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2/3 Alpinmarathon in Oberstaufen

Das war aber auch ein harter Lauf.
Ich wusste zwar, dass es 1000 Höhenmeter sein werden, aber dass das so heftig ist, das hätt ich jetzt auch nicht unbedingt gedacht.
Ich kam viel zu früh in Oberstaufen an, der Start war um 8:30, jetzt war es gerade mal 7 Uhr. Naja, ich dachte, ich muss ein Weilchen suchen, aber ich fuhr direkt zum Sportplatz. Da stand ich nun. Ich ging zur Anmeldung und hätte mich doch fast für den ganzen Marathon angemeldet. Da wär ich doch beinahe etwas übermütig geworden. Aber dann hab ich mich doch 'nur' für den 2/3 Marathon entschieden. Sind ja auch immerhin 29 km und sollte ja nur ein Wettkampf auf dem Weg zum Füssener König Ludwig Marathon werden, den ich so als Vorbereitung eben mitnehme.
Das Anmelden war dann auch schnell erledigt, was mach ich denn jetzt? Umziehen, mit Sonnencreme einschmieren, weil es ein superschöner Tag werden würde. Nicht zu heiß, leichter Wind und blauer Himmel. Besser kann man es nicht erwischen.
Nunja, jetzt war ich also eingeschmiert und umgezogen. Ich holte mir eine Breze und einen Kaffee und setzte mich raus um dem Treiben zuzusehen.
Ich hab mir ja eigentlich vorgenommen, nicht mehr so viel über die Nordic-Walker zu lästern, aber das muss jetzt schon sein, das war ja auch zu lustig.
Ich sah eine Gruppe von NW-lern, die sich für ihre Runde vorbereiteten. So 10 km würden die wohl walken.
Nun gings los, alle hatten ihre Startnummer und nun hefteten sich die Leute gegenseitig unter großem Brimborium mit 180 Sicherheitsnadeln die Startnummer auf den RÜCKEN.
Ich grinste vor mich hin und guckte. Ich hab schon überlegt, ob ich was sagen soll, aber nö, ich hatte ja Zeit und fand das recht interessant. Nachdem alle ihre Startnummer auf dem Rücken hatten, wurde noch ein Rucksack aufgeschwungen, der fast wieder die Startnummer wegriss. Ich weiß nicht wie lange die NWler vorhatten zu Walken, wenn sie sogar einen Rucksack brauchten. Man könnt ja verhungern unterwegs oder so. Nun standen alle da und dann kam eine Dame auf die Gruppe zu, sprach eine Weile, was eine nachdenkliche Miene bei der Gruppe zur Folge hatte. Die Dame zog wieder ab, die Gruppe guckte sich an, hoben die Schultern und nun gings los, Gegenseitig wurden die Startnummern vom Rücken genommen, anschließend wieder mit großem Zinober mit 590 Sicherheitsnadeln auf der Brust fest gemacht. Na also geht doch. Die Dame hat wohl gesagt, dass es etwas schwer sein könnte beim Zieleinlauf die Nummer zu sehen und zuzuordnen, ausser sie walken rückwärts ins Ziel.

Aber ich bin noch nicht fertig mit den NWlern. Es war ja noch ewig Zeit bis zum Start.
Eine Walkerin stand da so rum und haute sich fast eine halbe Stunde lang den linken Fuß an die rechte Wade und den rechten Fuß an die linke Wade. Hin und wieder setzte sie aus und dann gings wieder los. Hochinteressant.
Ich bin immer noch nicht fertig. Ich ging nochmal zu meinem Rucksack, als ich zurück kam, latschte ich so an der Laufbahn entlang, da standen vor mir 60 NWler und hielten alle ihre Stöcke mit beiden Armen in die Luft und streckten sich und wendeten sich und hin und her und hopp und hopp. Ich sah mir das grinsend an, keiner grinste zurück. Dann wurden noch weitere Hampelübungen gemacht, alles schön synchron. Dann drehte ich mich um und sah eine Nordic Walking Aufwärmanimateurin, die die Übungen vormachte. Ich ging jetzt mal lieber aus dem Weg, schüttelte aber nochmal grinsend den Kopf über das Getue. Einige Läufer sahen dem Treiben auch teilweise grinsend zu, aber es wärmte sich keiner mit auf. Wir haltens da lieber mit dem Laufen, statt mit Blödelgymnastik.
Aber danke für die Show, so verging die Zeit bis zum Start schneller.

