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200 Tage hintereinander

Hallo
Ich bins mal wieder.
Frei nach Peter Cornelius aus 'Du entschuidige i kenn di': Du host a scho long nix mehr von dir hörn lossn.
Naja, wenig Zeit gehabt. Am Wochenende waren wir im superschönen Freiburg, dort bin ich an der Dreisam entlang gelaufen. Da wimmelts aber auch von Läufern. Für mich wär die Strecke nix, ich muss da immer Jogger jagen spielen und cool überholen.
Wie gesagt, Freiburg ist schön. Ich frag mich bloß warum Hamburg und München sich einbilden die schönste Stadt Deutschlands zu sein?!
Mittlerweile sind wir wieder in Frankreich und auch hier bin ich natürlich gelaufen. War aber recht unspektakulär. Was ich so an Kilometern gelaufen bin, das steht ja in der Kilometerliste 2006 drin, dazu muss man hier rechts bloß drauf klicken.

Heute also bin ich den 200. Tag am Stück gelaufen. Sicher könnte man sagen, ach da muss man doch bloß 1,6 km am Tag laufen, aber so einfach ist das dann doch nicht. Sicher ist es einfach zu laufen wenn reichlich Zeit vorhanden ist. Aber ich muss ja auch nach der 12- Stundenschicht noch laufen, zudem auch am Tag nach einem Wettkampf, was besonders viel Spaß macht, wenn alles weh tut und man gar nicht vom Fleck kommt. Das macht dann das Streaken aus. Auch wenn mal was weh tut, dann gönnt man sich auch keine Laufpause, so bin ich ja auch in den vergangenen Tagen auch mit einer Wadenzerrung gelaufen, oder mit anderen Blessürchen. Da musst du durch oder die Serie reissen lassen. Ich hab mich für 'Durchkommen' entschieden.
Mal sehen, wie lang die Serie noch dauern wird, denn momentan gehts mir auch ziemlich gut. Also kein Grund aufzuhören.

Zur Feier des Tages hab ich heute einen 30 km Lauf gemacht. Dazu bin ich bei schönem, warmen Wetter die Allee entlang gelaufen, dort hab ich mein Shirt ausgezogen und bin oben ohne gelaufen. Ist doch gleich noch angenehmer. Zwei Wasserflaschen hatte ich noch dabei, die brauchte ich aber auch unbedingt.
Ich hab versucht möglichst im Marathontempo zu laufen, naja, eigentlich war ich ein bisschen schneller. Pro km so bei 5:15 - 5:30 das war eigentlich recht zügig.
Ich lief in Villenotte nach Juilly, von dort aus nach Souhey. Danach kam ich an einer Hauptstrasse raus, die lief ich entlang, dann in ein anderes Kaff und irgendwann kam ich am canal de Bourgogne an. Dem folgte ich ein paar Kilometer. Hier war alle 300 Meter eine Schleuse, da werden die Schiffe ja Spaß haben, wenn sie alle paar Meter in die Schleuse müssen.
Mittlerweile hatte ich 15 km auf dem Tacho und überlegte, ob ich umdrehen sollte, oder noch bis in dieses Dorf dort vorne rein laufe. Vielleicht kann ich mich dort neu an den Schildern orientieren. Ich lief in das Dorf rein, das Pouligny hieß. Ich sah ein Schild das mir sagte, (seit wann können Schilder sprechen?) ok, das mir zeigte dass es nach Semur 10 km wären, ah prima, kann ich noch bis zur Kreuzung weiter laufen. Hier sah ich das Schild, dass es nach Flavigny 5 km sind. Dort hoch ist Hase bei einem 33 km Lauf mal hochgesaust. Ich schüttelte den Kopf und drehte lieber um.
Ich folgte wieder der Strasse und am Ende des Dorfes sah ich so was von frustrierendes: Die Strasse führte schnurgerade geradeaus, immer weiter und weiter bis zum Horizont. Aber das war nicht genug, es ging auch in Wellen immer weiter nach oben. Auweia, aber da muss ich jetzt durch. Ich lief also bei km 18 in die Steigung hinein und sah lieber nicht so oft zum Horizont. Ich dachte an Kerstin, dass sie die Strecke ja auch gelaufen ist. Das geht ganz schön auf die Moral. Bei km 19 war ich irgendwie immer noch nicht weiter, vor mir die Steigung und die Strasse die bis zum Ende der Welt führte. Bei km 20 konnte ich dann doch fest stellen, dass mir das Ende näher kam und nach 21 km kam noch eine Steigung, bei der ich meine Arme von mir streckte und vom Lauf- in den Gehschritt überwechselte, ich konnte nicht mehr. Nochmal kam eine Welle, ich lief wieder, aber an der letzten Steigung bei km 22 musste ich das letzte Stück wieder gehen.
Oben angkommen gönnte ich mir die Zeit zurück zu schauen und sah weit weg das Dorf. Ne, das war hart.
Von nun an gings bergab, aber auch das war keine richtige Erholung. Bald führte eine Straße wieder nach Juilly, nun hatte ich nur noch 6 km vor mir. Ich konnte mittlerweile auch wieder schneller laufen. Hinter Juilly kam Villenotte und kurz darauf die Allee. Hier zog ich mein Shirt wieder an und lief die Allee hinauf. Aber weil ich am Ende der Allee erst 28 km hatte, hab ich noch eine Schleife durch Semur gezogen, aber dann lief ich nach 30,2 km in den Raucherpark hinein und setzte mich erstmal ziemlich platt auf die Bank, bevor ich in den Hasenstall zurück taumelte.

