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Schöner Lauf

So, noch 8 Tage bis zum Halbmarathon in Dijon. Ich bin immer noch am Rennen nach Trainingsplan. Allerdings hab ich den nicht optimal genutzt, sondern bin eigentlich zu spät eingestiegen. Der Plan verläuft über 12 Wochen, ich mach gerade mal 5 oder 6 davon. Trotzdem glaub ich, dass meine Bestzeit von 1:37:38 geknackt wird, was letztlich für eine Zeit rausspringen wird, weiß ich nicht, ich leg mich da nicht fest. Denn wenn ich mir eine feste Zeit vornehme, lauf ich Gefahr, dass ich nach der Hälfte der Strecke in die Grütze geh und nix is mit Bestzeit.
Also schön flott anfangen, aber erst nach der Hälfte gucken, was noch geht und vielleicht noch eine Schippe drauf legen.
Hat jetzt aber erstmal nix mit den Läufen diese Woche zu tun.

Diese Woche hab ich Nachmittagsschicht. Der Charly kommt aber nie am Vormittag aus dem Quark und muss abends laufen. Ich lauf nicht gern im Dunkeln, ich bin da verkrampft und langsam. Es nervt mich einfach. Und wenns dazu noch regnet bei 9° ärger ich mich, dass ich doch nicht am Morgen aufgestanden bin.
Heute hab ichs dann doch mal geschafft kurz nach 9 aufzustehen. Ein Tempolauf ist angesagt und das kann ich ja im Dunkeln schlecht machen, wenn ich da eh nicht vom Fleck komm.
Also bin ich in aller Früh losgelaufen, ich wusste gar nicht, dass es um 10 schon so hell ist
Naja, wird schon werden. Ich lief mich also nach Ebenhofen runter warm, ich fühlte mich richtig steifbeinig. Mööööhh, hab ich eine Lust auf den Tempolauf, sollte ich nicht einfach bloß locker ein paar Kilometer laufen und morgen den Schnellen machen? Aber da hab ich ja dann das gleiche beknackte Gefühl im Körper. Naja, da muss ich jetzt durch.
In Ebenhofen am Steg hab ich Halt gemacht und hab ein paar Dehnübungen gemacht. Die Waden, die Achillessehne, mal hier, mal da gedehnt, aber die LUst kam immer noch nicht. Da bin ich noch rüber über den Steg und hab meinen Vater angetroffen und hab noch ein bisschen mit ihm geredet. Aber mittlerweile wars auch schon nach halb 11 und so riss ich mich zusammen und hab mich auf den Weg gemacht.
Nun nahm ich Tempo auf und rannte im 4:30er Tempo los, eigentlich hatte ich vor so in 4:40 bis 4:45 zu laufen. Es dauerte nicht lange, dann fühlte es sich doch schon viel besser an und ich gewöhnte mich an das Tempo. So lief ich nach Altdorf, machte mich auf den Weg richtung Marktoberdorf. Dort überholte mich erst mal ein Mädel ganz schwerfällig mit dem Fahrrad. Die musste sich schon ein bisschen anstrengen um an mir vorbei zu kommen. Ich grinste vor mich hin. Ich sah dem Mädel hinterher und grinste weiter in mich hinein, weil sie sich immer wieder heimlich umdrehte, um zu kontrollieren, ob der Abstand wächst. Meine Güte, unsere Jugend. Ich war ja grad mal mit etwas über 13 km/h unterwegs und sie schafft es gerade so von mir weg zu kommen. Nenene.
Sie bog dann nach Marktoberdorf ab, ich nahm die Richtung nach Kreen. Weiter lief ich schön in meinem Tempo und machte brav die Kilometer in 4:35 - 4:35 - 4:34 - 4:36 und lief über Kreen, das seit Neuestem einen Bauernhof weniger hat, in Richtung Geltnach rüber zur Straße, die nach Hausen führen würde oder nach Hörmanshofen zurück. Ich lief natürlich nicht nach Hausen, sonst käm ich ja zu spät in die Arbeit.
Im gleichmäßigen Tempo lief ich weiter, es fühlte sich einfach gut an dieses Tempo. Relativ schnell, aber auch noch lange nicht am Anschlag. Rüber gings nach Hörmanshofen und weil auch leichte Bergaufpassagen dabei waren, hatte ich den km in 4:38 erledigt, trotzdem völlig ok. Nach Hörmanshofen kam Biessenhofen, ich rannte dort an der Bundesstraße entlang, rüber zur Straße und den Edeka des Grauens und unsere Straße hoch. Hier war leichter Gegenwind und es ging leicht bergauf, aber da dies der neunte und letzte schnelle Kilometer war, gab ich jetzt noch ordentlich Zunder, brezte am Haus vorbei, weil der Kilometer noch nicht fertig war und drehte schließlich um.
Puh, fühlte sich das jetzt gut an, ich schwitzte wie ein Elch (Schwitzen Elche?) und taperte im Garten herum um von der Belastung herunter zu kommen. Langsam normalisierte sich der Puls und die Transpiration, aber es war schon spät, ich musste schnell meine Tasche packen und mich gleich wieder auf den Weg in die Arbeit machen. Dort kann ich schließlich auch noch duschen.
Schön war der Lauf, wär hätte das gedacht, so Frühmorgens.
Was mich etwas wehmütig gemacht hat war, dass ich 2 Blätter gesehen habe, die sich verfärbt haben. Was das heisst, wissen wir alle, der Herbst klopft an die Tür.

3 Kommentare 1.9.06 15:01, kommentieren



Hallöle

Sodale, dann wolln wa wieder mal, ne?
Ich bin in Frankreich, bei meinem Schatz.
Das Wetter ist superprächtig, das ist man ja gar nicht mehr gewohnt, nicht wahr? Soooo eine Hitze
Am Sonntag haben wir zusammen eine ausgedehnte St. Öfronn-Runde gedreht. Da sind wir am Sonntag kurz nach Mittag gelaufen, was das heisst ist klar. Der Sonntagmittag und Nachmittag, da sitzen alle Franzosen am Tisch und es wird gefuttert und geschlemmt. Sollen sie machen, das heisst auch, dass auf den Straßen überhaupt nix los ist. Wir konnten mitten auf der Straße laufen und brauchten uns überhaupt nicht um den Verkehr scheren. Schön war das. Über die Allee, (gesprochen: Allee) Villenotte, (gespr: Willnot) Juilly (Jüiiy) nach St. Euphrône (Sondt Öfronn) zum Lac de Pont (Lack dö Po) über den Berg zurück nach Semur ( Hasenstall) Hase hat dann nach 13 km aufgehört, ich hab dann noch einen Bogen gemacht und hab 15,4 km gemacht.
Ja, das war echt schön, die ganze Zeit haben wir vielleicht 4 oder 5 Autos gesehn. Nett.

