Mei da machsch was mit

Hallo ausm Elsass. (Das scharfe S gibts heut net)

So als Urlaubshasenmann kann man wunderbar auf Geocachingsession gehen, was ich auch ausgiebig mache.
Ich hab dadurch jetzt auch gut 30 Dosen gefunden in ein paar Tagen. Da geht was. Und Flecken im Elsass entdeckt man da, das ist schon äusserst beeindruckend.
Am Dienstag hab ich mich auf den Weg ins Wormsatal gemacht.
Dort gibts eine Serie von 13 Caches und die Dauer der Runde war mit bis zu 8 Stunden angegeben. Pah, alles Schattenparker und Sitzpinkler, iiiich mach die Runde in 4 Stunden, lächerlich.
Also rüber hinter Munster und das Auto abgestellt. Es ging sofort sanft bergauf, nach 500 Metern kam ich bei der Dose mit der Nummer 12 raus...... Ähm. Schon verbockt, gleich am Parkplatz den falschen Weg genommen. Naja, dann hab ich eben die 12. Dose als erstes gemacht und damit ich nicht umdrehen muss, hab ich mich durch den Wald gekeilt um auf den andern Weg zu kommen. Dabei musste ich auch noch einen Zaun überklettern. Das ging ja gut los.
Nun fiel mir auch noch auf, dass ich die Koordinaten für die erste Dose nicht auf dem GPS hatte. Super. Pfff. Geht ja gleich noch besser los. Naja, kann mir Kerstin später übers Telefon nachreichen, dachte ich.
Also marschierte ich mit Rucksack wie ein Wandersmann durch die Prärie. Laufschritte waren auf dem Terrain eh nicht möglich. Zu holperig war der Weg.
Schnell war ich bei der Dose Nummer 2. Schnell gefunden und schon gings weiter. Na das flutscht doch. Ich revidierte meine Zielzeit auf 3 1/2 Stunden. Das wär doch gelacht.
Es ging nun bergauf und das Gelände wurde immer unebener. Der Weg bestand aus Felsbrocken von etwa 15 cm Durchmesser. Darauf turnte ich herum und ging immer höher in diesem Tal hoch.
Die Nummer 3 fand ich auch noch recht schnell. Nur 3 Minuten Suche und an einem steilen Hang leuchtete mir die Dose entgegen. Hochgekraxelt und den Log gemacht.
Schaff ich locker in 3 1/2 Stunden.
Nun kam ich in eine unglaublich schöne Gegend, richtig wild mit Wasserfall und Holzbrücken, Riesenfelsen, Serpentinen, Wald und verheerendem Satellitenempfang. An einer Quelle machte ich eine Trinkpause, legte meinen Rucksack ab, dazu noch das GPS und meine Brille daneben. Ich trank aus dem klaren Back und schüttete mir Wasser über den Kopf. Es war warm, weisch?
Danach suchte ich mein Zeug wieder zusammen und genau in dem Moment wo ich denke, wo denn wohl meine Brille ist, hörte ich es auch schon knirschen unter meinem Fuss. Ah, da isse ja schon. Ich fluchte auf mich und schimpfte mich einen Volldeppen, der doch gar nicht so blöd sein kann. Ein Brillenglas hab ich aus dem Rahmen getreten, aber o Glück, ich konnte es wieder in die Fassung drücken. Alles wieder gut. Und schon machte ich mich weiter auf die Suche der vierten Dose. Nach 200 Metern durch das Gelände meinte mein Gerät, ich solle doch bitte wieder 25 Meter zurück. Immer wieder narrte mich das Teil, so schlecht war der Empfang. Hoch und runter lief ich und dann, als sich der Empfang endlich beruhigt hatte, konnte ich auch ausmachen, wo die Dose sein könnte. Dazu musste ich auf einen hohen Felsen klettern und dort in einer Felsspalte mit einem dort liegenden Stock die Dose herzitieren. Ich machte ein unglaublich blödes Gestell auf dem Felsen und wie es nunmal sein muss, kamen auch zu dem Zeitpunkt einige Muggels vorbei und sahen mich komisch an. Was der da oben macht? Ich glaub, die rätseln heute noch. Mit viel Gleichgewichtssinn hab ich den Log hinbekommen und bin wieder vom Felsen runter gehopst. Puh. Aber ich schaffs bestimmt in 4 Stunden. So in etwa wie der junge Herr musste es bei mir auch ausgesehen haben. Das ist ein Bild von einem Vorlogger.
Weiter wanderte ich dem Weg entlang, immer noch stetig bergauf und kam nun an einer Art Gebirgssee vorbei. Mei war das schön da. Ringsum waren Wälder und auf einer Seite eine Felswand aus riesigen Felsen, die 300 Höhenmeter nach oben ging. Ich umrundete den See und musste nun in den Felsen nach der Dose suchen. Der Hinweis hiess 'Unter einem grossen Felsen' Haaaaaaaa haaaa ich lach mich tot. Es waren etwa 17000 grosse Felsen. Naja, alle abklappern könnte Zeit kosten. Auch der GPS Empfang machte mir Sorgen. Kaum war ich in der Nähe der vermeintlichen Stelle, wurde mir gesagt, dass ich 20 Meter weg bin und so ging das ständig. An dem See waren auch einige Muggels, die schön beobachteten, wie ich über die Felsen kletterte und in Felsspalten schielte. Hin und wieder, wenn ich zurück blickte, sah ich einen schüttelnden Kopf.
Ich suchte gut 1 Stunde und fand nix. Das hat mich doch a bissal frustriert und hab mich von dem See verabschiedet. Kann man hier ganz gut erahnen, dass es a bissal schwer ist mit Suchen.
Weiter ging der Weg in Serpentinen hoch in den Wald und nun gab der Satellitenempfang in dem Wald völlig den Geist auf. So kam ich irgendwann am Stausee oben an und wurde erstmal von einem laut plärrenden Kind empfangen, bei dem sich mir die Fussnägel aufrollten. Und über den Stausee hallte es auch so schön. Wunderbar. Hier stellte ich auch fest, dass ich an der letzten Dose 200 Meter vorbei gelaufen bin. Denn nun hatte ich wieder Empfang. Ich konnte aber zwischenzeitlich die Dose Nummer 7 loggen, während ich von der anderen Seeseite vom Kind angeplärrt wurde.
Ich ging nun zurück zur Nummer 6 und suchte mir auch hier einen Wolf. Auch diese Dose konnte ich nicht finden. Nochmal Frust. Nochmal zurück. Das hiess ja auch, dass etwa 2 1/2 Stunden für diese 2 Nichtfinddosen draufgegangen sind. Klar, dass ich so die Runde nicht in 4 Stunden schaffen würde.