2:48:10
30,2 km
Sonne 24°
GT-2100

1 Kommentar 3.5.06 19:57, kommentieren



War ja klar

Wieder herrscht hier Sommerwetter mit 26°. Ist das nicht schön?
Obwohl ich gestern die 30 km gelaufen bin, liefs richtig gut heute. Ich bin die Hasenhausrunde gelaufen, hoch zum Flugplatz, dann einen Berg hinunter, dann am Bach entlang und dann plötzlich stand ein Schäferhund vor mir. Hase kennt den Hund auch schon, aber diesmal hatte ich sie nicht dabei, dass sie mich schützt, aber der Besitzer war in der Nähe und so ging ich auf den Hund zu, zeigte meine leeren Hände, wie es Mutti mir mal gesagt hat und hab den Hund gestreichelt. Dann bin ich auch schon wieder weiter gelaufen.
Am Fluß entlang waren schon wieder die Touristen unterwegs, dann lief ich hoch zur Kirche und die Hasenstraße entlang.
Jetzt kommts: Ich lief auf einen Hund zu, der Besitzer stand daneben, ich lief an dem Hund vorbei und schon sauste mir der Hund nach und sprang mich von hinten an. Die Drecksau ist dann vor mir rumgehampelt und ich Trottel traute mich nicht ihn mit voller Wucht zu treten. Ich lief weiter und irgendwann drehte das Miststück ab. Ich überlegte, was ich tun soll und drehte nach ein paar hundert Metern um, weil ich fest gestellt hab, dass ich einen Kratzer in Form eines Krallenabrucks hatte und wollte dem Herrchen das mitteilen, aber der Hund mitsamt Besitzer war schon verschwunden.
Was hab ich eigentlich so an mir, dass alle Dreckshunde dieser Welt auf mich so beknackt reagieren???
Ich zeigte dann später der Kerstin den Kratzer und sie konnte es auch nicht fassen, dass ich ständig Probleme mit Hunden habe.
Der nächste Hund der mir nachrennt bekommt so eine in die Fresse, dass er sich nicht mehr auskennt. Und wenn der Hundebesitzer dann noch frech wird, dann kann der sich auch gleich mal warm anziehen.
Ja, ich bin stinksauer, merkt man das?

9,6 km
56:30 min
2. GT 2100
Sonne 26°

2 Kommentare 4.5.06 21:03, kommentieren

Schwül

Hui, war das heute schwül. So um die 22° hatte es, es war mal mehr mal weniger bewölkt. Wind ging auch.
Ich lief heute die Pferedrunde. Die heisst so, weil man da an einer Pferdereitschule vorbei kommt, aber zunächst lief ich durch Semur und hoch zum Zitronenhändler, eigentlich Citroën-Händler.
Mal abschweif.... Ich finds ja echt ulkig, wenn man von der Altstadt Semurs aus nach Westen guckt, dann sieht man auch überall schöne alte Häuser, richtig schön in den Berg hinein gebaut und was thront ganz oben? Der Zitronenhändler! Das sieht ja so unmöglich aus und abends noch in roter Beleuchtung.
Von dort aus lief ich in Richtung Pferdeschule und was entdecken meine sonnenbebrillte Augen? Vier Hunde!!!!! Die sich in der Sonne fläzen. Kaum dass sie mich erblicken, springen alle vier Hunde hoch und rennen mir wild bellend hinterher. Darunter waren auch zwei Schäferhunde. Dass mir der Arsch auf Grundeis ging ist klar, oder? Vorallem nach dem gestrigen Vorfall.
Zum Glück drehten drei Hunde schnell wieder ab, aber einer lief mir immer noch nach, ich glaub das war ein Cocker Spaniel. Der hat mich dann doch wütend gemacht, worauf ich mich umdrehte und ihm an den Kragen wollte, aber da haute der Schisser dann doch ab.
Langsam krieg ich echt zuviel mit den Hunden.
Ich lief jetzt ungestört weiter, zog mein Shirt aus, weils mir zu warm war und erkundete noch ein bisschen die Straßen von Semur. Dann hinab mit 17% Gefälle, noch am Bach entlang und schließlich zurück ins Ställchen.
Erst als ich Daheim war lief mir der Schweiß so richtig hinab. Aber das fühlt sich schon gut an

