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Ja is denn scho wieder Halbmarathon?

Jo, in Füssen war heut Halbmarathon, den musste ich auch noch schnell mitnehmen.
Dafür musste ich auch noch meine Schicht tauschen. Ganz schön stressig.
Erst hats mal geregnet, aber in Füssen war es dann doch eigentlich trocken. Da haben wir aber Glück gehabt.
Nett, wen man alles so kennt mittlerweile. Es sind doch oft die gleichen Läufer bei den Veranstaltungen in der Region.
Hier winken, da hallo sagen. Da ein Grüß dich. Man kennt sich.

Zunächst waren die Kinderrennen dran. Das war nett anzusehen. Und manche sind auch gar nicht so langsam. Da flitzt ein 11 Jähriger dahin und läuft die 1200 Meter in unter 5 Minuten. Die haben schon ein Tempo drauf.

Dann um 20 vor 11 kamen wir dran. Erst hätt ich mich fast noch falsch aufgestellt. Die 10 km Läufer standen nämlich 100 Meter weiter oben als die HM Läufer, damit das mit der Distanz am Ende stimmt. LEST IHR DAS IN DIJON? ICH SAGTE, DAMIT DIE DISTANZ STIMMT!!! Nehmt euch mal ein Beispiel.
Ich machte mir heute überhaupt keinen Stress, ganz gemütlich wird gelaufen, einfach so zum Spaß.
PENG hats gemacht, dann liefen wir alle los. Ein Stück durch Füssen, dann gings hoch nach Bad Faulenbach. Zünftige Steigung und dann trennten sich auch schon die 10 km und die HM Läufer. Wir liefen in Richtung Mitter- Obersee.
Schööön gemütlich lief ich, grinste und guckte mir die Gegend an. Neben mir war eine Läuferin, die lief auf meiner Höhe und spekulierte wohl, ob sie mit mir mithalten kann. Mir ging das auf den Wecker, dieses Gegucke, dann hab ich eben ein bisschen Gas gegeben und schon war sie brav ein paar Meter hinter mir. Das Tempo hielt ich jetzt bei, so gemütlich muss es dann ja doch net sein. Stetig gings nach oben. Ich kenn die Strecke noch vom Marathon im Juli, allerdings liefen wir da dieses Jahr bergab, das war prima.
Irgendwann schwenkte einer von der Dorf und Stadtjugend eine Fahne, dass ich hier abbiegen soll. Ich bedankte mich, worauf er komisch guckte. Nun gings schön bergab und da lief ich es laufen und überholte 4 Läufer. Das macht Spaß. Es wurde wieder flach, ich fiel wieder in mein vorheriges Tempo, dann hörte ich auch schon wieder schwere Atemzüge hinter mir. Da kam einer näher. Soll er doch, mir doch egal. Ihr könnt mch alle..... überholen. Aber irgendwie ist der Wettkämpfer im Kopf nicht kaputt zu kriegen. Ich ließ ihn nicht überholen, so weit kommts noch. Also hab ich nochmal ein bisschen das Tempo angezogen, die Atemzüge wurden leiser hinter mir.
Hintenrum gings um die Seen, dann war ich auch schon gleich wieder in Füssen. An einer Wasserstelle wurde gerufen WASSER, WASSER. Ich fragte, obs denn kein Weizen gibt? Öhm, nö, bloss Wasser. Na gut, vielleicht in der nächsten Runde.
Nun war ich in Füssen, hier durch ein paar Straßen, rein in die Fußgängerzone und da klatschte der Blanbois Aggi. Kurz servus gesagt und weiter gelaufen. Am Zielbogen, der vor meiner Nase war, aber noch 14 km weit weg traf ich den Wundsam Peter. Der war doch unser Trainer bei der Ehrwalder Laufwoche und war hier Moderator. Ich blieb kurz stehen, gab ihm die Hand und servus, dann gings auch schon auf die zweite Runde. Wieder hoch nach Bad Faulenbach, Mittersee, Obersee und vier Läufer ein gutes Stück vor mir. Nö, macht mir nix aus, ich lauf heut nicht auf Wettkampf, da sind Platzierungen egal, also lief ich schneller.
Wieder um die Seen herum, etlichen Spaziergängern ausgewichen, dann wieder runter zum Lech, bald wieder in Füssen, es gab an der Wasserstelle immer noch kein Weizen, aber die Helfer taten sich mit Schupfnudeln gütlich. Die haben ein Leben.
Und lief ich wieder in die Fußgängerzone, die zweite Runde war fast erledigt, aber diesmal blieb ich bei Aggi stehen und fragte ihn, warum er nicht mitläuft. Weil er letzte Woche den Voralpenmarathon mitgelaufen ist und jetzt ein bisschen Ärger mit der Achillessehne hat. Man sieht sich in München nächste Woche? Ja, man sieht sich da. Ich sagte, ich dreh jetzt aber noch schnell eine Runde. Und schon war ich auf der dritten Runde. Die vier Läufer vor mir kamen mir näher, ich überholte 3 davon an der Steigung nach Bad Faulenbach und nicht vergessen: Gerade Haltung, Atem ruhig halten und möglicherweise lächeln um einen lockeren Eindruck zu vermitteln, der sagt, wage es nicht mir nachzulaufen.
Klar, dass ich das Tempo beibehalten musste. Nun war irgendwie kein Läufer mehr zu sehen vor mir. Hoffentlich verlauf ich mich nicht. Aber ich glaub, in der dritten Runde verlaufen, das schaff nichtmal ich.
Nun kamen auch schon die letzten paar Kilometer, Aufmunterung von den Zuschauern und dann konnt ich auch noch 2 Läufer einholen. Einer davon fiel gerade in den Laufschritt beim 19 km Schild. Ich munterte ihn auf, dass es doch nur noch 2 km wären, das kriegen wir doch noch hin?!.
Nun war ich auch schon wieder in Füssen, nochmal durch die Altstadt, den Anstieg nochmal hoch, rüber in die Fußgängerzone und nach 1:48:49 rief der Peter meinen Namen durchs Mikro, als ich ins Ziel kam.
Sofort gabs ein Beweiseisen, also ein Medaille um den Hals, der Transponder wurde abgenommen und dann sprach mich einer an, der mir gratulierte und dass ich doch ziemlich viel Läufe mitmach. Ob ich mit der Zeit zufrieden bin? Ich sagte ihm, dass ich den ja nur so mitgenommen hab, so als schönen Lauf in dieser Gegend. Da guckte er. 1:48 mal eben laufen?
Ja, ich darf jetzt nicht mehr so bolzen, nächste Woche ist Marathon in München.
Was ich denn so in der Woche laufe? Naja, diese Woche warens über 104 km. Da guckte er nochmal, schüttelte beeindruckt den Kopf, aber dann hab ich mich verabschiedet.
Schnell noch zwei Becher Wasser trinken. Noch verabschiedet beim Peter und dann lief ich auch schon zurück zum Auto. Schließlich musste ich ganz schnell in die Arbeit.