Diese Woche wird noch ganz schön nervig. Am Samstag ist doch Halbmarathon, dafür muss ich mich jetzt regenerieren, das heisst, ich hab Zeit, es ist tolles Wetter und ich darf kaum laufen, nur ein bisschen langsam durchs Dorf sülzen. Na bravo. Heute gibts noch ein Intervalltraining, aber nicht so heftig wie in der Vergangenheit. Die Muskeln sollen daran erinnert werden, dass sie schnell laufen sollen. Hase und ich werden dafür auf die Laufbahn in Semur gehen und dort unsere Kreise ziehen. So sind wir zusammen und brauchen auf das jeweilige Tempo nicht so Rücksicht nehmen. Schlau, nicht wahr?
Kerstin wird heute auch ein paar schnellere Passagen machen und dann kann er kommen, der Halbmarathon.

4 Kommentare 5.9.06 15:15, kommentieren

Design?

Wie gefällt euch das Design denn? Würd mich über Kritik oder Tipps freuen

6 Kommentare 5.9.06 16:36, kommentieren

Ultrahalbmarathon

Ja es gibt sie, die Ultrahalbmarathons.
Kerstin und ich haben beim Dijon 'Halbmarathon' mitgemacht. Im vergangenen Jahr bin ich hier meine Bestzeit gelaufen. Gutes Terrain für Bestzeiten... eigentlich. Dass die Zeit letztes Jahr nicht gestimmt hat, das war eins der wenigen Ärgernisse. Meine Handgestoppte Zeit war 20 Sekunden langsamer, als die offizielle Messung. Ich nehm aber meine eigene Zeit als Maßstab. Kann ja nicht sein, dass die mich schneller machen als ich bin.
Aber zurück zu diesem Jahr.
Es wird ein warmer Tag, mit bis zu 28° wärs schön zum Baden, wir laufen lieber.
Wir freuten uns auf den Halbmarathon und wir waren richtig gut drauf. Sogar nervös war ich.
Kein Wunder, ich hab 2 Monate schön stur und brav nach Trainingsplan trainiert, es war nur eine Frage der Zielzeit, wieviel besser meine neue Bestzeit sein würde, trotz der Temperaturen.
Wir liefen kurz vor 13 Uhr zum Start und verabschiedeten uns und wünschten uns einen guten Lauf.
Pünktlich fiel der Startschuß, es ging los.
Ich hatte ganz gut Platz, die Menge entzerrte sich schnell. Es ging vorbei am Ziel, hinaus am Canal de Bourgogne vorbei. Den ersten Kilometer lief ich in 4:13. Super, denk ich. Es wird eine Runde um den Park gelaufen, ich halte bald Ausschau nach dem 2. Kilometer, aber Fehlanzeige, kein Kilometerschild. Hab ich wohl übersehen.
Es ging wieder vorbei am Zielbogen, der noch in weiter Ferne ist. Hier dürfte dann langsam auch das Kilometerschild für den 3. Kilometer stehen, aber da steht nix. Wieder übersehen? Ist ja blöd, ich hab keinen Anhaltspunkt, wie schnell ich bin. Hätt ich doch meinen Forerunner mitgenommen.
Nun liefen wir den Canal entlang und auch der vierte Kilometer wurde nicht angezeigt, erst beim 5. Kilometer kam ein Schild. Ich war viel zu schnell und war bei 21 Minuten. Aber egal, fühlt sich gut an. Da bin ich doch richtig optimistisch, dass die Bestzeit deutlich fällt.
An einer Brücke lief man durch ein Dorf und dann gings zurück, durch Schrebergärten. Ich lief mein Tempo, ohne dass ich von Kilometerschildern belästigt wurde. Ach tatsächlich da war doch ein 7 km Schild. Das nächste kam dann aber erst wieder nach 10 km. Zuvor dachte ich mir, öha, die haben die Strecke geändert, diesen Bogen hatten wir letztes Jahr nicht gemacht, diese Steigung hätt ich mir gemerkt. Nach genau 45 Minuten war ich am 10 km Schild. Hm, hab ich jetzt für die letzten 5 km wirklich 24 Minuten gebraucht? Ich war stutzig. Na gut, wenn das 5er Schild vielleicht zu früh war, dann kommts in etwa hin. Trotzdem, meine Euphorie bekam den ersten kleinen Dämpfer.
Nun war ich schon bald wieder im Zielbereich, 12 km waren geschafft, ich fühlte mich immer noch gut und schnell. Nun musste die Canalrunde wieder gemacht werden. Es war warm, vorallem bei Rückenwind. Gegenwind dagegen kühlt schön. Dass keine Kilometerschilder da waren, daran hab ich mich nun gewöhnt. Die können mich mal. Ist wahrscheinlich eine Wahnsinnsarbeit so beknackte Schilder jeden Kilometer aufzustellen. Ich grummelte vor mich hin, dann denk ich auch nicht an meine Beine und ob es noch weit ist. Denn nach 14 km fängt das letzte Drittel an und dann heisst es durchbeissen. Das 15 km Schild erschien, ich stoppte die Uhr bei 1:08 Stunden. Aha, jetzt hab ich wieder 23 Minuten gebraucht, dann passt das ja alles wieder halbwegs. Nun sinds noch 6 km, da spekulierte ich mit einer Zeit von knapp 1:36. Na super, passt doch. Vielleicht geht am Schluß noch ein bisschen mehr? Also ranhalten. Wieder wurde durch die Schrebergärten gelaufen, nur noch 3 km oder so. Dann dachte ich mir, das Schild, das ich nach der ersten Runde sah, mit den 20 km, ist aber verdammt weit weg noch, vielleicht täusch ich mich. Nun war ich bei 19 km und da dachte ich mir, dass das nicht sein kann, das kommt ja noch ewig nicht. Ich lief noch mitten am See entlang, da müsste ich doch schon im Park sein. Ich guckte auf die Uhr und war bei 1:33 und immer noch kein 20 er Schild. Soll ich jetzt kotzen oder was? Dann nach 1:36:30 war ich an dem Schild und dann war es vorbei mit meiner Lust, ich hatte nur noch eine Riesenwut im Bauch, mir taten plötzlich die Beine weh, ich hatte keine Lust mehr und war enttäuscht. Ich hatte auch keinen Nerv mehr mich zu schinden und lief mit grimmiger Miene dem Ziel entgegen. Dass ich noch von 7 Leuten im Endspurt überholt wurde, das war mir ja so Scheißegal, meine Wut war grenzenlos. Dann kam der beknackte Zielbogen und ich lief ins Ziel und stoppte meine Uhr resigniert bei 1:41:33.
Mir wurden Zettel entgegen gestreckt, mit Werbungen für irgendwelche Läufe und ich dachte mir, ihr könnt euch eure Läufe irgendwohin stecken. Dann kam auch noch eine Dame mit einer Schachtel Schokolade daher. Da bin ich ja jetzt total scharf drauf.
Ich ging zur Versorgung und kippte erst mal ein paar Becher Wasser in mich rein. Essen konnte ich nichts.
Dann stapfte ich zum Auto und holte mein 'Finishershirt' ab. Einfach nur ein Schneeweißes Funktionsshirt, ohne Aufdruck. Dann ging ich wieder zum Ziel und wartete auf meine Kerstin, die nach 2:03 völlig enttäuscht und weinend ins Ziel lief.
Sie war so gut in der Zeit und hätte die 2 Stunden locker unterboten, wahrscheinlich in 1:57 oder 1:58. Ich hielt sie fest und ließ meinen Hasen weinen.
Dann ließen wir unserer Enttäuschen und unserem Frust freien Lauf und meckerten und motzten über das Unding, dass die Strecke einfach mal einen Kilometer länger ist.
Wir waren lange Zeit untröstlich und auch jetzt, einen Tag später bin ich immer noch sauer deswegen.
In Dijon werden wir auf jeden Fall nicht mehr laufen.
Schade, dass ich nach dem Lauf direkt nach Hause fahren und meinen Schatz zurück lassen musste. Ich hatte ja noch über 500 km zu fahren.