10,7 km
1:02 h
22° Schwül
Kayano XI

2 Kommentare 5.5.06 15:20, kommentieren

Das flutscht aber auch

So, jetzt kommt die Woche der Taperingphase, damit der Charly schön fit ist in Mainz. Nachdem mein armer Hase dort nicht hoppeln kann, lauf ich halt eine neue Bestzeit für uns Beide, nicht wahr?
Jetzt muss ich brav meinen Laufumfang runter schrauben, dann wird das schon nächsten Sonntag.
Heute bin ich nur relativ kurz gelaufen, in Richtung Ebenhofen. Erst noch im schönen gemütlichen Tempo, aber dann sah ich einen Radler vor mir, der irgendwie ganz schön lahm war. Das spornte mich an und ich nahm mir vor den Radler zu überholen. Ist doch immer wieder nett, als Läufer ein Fahrrad zu versägen
Ich lief um einiges schneller und lief jetzt den km in 4:26 und schon hatte ich ihn überholt.
Nun konnte ich aber auch nicht langsamer machen, sonst hätt er mich ja wieder kassiert, so musste ich das schnelle Tempo eben beibehalten.
In Ebenhofen hab ich dann etwas langsamer gemacht, trotzdem wars noch recht flott mit 5 Minuten. Nach Altdorf war ich wieder schneller und es fühlte sich so richtig gut an.
Wieder in Biessenhofen angekommen, dachte ich darüber nach in Mainz nur den HM zu laufen und eine neue Bestzeit zu laufen, die sich gewaschen hat, denn fit genug fühl ich mich, aber nö, ich lauf natürlich den ganzen Marathon.

32.40 min
6,4 km
19° Sonne und Ostwind
DS Trainer

1 Kommentar 7.5.06 20:04, kommentieren

Taperingphase

Ich bin gerade in der Taperingphase. Das heisst, dass ich mich erhole für den Sonntag und nur wenig lauf.
Naja, gestern also nur 9 km bei schönem warmen Wetter und heute ein schönes ruhiges Intervalltraining.
Ja, ich weiß, das hört sich komisch an, wenn ich von Erholung red und dann doch noch ein Intervalltraining einleg. Aber in einem Traininingsplan den ich so in etwa befolge, steht das nunmal so drin.
Übrigens hatte es heute nur noch kuschelige 8° und es regnet so vor sich hin. Ganz schöner Temperaturrutsch.
Also nochmal zum Training. Ich bin 2 km gelaufen, dann stellte ich den Hasenforerunner auf 3x 1,6 km ein mit je 400 Meter Trabpause (Was das Teil doch alles kann!!) und lief fast im angegebenen Tempo die 1,6 km. Im Plan steht was von 8 min pro 1,6 km, aber nö, schaffte ich nicht. Ich musste natürlich wieder brettern wie ein irrer, als wär eine Meute Hunde hinter mir her.
So lief ich die ersten 1,6 km in 7:38 und schimpfte mich selbst, dass ich zu schnell war. Ich trabte 400 Meter, der Forerunner piepte mir die letzten Meter vor und schon war ich wieder flott unterwegs, aber nö, diesmal noch schneller in 7:19. Nochmal 400 Meter traben und den letzten Intervall wieder schneller in 7:02. Naja, fühlte sich trotzdem gut an. Das sollte auch reichen für heute und ich lief wieder nach Hause.