Die kommende Woche muss ich mich aber wirklich zusammen reissen und wenig Kilometer machen. Schließlich ist schon in einer Woche der Marathon. Also Charly, schön erholen.

5 Kommentare 1.10.06 15:37, kommentieren



Ach Mönsch

Ja sowas aber auch. Gestern lauf ich so in Richtung Arbeit, da hält mich der Martl vom Edeka des Grauens auf und fragt, wo ich denn nach dem Rennen war?
Wieso? Ich musste in die Arbeit?!
Ich wär nämlich aufs Podest gekommen, ich war in meiner Altersklasse der 35-40 Jährigen Zweiter geworden.
Mir entfuhr ein ACHWAS???? Das gibts ja net, ich bin doch bloß gemütlich gelaufen?! Und 1:48 ist ja net gerade die Spitzenzeit.
Dochdoch, der Peter hat gesagt, der Charly, der ist Zweiter und der war doch da bei ihm im Training im Sommer.
Da war ich aber ganz schön überrascht. So ein Mist, da käm ich zum ersten mal auf das Podest und dann muss ich in die Arbeit, so ein Ärger aber auch.
Dann hab ich ewig auf die Ergebnisliste im Internet gewartet und tatsächlich, ich bin in meiner Altersklasse Zweiter geworden.
Ja da schau her. Gut, es haben nicht soviel Leute mitgemacht, aber die 35 - 40 Jährigen sind normal bei den Läufen am stärksten vertreten, da rechnest doch nicht damit. Bei den 40-45 Jährigen wär ich bloß siebter geworden
Ich muss mal nachfragen, ob ich die Urkunde nachgeschickt bekomme.

Kopfschüttel

5 Kommentare 3.10.06 18:52, kommentieren

Bericht aus München

So liebe Leute, gebt fein acht, ich hab euch etwas mitgebracht.