So eine Erfahrung macht man am besten mit dem nächsten Lauf wett. In 2 Wochen ist hier in Weilheim ein Halbmarathon und den werd ich wohl mitmachen. Und wenn es in Deutschland heisst Halbmarathon, dann ist das auch kein Ultrahalbmarathon, man kann sich auf die angegebenen Distanzen eher verlassen. Ein Halbmarathon hat schließlich 21,1 km und nicht 22 Komma Irgendwas

2 Kommentare 10.9.06 07:34, kommentieren

Genervt

Ja was bin ich doch genervt.
Am Sonntag bin ich nach meiner letzten 12 Stundenschicht noch gelaufen. Schönes Sommerwetter, herrlich warm. Ein perfekter Spätsommertag.
Recht langsam bin ich gelaufen, muss ja das Laktat aus den Muskeln Zu lang wollt ich auch nicht, hab ja net ewig Zeit. Die Zeit von 12 Stundenschicht zur nächsten Frühschicht ist schon verdammt kurz. Aber das hat sich jetzt ab Oktober mit dem neuen Schichtplan eh erledigt.
Achso, ich red ja vom Laufen.
Gut, also ich lauf da so gemütlich durchs Land, freu mich, dass es nicht so weh tut, nach dem Halbmarathon vom Samstag und geniess die letzten Sonnenstrahlen. Es wird schon dunkel, aber die Sonnenbrille hab ich immer noch auf, aber eigentlich wegen den Mücken.
Mich überholen Radfahrer und vor mir ist eine Gruppe mit 4 Leuten, die auf mich zukommen, ein schwarzer Hund ist auch dabei.
Ja, jetzt kommt wieder mal ein Hundezwischenfall.
Der schwarze Hund sieht mich und rennt schnurgerade auf mich zu, ich erschrecke und als er fast gegen mich rennt, brülle ich den Hund volle Kanone an: Hau bloß ab, du. Hund folgt und verpisst sich wieder zu seinem Volk. Das hat der Gruppe, bestehend aus 3 Männern und einer Frau nicht gefallen. Einer fragt mich, ob ich Probläm hab, oda was?
Ich ruf ihm zu, dass er seinen Scheißhund an die Leine nehmen soll, wenn er sich nicht benehmen kann.
Darauf der Typ wieder: Hast du Probläm? Kommst du her, wenn du hast Probläm.
Ich sag, er soll einfach seine Töle an die Leine nehmen, dann hab ich kein Problem mehr.
Darauf der wieder: Komm doch her, wenn du Probläm hast, bist du doch Läufer, kommst du her, komm doch, komm doch.
Naja, die Beschimpfung ging noch so weiter, ich hab dann auch noch mein verbales Können zum Besten gegeben und meinen Beleidigungssprachschatz bemüht. Wir kamen aber auf keinen gemeinsamen Nenner und so bin ich dann am Horizont verschwunden.
Ab da lief ich mit Wut im Bauch und vorbei wars mit dem langsamen Tempo. Es wurden dann auch noch 10 km, davon die letzten paar recht flott.
Also ich und Hunde, das wird in diesem Leben nix mehr.

Montag bin ich dann schön in Richtung Mooshütte gelaufen und dann im Wald entlang und schließlich nach Hörmanshofen. Eine schöne Laufstrecke, die wird aber eher gemieden, weil man dazu einen ganz schön fiesen Berg erlaufen muss, aber oben angekommen ist es schön ruhig. Kein Hund, nix.