Dann erzähl ich noch was von meinem Schatz.
Hase war am Wochenende bei mir und hat immer noch aua an der Achillessehne, aber sie lief dann doch mal 15 Minuten, weil ihr das ein sehr guter Physiotherapeut nahe gelegt hat. Auch wenns weh tut, sie solle versuchen zu laufen, wenns nicht schlimmer wird, ist es ok, dann verschwinden die Beschwerden nach und nach.
Nebenbei ging sie auch immer mit meinen für sie zu großen MBT-Schuhen spazieren und im Garten auf und ab und sie meinte, die tun ihr so richtig gut. Weise nickte ich, ich weiß wie geil die Schuhe sind, vorallem wenn was weh tut. Sie solle doch mal fragen, was ihr Physiotherapeut zu den Wackelschuhen sagt. Lustigerweise ist der Wolfgang, so heißt der Therapeut, MBT-Trainer. Allerdings hat er keine Lust mehr seine Lizenz dafür zu erneuern, hat aber noch ein kleines Sortiment an Wackelschuhen vorrätig, aber eben nicht mehr alle Größen.
Kerstin fuhr gestern also nach Freiburg zu Wolfgang, der leider keinen Termin frei hatte, aber für sie die Mittagspause opferte um sich die Achillessehne anzusehen. Ist ja auch keine Selbstverständlichkeit. Und da Mittagspause für ihn war, hat er auch kein Geld dafür verlangt
Es kommt aber noch besser. Wie es der Zufall will, hatte er sowohl für Kerstin Wackelschuhe in ihrer Größe da, als auch für mich. Natürlich hat Hase die Schuhe freudig an sich genommen. Normalerweise kosten diese Schuhe pro Paar 199 € !!!! Wisst ihr wieviel der Wolfgang dafür verlangt hat? 50 € !!!! Ich fiel ja fast vom Glauben ab, als Kerstin mir das gesagt hat. Nun geht sie also in der Arbeit und Daheim mit den MBT-Schuhen spazieren und ich komm auch zu einem neuen Paar Wackelschuhe.
Ist doch irre oder?

10,9 km
59:10 min
GT-2100
Regnerisch 8°

4 Kommentare 9.5.06 18:16, kommentieren

Der mit dem Fahrrad redet

Leute gibts, nenene.
Ich bin heut losgelaufen, dann hör ich einen, der die ganze Zeit quasselt. Kurz darauf seh ich ihn, aber er war alleine. Ja was soll denn das?
'Ja, wir treffen uns dann gleich vorne beim Spar, blabla'
Hääääähhh? Was labert er sein Fahrrad voll? Versteh ich nicht. Bis ich drauf gekommen bin, dass der Mann mit einer Freisprecheinrichtung geradelt ist. Von wegen mit dem Fahrrad reden.
Da war ich mal kurz verwirrt.

Vom Laufen gibts nicht viel zu erzählen, ich lief gestern nur 4 km, da ist der Arbeitsweg dabei und heute auch nur etwa 3 km. Da passiert nicht viel.
Das ist aber auch echt nervig, die letzte Woche vor einem Marathon. Schön erholen, kaum laufen und durchdrehen, weil der Sonntag nicht näher kommt. Ich will laufen, aber ich soll noch nicht. Die Versuchung ist schon groß, dass ich länger laufe, als ich eigentlich soll. Hach wär das schön, wenn ich 15 km laufen dürfte. Schönes Wetter wäre zudem auch noch.
Ist jetzt endlich Sonntag?
Morgen Früh werd ich noch laufen, dann gehts Mittags in den Zug nach Mainz. Also werd ich mich erst wieder nächste Woche melden.
Macht es gut und drückt uns Läufern die Daumen.
Übrigens wird der Marathon im Fernsehen am Sonntag Früh ab 9 Uhr im SWR3 übertragen.