Ich kam nun wieder am Stausee an und wurde von einem plärrenden Kind empfangen.... Ach das hatten wir ja schon, aber es kam mir nunmal wie ein Déjà vu vor. Ich machte mich auf den Weg zur Nummer 8 und hörte noch lange dieses langanhaltende Plärren.
Zum Glück hatte ich hier auch die höchste Stelle der Runde erreicht und von nun an gings eigentlich nur noch bergab. Das fand ich nicht schlimm, sozusagen. Auch die Wege waren hier auch um ein vielfaches besser. Das Gröbste war wohl überstanden und ich hatte schon über 4 Stunden auf dem Buckel.
Ich fand die Nummer 8 erfreulich schnell und nun hatte ich auch nach 3 Stunden wieder Handyempfang, was ich daran merkte, dass es aus dem Rucksack dudelte. Hase hat mir geschrieben. Ein Anruf an der Dose Nummer 9, die wieder mal im steilen Gelände war verlief ohne Ergebnis, die Verbindung war schnell wieder weg. Schade.
Bald war es geschafft, hoffte ich. Ich war nur noch 3km vom Parkplatz entfernt. Aaaaber, 3 km Luftlinie heisst nicht 3 km auf den Wegen, vorallem nicht in den Vosgesen. Serpentinen heisst das Stichwort. Und auf der Suche nach der Dose Nummer 10 hörte ich auch schon wieder ein altbekanntes Geräusch. Richtig, das Plärrkind kam näher mit der Familie, es brüllte immer noch wie am Spiess, nix hatte sich geändert, ausser dass das Kind auf dem Rücken von Mutti fest geschnallt war, die es jetzt in Stereo und Dolby Sorround in beide Ohren abbekam.
Mich machte dieses Geschrei ja schon als Aussenstehender fertig. Manoman.
Ich suchte eifrig die Nummer 10, das mir schwerer fiel, als es sein müsste. Ich kletterte einen steilen Hang hoch, hielt mich immer wieder an Ästen fest und Wurzeln und zog mich hoch. Als ich fast da war, stellte ich fest, dass ich eine Serpentine zuviel gelaufen bin. Diese Erklimmung hätte ich mir sparen können, aber der Empfang, der Empfang.
Nun weiter mit mir, es lag jetzt nur noch die Dose mit der Nummer 11 vor mir und auch hier musste ich nochmal, wie in den Felsen von Nummer 5 wie eine Gemse über grosse Felsbrocken balanzieren. Doch hier fand ich die Dose sofort.
Ich gönnte mir einen Blick nach unten und war überrascht wie hoch ich war und wie angstlos ich da über die Felsen kletterte. Respekt und vorsicht ja, aber die Düse sollte einem da nicht gehen.
Zurück wurde geklettert und als ich unten war konnte ich auf dem Weg sogar Laufschritte machen und das sogar für 2 km. Mir reichte es nämlich jetzt schon lange und ich wollte nur noch schnell ins Auto, schliesslich wartete ja auch Hase Daheim auf mich und rechnete nicht damit, dass ich so lange brauchen würde, ich übrigens auch nicht.
So lief ich nun dem Tal entgegen und wanderte den letzten Kilometer, auf dem auch wieder kein Laufen möglich war. Und nach gut 6 1/2 Stunden kam ich mit schmerzenden Gliedern, vorallem an den Fussgelenken am Auto an. Ich suchte nicht mal mehr den Bonuscache und holte auch nicht mehr die Infos von der ersten Dose. Einfach nur noch Heim. Die anderen Dosen mach ich ein andermal.
9 Stunden nachdem ich mich von Kerstin verabschiedet hatte, kam ich wieder Zuhause an und klagte mit leuchtenden Augen mein Leid.
Obwohl die ganze Runde irre anstrengend war, das Tal war ja so schön, das kann ich nur jedem empfehlen.
Nebenbei warens auch noch gut 22 km.
Hier noch ein paar Eindrücke und das Höhenprofil
Gestern machte ich dann Geocaching light. Ich suchte mir eine Runde aus, die ich meist mit dem Auto anfahren konnte. Das hiess Fahrten in die Weinberge und wieder hoch in die Vosgesen. Und da überall in diesen Bergen Schlösser stehen, die zum Teil superrestauriert sind, gibts auch Unmengen von Touristen. So wars auch am Schloss Königsburg so. Eine Riesenschlange von parkenden Autos und ich auf der Suche nach der goldenen Dose. Während alle INS Schloss gingen, lief ich aussen rum und suchte die Mauer ab. Und so sieht das Schloss aus.
Dann noch schnell die gewaltige Aussicht genossen. Boah, war ich weit oben, man konnte ewig weit sehen und die Dörfer und die Städte vom Elsass waren so winzig klein. Relativ kalt war es zudem auch noch dort oben. Schliesslich wieder den Berg runter
gefahren und an einem alten Pavillon halt gemacht. Dort war 'im Herzen einer Eiche' ein Cache. Ich fand die Eiche auch und ein grosses Loch darin. Ich fasste zunächst vorsichtig in das Loch, in der Hoffnung, dass mich nix in die Finger biss. Nachdem nix nach mir schnappte, fasste ich forscher in das Loch, erkundete es und war bald bis zum Oberarm im Loch verschwunden. Hmm, keine Dose. Was tun? Ich ging zum Auto und holte meine Taschenlampe. Erstmal reinleuchten. Brachte mich auch nicht weiter. Nochmal zum Auto, Handy geholt, auf Kamera geschaltet und nach einigen Verrenkungen mit Lampe und Handy ein Foto geschossen. Hmmmm, nix zu sehen.
Der Boden war auch recht erdig in dem Loch, also grub ich mit einer Hand im Boden herum, bis es plötzlich anfing auf meinem Unterarm zu kribbeln. Ich zog den Arm aus dem Loch und stellte fest, dass ich einen Ameisenhaufen gestört hatte. Die Ameisen machten einen wohlgenährten Eindruck und waren gut 15 mm lang. Ich streifte die schwarzen Tierchen ab und liess sie beruhigen. Da gings nun turbulent zu, man konnte ihnen ihre Krise anmerken.
Ich wollte es nun gut sein lassen und leuchtete nochmal um den Baum herum, dabei fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Neben dem grossen Loch war auf der andern Seite ein viel kleineres Loch und das war mit einem flachen Stein geschützt und natürlich war da die Dose drin. Tja, nicht immer ist die Dose da, wo sie scheint zu sein. Wieder was gelernt und meinen Logeintrag gemacht.
Ich fand dann noch ein paar Dosen in den Weinbergen und nahm noch ein paar von den schon fast reifen Früchten mit. Vorallem die Roten sind ganz schön lecker.
Das war dann ein relativ einfacher Cachetag mit 8 gefundenen Dosen.