Am gestrigen Sonntag war mein 8. Marathon. Den Ultra kann man ja noch dazu denken.
Also rein nach München, es würde ein schönes Laufwetter werden. Blauer Himmel, leichter Wind und 17° sollten es werden.
Ich fuhr auf die Parkharfe im Olympiakomplex, da meinte so ein Ordner, dass ich bei Block 20 parken soll. Ja, is scho recht. Ich fuhr vor bis Block 2, direkt vor die Halle der Startnummernausgabe.
Um halb 8 war ich schon da, um 8 sperrten die erst die Halle auf. Dann eben warten. Da bekam ich eine SMS, dass der Walti auch vor der Halle steht. Ich hab ihn gefunden und angesprochen. Wir plauderten noch ein bisschen, dann gingen bald die Türen auf und rein wuselte es, jeder wollte die Startnummer als Erstes haben.
Nach einem Gang durch die Marathonmesse, mit ergatterten 2 Laufhosen bin ich wieder zum Auto, hab mich umgezogen, schick gemacht und bin gemütlich zum Startgelände gewandert. Da kommt von hinten der Jürgen an und begrüsste mich. Ich war auch nicht schwer zu erkennen, ich hatte ein Shirt mit 'Charly' hinten drauf. Wir gingen zusammen in Richtung Start in den Startblock A zu den Paceläufern mit 3:15 Luftballons. Öha, so schnell will ich aber net, aber da stand ich nun. Naja, die werden mich schon nicht überrennen. Jürgen wollte 3:20 laufen, ich meinte, ich probier unter 3:40 zu kommen.
Die Läufer der deutschen Meisterschaft wurden um 9:55 auf die Reise geschickt und um 10 wurde wieder geballert, das war unser Start. Auch bei Hase in Semur ist um diese Zeit der Start für ihren HM gewesen, ich hab fest an sie gedacht und sie auch an mich. So wünschten Jürgen und ich uns einen guten Lauf und schon waren wir auf der Strecke verschwunden.
Es ging um das Stadion herum. Sehr viele Zuschauer warens nicht. Von Jubelstimmung war auch nicht viel zu spüren. Eher standen die Leute nur teilnahmslos auf den Brücken und guckten runter.
Naja, is halt so. Ich musste mich schwer zusammen reissen, dass ich mich von dem schnellen Tempo der Mitläufer im vorderen Feld nicht mitziehen lasse und sagte mir immer vor, dass ich viel zu weit vorne stand. Das half.
Ich lief in etwa einen 5 Minuten Schnitt, ich hoffte bloß, dass das nicht zu schnell wäre und ich am Ende dafür büßen müsste. Aber jetzt lauf ich erstmal dieses Tempo.
Richtig beeindruckt war ich eigentlich nie von München. Imposant war es schon auf der Leopoldstraße zu laufen. Riesenstraßen, nur für uns gesperrt. Dort vorn stand das Denkmal von dem ich jetzt ums Verrecken nicht mehr drauf komm, wie es heisst. Fällt mir schon wieder ein, habs ja schon tausendmal gehört. Dann gings rechts weg, rein in die Türkenstraße. Wir liefen in Richtung Stadtmitte, ich erblickte die Frauenkirche. Die hat 99 Meter und nichts in München ist höher, darf nicht höher sein, ausser der Fernsehturm.
So liefen wir nach 12 km in die Fußgängerzone, über den Marienplatz, das Glockenspiel am Rathaus bimmelte und somit hatten die Zuschauer auch keinen Blick mehr für die Läufer. Jeder guckte zu dem Puppenspiel hoch.
Nach 14 km kam ein Wendepunkt und da sah ich den Jürgen wieder. Er hatte doch einiges an Vorsprung, da dürfte er wohl in seiner Zeit sein.
Weiter liefen wir, ich kannte mich jetzt nicht mehr so recht aus, wobei ich auch an Stellen vorbei kam, die ich von den Münchner Bladenights kenne.
Nach 19 km ging mir der rechte Schuh auf. Sowas passiert mir sonst nie. 8 Sekunden hab ich verloren, weil ich ihn wieder binden musste. Dann band ich ihn auch noch zu fest, aber ich hielt deswegen nicht mehr an.
Noch waren die meisten Läufer guter Dinge, man hatte noch Kraft, wobei ich da auch schon vereinzelt Läufer sah, die sich an Laternen dehnten. A bissal früh, oder?
Nun lutschte ich mein erstes Powergel. Ich lief immer noch in etwa die 5 Minuten pro km, es war ok. Trotzdem hatte ich immer noch den Verdacht, dass ich ein bisschen zu schnell war.
Nach 27 km gings in 'die Grüne Hölle' Wir bogen in den Englischen Garten ab. Grüne Hölle deshalb, weil hier kaum Zuschauer stehen und sich die Kilometer ziehen sich angeblich wie Kaugummi. Ich hatte nicht das Gefühl. Aber hier wurden es echt viele Laufkollegen, die sich an Bäume stützten und ihre Waden dehnten, oder die Oberschenkel, oder Beides. Überall auch die wilden Pinkler. Wo ein Baum ist, ist auch ein Läufer davor.
Viele Läufer konnte ich hier überholen, das demotiviert die Leute wohl wirklich, die Strecke hier im Englischen Garten.
Plötzlich lief ich auf Jürgen auf. Was ist denn da los? Ich fragte ihn, was nicht stimmt?! Ihm war kotzübel, der Magen spielt verrückt und es läuft einfach nicht mehr. Zu schnell angegangen. Kurz blieb ich noch bei ihm, dann schickte er mich an, dass ich mein Rennen laufen solle.
Nach 32 km war der Wendepunkt am Aumeister und es ging hintenrum wieder zurück. Hier stand dann auch unser Fanclub und feuerte mich an. Es wurde wild gewunken, aber nach ein paar Sekunden war ich auch schon wieder ausser Sicht.
Nun gings auf die letzten 10 km. Langsam wurde es schwieriger. Ich hab schon bei km 28 plötzlich gemerkt, dass mein Nudelspeicher leer ist, da wurde die Atmung schneller und ich fühlte mich ziemlich schlapp. Aber ich wusste was das war, der Hammermann der mir einen Hieb versetzen wollte, aber ich ließ das nicht zu, ich befahl mir das Tempo weiter zu laufen und das funktionierte ganz gut. Schließlich war das nix Neues. Faszinierend ist immer, wie plötzlich das Energiedepot leer ist. Zunächst läufst du noch gut gelaunt, dann plötzlich fühlst du dich unglaublich schlapp und fertig, von einem Moment zum Nächsten. Nach einer Weile gehts wieder, aber der Punkt ist einfach immer wieder beeindruckend.
Bald waren wir raus aus dem Englischen Garten, nur noch 8 km. Was heisst nur noch? Streichen wir das 'nur'
Es wurde immer schwerer für mich, aber nein, ich gab nicht nach, ich pfiff auf die Schwäche.
