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Dampflokrunde - Ein Ultralauf ohne Zwang

Jetzt hab ich doch noch dieses Jahr den anderen Teil der Dampflokrunde erkundet. Die Strecke von Lechbruck nach Marktoberdorf kannte ich schon, aber die von Biessenhofen nach Lechbruck, die fehlte noch in meiner Sammlung.
Es war Dienstag und ich hatte einen freien Arbeitstag. Die Wetteraussichten sagen, dass es jetzt dann schneit, aber für diesen Tag gabs noch Sonne und Temperaturen um die 14°.
Um kurz nach 7 bin ich aufgestanden und hör meinen Nachbarn an der Windschutzscheibe rumkratzen. Öha, Frost. Da wirds mich wohl an den Fingerchen frieren.
Ich hab mich aufgerüstet, Bauchtasche mit Flasche umgeschnallt, zwei Täschchen hingehängt, Handy rein, Fotoapparat am Mann und rüber übers Gleis. Gut, wenn die Dampflokrunde an der Haustür vorbei führt. Noch ein Foto vom Streckenstein gemacht und losgelaufen.
Ich hab mich gleich ermahnt langsam zu machen, es ist nämlich verdammt weit heute.
Ich wusste nicht, wie weit ich laufen würde, vielleicht gar die ganze Runde? Aber das kam mir doch reichlich utopisch vor. Ich laufe so lange, bis es mir zu blöd wird, wenn es anfängt weh zu tun, oder wenn ich mich quälen muss, dann ruf ich meine Eltern an, die holen mich ab.
Nach 6 km lief ich durch Kaufbeuren, am Bahnhof vorbei und weiter in Richtung Westen. Eigentlich hat der Tourismusverband Ostallgäu die ganze Strecke mit Schildern ausgestattet, auf der eine kleine Dampflok zu sehen ist. Funktioniert ganz gut, aber ein paar Schilder gibts eben nicht. So kams dann auch, dass ich in Kaufbeuren ein Umweg machte, weil mich ein Schild verwirrt hat. Wär ich direkt unter der Brücke durch, dann über die Wertach, wär ich gleich drüben gewesen, aber ich lief aussen rum, über 1 km Umweg. Na bravo. Am Ortsausgang von Kaufbeuren musste ich wieder stehen bleiben, weil erneut keine Damplok zu sehen war, aber die Straße hieß am Bahndamm, also wird die hoffentlich richtig sein, es war auch die richtige.
Weiter zum Waldfriedhof hoch und dann auf direktem Weg nach Mauerstetten. Ja, man merkt, dass hier einst Züge gefahren sind, bis 1977. Auf einem aufgeschütteten Damm gings immer geradeaus, ich konnte ewig weit sehen, nach 2 km wurde ich mit einer kleinen Kurve belohnt, danach wieder eine schnurgerade Strecke. Die km- Steine für die Züge stehen noch am Wegesrand, teilweise wachsen da Bäume heraus, oft ein lustiges Bild.
Von Mauerstetten führte die Strecke weiter nach Linden, ach sagte ich schon, dass es oft ziemlich lang geradeaus ging?
Von Linden gings geradeaus weiter, an Stöttwang vorbei. Ganz weit kann man hier sehen, bis in die Berge hinein, die ewig weit weg scheinen, später aber dann viel näher waren. Dort kam mir auch vor 2 Monaten die Idee, die Dampflokrunde zu laufen. Nach Stöttwang kam ich ins Kaltental. Ob die Gegend jetzt was mit der Eiszeit zu tun hat, oder ob es an den Kelten liegt, darüber muss ich mich noch informieren.
Vom Kaltental weiter nach Frankenhofen.
20 km waren geschafft, hier legte ich ein Päuschen ein. Ich lief zum Friedhof und füllte meine Wasserflasche auf. Hier war mächtig was los, das Qualifiying fürs morgige Grabsteinrennen war im vollen Gange. Es ist doch Allerheiligen, da werden die Gräber aufgebrezelt.
Ich ging an den Brunnen und ein älterer Herr sprach mich an, dass er auch immer normales Leitungswasser trinkt, das ist doch viel besser als das chemische Zeugs, das es in den Läden zu kaufen gibt und Leitungswasser ist ja auch sehr gesund. Dann verschwand er wieder mit seiner Gießkanne.