Nun war gleich 8:30, alle stellten sich für den Start auf, ich war fast ganz hinten, pressiert ja net. Dann wurde gestartet und nach einer Runde im Stadion wurden wir auf die Strecke gelassen. Es ging nach Oberstaufen hinein, einige Zuschauer klatschten.
Nach knapp 2 km gings dann auch schon nach oben. Aber nicht zu knapp. Einige Schritte lief ich noch, dann fiel ich schon in den Gehschritt, schließlich sinds noch 27 km. Ich hatte noch keine Vorstellung davon, wieviel jetzt 1000 Höhenmeter sind. So ging ich den Berg hoch und ging hoch, bei etwas flacheren Passagen lief ich wieder, aber wenn es wieder steiler wurde, fiel ich wieder in den Gehschritt zurück. Vor und hinter mir ist keiner mehr gelaufen, es wurde nur gegangen. Hätte mich auch gewundert.
Irgendwann war der Anstieg geschafft und es ging wieder nach unten. Zunächst nicht so schlimm, aber dann wurde über Treppen im Wald und über Wurzeln gelaufen. Immer weiter nach unten und die schönen Höhenmeter wurden wieder abgegeben. Wir kamen in Steibis an, hier war ein Stück relativ flach, dann wurden wir wieder in die Berge gelockt, ein langer Anstieg nach oben auf direktem Weg. Auf der Straße wurde immer wieder der Verkehr aufgehalten, wenn wie diese kreuzten. Lustigerweise warens meist die Gleichen wie an der Serpentine davor.
Dann endlich kam man bei der Talstation einer Seilbahn an, tja, wo Talstation, da auch Bergstation. Wenn man nach oben blickte konnte man die Bahn irgendwo dort oben verschwinden sehen. Daneben der Weg, auf dem die Läufer hochgingen. Das war auch nun der schwerste Teil der Strecke. Ein Wanderweg führte uns zur Bergstation, immer in Serpentinen weiter nach oben. Meine Waden schmerzten, meine Achillessehnen meckerten, ich schwitzte unter der Brille durch. Ab und zu ging ich ein paar Schritte rückwärts um eine andere Belastung zu bekommen. Bis auf 1250 Meter üNN wurde gelatscht, dann war die Bergstation endlich geschafft. Hier oben war eine Verpflegungsstation, bei der ich ein paar Minuten stehen blieb. Nach rechts wurden nun die Marathonläufer geschickt, die noch 800 Höhenmeter mehr vor sich hatten, die 2/3 Luschen sollen den Berg hinten wieder runter laufen.
Oh wie ich das liebe, dieses bergab Laufen. Ich weiß auch nicht, ich kann es einfach nicht. Ich wurde von zwei Mädels überholt, da dachte ich, das gibts doch nicht, die stürzten sich halsbrecherisch nach unten und redeten dabei noch, dass das ganz schön auf die Knie geht. Ja, das geht auf die Knie, aber unbedingt. Vorallem wenn man so viel bremst wie ich. Noch ein paar Läufer überholten mich und ich fands immer noch mehr zum kotzen da runter zu laufen. Es war auch noch stellenweise supersteil und 14 km waren auch schon hinter mir. Naja, nützt ja nix, irgendwann wurde es auch wieder flacher, dann musste ich nicht so bremsen. Bald war ich auch ziemlich weit unten, es wurde flach. Durch einen schönen kühlen Waldweg genoß ich die Strecke ohne Gefälle und Steigungen. Dort vorne lag ein Mann im Liegestuhl, ein Bier in der Hand. Es war ein Streckenposten, der lässig nach links wedelte. Der hat ein Leben
Kaum nach links abgebogen, gings über einen Fluß und schließlich wieder nach oben, es galt wieder Steigungen zu machen. Immer wieder wurde es steiler und wieder flachter, entsprechend hab ich Gehpausen eingelegt oder hab wieder mit kleinen Schritten begonnen zu laufen. Kaum oben angekommen, winkte mich ein Streckenposten wieder den Berg runter. Mit dem Spruch, da vorne links und dann hast du es schon fast geschafft............ in weiteren 10 km. Hm, das könnt sich ziehen
Also weiter und wieder den Berg hinab. Aber sowas von steil, ich bin lieber mal ein paar Schritte gegangen, als da runter zu laufen. Meine armen Knie machten aber auch was mit.
Ich kam wieder in Steibis an und nun war das Schlimmste auch ausgestanden, nun waren nur noch kleine Wellen und kurze Steigungen zu erwarten. Nett war, dass die Zuschauer überall klatschten und nicht nur da standen. Sie wussten, dass es gut tut etwas angefeuert zu werden, bei so einem schweren Lauf.
Nun konnte ich schön vor mich hinlaufen, dabei überholte ich auch noch ein paar Läufer, die an allen Steigungen Gehpausen machten, aber mir gings doch nocht recht gut. Oberstaufen kam näher, dann wusste ich auch schon, dass bald das Ziel erreicht ist. Ich passierte den Bogen, der mir mitteilte, dass es noch ein km war. Den lief ich auch noch locker, lief ins Stadion ein, wo vom benachbarten Hotel auch noch die Leute vom Balkon klatschten und dann war ich auch schon nach 3:17 Stunden im Ziel.
Ich ging dann erstmal zum Stand mit dem alkoholfreien Bier und beschäftigte mich damit.
Dann später ging ich auf den Sportplatz und sah mir die Zieleinläufe an. 10 Minuten nach mir kamen auch schon die ersten Beiden des Marathons mit einem Fernsehreifen Schlußspurt ins Ziel, das war noch knapp.
Nach einem Steaksemmel und einem echten Bier hab ich mich auf den Weg nach Hause gemacht.