Nach 37 km spürte ich einen kleinen Stich in der Wade. [b]Upsi[/b] da kündigt sich ein Krampf an. Muss das denn sein? Mannomann. Ich lief locker weiter, ein paar hundert Meter später noch ein Stich, diesmal schon ein bisschen heftiger. Beim Schild mit der 38 musste ich dann mal stehen bleiben und hab mir an einem Bordstein die Waden gedehnt und den Krampf versucht rauszuschütteln. Dann lief ich weiter, probierte jetzt mal diesen Laufsdchritt, dann jenen. Mal lief ich auf der Fußaussenseite, dann wie mein Namensvetter Charly, der Chaplin, schließlich im genauen Gegenteil, mit X-Füßen und auf der linken Straßenseite. Hin und wieder spürte ich, dass die Waden nochmal zumachen wollten. Jetzt warf ich die Füße immer nach vorne, das funktionierte ganz gut. Ich guckte auf die Uhr und dachte bei mir, wenn ich jetzt jeden Kilometer eine Minute langsamer laufe als bisher, dann könnte es knapp für die Zeit unter 3:40 reichen, aber dann darf jetzt kein Krampf mehr kommen.
Nochmal kam eine Verpflegungsstelle bei km 40, hier noch ein paar Meter gegangen. Dann hörte man schon den Sprecher, der 1,5 km vor dem Ziel positioniert war. Er feuerte die Läufer permanent an, wir hätten nur noch 1570 Meter und das kennen wir doch vom Training, in 8 Minuten habt ihr es geschafft, dann könnt ihr euch feiern.
So lief ich jetz mit wegwerfenden Fußbewegungen leicht bergab, noch ein Stück am Stadion entlang, dann kam der Tunnel in Sicht und in diesem sogenannten Discotunnel mit lauter Rockmusik, Nebel und Lichteffekten unterstützt lief man ins Olympiastadion ein, das war dann auch wirklich ein großartiger Augenblick. Du bist mitten im Stadion und bist nur noch 300 Meter vom Ziel entfernt. Ich wurde jetzt noch von einigen Leuten überholt, ich wollte nicht schneller laufen und den Zieleinlauf geniessen und nahm die Atmosphäre auf. An der Südtribüne gings vorbei, wo einst der 'Feind' stand und seinen Fußballverein anfeuerte und dort vorne war der Zielbogen. Es wurde noch ein Foto gemacht und dann lief ich in neuer persönlicher Bestzeit von 3:38:28 ins Ziel.
Ich bekam meine Finishermedaille, ein schönes Teil, schnappte mir eine Schutzfolie und latschte aufs Spielfeld, hielt aber das Ziel im Auge, denn Jürgen dürfte auch bald kommen. Und tatsächlich nach für ihn enttäuschenden 3:44 kam er ins Ziel.
Nun gingen wir direkt zum Paulanerstand, das ganze Spielfeld war voll mit kaputten Läufern, ein nettes Bild, da alle die weiße Schutzfolie anhatten oder darauf lagen.
Wir gossen uns erstmal vier alkoholfreie Bier hinter die Binde, dann gingen wir auf die andere Seite, weil das Bier aus war und holten nochmal Nachschub. Schließlich verabschiedete sich der Jürgen von mir und ging zu seiner Familie. Ich setzte mich ins Gras und massierte an meiner lädierten Wade herum. Schlechte Idee, denn plötzlich raste ein irrer Krampf in meine Wade, bei der ich einen lauten Schrei ausstieß. Die Läufer um mich herum sahen mich mit großen Augen an, verstanden aber augenblicklich meine Situation und wendeten sich wieder ab.
Ich zog an der Wade wie verrückt, rutschte blöd auf dem Gras rum und irgendwann ließ der Schmerz nach.
So musste ich dann eine 3/4 Stunde liegen bleiben, nich gewillt aufzustehen. Zwei Mädels mit Müllbeuteln kamen vorbei und fragten, ob ich was wegzuwerfen hätte. Darauf sagte ich, 'Ja mich'.
Ich sah den Leuten zu, die nach und nach aus dem Stadion verschwanden. Was grauste es mir davor, die ganzen Stufen bis nach oben zu gehen. Das Bild war nett, es sah aus, als würden Engel mit ihren weißen Flügeln im Himmel verschwinden, zwar langsam und humpelnd, aber stetig.
1 Stunde nach meinem Zieleinlauf machte ich mich auch auf den Weg, das heisst, ich versuchte es. Ich stützte mich aufs linke Bein, kam aber nicht hoch, wegen der Wade. Dann eben mit rechts, das ging dann einigermaßen und schon federte ich die Stufen hoch aus dem Stadion hinaus. Nein, ich bin natürlich nicht gefedert. Oben angekommen blickte ich nochmal nach unten und sah hier die weißen Engel auf dem Gras liegen.
Nun machte ich mich 'zügig' auf den Weg zum Auto und musste natürlich gleich meinen Schatz anrufen.
Ihr gings leider nicht so gut bei ihrem HM. Aber das kann man in ihrem Blog nachlesen. Nächstes mal gehts wieder super beim nächsten Wettkampf. So schlechte Tage gibts nunmal. Hase war auch stolz auf mich, dass ich mich trotz Krämpfen so durchgekämpft habe.
Dann fuhr ich nach Germering zur Uschi, dort wartete lecker Kuchen auf mich. Drei Stück hab ich mir gleich gegönnt, der Kuchen war echt super. Später kam noch Ingo und grinste über seine eigene persönliche Bestzeit von 3:53. Glückwunsch Ingo, Bestzeit um 6 Minuten verbessert.
Nach einem netten zusammensein bin ich dann nach Hause gefahren, ich musste noch kochen, ausserdem hatte ich um 4 Uhr Frühschicht. Die 800 Meter in die Arbeit bin ich mit dem Auto gefahren.
Gelaufen bin ich heute auch gleich, muss ja sein, wenn man täglich läuft. Ich hatte wirklich arge Bedenken wegen meiner Wade, aber am Nachmittag hat es funktioniert. Ich brauchte zwar 20 Minuten für 3 Kilometer, aber es war ok.
Was bring ich von München mit? Die Organisation war ziemlich ok. Der Preis für den Marathon ist aber recht hoch. Ich kann mir nicht helfen, ich fühl mich da ein bisschen ausgenommen. Die Zuschauer waren auch nicht der Hit. Meist standen die Zuschauer nur herum und guckten die Läufer an. Anferungen gab es nur an ein paar wichtigen Stellen, wie der Leopoldstraße, Fußgängerzone oder am Eingang zum Englischen Garten.
Das Wetter war eigentlich super, wobei doch einige Probleme damit hatten. Die Strecke war auch nicht sehr einfach. Ein paar Steigungen sind drin.
Vielleicht lauf ich den München Marathon wieder einmal. Mal gucken. Aber es gibt schönere Stadtmarathons, wo auch die Einwohner Lust auf die Veranstaltung haben und gern zusehn. Das ist in München nicht so.
Zum Vergleich, in München wurden 60.000 Zuschauer geschätzt, in Hamburg 800.000.
Ein schöner Tag wars aber auf jeden Fall.