Gestern hab ich nur kurz gemacht, so 7,2 km. Das Wetter ist herrlich, richtig schön warm. Superspätsommerwetter. Ich bin erst nach Ebenhofen, dann hintenrum am Gleis entlang nach Biessenhofen zurück. Zur Wertach bin ich gelaufen, dort dem Fluß gefolgt und wieder Heim.
Genervt bin ich trotzdem.
Warum? Gestern geh ich in meinen Keller hinein und will Wäsche aufhängen, da denk ich mir, das ist ja wohl sauwarm hier. Vom Sommer kann das nicht kommen. Da merk ich, dass mein Heizkörper volle Kanone aufgedreht ist.
Spinn ich jetzt, oder was?
Es klärte sich dann auf, mein Nachbar (Nicht der, über den ich gleich berichte ) hat bei sich Daheim den Heizkörper versetzt, dazu musste der Wasserstand abgesenkt werden. Heizung ran, Wasser rein, aber nu ist ja Luft in den Heizkörpern, die muss raus. Dazu muss auch das Ventil geöffnet werden und da hat er wohl vergessen wieder zuzudrehen. Nun ist eben tagelang der Heizkörper am Anschlag offen gewesen. Dass ich jetzt nicht mit Konfetti um mich schmeiß, ist klar. Kost ja bloß Geld.
Dann abends denk ich mir, ich spinn. Ich bins ja schon gewohnt, dass der Nachbar über mir etwas lauter ist. Da hör ich ständig den Fernseher und wenn seine Schnappe da ist, dann wird erst mal mit den Möbeln gerückt. Das ist so ein Trampel, das ist unglaublich. Wenn die da ist, dann wird auch gern mal abgeschädelt, da wird ne Pulle, oder zwei, oder drei, oder 20 aufgemacht und zugeprostet. Saufen macht anscheinend taub, der Fernseher wird lauter gedreht. Hin und wieder fällt von dein Zweien wohl einer vom Sofa, auf jeden Fall schepperts regelmäßig.
Dann, so um 21 Uhr denk ich mir, ich könnt ins Bett gehn, dann fängt der Typ da oben doch tatsächlich das Gröhlen an. Ich dacht ich spinn, jetzt haben sie das Oktoberfest ins Haus verlegt. Vom Wein schon sehr beseelt, hat er dann schwer krakeelt. Gröhlt da oben rum und singt 'JAJAJA LALALA JAJA LOLOLO' Mein Puls geht hoch, ich krieg so eine Wahnsinnswut und lass einen Schrei los, der mich selbst erschreckt. Die Reaktion? Keine! Seine Angebetete kichert bescheuert vor sich hin, während er wieder vor sich hinblökt. GIbts nicht. Das kann nicht sein, denk ich mir. Ich geh ins Bett und hoffe auf Besserung. Mittlerweile wars 22 Uhr, scheissegal, ich steh ja eh erst um halb 4 auf. Dann machen die sich wohl bettfein, es wird fleißig gerumpelt und gelacht, dann fängt der Typ an lauthals zu singen. Singt und singt und gröhlt und gröhlt und singt und Schnappe kichert und freut sich über die Sangeskünste. Ich war kurz davor hoch zu gehen und die Tür einzutreten.
Irgendwann bin ich wohl eingeschlafen, trotz rasendem Puls und in der Früh, bevor ich in die Arbeit bin, hab ich ihm noch einen Liebesbrief geschrieben, was ich von der Aktion halte und dass ich keine Rücksicht mehr nehmen werde. Den Zettel bekommt er mit der Tageszeitung, die schon da war.
Der Herr dort oben ist um die 70, da darf man schon ein bisschen kindisch sein.
Ich glaub, heut Mittag hör ich ein bisschen Iron Maiden, AC/DC oder Metallica.
Merkt man, dass ich sauer bin?

2 Kommentare 13.9.06 10:30, kommentieren

Langer Lauf

Wieder steht ein Marathon vor der Tür, am 8.10. in München, also muss auch wieder lange gelaufen werden.
Das Wetter war super. Bedeckt, 17°, besser gehts nicht. Ein bisschen hats mal getröpfelt, aber das wars.
Ich bin zunächst auf dem Dampflokweg nach Kaufbeuren gelaufen. Ich hab mir übrigens in den Kopf gesetzt, irgendwann den kompletten Dampflokweg innerhalb von 2 Tagen zu laufen. Sind ja nur knapp 80 km
Dann lief ich hoch zum Fliegerhorst, vom Berg runter, dann wieder einen anderen Berg hoch zu den Krankenhäusern und dann weiter in Richtung Kleinkemnat. Dort an einer Kreuzung beschloß ich, dass ich nach Großkemnat laufe. Dort war ich schon seit der 3. Grundschulklasse nicht mehr. Zu Fuß marschierten wir damals zu diesem Turm. Ja, da gabs noch Märsche von 4 km Länge, heut wird mit dem Bus hingefahren. Dort steht nämlich der Römerturm. Mit meinen Eltern war ich dort auch mal, da war ich noch eine Fußhupe, so klein war ich. Bis ich den aber mal gefunden hab. Ganz schön versteckt der Turm.
Ich bin da angekommen und hab dem Gewusel zugeguckt. Da ist wohl am Wochenende ein Fest. Auf jeden Fall wurde schwer rumgebaut. Ich bin dann wieder weiter gelaufen.
Von hier oben gings runter, dann wieder hoch nach Kleinkemnat. Auf dem Friedhof hab ich meine Wasserflasche wieder voll gemacht und bin dann in mein absolutes Lieblingsdorf gekommen. Nach Irsee. In Irsee haben wir mal 3 1/2 Jahre lang gewohnt, daher hab ich auch eine ziemlich emotionale Bindung zu dem Dorf. So richtig rausgeputzt wurde es seitdem. Ich lief an der Spenglerei Jall vorbei, dort drüben war mal ein Edeka, wo ich immer die TZ für meine Mutter holen musste, hier war die Installationsfirma, bei der mein Vater gearbeitet hat. Weiter zur Sparkasse, die damals neu gebaut wurde. Der Kastanienbaum, der schuld dran war, dass mein Bruder und ich abgehauen sind, der steht nicht mehr.
Dann um die Kurve herum seh ich das Sägewerk, das immer noch steht, obwohl wir uns doch so Mühe gegeben haben (unbewusst) dass wir es abfackeln. Wir haben immer Feuerchen unter dem Sägewerk gemacht und hatten keine Ahnung, was da passieren könnte.
Ein paar Meter weiter steht unser Haus in dem wir gewohnt haben. Richtig liebevoll ist es hergerichtet, ein großes Haus ist das, davor ein schicker Garten, der damals noch eine Wiese war, mit einem Kieshaufen mittendrin.
Hier blieb ich stehen und guckte mich um. Gegenüber von unserem Haus war der Heinle, hier hab ich meinen ersten Vollrausch rausgezogen, damals war ich 6 Jahre alt.
Nun ging ich die Mühlenstraße weiter und kam an der Bäckerei Koneberg an. Schade, ausgerechnet jetzt haben die Betriebsausflug. Ich hätt gern eine Breze gekauft. Die Besitzerin war damals so 4 Jahre alt, als ich im Hinterhof der Bäckerei mit Pfeil und Bogen die Scheibe einschoß und sie gemahnte, ja nicht zu petzen. Klar hat sie trotzdem gepetzt.
Nun ging ich einen Weg entlang. Da wohnte die Susi, unter der Treppe war immer die Mülltonne abgestellt, die war aus Kunststoff, das war damals selten. Und jetzt? Jetzt steht immer noch einen Kunststofftonne unter der Treppe. Grinsend lief ich den Weg weiter und kam an einem Obstverein vorbei. Dort hab ich wieder gehalten und Zwetschgen und Äpfel gefuttert. Ich hab früher Obst geklaut, wieso sollt ich das jetzt ändern .
Nun ging ich weiter und war beim imposanten Kloster Irsee. Danach kam das Klosterbräustüble. Hier hat meine Mutter als Köching gearbeitet, oft haben wir sie dort abgeholt und sind dann den steilen Berg nach Hause gegangen.
Dann machte ich mich langsam auf den Weg um Irsee zu verlassen. Den Rest erzähl ich demnächst, oder schweife noch ein bisschen über Irsee aus.