Heute hab ich lustigen Muskelkater. In den Beinen gehts eigentlich. Klar tun ein paar Sachen weh, aber witzig ist, dass ich in den Armbeugen unglaublichen Muskelkater hab. Ich bin ganz schön viel mit den Armen gelaufen, oder?
Der wird wohl daher kommen, weil ich bergab so verkrampft gelaufen bin.

Das war jetzt wohl mein bisher härtester Lauf, aber schön wars. Ich hab mir zwar unterwegs gedacht, das tu ich mir nicht mehr an, aber ich glaub selber nicht dran.
So anstrengend wie der Lauf war, so schön war auch die Strecke und das schöne Panorama der Allgäuer Berge.

Nun kann aber der Füssener Marathon kommen.

3 Kommentare 2.7.06 11:45, kommentieren



Man läuft

Boah, wat hatte ich doch für einen Muskelkater nach dem Alpinlauf. Das hat ganz schön weh getan.
Mittlerweile ist alles wieder gut und ich hab nur einen Tag mit weniger Kilometer gemacht, sonst warens immer mindestens 10 km.
Das Wetter war warm, einmal waren es 30°, da lief es ganz gut, am nächsten Tag hatten wir nur noch 24° und gucke da, weil es schwüler war, lief es doch zäher. Mittleriweile regnet es leicht und es hat abgekühlt auf 19°. Aber ich find das immer noch ganz gut.
Was ich jetzt die letzten Tage gemacht hab war, dass ich bevor ich Heim lief, noch ein paar Runden auf dem Sportplatz gedreht hab, aber barfuß im Gras. Ich lauf dabei etwas langsamer. Ausserdem ist das barfuß Laufen ungewohnt. Aber ich mach das jetzt wieder öfter.
Am Wochenende ist ein Fest am Sportplatz, 40 Jahre TSV. Bierzelt steht rum, Musik wird gemacht, das ganze Trallala eben. Vor dem Zelt saßen am Mittwoch ein paar Damen, als ich so mit nacktem Oberkörper und barfuß durch das Gras lief. Nach 2 Runden wurde mir nachgerufen, hab ich nicht verstanden, ich war mir auch nicht sicher, ob die mich meinen. Nach der dritten Runde meinte eine, dass ich doch die Hose auch noch ausziehen könnte, das wär doch gleich noch viel besser. Ich hab nicht drauf reagiert, ich wusste auch nicht so recht, wie ich das auffassen sollte. Ich lief dann noch zweimal vorbei, dabei wurde lustig gekichert. Anschließend bin ich nach Hause.
Einen Lauf machte ich vor dem Halbfinale, das gegen Italien verloren wurde. Ich fand, dass die ganzen Einwohner recht angespannt waren, aber auch voller Vorfreude auf die zwei italienischen Tore in der Schlußphase der Verlängerung.
Ein Mann meinte in Ebenhofen, dass ich mich beeilen solle, dass ich um 21 Uhr wieder Zuhause bin. Ich meinte dann, dass er ja vor mir herlaufen kann, damit ich das Spiel nicht verpasse, worauf er auf seinen Bauch zeigte und meinte, dass er lieber mal radelt. Naja, lief ich eben allein weiter.