3 Kommentare 9.10.06 21:18, kommentieren

Nachwehen?

Nö, ich hab keine Nachwehen mehr. Am Dienstag gings schon wieder ganz gut, nachdem ich am Vortag noch Bammel hatte, ob ich überhaupt meine Mindestmeile schaffen würde, aber da wurden es ja doch 3 km. Dienstag war ich schon wieder bei über 8 km, jetzt spürt ich eigentlich nix mehr vom Marathon. Wo bitte gehts zum nächsten Marathon?
Schön ist es gerade wieder. Letztes Jahr war auch so ein tolles Wetter, einfach traumhaft. So könnte es das ganze Jahr sein. Aber die Kälte und das Sauwetter werden kommen.
Also noch schön die Läufe geniessen.
An der Wertach entlang und am Bachtelsee, da ist es ja wieder besonders schön. Im Herbst ist das einfach der Wahnsinn.
Gestern lief ich meine Gemeinderunde, da hielten mich 4 Rentner auf dem Fahrrad mit Landkarte in der Hand auf. Wie man denn wohl auf den andern Radweg da drüben kommt. Die Herrschaften haben sich wohl auf der Dampflokrunde rumgetrieben, ich erklärte ihnen den Weg, wie sie nach Marktoberdorf kommen und lief weiter. Da hing ich meinen Gedanken nach, weil ich ja noch den kompletten Dampflokrundenwege laufen will. Am liebsten noch dieses Jahr im November. Die Strecke hat knapp 80 km, das pack ich schon an 2 Tagen. Sollte machbar sein.

Die Finisherbilder von München sind gut gelungen. Die kann man käuflich erwerben. Aaaaaber, da sind wir wieder beim Thema: München zockt den Marathonläufer ab. So ein blödes Bild, in der Größe 12x17 kostet lächlerliche 9,90 €. Will man noch das Logo drauf und die Nettozeit, kostet das Bild 13,90 €. Nehm ich 2 Bilder, kostet mich das 23,80 € weil ja natürlich noch das Porto dazu kommt. Das sind auch nur 4 €. Jawohl, nehmt es von den Lebenden.
Ich bin jetzt echt am überlegen, ob ich 2 von 7 Bildern nehmen soll, aber dann unterstütz ich ja auch diese Wucherei.
Ihr könnt euch ja mal die Bildchen angucken.
Unter Dem Link hier
Dann auf München klicken und die Nummer 1115 eingeben.

Am Montag fahr ich nach Frankreich. Ich freu mir ja so ein Loch in den Kittel, dass ich ENDLICH wieder zu meinem Schatz fahren kann, dann sind fast 4 Wochen vorbei, an denen wir uns nicht mehr gesehen haben. Schlimm ist das.
10 Tage kann ich dann bleiben. Mit dem neuen Schichtplan geht das. Bloß sind dann auch immer sehr lange Durststrecken dabei. Das ist wiederum ziemlich blöd.

2 Kommentare 12.10.06 16:00, kommentieren

3047 km


Ich tu mal noch ein Bild vom Zieleinlauf von Weilheim mit rein. Sieht man das, dass das kein Spaziergang war?