4 Kommentare 16.9.06 11:51, kommentieren

Was für ein geiles Wetter

Boah, was ist das nur für ein Wetter. Ich hab beschlossen, dass September ab sofort mein Lieblingsmonat ist..... Zumindest, wenn das Wetter so bleibt
Unglaublich. 25° oder mehr, immer blauer Himmel, kaum Wind. Total geil. Dann hab ich auch noch ein neues Hobby. Obst klauen. Wenn ich Obstbäume sehe, dann kann es sein, dass ich beim Laufen stehen bleibe und mir nen Apfel klaue, oder Weintrauben, oder Zwetschgen, oder Birnen. Was die Bäume halt so hergeben.
Ich war jetzt ein paar Tage bei meinem Schatz in Frankreich, aber wenns blöd laufen kann, dann richtig. Erst musste ich einen Tag länger arbeiten, bis Samstag. Da wurde uns schon ein Tag geklaut und dann kam noch dazu, dass Kerstin ab Mittwoch mit ihrer Firma nach Italien musste. Also werden uns nochmal 3 Tage geklaut. Sowas blödes aber auch. Und jetzt kommt dann auch noch unser neues Schichtmodell ab 1. Oktober zum tragen. Dann sehn wir uns etwa 4 Wochen nicht mehr. Zum kotzen oder? Und weil Hase in Italien ist, kann sie auch nicht im Internet sein, ergo können wir uns so auch nicht schreiben. Aber wenigstens kann sie einmal am Tag anrufen, mit dem Handy von einem Chef. Kostet bestimmt nix, aus dem Ausland anzurufen. Firma zahlt, egal
Hoffentlich hat sie trotzdem eine schöne Zeit, aber so wie ich das gehört hab, haben die dort ein ziemlich volles Programm. Immer unterwegs und überall zu spät. Kaum Zeit für sich selbst. Ich weiß doch, dass meine Kerstin ganz gern Zeit für sich alleine hätte, als ständig mit den Kollegen zusammen zu hängen. Gestern früh ist sie in der Früh um 5 gelaufen. Das war die einzige Zeit, die sie für sich hatte.
Sonntag abend kommt sie wieder Heim.
Das ist jetzt eine neue Dimension des Vermissens

Zurück zum Laufen. Ich dachte ja ich hör schlecht, als meine Mutter gesagt hat, dass mein kleiner Bruder beschlossen hat, mal ein bisschen zu laufen. Ja da schau her. Das hat mich richtig gefreut. Und wenn ich ein bisschen Vorbild bin, dann freut mich das erst recht.
Aber Florian wusste nicht so recht, wie er das machen sollte. Ein Bekannter meinte, läufst halt mal 30 Minuten und ja nicht stehen bleiben!!! Das Ergebnis war, dass er viel zu schnell losgesaust ist, total kaputt war, aber ja nicht stehen bleiben konnte um wieder zu Puste zu kommen. So quälte er sich ums Dorf und kam fix und alle Zuhause an. Da wird er sich gedacht haben, ja so ein Scheiß.
Am nächsten Tag gleich nochmal auf die Piste, wieder zu schnell, wieder kaputt, diesmal gabs Muskelkater.
Ich bin dann am Mittwoch abend noch hingelaufen und hab ihm gesagt, dass wir jetzt ein bisschen laufen gehen. Klar, er hat Vorbehalte, dass er doch net mit so einem 'Profi' wie mir mithalten kann, aber diese Bedenken konnt ich ihm ausreden.
So gingen wir über den Wertachsteg, ließen noch eine Nordic Walkerin vorbeiklappern und hab gleich mal den Jagdinstinkt von meinem Bruder angestachelt: Die krieg ma noch.
Also liefen wir los, Florian nimmt fahrt auf, aber hööö, der Charly läuft ja gar nicht so schnell. Also hat er sich gleich eingebremst und ist neben mir hergelaufen. Dann gings an der Wertach entlang nach Biessenhofen. Die Walkerin haben wir auch schon überholt.
Schon hatten wir einen Kilometer geschafft, ich teilte ihm mit, dass wir jetzt genau 7 Minuten gebraucht haben. Und wie es ihm geht. Ihm gings gut, also weiter. Ab und zu hab ich mit ihm geredet, um festzustellen, ob er ausser Atem ist, dann hätt ich nämlich langsamer gemacht. Aber ging gut.
Wir kamen in Biessenhofen am Steg an, dort blieben wir stehen. Aus dem Grund, um ihm zu zeigen, dass es gar nicht schlimm und nicht verboten ist, wenn man beim Laufen stehen bleibt. Florian grinste, dann liefen wir weiter nach Altdorf. Dort gehts einen kleinen Berg hoch, den haben wir auch geschafft und der zweite Kilometer wurde in 6:46 Minuten geschafft. Schon ein bisschen schneller. Dann gings wieder von Altdorf nach Hause, ich wollte meinen Bruder in dem bisherigen Tempo weiter laufen lassen, aber er wurde immer schneller. Ich hab mir gedacht, der wird schon wieder langsamer werden, aber nö, ich lief dann wieder zu ihm auf. Der 3. Kilometer war noch ein bisschen schneller in 6:40 min. Dann gings am Sportplatz entlang nach Hause.
3,5 km waren das mal eben. Das ist doch prima für einen Anfänger, oder? Ich hab das damals nicht geschafft. Gut, ich hatte auch 27 Kilo Übergewicht, das hat mein Bruder nicht, er hat gar kein Übergewicht.
Florian war ziemlich überrascht, dass er nicht so erledigt war, als bei seinen ersten beiden Läufen. Richtig Spaß hats gemacht, am liebsten wär er gleich weiter gelaufen, aber nönö. Immer langsam mit den Pferden. Nicht zuviel auf einmal wollen.