Mittlerweile hab ich die 2000 km - Marke für dieses Jahr passiert, vor einem Jahr war ich um diese Zeit gerade mal bei 1240 Kilometer. Gut, ich musste letztes Jahr mal 4 Wochen pausieren, trotzdem hab ich doch einen wesentlich höheren Kilometerumfang in diesem Jahr. Aber das geht ganz gut. So kanns weiter gehen.

Heute kommt noch Hase zu mir, dann haben wir eine ganze Woche zusammen Urlaub. Da gehts dann auch ein paar Tage nach Ehrwald rüber zu einem Treffen mit anderen Foris und natürlich zum Laufen. Nächsten Samstag ist dann noch der Zugspitzarenalauf über knapp 16 km, anschließend gehts Heim und wir werden dann aufs Lagerleben nach Kaufbeuren gehen.
Das wird eine schöne Woche

1 Kommentar 7.7.06 22:28, kommentieren

Ehrwalder Laufwoche

Hallo zurück aus unserem wohlverdienten Urlaub.
Eine superschöne Woche liegt hinter uns. Eine Woche lang waren Hase und ich in Ehrwald/Tirol und haben bei der Laufwoche Teil genommen.
Unsere Unterkunft hatten wir bei Lisi Schennach. Das war nett bei ihr. Auch wenn wir 1,5 km vom Zentrum weg waren, bei Lisi würden wir auf jeden Fall bei der nächsten Laufwoche wieder die Unterkunft aufsuchen.
Sie hat uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen, immer wollte sie, dass wir uns wohl fühlen. Ob wir am Nachmittag einen Kaffee wollten, Lisi hat einen gemacht, ob wir Handtücher brauchen zum baden, oder ob wir Wäsche hätten, die sie für uns in die Waschmaschine stecken würde.
Wenn wir aus dem Zentrum ankamen, stand Lisi schon an der Tür und hat gefragt, was wir so gemacht haben, obs schön war, ob wir einen Wunsch haben. Einfach immer nett. Frühstücken konnten wir, wann wir wollten, wahrscheinlich hätte sie auch bis Nachmittag um 3 auf uns gewartet.
Kerstin war immer etwas müde, was macht Lisi? Meint, mit einem Piccolo gehts einem gleich besser, verschwindet und kommt tatsächlich mit einem Piccolo zurück. Getrunken haben wir ihn dann doch nicht zum Frühstück
Das Zimmer war auch das mit Abstand günstigste in Ehrwald, ausserdem waren wir auch meist die einzigen Gäste im Haus.
Normalerweise ist es ja auch so, dass man am Tag der Abreise am Vormittag das Zimmer räumen müsse, so um 11 sollte man dann schon weg sein. Bei Lisi gehts entspannter zu, da wir am Samstag noch bis zum Abend in Ehrwald waren, meinte sie, wir könnten an dem Tag bleiben, solange wir wollten. Wennst kämmts, dann kämmts, mir san ja do und es pressiert ja ned.
So konnten wir abends um 19 Uhr noch duschen und sind erst anschließend wieder nach Hause gefahren. Einfach Super bei Lisi

Ich versuch jetzt mal eine Zusammenfassung über die Woche zu machen. Am Sonntag fuhren wir also nach Ehrwald, nisteten uns ein und haben uns auf den Weg ins Zentrum gemacht. Man traf sich mit alten Bekannten und neuen Teilnehmern aus dem Internet. Man stellte sich vor, dann ging es gemeinsam zu einem Begrüssungsjoggerl. Das war 8,5 km lang. Danach sind wir Zwei zum Mooswirt und haben etwas gegessen, dann gings in den Zugspitzsaal zu einer Information, dann wurde auf der großen Videoleinwand das Finale der WM gezeigt. Wir waren ausgerüstet mit Frankreichfahnen, die wir vom Mooswirt bekommen haben. Viel zu wedeln gabs nicht, es gewannen die Italiener im Elfmeterschießen.
Da wir müde waren, gings danach ins Bettchen.