Wer mein Blog verfolgt hat, der hat vielleicht noch in Erinnerung, dass ich letztes Jahr 3000 Kilometer laufen wollte. 3005 km wurden es schließlich. Mit Ach und Krach geschafft.
Dieses Jahr ist das ein bisschen leichter, das heisst, ich hab die Marke ja schon überschritten.
Mittlerweile bin ich bei 3047 km. Mal sehen, wieviel ich am Ende des Jahres zusammengelaufen habe. Ich denk mir, wenn nix dazwischen kommt, dann dürft ich schon auf 3700 km kommen. Klingt nach viel Anstrengung, ist es aber komischerweise nicht. Letztes Jahr tat ich mir da a bissal schwerer, dieses Jahr läuft alles viel leichter.
Woran liegt das jetzt? Ich glaub, dass das mit dem täglichen Laufen zu tun hat. Irgendwie kam ich mit den Pausentagen wohl nicht aus dem Quark. Sicher, es hat eine ganze Weile gedauert, bis sich mein Körper daran gewöhnt hat, dass es täglich auf die Piste geht, aber jetzt gehts mir besser als je zuvor beim Laufen.
Der Körper lernt wohl, dass er keine lange Regenartionspause bekommt und beeilt sich eben jetzt mehr mit der Erholung.
Marathons und lange Läufe steck ich auch leichter weg. Es läuft einfach gut, so kanns bleiben.

Ich will diesmal auch den Wolfgang in Freiburg grüßen. *winke*
Freut mich, wenn du hin und wieder in meinem Tagebuch vorbei schaust.
Danke, dass du immer so toll hilfst meinen Hasen zu reparieren. Kerstin meint, du bist mehr als Gold wert. Und das glaub ich gerne.
Ich wünsch dir auch gute Besserung, dass dein eigener Knöchel wieder schnell heil wird. Wenn du ein paar Tipps brauchst....

1 Kommentar 13.10.06 22:25, kommentieren

19.10.2005
Ist es denn zu glauben? Ich lauf doch tatsächlich den vierten Tag in Folge. Und das Beste ist, es hat sich auch noch toll angefühlt.

20.10.2005
Gehts eigentlich noch, Charly?
Jetzt gehts dann aber los, oder? Ich bin heut schon wieder gelaufen, aber eigentlich aus dem Grund, weil ich heute zum Zahnarzt musste, wegen meiner Wurzelbehandlung und wer weiß ob ich morgen in der Lage gewesen wäre, um zu laufen.

21.10.2005
Ich bin Heute/Gestern wieder gelaufen. Ich hatte es nicht vor, aber es kam anders. Ich kam abends von der Spätschicht, hab noch ein paar Mails mit Kerstin ausgetauscht, bis sie ins Bett gegangen ist. So, da saß ich nun um 22:30 Uhr und im Fernseher kam nur Käse.
Da dachte ich so bei mir, wieso lauf ich eigentlich jetzt nicht noch eine Runde, dann kann ich mir das in der Früh sparen und kann länger liegen bleiben.
So lief ich fröhlich durch die Nacht.
Nach einer Stunde fiel mir plötzlich etwas ein, ich lief doch den sechsten Tag hintereinander und die Regeln der Täglichläufer sagen ja, dass es auch möglich ist einen so genannten Midnight-Double zu machen. Das heißt, man muss um 23:45 Uhr loslaufen und mindestens bis 00:15 laufen, dann zählt dies als 2 Tage. Da ich ja schon um 23 Uhr losgelaufen bin und ich noch längst nicht Heim kommen würde, käme ich in den Genuss dieser Regel, obwohl mir das eigentlich egal sein müsste, ich leg es ja nicht drauf an täglich zu laufen, aber wenn ich doch eh gerade bei sechs Tagen bin? …. Also lief ich weiter und sah auf die Uhr. Um genau 00:00 Uhr blieb ich stehen, um die Regel haargenau zu befolgen und machte bei der Gelegenheit eine Pinkelpause. Daraufhin lief ich die restlichen 4 Kilometer nach Hause.

26.10.2005
Ich bin beim 11. Tag am Stück angekommen, mittlerweile hab ich mich auch bei den Streakrunnern angemeldet. Naja, gar nicht verrückt ist auch nicht normal


15.10.2006
Das war ein kleiner Rückblick auf das vergangene Jahr.
Denn heute ist Jubeltag. Ich bin heute genau ein Jahr lang jeden Tag gelaufen. Egal bei welchem Wetter, ob es geschneit hat, ob Sturm war, viel Schnee, Regen, runterbrennende Sonne, oder ob ich eigentlich überhaupt keine Zeit hatte.
Am schwersten waren die Tage nach Wettkämpfen. Nach so einem Marathon mit schmerzenden Muskeln zu laufen, das ist dann nicht sonderlich entspannend, aber auch das gehört dazu.
Ich bin schon a bissal stolz darauf, dass ich solange Zeit täglich gelaufen bin. Aber ich hör auch nicht auf damit. Zu was denn auch, es geht mir doch gut und ohne täglich zu laufen, da würde mir jetzt wirklich etwas fehlen.