12.5.06 16:39, kommentieren

Das war der Mainz Marathon



Ich bin aus Mainz zurück und was soll ich sagen? Es war ein Superwochenende.
Am Samstag kam Kerstin mit dem Zug aus Freiburg, ich mit einem Anderen aus Augsburg. Getroffen haben wir uns in Mannheim, das letzte Stück sind wir zusammen gefahren.
In Mainz wurden wir ganz herzlich begrüsst und zu Kate nach Hause gebracht.
Danach 2 km zur Rheingoldhalle gelatscht und Startunterlagen geholt. Noch schnell Nudeln gegessen, schließlich hatte ich seit dem Frühstück nix mehr gegessen. Anschließend in eine Pizzeria, in der wir uns mit anderen Foris noch getroffen haben. Nebenbei haben wir auch ganz gemütlich 1 1/2 Stunden auf die Pizza gewartet, ich bekam sie als Allerletzter, aber gut, dass ich schon vorher Nudeln gegessen habe. Ich bin ja noch jung, ich kann warten
Später machten wir uns auf den Weg zurück und gingen gleich ins Bett.
Das war schon witzig, Hase und ich waren im Etagenbett, sie oben, ich unten, wie es sich für ein braves Hasenpaar gehört
In der Früh aufgestanden, reichlich gefrühstückt und den Tag geplant und bald liefen wir hinunter zum Rhein an den Brunnen, damit wir uns dort alle treffen.
Die Laune war prächtig, das Wetter war es ebenfalls. So um die 22° sollten es werden, dazu noch etwas Wind, eigentlich ein perfektes Wetter.
Wir gingen gemächlich zum Startblock, ich verabschiedete mich von Hase. Eric und ich stellten uns ziemlich weit vorne auf. Hoffentlich stehen wir niemandem im Wege rum, wenn wir uns da in der Elite einreihen. Es war massig Platz vorhanden, ich hätte die Arme ausbreiten können und dabei niemanden berührt. Weiter hinten ist es eher wie in der Konservendose.
Der Countdown wurde runtergezählt und der Startschuß fiel.
Nein, wir standen nicht im Weg herum, wir wurden kaum überholt, aber dafür waren vor uns Leute, die richtig langsam liefen und tatsächlich im Weg waren.
Wir liefen den 1. km recht gemächlich in 5:40, aber schon bald wurde es besser zu laufen, das Feld zog sich auseinander.
Nach 3 km lief man durch das Werksgelände der Firma Schott. Da gabs für die Arbeiter auch mal was aussergewöhnliches zu gucken.
Nach etwa 12 km traf ich unseren Fanclub und ich gab Hase ein schnelles Bussi und sagte, dass es mir prima geht.
Wir liefen etwas zu schnell, so wie wir unterwegs waren, lagen die Zwischenzeiten 3 Minuten unter unserer Vorgabe die 3:45 zu laufen, aber es lief gut, wir hielten das Tempo.
Dann bei km 14 kam eine unendlich lange Straße, die als Wendepunkt fungierte. Hier konnten wir die Spitze entgegen kommen sehen. Wie kann man nur so große Schritte machen und so schnell laufen?
Bei km 17 wendeten auch wir und konnten nun unsererseits die langsameren Läufer angucken. Manche sahen schon ziemlich fertig aus, aber schwer zu sagen, wer nur den Halben läuft und wer den ganzen Marathon.
Eric meinte, das Tempo ist ihm zu hoch, er würde das Tempo noch bis zum Halbmarathonpunkt halten können, aber dann läuft er langsamer.
So lief ich dann also alleine über die Halbmarathonmatte und hatte eine Zeit von 1:51 Stunden. Auch hier sah ich Kerstin nochmal stehen, soviel Zeit musste schon sein, ich blieb stehen, gab ihr einen Kuss und lief grinsend weiter.
Nun bei km 23 lief man über die Rheinbrücke nach Wiesbaden, die Sonne schien vom Himmel, der Wind kam von hinten und es ging die Brücke nach oben. Das war dann schon ein klein wenig zäh, aber Steigungen stören mich ja nicht.
In Wiesbaden gibts nix zu erzählen. Ich wollte ein Powergel runterwürgen, aber ausgerechnet in diesem Abschnitt gab es keine Wasserstellen.
Nach 27 km kam dann doch die ersehnte Wasserstation und endlich konnte ich mein Powergel nehmen.
Ich fühlte mich immer noch gut, bei km 29 dachte ich, ich bekäme einen Krampf im Oberschenkel, aber nö, als ich die Straßenseite wechselte wars besser. Später hatte ich dieses Gefühl noch zwei mal, aber zum Glück hat sich nichts verkrampft.
Nach 33 km passierte mir plötzlich etwas total komisches, mir wurde schwindlig, ich bekam eine irre Gänsehaut, bekam ein unbeschreibliches Hochgefühl und wollte fliegen. Ich grinste und lief mit diesem Hoch völlig schmerzfrei durch die Mainzer Straßen.
Meine Zeiten waren prima, ich baute nicht ab, im Gegenteil, meine Kilometerzeiten wurden immer besser. Lief ich zuvor immer in 5:15 min pro km, wurde ich nun bei jedem weiteren Schild schneller. Von 5:13 über 5:09, 5:07, lief ich schwebend weiter und konnte noch hunderte von Läufern überholen, die zum Teil völlig erledigt waren, mit Gehpausen unterwegs waren, oder sich am Straßenrand dehnten. Auch das gab mir nochmal einen Schub.
Bald flog ich am Schild mit der 40 vorbei, dann die 41, die Zuschauer wurden mehr und nochmal wurde ich schneller. Den Kilometer von 41 bis 42 lief ich in sagenhaften 4:39 Minuten. Und hier sah ich plötzlich auch meinen Schatz am Rand stehen, das ging so schnell, dass ich nur noch kurz den Arm hochreissen konnte.
Nun war es aber Zeit sich für das Ziel schick zu machen. Die Sonnenbrille wird hochgeschoben, die Startnummer gerichtet und ein breites Lächeln muss auf das Heldengesicht gezaubert werden. Dort vorne war das Ziel und mit einer Superzeit von 3:40:07 lief ich ins Ziel ein. Neue Bestzeit um über 9 Minuten schneller, als im letzten Oktober.
Die zweite Hälfte des Rennens war ich somit 2 Minuten schneller, als in der Ersten. Das nenn ich doch mal eine prima Renneinteilung.
Ich nahm mein Beweiseisen in Empfang (Finishermedaille), küsste sie und hängte sie mir um den Hals.
Nun noch schnell ins Parkhaus gegangen und eine Breze, Banane und eine Dose Clausthaler genommen. Anschließend bin ich zum Brunnen gegangen und auch noch leicht getrabt. Glücklich und zufrieden nahm ich meine Kerstin nach so langer Zeit wieder in die Arme.
Einige Zeit waren wir noch alle am Brunnen und erzählten uns gegenseitig vom Erlebten Lauf. Ein Heldenweizen in der Hand und die Füße im Brunnen, so kann man sich das gefallen lassen.
Eric kam übrigens erst nach 4:20 h ins Ziel. Nach 28 km bekam er Kreislaufprobleme, setzte sich an den Straßenrand, trank reichlich und plünderte das Bananenbuffet. Nach einer halben Stunde konnte er wieder weiter laufen.