Am Montag, den 10.7. war auch schon ein Lehrgang zum Thema Lauftechnik mit Peter Wundsam, einem der besten österreichischen Läufer. Peter ist ein lustiger Typ, der uns einige neue Erkenntnisse über das Laufen aufgezeigt hat. Mit Interesse hörten wir zu, was Peter zu sagen hatte, machten die Übungen und dehnten die Muskeln bis zum Abwinken.
Kerstin hat in dieser Zeit beim Cafè Leitner gewartet, bis wir zurück kamen aus dem Ehrwalder Moos. Natürlich hatten wir schon wieder Hunger und futterten etwas bei Alpis Cafè.
Am Nachmittag fuhr man dann mit Kleinbussen zum Blindsee rüber. Als wir noch durch den Wald hinab zum Wald fuhren und Kerstin zum ersten mal von oben den See sah, konnte sie es schon gar nicht glauben, wie schön das Wasser ist. Umgeben von Wald liegt der Blindsee in herrlichem blaugrün zu unseren Füßen. Am See unten kannte ihre Begeisterung keine Grenzen mehr, kristallklares Wasser, kein Gras, wunderbare Temperatur und dann die Kulisse mit den Bergen ringsum. Ein Wahnsinn.
Wir sind dann sofort losgelaufen und haben den See umrundet. Über Wurzeln, mit einigen Höhenmetern, über Treppen und Geröll wurde unsere Fußkoordination auf die Probe gestellt, aber es macht richtig viel Spaß über dieses Terrain zu laufen. Allerdings darf man keine 2 Sekunden weggucken, sonst sind die Füße kaputt.
Nach einer Runde hat sich Hase sofort in den See gestürzt und schwamm mit Begeisterung in diesem wunderbaren Wasser. Auch wenn der See 8 Meter tief war, man kann den Boden noch sehen. Ich machte mich derweil auf den Weg und lief nochmal die 3,8 km um den See herum, diesmal hab ich auch ein bisschen Gas gegeben und brauchte für die Runde knapp 22 Minuten. Anschließend bin ich auch sofort in den See runter gesprungen und bin zusammen mit Kerstin durch den klaren See geschwommen.
Als alle genug gelaufen und geschwommen sind, wurden wir wieder zurück nach Ehrwald gefahren. Duschen brauchten wir eigentlich nicht, zuwas auch, wenn man in Trinkwasser badet?
Am Abend traf man sich zusammen beim Mooswirt auf ein Weizen oder 2 oder 3 und aß noch etwas von der Tiroler Speisekarte.

Das war jetzt der erste Teil aus Ehrwald, mehr demnächst

3 Kommentare 17.7.06 15:03, kommentieren

Dienstag in Ehrwald

Letzten Dienstag war der zweite Teil des Lauftechniktrainings mit Sergant Wundsam.
Es wurde wieder wie wild gedehnt, dann machten wir Koordinationsübungen über am Boden liegende Zweige. Gar nicht so einfach. Das war ein gehopse und gekicher. Man wirds kaum glauben, aber es ist echt anstrengend gewesen. Naja, kommt ja noch dazu, dass es ziemlich warm war mit 30° und wir viel in der Sonne standen und hopsten. Ich hab mir vorgenommen, solche Übungen auch Zuhause zu machen. Bringt ja nix, wenn man alles nur einmal macht und wieder vergisst.
Auf der Wiese des Modellflugzeugclubs machten wir noch ein paar Übungen und liefen locker Barfuß über das weiche Gras
MIttags war ich wieder bei Hase vor dem Café und wir haben was gegessen.
Am Nachmittag war dann auch schon der nächste Termin angesagt. Hase fuhr zum Blindsee rüber und schwamm mal eben längs durch den See. Ich hab mit anderen Teilnehmern ein Pyramidenintervalltraining mitgemacht.
Dazu suchten wir uns eine Strecke aus, die 750 Meter lang war. Es war sehr sehr warm. Das Programm sah so aus, dass wir möglichst schneller als das 10-km Renntempo laufen sollten, dann folgten 2 Runden im 10 er WK Tempo, anschließend 3 Runden im HM Tempo, dann wider 2 Runden und nochmal 1 Runde, möglichst schnell.
Auf der ersten Runde gaben alle mächtig Gas, links und rechts liefen mir die Leute um die Ohren. Öhm, sind die schnell, dachte ich mir, aber ich lief mein Tempo. Nach und nach stellte sich aber heraus, dass die Meisten einfach viel zu schnell losgerannt sind und so hab ich bis auf Su, die Freundin vom Peter 'Drill Instructor' Wundsam alle nach und nach überholt. Dann wurden unsere Zeiten notiert, wir tranken etwas, dann gings auf die zweite Einheit. Nun hatten es alle verinnerlicht, dass das doch kein Sprint wird. Das Tempo hab ich wieder gut hinbekommen. Wieder Zeiten notieren, nun die 3 Runden, also 2,25 km laufen, wieder notieren, dann nochmal die 2 Runden und abschließend möglichst so schnell wie die allererste Runde die letzte Einheit laufen. Klar, hat keiner hinbekommen, wir waren alle Platt. Aber Spaß hats auch gemacht. Später bekamen wir noch die Auswertung von Peter.
Nun liefen wir locker zurück und ich konnte endlich wieder meine Kerstin küssen. 2 Stunden sind eine lange Zeit .
Abends gings noch zum Mooswirt. Carboloading mit Weizen und Nudeln machen
Anschließend gings Heim zu Liesi.