Gestern sind wir dann gleich mal nach Kempten gefahren. Florian braucht Laufschuhe.
Natürlich hat er noch nie was von Laufbandanalyse gehört, was ist das wieder für ein Kram?
Im schicken Brudercabrio gings zum Fachmann.
Dort angekommen wurde Florian aufs Band gestellt, das Gewicht wurde erfasst, auf einer Glasplatte geguckt, was er für Füße hat, dann Schuhe anprobiert, wieder aufs Laufband, mit Video fest halten wie er läuft und landet, in Zeitlupe abgespielt, viel erklärt und gesagt. Im Hof hin und her gerannt und schließlich durfte sich mein Bruder für Schuhe entscheiden.
Was einen guten Verkäufer ausmacht ist, dass er den Kunden entscheiden lässt, was er für Schuhe für besser hält, die für ihn in Frage kommen.
Interessant auch, ich war jetzt mit vier Leuten bisher in dem Laden und jeder kam mit anderen Schuhen raus. Der eine mit New Balance, der andere mit Brooks, Asics, Nike. Dem Verkäufer ist es auch egal, was die Schuhe kosten, ihm gehts wirklich um den Kunden. So kamen wir mit nagelneuen Asics für 110 € wieder raus.
Heute Abend werd ich wieder vorbei kommen, dann wird ein Stück gelaufen und die Schuhe entjungfert. Zuviel darf ich ja heut auch nicht machen, weil ich morgen früh einen Halbmarathon hab.
Drückt mir die Daumen, dass es eine Bestzeit wird, nachdems vor 2 Wochen so eine Pleite war.

1 Kommentar 22.9.06 12:49, kommentieren

Halbmarathon in Weilheim

Als ich das letzte mal in Weilheim war, war ich mit Mutti vor Gericht. Neiiin, ich hab sie nicht vor Gericht geschleppt. Sie war Zeuge bei einem Autounfall, da war ich 11 Jahre alt.
Aber das ist lang her, mittlerweile gibts hier Halbmarathon zu laufen.
Ganz früh aufstehen heisst das.
Um halb 9 war ich in Weilheim und die Stadt war total im Nebel versunken. Den Läufern war das recht.
Ich holte mein Startzeuchs, dann bin ich wieder zum Auto und hab mich dann irgendwo in Richtung Schule warm gelaufen.
Dann drehte ich um, zog mich nochmal um und dann gings auch schon zum Startplatz.
Ich war diesmal so frei und hab mich recht weit vorne aufgestellt. Das war auch ganz ok so, ich hatte nicht das Gefühl, dass ich im Weg war oder dass ich übermäßig überholt wurde.
Achja, davor war ja noch der Startschuß.
Los ging der Lauf, erstmal leicht bergab, dann schon bald hinaus aus Weilheim. Das Wetter war einfach gut zu laufen. Es hatte vielleicht so um die 13° und Sonne kommt da keine raus, die ist weiter oben.
Schon bald war ich am ersten km. Ist das nicht herrlich, wenn jeder Kilometer markiert ist? Da erinner ich mich doch mit Grausen an den Dijon 'HM'.
Es lief ganz gut bei mir und nun liefen wir an der Ammer entlang, ein gut zu laufender Kiesweg. Gut, ein bisschen rutschten die Füße hin und her, aber schlimm wars nicht.
Der km 3 war in 4:03 erledigt, aber das glaubte ich nicht ganz. Ich hatte recht, denn der nächste km war erst 4:53 später. Naja, dann passt das ja wieder. Ein Läufer fragte mich, wielange wir schon unterwegs seien. Ich sagte es ihm, er hatte nämlich keine Uhr dabei.
Er und noch ein Läufer sind nebeneinander gelaufen, ich hatte mal 30 Meter Rückstand und Gegenwind war auch noch. Da dachte ich mir, wenn ich mich näher hin bringe, dann kann ich im Windschatten laufen und könnt ein bisschen Kraft sparen. Also kämpfte ich mich heran und konnte dann hinter den Beiden im Windschatten laufen. Ein paar Kilometer ging das gut, aber dann wurde der Typ, der die Zeit wissen wollte schneller, der andere aber langsamer, also überholte ich ihn und versuchte am anderen dran zu bleiben, aber nö, das schaffte ich nicht. Schade, musste ich wieder nach meinem Gefühl laufen. Die Kilometer machte ich so in 4:25 - 4:30, eigentlich schön regelmäßig.
Wir liefen durch ein Dorf, kreuz und quer durch die Straßen und hier waren sogar ein paar Zuschauer. Die meiste Zeit waren wir aber alle alleine an der Ammer. Da verirrt sich natürlich kein Zuschauer hin.
Dann bei km 14 gings ein bisschen Trailig dahin. Ein Feldweg, der nicht sonderlich eben war, da merkte ich, dass ich hier ein bisschen langsamer laufe. Wieder lief ich auf einen Läufer auf, der hätte sich fast verlaufen. Dann merkte er, dass ich geradeaus laufe, daraufhin sagte er, dass er jetzt wohl besser seine Brille aufsetzt, weil er nix sieht
Hin und wieder war es ein bisschen hügelig, aber meist war es doch schön flach. Einmal musste man einen Berg hochlaufen, da war man dann an der Bundesstraße, hinten gings gleich wieder runter. Kraft kostete es allemal.
Mittlerweile waren 16 km geschafft. Ich rechnete so vor mich hin und dachte mir, das haut schon hin mit der Bestzeit, aber viel unterbieten werd ich die wohl nicht.
Dann kam die Versorgungsstelle bei km 18, da trank ich noch ein bisschen Wasser und kurz darauf *DENGEL* spürte ich schlagartig, dass ich völlig kaputt war. Ich war völlig ausser Atem und platt. Was ist denn jetzt los? Gehts noch? Aber jetzt werd ich doch wohl nicht kürzer treten, die letzten Kilometer waren eh schon immer ein wenig langsamer. Aber zum Glück war die Schwächephase nur ein paar hundert Meter lang, dann lief es wieder ganz gut.
Nach 19 km überholte mich ein Kollege und sprach mich an mit 'Charly'? Ich bejahte, dann kannte ich ihn auch. Es war der Heumann Richard, der erst kürzlich bei mir im Tagebuch vorbei geschaut hat und aus der Nachbarstadt kommt.
Wir 'unterhielten' uns kurz.
'Hi, ich bin der Richard'
'Jo, weiß'
'Das dauerte jetzt aber, bis ich dich eingholt hatte'
'Jo'
'Wie schauts aus? Wirds eine Bestzeit?'
'knapp' Mehr brachte ich nicht raus.
'Ja dann, bis gleich' sprachs und Richard entfernte sich von mir.
Kurz dachte ich daran, mich hinzuhängen, aber das packte ich nicht mehr. Nur noch 2 km, dann ist der Unsinn bald vorbei.
Nun kamen wir in Weilheim an, dann ist ja auch schon alles egal, alles rausgeholt aus dem Körper, die Zuschauer genossen und dann war auch schon bald der Zieleinlauf in Sicht. Ich guckte nun ständig auf die Uhr und im Ziel hatte ich dann eine Zeit von 1:36:39 (Selbergestoppt 1:36:35)
Super, Bestzeit. Zwar nur um eine Minute verbessert, aber das ist ok.
Dann traf ich den Richard wieder und wir unterhielten uns noch ein bisschen.
Die Becher an der Versorgung waren recht knapp. Das lag auch mit daran, dass etliche Nordic-Walker wohl meinten, da gibts was umsonst, da schlagen wir zu. Naja, ärgerlich für die HM Läufer, die es etwas nötiger hatten, als dich Stöckerlschleifer. Und der Großteil der NW-ler waren wirklich Stöckerlschleifer, Richard sah das genau so.
Kurz darauf waren auch schon die ersten Ergebnislisten draussen. Dort sah ich meine Zeit und dass ich den 60. Platz gemacht hab. Wieviel nach mir kamen, weiß ich nicht. Aber das war kein schlechter Platz.
Ich guckte dann noch die Liste des 10 km Laufes an und gucke da, hätt ich diesen Lauf gemacht, wär ich sogar achter geworden, das wär doch mal ein Ding gewesen.
Weil es doch ein bisschen kühl war und ich ein bisschen geschwitzt hab, bin ich auch gleich danach wieder aus Weilheim verschwunden.
Der Lauf war echt gelungen. Da käm ich gern wieder mal her.