Später am Abend traf man sich noch zum Hähnchen essen und ließ einen schönen Tag ausklingen.

Heute bin ich wieder im Allgäu und Hase in Burgund. Schon wieder voneinander getrennt, aber schon bald wieder zusammen.
In Augsburg hieß es, dass die Bahnstrecke gesperrt ist, wegen Bauarbeiten, es fahren Ersatzbusse. Naaaa toll. Das hieß auch, dass ich den Zug eine Stunde später in Buchloe nehmen muss. Ich wollte doch Heim.
Nachdem der Bus in Buchloe angekommen ist, hatte ich noch 40 Minuten Zeit, was also tun? Ich zog mich mitten im Bahnhof aus, zog meine Laufklamotten an, sperrte mein Zeuch in ein Schließfach und lief halt einfach durch Buchloe.
Auch wenn die Beine schwer waren, es war angenehm die Beine auszuschütteln und 20 Minuten zu laufen.
Als ich wieder am Bahnhof zurück war, habe ich mein Gepäck wieder aus dem Schließfach geholt und mich wieder umgezogen. Da guckten die Leute aber wieder komisch
Nun konnte der Zug in die Heimat kommen.

Es war ein schönes Wochenende. Vorallem möchte ich mich bei Kate und Jörg für ihre Gastfreundschaft bedanken. Vielen, vielen Dank. Ihr seid lieb.

4 Kommentare 15.5.06 23:55, kommentieren

Weiter gehts

Und weiter wird gelaufen. Aber eben nur mit angezogener Handbremse.
Den Marathon hab ich schon wieder verdaut, da tut nix mehr weh.
Die letzten zwei Tage bin ich auch schon wieder so um die 6 km gelaufen, aber ich brems mich selber, sonst würd ich auch mehr laufen. Ein bisschen Schonung muss schon sein
Was hab ich denn als Nächstes für Ziele? Muss ich mal überlegen.
Im Juli ist die Ehrwalder Laufwoche, dort werd ich mit Hase ein paar Tage verbringen, endlich, endlich, endlich eine Woche in der wir Beide gleichzeitig Urlaub haben. Das ist aber auch dringend notwendig.
Dort wird dann auch der Zugspitzarenalauf über etwa 16 km gemacht. Mal gucken wie ich den laufe. Zuvor ist noch der Sonnwendlauf am Grüntensee, den will ich auch noch machen.
Im Juli ist dann noch der König Ludwig Marathon, vielleicht schwirrt noch ein Halbmarathon herum, den ich mitnehme. Im August lass ichs wohl ruhiger angehen, bevors im September wieder rund geht. Ich werd da noch den einen oder andern HM mitnehmen und im Herbst vielleicht 2 Marathons machen.
Der Marathon in München ist schon fix im Kalender.
Mal sehen was kommt, mal sehen, wie es mir geht.
Ausserdem wärs mir auch noch sehr wichtig, dass ich Kerstin auf ihrem ersten Marathon begleite, nachdem das leider nicht in Mainz geklappt hat.
Und die Idee vom 6-Stundenlauf, die schwirrt mir auch noch im Kopf rum. Ich würde so einen Lauf gern für einen guten Zweck machen, aber ich weiß nicht so recht wie ich das anstellen soll.
Es gibt noch einiges zu laufen dieses Jahr

5 Kommentare 18.5.06 16:24, kommentieren

Zefix

Was soll denn der Käse? Ich schreib einen Eintrag und dann werd ich zwangsausgeloggt????
Der ganze Eintrag weg, den ich geschrieben hab. Futsch, weg, auf nimmer wiedersehn.
Und immer wenn ich jetzt was schreiben will, sagt der mir, dass ich ausgeloggt bin, mit einem freundlichen 'bis zum nächsten mal'
Später probier ichs nochmal, jetzt bin ich einfach nur genervt.