Ich bin heute die Hasenrunde gelaufen, natürlich, wo denn auch sonst? Schließlich bin ich vor 365 Tagen genau diese Strecke mit meinem Schatz gelaufen. Ich hätte sie heute gerne dabei gehabt auf der Strecke, das wär schön gewesen, aber geht ja nicht.
Schönes Wetter war, aber es ging ein recht kalter Ostwind. Egal, ich lief trotzdem in kurzen Klamotten. Schließlich scheint die Sonne.
So lief ich nach Kaufbeuren bis zum Bahnhof, lief zur B16 und dann an der Wertach entlang zum Bärensee, rüber zum Bachtelsee und wieder nach Hause.
Schön war es zu laufen, das dachten sich auch viele andere Leute, die bei diesem Wetter einen Spaziergang machten. Ich war ja mächtig beeindruckt von so manchem Spaziergänger. Sie schafften es mit dem Auto bis zum Bachtelseekraftwerk zu fahren, erklommen den Damm und guckten über den See. Dann gings wieder zurück ins Auto und nach Hause.
War da jetzt ein bisschen Ironie dabei?
Es lief bei mir richtig gut und ziemlich flott bin ich am Wertachufer entlang gefetzt. Das hat richtig Spaß gemacht über die Wege zu tigern. Klar musste ich immer auf den Boden gucken, damit ich nicht so einem Stolperstein zum Verhängnis wurde. Aber es ging alles gut.
Das sind Tage, die für Läufer wie gemacht sind. Nicht zu warm, nicht zu kalt, die Sonne scheint und die Gegend ist einfach schön anzusehen. So stell ich mir doch einen Jubiläumslauf vor.

Morgen fahr ich nach Frankreich. Ich freu mich drauf meinen Hasen wieder in den Arm nehmen zu können. 4 Wochen sind einfach die Hölle.
Ich kann aber wenigstens 11 Tage lang bleiben, das ist doch auch mal schön.

2 Kommentare 15.10.06 22:15, kommentieren

Expedition Burgund

So, dann wollen wir mal wieder.
Lang nix mehr geschrieben, gell? Tut mir leid. *Mit Fuß auf Boden scharr und rote Bäckle krieg*
So, ich bin jetzt also schon eine Woche wieder in Frankreich bei meinem Schatz.
Die ersten Tage war nicht viel geboten, was das Laufen angeht, kennt ihr alles schon.
Aber dann hat mich die Expeditionslust gepackt.
Hase und ich treiben uns gerade immer Mittags in einem Wald rum. Schön ist es da und kein Mensch unterwegs. Da lässt es sich schön Mittag machen und Seele baumeln. Das tut meinem armen gestressten Hasen sehr gut, die Ruhe in dem Wald.
Letzten Freitag sind wir da ein bisschen spazieren gegangen und da ich meine Laufklamotten dabei hatte, konnte ich erforschen, wo es denn da weiter hin geht.
So lief ich eine Steigung hoch, die war 2,3 km lang, da hab ich schon ordentlich Höhenmeter gemacht. Oben angekommen bei 370 Höhenmetern, lief ich nach rechts und dann gings wieder nach unten. Da gingen sie dahin, die harterkämpften Höhenmeter. Unterwegs hielt ich an und überlegte, ob ich weiter nach unten laufen soll, denn alles was ich nach unten laufe, muss ich ja wieder hoch. Na, egal, also weiter. Ich will wissen wo ich rauskomm. So kam ich in Quincerot raus (Gesprochen Kasöro) Hier war ich wieder unten bei 220 Höhenmetern. In dem Dorf versuchte ich mich zu orientieren, da gings nach Quincy, dort nach St. Germain les KeineAhnung. Also lief ich halt nach St. Germain les Keine Ahnung. Aber hier gings wieder mit hurra nach oben. Bald war ich wieder weit über 300 und es ging weiter nach oben. Bald war ich oben. Höhe, 390 Meter. Na klar, kaum oben, musste ich schon wieder nach unten. Ein Schild sagte mir, dass es nach Crépand ging, also hatte ich schon wieder eine gewisse Orientierung, wo ich hin sollte.
Nach einer Weile sah ich den Wald, durch den ich zuvor schon gelaufen war und lief wieder dorthin und dann die anfänglichen 2,5 km bergab. Da geht was Unten an unserem Mittagsparkplatz lief ich rechts weiter und auf schönen schmalen Wegen durch den gemischten herbstlichen Laub- und Nadelwald.
So ein feuchter Wald im Herbst, das riecht schon besonders gut.
Knapp 3 km musste ich noch durch den Wald laufen und dann war ich in Montbard, dort wo Kerstin arbeitet. Das waren dann doch 16,8 km, die nicht ganz einfach waren.
Ich ging dann zu ihr ins Büro, wir strahlten uns an, ich holte den Autoschlüssel und fuhr Heim.