1 Kommentar 20.7.06 00:17, kommentieren

Mittwoch

Aber erst unten den Dienstag lesen, den hab ich auch gerade eben geschrieben.

Der Mittwoch war ganz etwas Neues.
Zu viert haben wir uns am Hallenbad getroffen. Ausbilder Wundsam machte mit uns Aqua Jogging.
Eigentlich hatte ich es nicht vor, Hase schon, aber nachdem so wenig Teilnehmer waren, hab ich dann doch mitgemacht.
Zunächst wurde wieder fröhlich auf der Wiese vor dem Bad gedehnt. Erwähnte ich schon, dass man mit Peter viel dehnt? Dann wurde wortreich erklärt und dann bekamen wir einen Schwimmgürtel um. Das war witzig, denn damit steht man im Wasser, ohne den Boden zu berühren. Zunächst war das seltsam, aber schnell gewöhnten wir uns daran. Peter zeigte uns, wie wir durch das Wasser laufen sollten, was zu beachten ist, wie dort im Wasser trainiert wird. Man glaubt es kaum, aber Aqua-Jogging ist auch anstrengend. Die Leute im Bad sahen uns schon seltsam an und fragten sich wohl, was das denn solle. Wir fanden es alle nett.
Nach über einer Stunde intensivem gelaufe im Wasser, schnallten wir die Gürtel ab und 'Blubb' soffen wir erst mal ab. So sehr haben wir uns an den Gürtel und den Auftrieb gewöhnt, dass wir erstmal unter Wasser verschwanden. Plötzlcih kamen wir uns schwer vor.
Wir schwammen noch ein bisschen rum und schließlich sind Kerstin und ich zur Rutsche hoch. Ein paar mal sind wir runter gerutscht. Kerstin ist Sekunden nach mir runter gerutscht und hat immer die ganze Röhre vollgekreischt. Den ganzen Weg nach unten hörte ich sie runterkreischen. Als wir rückwärts gerutscht sind, wars noch lauter
Irgendwann wars auch wieder gut und wir sind gegangen. Nun hatten wir aber Hunger und schon saßen wir wieder vor dem Café Leitner und spachtelten zu Mittag.