Schade, dass mein Hase noch nix davon weiß. Ich weiß doch, dass sie neugierig ist, ob es denn diesmal nach dem Beschiß von Dijon mit der Bestzeit geklappt hat. Aber in Gedanken war sie ja immer bei mir.
Vor 2 Wochen war ich auch noch besser drauf, aber mittlerweile musste ich schon wieder auf den München Marathon hintrainieren, das Training dafür hat mir wohl schätzungsweise 2 Minuten bei der HM Zeit geraubt. Aber was solls, so hab ich das Gefühl, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange war und kann nächstes Jahr wieder angreifen.

3 Kommentare 23.9.06 15:44, kommentieren

Gleich nachgelegt

Kein einziger Kommentar zu meinem HM?
Ja, dann eben nicht.

Ich hab heut gleich noch ein paar Kilometer für diese Woche nachgelegt.
Das Wetter war einfach nur super, ich hatte Daheim nix zu tun, mein Schatz ist von Italien nach Frankreich unterwegs, also lauf ich eben vor mich hin.
Ich hab angefangen mit der Hasenrunde, über den Bachtelsee zum Bärensee, aber dann dachte ich mir, mal gucken wo es am Bärensee rechts rum geht, da müsste es doch in den Wald gehn und irgendwo dort hinten ist dann die Mooshütte *spekulier*
An den beiden Seen waren einige Leute unterwegs. Man siehts einfach, ob Radler und Fußgänger öfter draussen sind, oder nur, wenns 21° hat und ja die Sonne scheint. Gemächlich radeln die HinundwiederRadler vor sich hin, superlangsam, dass sie fast vom Rad kippen. Da mangelts wohl a bissal mit der Kondition. Das war auch ein Grund, warum ich nach rechts abgebogen bin, da werden nicht so viel Leute unterwegs sein. Und ich hatte recht, ein paar Radler waren zwar unterwegs und auch ein paar Fußgänger, aber das wars auch schon wieder, ich hatte meine Ruhe.
So gings dann auch bald ziemlich heftig den Berg hoch und oben angekommen, lief ich eine superschöne Strecke durch den Wald. Wieso hab ich da nicht schon früher nachgesehen, wo der Weg hinführt?
Da oben sah ich dann was kurioses, da steht ein Baumstumpf herum und aus dem Baumstumpf wurde ein kleiner Stuhl rausgeschnitzt. Das sah ja mal super aus. Das war bestimmt keine leichte Arbeit.
Ich lief weiter durch den Wald und irgendwann kannte ich mich auch wieder aus, ich war in der Nähe der Mooshütte und lief ein paar Meter an der Bundesstraße entlang. Die Mooshütte vermied ich, weil da bestimmt die Hölle los war, das ist schließlich Ausflugsziel mitten in der Pampa, das meist mit dem Auto angefahren wird.
Also lief ich wieder in meinen Wald hinein und trabte recht zügig wieder in Richtung Biessenhofen. Von dem gestrigen Halbmarathon spürte ich kaum etwas, es lief richtig locker. Sensationell.
Ich dachte über mein weiteres Training nach, was ich denn wohl die nächsten zwei Wochen machen würde, bis der Marathon in München ist. Ein langer Lauf muss noch unbedingt sein, dann mach ich wohl am nächsten Sonntag in Füssen einen gemütlichen HM, dann muss ich schon wieder regenerieren. Lästig ist das.
Bald kam ich an einem Berg an, bei dem es mit hurra nach unten ging, ziemlich steil, das geht mal wieder auf die Knie. Aber da muss ich nunmal runter. Dann war ich wieder am Bachtelsee, lief an unserem Werk vorbei und war nach 14 km wieder Daheim.
Schöner Lauf war das, bei herrlichem Wetter. Aber der Wetterbericht meint, nu wirds kühler. Schade.