Am Samstag liefen wir zusammen und erforschten in Semur Wege, die wir noch nicht kannten.
Wir liefen hinter Semur eine Sackgasse entlang, wir werden da schon irgendwie durchkommen.
Die Kühe sahen uns extra doof hinterher. Anscheinend ist da auf dem Weg nicht so der Publikumsverkehr.
Der Weg wurde immer schlechter und bald kamen wir an einem Bach an. Der Bach war zu breit zum drüberhopsen. So balancierte erst ich über die Steine drüber, versank aber mit dem linken Fuß im Wasser. Dann wackelte Kerstin über die Steine und aus Solidarität hat sie sich auch den linken Fuß nass gemacht.
Das war irgendwie lustig, aber dafür wurden wir auch mit einem besseren Weg belohnt. Wir bekamen bald sogar Asphaltstraßen zu laufen.
So, da wären wir also, aber wo??? Wir kamen an ein Schild, von dem wir auch nicht schlauer wurden. Dort gings nach Millery, da nach Genay, da nach Dings, dort nach Bums. Allgemeines grübeln, dann liefen wir halt der Strasse nach. Dort kamen wir in Bums an, aber wir liefen nicht in das Dorf, sondern folgtem einen Wegweiser, auf dem stand mit Hand gemalt 'Genay2' Wir witzelten, dass Genay wohl so groß sei, dass es aus zwei Stadtteilen bestand. Hase kam drauf, dass die 2 ja für die Entfernung stehen könnte. Achsoooo. Logisch.
Also liefen wir nach Genay. Nettes kleines Dorf. Das war dann eher ländlich hier. Aber es gab hier alles, einen Partyraum, einen Bäcker, einen Metzger, der aber geschlossen hatte, weil die Dorfkuh wohl noch eine Woche leben durfte.
Aus dem Dorf gings wieder raus und dann in Richtung Chevigny, das kennen wir, das liegt an der Hauptstrasse. Dort kamen wir an, aber wir hatten keine Lust auf die Strasse. Gut, dass ich einen Wegweiser gefunden hab, der uns sagte, dass es hier auch nach Semur ging.
Hase war schon etwas müde vom Laufen, jetzt wärs dann schon wieder gut gewesen mit Laufen, aber ein bisschen hatten wir schon noch vor uns.
So liefen wir weiter über unbekannte Strassen, die sich blöderweise auch noch gabelten und wir unserem grandiosen Orientierungssinn vertrauten und oh Wunder, wir fanden Semur. Dazu mussten wir aber auch immer wieder Steigungen in Angriff nehmen. Richtig flach ist es hier ja eigentlich nirgends im Burgund. Endlich kamen wir am Ortsschild an und die Lebensgeister kehrten in Kerstin zurück. Das Gröbste hatten wir schon und bald waren wir auch Daheim.

4 Kommentare 23.10.06 15:17, kommentieren

3 Hunde für, äh gegen Charly

Sonntag bin ich meine Massingyrunde gelaufen.
Schönes Wetter war, richtig blau der Himmel, schön mild mit 18°. Da lässt es sich prima laufen.
Ich mag die Massingyrunde, erst gehts die Allee entlang, dann durch Villenotte, weiter geradeaus auf der Hauptstrasse, aber da ist ja am Sonntag Mittag nix los. Alle Franzosen beim Essen.
Es geht auch recht lange den Hügel hoch, bis man in Massingy ist.
Das Dorf ist vom Verfall gezeichnet, da wird kein Dach repariert, da brechen die Hütten ein, dass es eine Freude ist. Die Leute wohnen da aber schon noch drin. Wenn man schon keine Kohle fürs Haus ausgeben will, dann investiert man eben in Dreckstöl, äh, ich meinte natürlich WauziwauzisüßiHundi.
So lief ich also wohlgemut durch Massingy, dann plötzlich rennt hinter der Ecke ein Hund hervor, bellt wie blöd. Klar blöd, ist ja ein Hund, dann kommt der zweite Hund angeschissen und bellt ebenfalls, im flotten anaeroben Tempo rasen die Hunde auf mich zu, aber noch nicht genug, jetzt kommt der Chef der Arschhundemeute daher und knurrt und rennt. Das war auch das Zeichen für die anderen beide Hunde etwas aggressiver auf mich zuzurennen. Ja was tut denn der Charly da? Er bleibt erstmal stehen und ergibt sich in sein Schicksal, von Dreckstölen erledigt zu werden. Ach was gibt es doch für tolle Tipps auf dieser Welt, wie man sich diesen Drecksviechern gegenüber verhalten soll.
Die drei Tölen kreisten mich jetzt zu dritt ein und rannten um mich herum, es wurde geknurrt und gebellt. Hin und wieder wurde ich mit der Schnauze eines Viechs angestupst. Ich wartete auf mein nahendes Himmelreich und den grausamen Zerfleischungstod. Aber so sollten sie mich nicht kriegen. Ich visierte schon den weißen Hund an um ihm mit einem Tritt ins nächste Land zu befördern. Komisch, Angst hatte ich keine, ich hatte nur eine irre Wut auf diese Viecher. Aber solange ich nicht selbst angegriffen werde, trete ich auch nicht zu. Ich hab nur darauf gewartet dass es los geht, dass mir der Erste die Krallen in die Wade haut, oder mir reinbeisst, denn dann wär ICH losgegangen.
Irgendwann ließen die von mir ab und trollten sich bellend die Straße weiter. Immer wieder drehten sie sich bellend um und verschwanden.
Mensch hab ich übrigens keinen gesehen.
Ich lief dann weiter, war aber so stinksauer, dass ich ein irres Tempo hinlegte. Ich hing meinen Gedanken nach, wie ich diesem Gesocks den Garaus machen hätte sollen. Stiefeltritte gegen den Kopf waren noch die harmlosesten Gedanken.

Nach 14 km kam ich Zuhause an und erzählte der Kerstin, dass ich mal wieder 'Spaß' mit Hunden hatte. Mittlerweile der sechste Hundezwischenfall innerhalb eines Jahres.
Ich glaub, ich werd jetzt doch mal aufrüsten um mich ordentlich gegen solche Vorkommnisse wehren zu können.

Bitte keine gutgemeinten Tipps, wie man sich Hunden gegenüber verhalten soll. Ich kenn sie alle.

10 Kommentare 24.10.06 14:49, kommentieren