29.8.08 15:36

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lizzy / Website (30.8.08 07:06)
Diese Bilder sind auch ohne Tupperdosen eine Wucht!

Aber warum sind da auf dem einen Foto die Bäume schon so bunt?


Anja / Website (30.8.08 07:28)
Sei mir nicht böse, wenn ich den ganzen Text nicht gelesen hab - kommt später vielleicht noch. Aber die Bilder sind toll. Das Höhenprofil erschreckt mich etwas, irgendwie hatte ich DAS Elsaß ;-) anders in Erinnerung.


Charly (30.8.08 09:45)
Lizzy: Die Bilder hab ich nicht selber gemacht, die sind geliehen.
Die Bilder mit den bunten Bäumen sind schon fast ein Jahr alt.

Anja: Ja ich bin da auch immer überrascht, wie bergig es hier zugeht, wenn man in die Vosgesen kommt. Da ist das ja richtig übersichtlich im Allgäu :D
Bei dem Höhenprofil ist der Ausgangspunkt in der Mitte, also bei 450 Metern. Dann gehts hoch und dann nur noch nach unten. Einfach in Gedanken verstellen. Aber dass ich da soooo weit oben war, das war mir auch nicht bewusst


Hasenmama (30.8.08 23:48)
Hallo Charly,
bist du sicher, daß das kein Abenteuerroman ist? Du hast echt Talent :-))Sehr toll und sehr anschaulich!
Schade, daß Niko in Urlaub ist..............

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