja den zweiten machte ich in 4:21, aber mit Gegenwind. Ich glaub, das passte dann auch. Beim dritten Intervall musste ich aufpassen, dass es mich nicht hinbretterte, weils doch ein bisschen glatt war. Aber ich habs geschafft in 4:11. Hööööö, geht doch?! Nun kam der vierte Intervall. Ich musste ein paar Sekunden wegen so nem dummen Laster anhalten, der wohlgemerkt auf dem Radweg von hinten daher kam. Ausserdem gings bergauf. Nagut, 3 Höhenmeter. Und Gegenwind war auch stellenweise. Trotzdem schaffte ich eine 4:17 er Pace. Pfeifend bremste ich ab und gab komische Geräusche von mir. Hui, Ah, Umpf, spuck, röchel, pfeif, pustpustpust, kröch, hurghs. Dann sah ich, dass der Herr von der 'Gartengestaltung Lolacher' in Kreen in seinem Garten stand, die Astschere in der Hand, regungslos und sah mich völlig entgeistert an. Huch, den hab ich gar nicht gesehen, sonst hätt ich intelligentere Geräusche von mir gegeben.
Ich lächelte nett, dass er weiß, dass ich nix tu und trabte wieder los.
Nun kam bald der letzte Intervall und jetzt dacht ich mir, da gibst jetzt nochmal alles. Und so schaffte ich den Intervall auch noch in 4:12er Pace. Hui, geht doch. Stolz wie Bolle (Wer zum Geier ist eigentlich Bolle???) lief ich nun nach Hause, dehnen, duschen, Kekse futtern. (Ohne Testosteron)
Sonntag ist Tempolauf

13 Kommentare 15.2.08 16:25, kommentieren

Bretterbreez

Ne, nicht Butterbreze.
Sodale, heut fass ich mich ein bisschen kürzer.
Heut stand am Vormittag der Tempolauf auf dem Programm. Sagte ich bereits 'Ächz'?
Fällt mir echt schwer in der Früh zu laufen und dann auch noch schnell. Naja, *Ächz* eben.
Das Wetter war super. Sonne, kalt, ein bisschen Ostwind. Ostwind fühlt sich immer so kalt an.
Da fällt mir ein, mein Arbeitskollege sagte gestern zum Thema Ostwind. Naja, aus dem Osten ist noch nie was gutes rüber gekommen. Ähem. Räusper.
Nundenn. Ich lief also erstmal 1,5 km durch Biessenhofen. Dann gab ich Gas und lief mit Ostwind im Rücken nach Ebenhofen (War ich da nicht kürzlich schon mal? Die Strecke kam mir so bekannt vor) Bald hatte ich meine Pace von 4:40 erreicht und hab auch sehr genau geguckt, dass ich nicht schneller lauf. Sonst gehts mir wie letzte Woche, dass die letzten 900 Meter zur Hölle wurden.
In Ebenhofen hab ichs ja geschickt hingekriegt. Es war die Kirche zu Ende. Überall Kirchenbesucher und der Charly, der an ihnen vorbei rannte. Na da hab ich aber Publikum gehabt. Das gibt Zunder. Kurz darauf war ich aus Ebenhofen draussen und lief nach Marktoberdorf. Das Tempo immer noch brav bei 4:40 gehalten. Dann nach links in Richtung Altdorf und nach etwa 6 km merkte ich, dass ich überzogen habe. Ich hab den Ostwind abbekommen, es ging auch manchmal leicht bergauf, wenn auch nur völlig unwesentlich, aber trotzdem lief ich eben auf einem recht schmalen Grat zwischen Erfolg und Verderben (Boah, wie dramatisch, nicht wahr?) Trotz Wind kam ich dennoch auf 4:44 Minuten bei diesem Kilometer.
In Altdorf wieder nach Ebenhofen gelaufen und nach 7,5 km kam wieder so eine Phase wo es recht zäh ging. Aber auch die ging vorbei. Nun noch am Wertachufer entlang nach Biessenhofen und beissen. Nett war, dass ich 4 Läufer angetroffen habe. Da kann man dann schon mal mit rausgestreckter Brust entgegen laufen.
Bewundert mich, ich bin sauschnell und macht mir gar nix aus. Ich bin ja eigentlich am auslaufen, pah, ich mach nen Regenerationslauf in 4:40er Tempo. Niemand kommt mir hinterher, denkt nicht mal darüber nach.
Natürlich grüßte ich auch am vorbei laufen als Erstes um zu zeigen, dass ich trotz meine weltrekordverdächtigem Tempo einer von ihnen bin. Ein Held in Menschengestalt.
(Kann es sein, dass es bei Aldi neuerdings Testosteronkekse gibt???) Ich sollt echt mal wieder runter kommen.
Nundenn, weil ich mich wunderweise aus dem Tal der Schlappheit erhoben habe, liefen die letzten 2 km einfach nur super. Den vorletzten Kilometer lief ich noch in 4:40, aber dann den letzten Kilometer in 4:31 Minuten, das musste noch sein und komisch, ich fands plötzlich schade, dass der Tempolauf zu Ende war. So glei. Letzte Woche auf der Allee in Frankreich schleppte ich mich noch die letzten 900 Meter im 4:53 er Tempo zum Rennende und war erledigt.
Heute aber lief ich die 10 km in 46:38 Minuten und das mitten im Training, mitten in der Marathonvorbereitung, 2 Tage nach den heftigen Intervallen, vier Tage nach den schweren 30 km.
Achdoch, da könnt was gehen in Freiburg.
Ich nehm dann jetzt noch einen Keks und freu mich wieder auf meinen lauffreien Tag. Nehmt euch doch auch einen. Aber vooorsicht. Its cool man.

6 Kommentare 10.2.08 14:54, kommentieren