Abends gings für uns ins Theater. Jawohl. Kultur muss auch sein
Natürlich sind wir auch gern hingegangen, weil unser Erich dort mitspielt.
Aber es war kein Lustspiel sondern ein Drama über den Bau der ersten Seilbahn auf die Zugspitze, mit wahrem Hintergrund. Die Bühne stand am Originalschauplatz, an der alten Zugspitzbahn. Man könnte nicht glauben, dass es sich hier um Laienschauspieler handelt, die alles in ihrer Freizeit organisieren und einstudieren. Das war alles sehr professionell gemacht. Respekt, respekt.
Vor dem Stück wurde Schnaps von einem Sponsor ausgeschenkt. An der Bahn gab es noch einen Getränkestand. Kerstin wollte zunächst keinen Schnaps, aber auf mein Drängen hin hat sie doch einen getrunken, öhm nö, 2. Auch falsch, es waren 3. Hat ihr doch geschmeckt, mir übrigens auch
Es geht wie gesagt um den Bau der Zugspitzbahn im Jahre 1926. Die Betreiber wittern das große Geld und treiben die Arbeiter unter widrigen Umständen zur Arbeit an, trotz aller Warnungen, dass das Wetter im späten Herbst nun doch bald umschlüge, wurde befohlen weiter zu arbeiten. Daraus entwickelte sich nun das Drama, an dessem Ende vier Tote zu beklagen waren. Durch Unfälle und Morde kam es zu diesen Toten. Darunter auch der Ingenieur der Anlage, der von den restlichen Arbeitern eine Bergschlucht hinunter gestoßen wurde. Das war das Ergebnis der Habgier.
Begeistert wurde am Ende geklatscht. War wirklich toll. Anschließend fuhren wir mit dem Bus wieder in unsere Unterkunft. Wir waren müde und erwarteten den nächsten schönen Tag in Ehrwald.

1 Kommentar 20.7.06 00:41, kommentieren

Füssen Marathon

Der Füssener Marathon ist wieder vollbracht.
Ich hatte ja Bedenken, dass es so richtig heiß werden würde, aber ausgerechnet an diesem Sonntag hat die Hitze eine Pause eingelegt. Nett von dem Wetter. Es hatte am Samstag geregnet, so dass es schwül war. Aber mit knapp über 20° wars doch nicht so schlimm.
Wir, der Peter und die Connie trafen uns vor dem Start und redeten noch ein bisschen. Dann lief ich zum Start, wo unser Lauftechniktrainer aus Ehrwald die Moderation machte. Ich winkte ihm, worauf er mich begrüsste übers Mikrofon.
'Ja, der Charly ist auch da, komm doch mal her, sag mal Charly, wirst du die Badestellen nutzen, die bei km 13 und km 30 eingerichtet haben?'
'Ja, vielleicht mach ich das, wenn dann bei km 30, ich will den Marathon heute ganz gemütlich machen, ich hab ja nicht mal eine Uhr dabei'
'Ja Charly, dann wünsch ich dir einen erfolgreichen Lauf'