2 Kommentare 23.5.06 08:10, kommentieren

Neuer Versuch

Aber jetzt gibts doch hoffentlich einen neuen Eintrag.
Ja, was wollt ich denn jetzt alles schreiben?
Hase und ich sind am Sonntag zusammen gelaufen. Endlich wieder und die Sehne tut ihr nicht weh, ist das nicht schön? Ich finds schön.
11 km sind wir die St. Euphrône Runde gelaufen.
Das war nett, Kerstin hat gesagt, dass sie recht platt ist und in St. Euphrône die Abkürzung nimmt, aber sie ist dann doch weiter gelaufen. In Pont meinte sie, dass sie nach 10 km stehen bleibt und den Rest geht, aber dann waren wir bei 10 km, dann sagte sie, dass sie jetzt doch weiter läuft. Schön gekämpft, nicht wahr? Und die Kondition kommt auch ganz schnell wieder.

Gestern bin ich alleine gelaufen, dafür hab ich mir die Massigny- plus die Hunderunde ausgesucht. Der Wind war recht frisch, aber es war nicht soooo schlimm. Schlimmer war, dass ich vergessen habe meine Brüstchen abzukleben und in Massigny hab ich erschüttert fest gestellt, dass da keine Pflaster drauf sind. Es ist einfach so, dass bei mir das Shirt an den Brustwarzen rubbelt und das tut dann irgendwann ganz schön weh. Naja, was soll ich machen? Ich hab dann die Finger ins Shirt gekrallt und es immer von der Brust weg gezogen. Wäre es wärmer gewesen, dann hätte ich es ausziehen können, aber so musste ich wie blöd durch die Gegend laufen.
In Villars lief ich nicht an meinem Lieblingshund vorbei (Soll ihn doch der Blitz beim......... ) sondern lief weiter den Berg nach oben.
Dort war dann auch der höchste Punkt in der Umgebung und man kann wunderbar einen großen Teil des Burgunds sehen.
Nun lief ich eine Straße nach unten. Dazu gehts über 2 km nach unten. Aber das geht immer ganz schön in die Knie. Und immer schön das Hemdchen von der Brust gezogen.
In Semur angekommen, machen sich in der Allee die Schausteller breit mit Autoscooter und so Zeuch. Am kommenden Wochenende ist wohl so ne Art Mittelalterfest. Das passt doch prima nach Semur. Das findet aber ohne uns statt, weil wir nach Frangn fahren, die Haseneltern besuchen.
Nach 14,2 Kilometern und fast heilen Brüstchen bin ich nach Hause gekommen.

Heute sind Hase und ich wieder zusammen gelaufen.
Dafür musste die Pferderunde herhalten.
Wir sind durch Semur, hoch zum Zitronenhändler. Hase tut sich schon noch schwer bergauf, aber bald hat sie wieder ordentlich Luft für die Semurer Berge. Wir bogen richtung Reitschule ab. Ja, da war doch kürzlich was? Genau, vor 3 Wochen sind mir doch da 4 Hunde hinterher gefetzt, aber klar, wenn ich meine schöne Beschützerin dabei hab, dann kann da nix passieren. Und heute war auch kein Hund zu sehen. Wär ich allein gewesen, hätten wieder 12 Hunde auf mich gelauert
Runter gings wieder nach Semur, durch die Stadt und irgendwie gings da heut zu. Ich glaub, die haben da gerade eine Dose voller Leute aufgemacht. Auf der Straße uferlos viele Autos, Schüler in rauen Massen, die die Schule aus hatten (es war 18 Uhr) Touristen, Einheimische, wusel wusel wusel.
Nach 7 km hab ich Kerstin nach Hause gebracht, bin aber selber noch ein Stückchen gelaufen. Einmal noch die Allee ganz hinab und wieder umgedreht. Und erst nach 10 km war ich so richtig warm und gab nochmal ordentlich Gas. Da traf es sich doch prächtig, dass mir eine Laufgruppe mit 20 Leuten entgegen kam. Ein großes Hallo war das und gewinke und bonjour. Lässig hob ich den Arm und grinste die Gemeinschaft an.
Nun musste ich noch einen ganz schnellen Kilometer hinlegen, bevor ich nach Hause lief und haute noch den 12. Kilometer in 4:30 hin. Das musste aber noch sein.