5 Kommentare 24.9.06 19:05, kommentieren

Langer schöner Lauf - La Pampa

Puh, heut hab ich meinen letzten langen Lauf vor dem Marathon in München gemacht. Zwei Stück waren das dann insgesamt
Normal sollte man so 6-8 mal um die 30 km laufen, ging aber nicht, weil ich lieber intensiver die Halbmarathonbestzeit gejagt hab und dafür trainiert hab. Da musste das Marathontraining ein bisschen hinterherhinken.
In 10 Tagen ist ja schon der München Marathon. Wie doch die Zeit vergeht.
Also erzähl ich mal vom heutigen Lauf.
Ich hab mir meine leere Wasserflasche umgeschnallt und bin losgelaufen. Zunächst nach Hörmanshofen, dann in Richtung Hausen. In Hausen ist ein Brunnen, bei dem hab ich meine Flasche erst aufgefüllt. Schlauer Bub, so konnt ich 7 km ohne GluckGluck laufen. In Hausen hab ich überlegt, wo ich hinlauf, ich hab ja Zeit für Experimente. Also bin ich links abgebogen und die 'Neue Steige' hochgelaufen. Der Anstieg war einige hundert Meter lang, aber mir kams gar nicht so anstrengend vor. Ich war irgendwann oben, ein Schild verriet mir, dass es hier zum Galgensee geht. Noch nie gehört, klingt aber interessant. Hängten sie hier früher Leute auf und versenkten sie anschließend im See??? Ich hab den See gefunden. War putzig das Teil, ein wilder See, der mich persönlich nicht unbedingt zum Baden einlädt. Bestimmt Gras drin und so, vielleicht Leichen mit Strick um den Hals. Lieber nur angucken. Aussenrum war überall Schilf und dazu noch die Herbstatmospähre, das war echt schön. Dann lief ich weiter zu den zwei Buchen. Dort angekommen, hatte ich einen unglaublichen Ausblick auf das Allgäu. Hier blieb ich stehen und guckte. Da hinter der Anstieg der nach Marktoberdorf führt, da ist Altdorf, dort raucht die Heumühle, Ebenhofen, Altdorf, klitzekleine Autos auf der B12. Man konnte Kreen sehen und ich dachte mir, da hatte man bestimmt einen genialen Blick auf den Bauernhof, der abgebrannt ist vor etwa einem Monat.
Hier war es auch absolut still. Nur Vögel konnte ich hören, sonst nur wunderbare Stille. Super.
Ich drehte wieder um und kam am Wirthsee vorbei. Auch so ein kleiner See, auch wild, auch nix für mich zum Baden.
Dann wurde ich von einem Hund beäugt. So ein gefäääährlicher Wachhund, der ein superhübsches Haus mit Anwesen bewachte. Hund guckte neugierig und hatte dabei ein Bein neckisch angewinkelt. Dann zockelte er mir hinterher, was ich erst gar nicht bemerkte. Erst als ich bei einem andern Haus umdrehte, weils nicht weiter ging, wär ich fast über ihn gefallen. Das war so ein kleiner Pinscher, voll süß. Ich beugte mich zu ihm und hab ihn gestreichelt. Er hatte ein schönes Halsband um, sah teuer aus. Ich überlegte, was das Band wohl bei ebay einbringen würde. Hmmm
Aber ich ließ ihm sein Halsband und verabschiedete mich von ihm.
Nun hab ich den Ostallgäuer Wanderweg gefunden. Ich glaub, da lauf ich entlang, da kann ich mich nicht verlaufen...... Hoff ich. Erst wars Asphalt, dann wurde es Schotter, im Wald wurde es recht matschig, aber ich hopste schön über die Pfützen und Matschhäufen. So, jetzt wusste ich nicht mehr wo ich war. Null Orientierung. Ich lief halt einfach dem Weg nach. Ich werd schon irgendwo raus kommen. Ich traf für bestimmt eine halbe Stunde keine Menschenseele. Dann sah ich doch mal eine vielbefahrene Straße in der Ferne. Ich überlegte fieberhaft, was das für eine Straße sein könnte, ich kam nicht drauf. Erst als ich dort war, erkannte ich, dass es die B 472 nach Schongau war, ich war kurz vor Ob. Kleiner Ort mit kurzem Namen. In Ob kannte ich mich aus, ich lief die Straße über Geislatsried nach Bidingen. Das volle Kuhdorf. Jeder Kilometer wurde noch ein bisschen schneller gemacht. Füße weh? Überhaupt nicht.
Ich werde nie müde mich über dieses Dorf lustig zu machen. Allein schon der Dialekt ist so fies. In Bidingen lief ich noch in Richtung Skilift, nochmal einen Anstieg hoch, nur um dann wieder umzudrehen. Aber irgendwo müssen ja die überschüssigen Kräfte hin.
Nun lief ich zum Friedhof und füllte nochmal meine Wasserflasche auf. Friedhöfe sind da recht praktisch.
Ich pausierte für 2 Minütchen, anschließend gings weiter nach Bernbach. Auch ein Kuhdorf, mit viel mehr Kühen als Einwohnern. Mittlerweile hatte ich 23 Kilometer auf dem Tacho, wenn ich jetzt Heim laufe, hab ich zuwenig Kilometer gemacht, also suchte ich mir noch hinter Bernbach einen Weg in die Pampa. Es lief richtig gut und ich wurde immer noch schneller. War ich zu Anfang noch mit knapp unter 6 min/km unterwegs, war ich jetzt schon bei 5:20, trotzdem hatte ich noch Kraft ohne Ende. Vielleicht kann ich ja fliegen? Ich lief also im Bernbacher Pampaland über die Felder, auch hier wars schön ruhig und echt schön. Bei einem Wald drehte ich dann doch um, auch wenn ich neugierig war, wo es da hin ginge.
Wieder in Bernbach angekommen, hatte ich schon 28 km hinter mir, nun konnte ich mich auf den Weg nach Hause machen. Ich war immer noch nicht kaputt, deshalb ließ ich es jetzt auch ordentlich laufen und so machte ich den 29. Kilometer in unter 5 Minuten, den 30. in 5:15, dann wieder in 5:10. Auf der Straße war hier ordentlich was los. So richtig wohl fühlte ich mich da nicht und beobachte wirklich jedes Auto, ob es mich auch sieht. Aber lief alles gut.
Nun gings noch die Steige hinunter nach Hörmanshofen und dort noch ordentlich Stoff gegeben und nach 33 km Zuhause angekommen. Ich grinste blöd vor mich hin und freute mich, dass ich so gut drauf war. Ich hätt auch locker weiter laufen können, aber erstens will man ja net übertreiben und zweitens musste ich ja noch kochen und in die Nachtschicht.
Das war echt ein superschöner, spannender Lauf. Und wenn es mir körperlich so richtig gut geht, dann ist so ein Lauf noch viel schöner. Da kann ich die Gegend angucken und brauch mir nicht denken, aua die Wadln.

2 Kommentare 28.9.06 21:35, kommentieren