Dann ging ich hinter die Startlinie und wir warteten auf den Startschuß. Pünktlich um 8 war dann auch der Schuß und los gings vom Festspielhaus des König Ludwig Musicals hinaus in die weite Welt. Auf direktem Weg liefen wir hinaus aus Füssen und steuerten den Hopfensee an. Allerdings dieses Jahr in die andere Richtung. Der Hopfensee wurde umrundet dann liefen wir zurück in Richtung Füssen. Dort stand der Volkmar, den ich begrüsste, indem ich mich beschwerte, dass er kein Weizen für mich hatte. Er begleitete mich ein Stück und wir redeten bis nach Füssen. Dann verschwand er wieder und radelte zu Peter zurück.
In Füssen wurde wieder zum Festspielhaus gelaufen und dann weiter ein großes Stück am Forggensee entlang. Bei km 18 tat mir eine Sehne an der Fußoberseite weh, worauf ich die Schnürung lockerte, dann gings wieder.
Es war schon seltsam so ohne Uhr zu laufen und überhaupt nicht zu wissen, wie lange ich unterwegs bin, aber man gewöhnt sich daran.
In Horn verabschiedeten wir uns vom Forggensee und liefen in Richtung Bundesstraße, von wo aus man jetzt die Berge aus nächster Nähe sah, mit direktem Blick auf die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Da sonst nix geboten war, ausser Autos die an einem vorbei sausten, guckte ich eben Schlösser und Berge an.
Nun gings nach Schwangau hinein und Volkmar war plötzlich wieder da. Peter ist ein gutes Stück hinter mir und ich solle doch schneller machen, der Connie dort vorne wäre es langweilig, ich solle ihr Gesellschaft leisten. Haha, schneller laufen, Witzbold.
Jetzt nach 25 km zog es sich doch ziemlich, jetzt ist man mittendrin im Marathon, hat schon so viele Kilometer in den Beinen, aber es liegen immer noch 17 km vor einem. Da wirds mental schon ein bisschen schwierig. Gut dass bald die Strecke abwechslungsreicher wurde. Wir erreichten den Schwansee, liefen aussen herum, schön im kühlen Wald. Als dieser umrundet war, war Volkmar wieder da und hatte Max neben sich. Ich grüsste kurz, musste aber ja weiter laufen.
Jetzt ging es direkt nach Füssen, aber nicht hinein, sondern aussenrum am Lech entlang. Ich sah einen Kirchturm, aber ich vermied es auf die Kirchturmuhr zu gucken. Ich wollte schließlich nicht wissen, wie lang ich unterwegs war. Einige Zuschauer waren hier und feuerten uns an. Das tut gut.
Nach der kleinen Umrundung von Füssen waren schon 34 km vorbei und jetzt ist es eigentlich egal, das Ziel wird so oder so erreicht, also hab ich mein Tempo erhöht. Was auch daran lag, dass ich immer wieder Läufer überholen konnte, das motiviert.
Nun ging es hoch zum Unter/Mittersee und hier waren sehr viele Läufer, die unbedingt überholt werden wollen. Den Gefallen tat ich ihnen gerne. Ich find es immer super, wie die Läufer in den Boden schauen, mit sich selbst kämpfen und dann komm ich vorbei, hocherhobenen Hauptes und überhole die einzelnen Läufer. Gut, ich fühl mich zwar nicht so, wie ich aussehe, aber das müssen die Anderen ja nicht wissen.
Auf dem Weg nach oben musste ich nicht mal Gehpausen einlegen, sondern lief schön weiter. Ich überholte den Paceläufer für die 4 Stunden und damit bin ich wohl auf einem Kurs unter 4 Stunden, das hatte ich weiß Gott nicht vor, sollte doch nur ein Wohlfühlmarathon werden.
Endlich war nach 38 km die Oberseite des Sees erreicht und ab jetzt durften wir bis ins Ziel bergab laufen. Bei km 39 lag ein Läufer am Straßenrand und hatte Kreislaufprobleme. Volkmar hat später erzählt, dass er für den Läufer den Sanka geholt hat. Der war ganz schön weiß im Gesicht. Er hat sich jetzt aber mittlerweile bestimmt wieder erholt.
Bei km 40 überholte ich die Gaby aus dem Nachbardorf, sie hatte Muskelprobleme und machte eine Gehpause.
Nun gings nach Füssen hinein, diesmal aber zum letzten Mal. Und schon bald erreichte ich die Fußgängerzone und damit den Zielbereich. Ich erblickte Uschi und Stefan, die extra für den Marathon aus München herkamen, dann klatschte ich noch etliche Kinderhände ab und sah nach 3:53:26 zum ersten mal wieder auf die Uhr. Mit der Zeit war ich mehr als zufrieden. Für einen Marathon nach Gefühl echt super. Ich ließ mir das Beweiseisen, also die Medaille um den Hals hängen und fand Connie, die schon auf einer Bank saß. Ich gesellte mich dazu und zusammen tropften wir vor uns hin. 2 Minuten war sie vor mir im Ziel, sie hat noch Tempo raus genommen, damit ich sie noch einhole, aber hat nicht geklappt.
Dann gingen wir zu Uschi und Stefan und warteten auf Peter, der nach 4:07 ins Ziel kam.
Nachdem es so laut im Ziel war, haben wir uns ein Eis geholt und haben verabredet, dass wir uns am Festspielhaus treffen.
Vorher sind Max und ich in den Forggensee. Max um zu schwimmen, ich, um im See rumzustehen und den Schweiß loszuwerden.
Dann begaben wir uns zum Musicalgebäude, aber anscheinend haben wir doch zu lange gebraucht, denn Volkmar war schon wieder weg.
Bald kam Connie frisch geduscht zu uns, später noch Uschi, Stefan, Anke und Peter. Dann musste Siegerbier getrunken und Siegerschnitzel gegessen werden. Wir redeten noch eine Weile miteinander, dann ließ ich mir meine Urkunde ausdrucken, fand noch meine Bilder, die der Fotoservice gemacht hat und bald fuhren wir alle nach Hause.
Schön war er wieder der Füssener Marathon. Nächstes Jahr wieder?

Heute tut mir die Fußoberseite ziemlich weh und ausserdem hab ich Halsweh. Wo zum Geier kommt jetzt das her?

2 Kommentare 24.7.06 11:20, kommentieren