Ach, ich muss ja noch etwas erzählen. Ich wartete vor dem Lauf auf Hase, die bald von der Arbeit kam. Ich ging ins Treppenhaus und wollte ihr nach unten zurufen, dass sie mir andere Laufschuhe aus dem Kofferraum holt, aber dazu kams erst gar nicht. Ich hörte das Schloß, ging auf Socken ein paar Stufen nach unten und dann BROPP BROPP BROPP BROPP BROPP zog es mir die Füße weg und fiel die Treppe nach unten. Kerstin meinte, die Nachbarin macht wieder irgendein Getöse und meinte dazu etwas. Ich saß nun blöd auf der Treppe herum und analysierte was alles gebrochen ist. In der Zwischenzeit kam Hase oben an und sah mich da belämmert rumsitzen und fragte, ob ich so nen Krach mach. Jawohl, das war ich, mich hats die Treppe runtergebügelt.
Aber gut, nix großartiges passiert, nur ein bisschen angeschrammt am Arm, wo ich mich noch verzweifelt am Geländer fest krallen wollte und am Hintern hats mich drauf geworfen, mit dem bin ich auch die Stufen runter gehoppelt.


So und nun hoff ich, dass der Bericht eingestellt wird, sonst lass ich einen Schrei los, dass Hase ums Eck fetzt.

3 Kommentare 23.5.06 21:17, kommentieren

Wieder Daheim

So, jetzt bin ich wieder Daheim, nach einer Woche Frankreich und Franken.
Ist es nicht schön, wieder in der Arbeit zu sitzen? Nö, isses nicht. Und am Schlimmsten ist, dass ich Hase erst wohl wieder in 4 Wochen in die Arme nehmen kann. Bis dahin hab ich 13 Tage Frühschicht am Stück, dann gehts direkt 7 Tage in die Nachtschicht, dann hab ich nach einem kurzen Wochenende noch 6 Tage Spätschicht und dann ist Ende Juni.
Na bravo.
Wie soll ich das jetzt zusammen fassen? Am Donnerstag waren wir bei Kerstins Eltern in Unterfranken, waren am Freitag in Schweinfurt.
Gelaufen sind wir natürlich auch, ich jeden Tag 'Surprise, surprise' und mit Hase bin ich auch zweimal gelaufen. Ihre Achillessehne macht zwar noch auf sich aufmerksam, aber es ist schon viel viel besser. Gestern ist sie auch recht flott gelaufen, das geht alles wieder ganz gut, das freut mich.
Ich finds ja immer wieder lustig, wenn Kerstin schnelle Kilometer macht. Ich sag ihr die Kilometerzeiten durch, z.B. 5:43 min/km, daraufhin kommt so ein Satz wie, 'Dann mach ich jetzt langsamer' zieht aber gleichzeitig das Tempo schlagartig an, dass ich erstmal gucken muss, dass ich nachkomm, schließlich rechne ich ja damit, dass sie wirklich langsamer läuft, aber nö, beim nächsten Kilometer sag ich dann 5:38, dann sagt Kerstin, dass sie zu schnell ist, worauf natürlich noch schneller gelaufen wird. Nach dem nächsten km in 5:33 kommt dann wieder so ein obligatorischer Satz, aber wenigstens hält sie dann das Tempo, aber langsamer wird sie auch nicht.
Nach 10 km fiel sie dann aber doch in einen langsamen Trab und fand es richtig gut, dass sie etwas schneller gelaufen ist und sich das auch noch Achillessehnenkompatibel ist.

Eine Geschichte muss ich noch aus Frankreich erzählen, da bleibt der Mund offen und der Kopf wird geschüttelt, aber wohl auch gegrinst.
Ich lief am vergangenen Mittwoch die St. Euphrône-Runde und kam dann an einem Feld vorbei, dort sah ich, wie eine Kuh auf den vorderen Knien steht und den schmutzigen Popo weit in die Luft streckt, an der Seite stand an der Kuh und tat sich am Euter gütlich. Da ich immer ganz gern mit den Kühen rede, rief ich ein fröhliches 'Mahlzeit' ins Feld. Gut, Antwort hab ich jetzt keine erwartet. Auf dem Feld standen noch 8 weitere Genossen herum und da sah ich schon am Kopf und an den Haaren, dass das doch Stiere sind, ein Blick aufs Gemächt bestätigte dies. Nun blieb ich stehen und guckte was die Kühe dahinten machen. Da trafs mich mit voller Erkenntnis, da war keine Kuh auf dem Feld, es waren alles Kuhjünglinge, das heisst natürlich auch, dass da kein Euter zum Säugen vorhanden war, der eine Stier besorgte es dem knieenden Stier mit dem Mund, ich dachte, ich spinne oder seh schlecht.
Nach einer Weile trat der gesäugte Stier zurück und der nun befriedigte (Keine Ahnung ob er wirklich befriedigt war) Stier fraß so knieend am Gras vor seiner Nase. Noch eine Weile staunte ich nicht schlecht über das gesehene und lief fassungslos weiter. Schwule Stiere, das hab ich ja noch gar nie gesehen.
Stark, oder?

4 Kommentare 28.5.06 16:01, kommentieren