Ich lief runter zum Ort und fragte mich zu einem Laden durch. Ich kam am Dorfedeka an und ging in den Laden. Schwer was los hier, alle am Plaudern und alle gute Laune. Das war so ein richtiger heimeliger Dorfladen wo wirklich Jeder Jeden kennt. Ich wurde freundlich angelächelt, sowohl von den Angestellten, als auch von den Kunden mit ihren Einkaufskörben. Ich nahm mir zwei Bananen und einen Boskop raus, worauf die ältere Dame mir die Sachen aus der Hand nahm und gleich direkt zur Waage ging. Ob ich denn noch einen Wunsch hätte? Ähm ja, eine Breze. Sie fußelte geschäftig in das Bäckereiabteil und klaubte eine Breze raus. Ich erblickte eine Nußschnecke und die wollte ich auch noch haben. Und immer hatte man ein lockeres Gespräch.
Ja, das werden sie gleich wieder abgestrampelt haben, das wird nicht lange herhalten. Wenn das immer so einfach wäre mit dem abstrampeln, gell? Darfs denn noch was sein? Die Kunden nickten dann auch noch mit, auch die andere Angestellte lächelte und plauderte. Meine Angestellte ging zur Kasse, wo eine Dame schon wartete, bis die Kasse besetzt ist. Meine persönliche Ladenbetreuerin entschuldigte sich bei der Kundin, weil sie erst mich abkassierte, die natürlich Verständnis dafür hatte und lächelte. Das kostete mich 2,25€, was mir im Nachhinein viel zu billig vorkam. Ich verabschiedete mich, worauf die Angestellten, als auch die Kunden mir einen schönen weiteren Tag wünschten. Sowas hab ich auch noch nie erlebt in einem Laden.
Ich aß nun eine Banane, die Breze hinterher, Apfel in die Jacke, die andere Banane und die Nußschnecke musste ich in der Hand halten. Eine Katze kam zu mir und meinte, es gäbe was zu holen, aber ein Stück Breze wollte sie nicht, war mir klar, aber Wurst hatte ich leider nicht dabei. Die Katze wurde noch ein bisschen gestreichelt und dann gings weiter auf meine Dampflokrunde.
Es ging jetzt durch den Wald, an Osterzell vorbei, Denklingen, Bidingen war in der Nähe und hier sah ich ein Schild, nach Biessenhofen sinds 10 km. Das war aber schon ein bisschen verlockend, die Heimat so nah, aber nö, die Lokrunde lockt mich weiter. Also weiter. Hier war ich auch im Sachsenrieder Forst, das ist eins der grössten deutschen Waldgebiete.
Hier hatte ich auch keinen Handyempfang. Ich war fern der Zivilisation. Gut, böse Zungen behaupten auch, dass man fern der Zivilisation ist, wenn man in Bidingen wohnt.
Nein, keine bösen Witze machen, ich lief durchs Forst und kam irgendwann bei Ingenried aus dem Wald und hatte plötzlich Oberbayern vor mir, ich war im Landkreis Weilheim Schongau.
Hier in Ingenried legte ich wieder ein Päuschen ein und futterte meine Nußschnecke und den Apfel. Das war schon ein bisschen blöd über 10 km den Apfel, die Banane und die Nußschnecke zu tragen. An einem Brunne hab ich meine Wasserflasche wieder voll gemacht und schon gings weiter.
Immer mit dem Gesicht in der Sonne und der Nase im Wind meinem Ziel entgegen, bei dem ich nicht wusste, wo es sein würde.
Von Ingenried führte der Weg nach Tannenberg. Hab ich noch nie gehört. Von hier verläuft eine Straße nach Bernbeuren, aber ein Radwegschild schickte mich nach links, blöd, keine Dampflok auf dem Schild, war ich richtig? Im Nachhinein bertrachtet, war ich da noch richtig, aber nicht mehr lange.
Ich kam an einer Kirche an kurz vor Burggen und hier rief mich Hase an, das freute mich ganz besonders. Ich sagte ihr, dass es mir gut ginge, es geht voran. Kerstin fand es gut, dass ich so einen Lauf mache, das fällt auch nicht jedem ein.
Hier an der Kirche hätte ich links abbiegen müssen, in den Ort hinein laufen, aber ich lief nach rechts, damit hat sich die Dampflokrunde erledigt, ahnte ich aber erst nach 2,5 km, wusste ich wirklich erst viel später. Ich kam fast wieder in Tannenberg an, schöne sinnnlose Schleife gelaufen.
Von hier führte die Straße nach Bernbeuren, da will ich hin, das passt einigermaßen. Dann kam ich wieder an eine Kreuzung mit dem Hinweis nach links: Bernbeuren 3,6 km und einem Hinweis nach rechts: Bernbeuren 3,4 km. Super. Ich entschied mich für rechts und kam irgendwann an einer Straße raus. Die Straße kannte ich und so lief ich eben auf dieser Straße nach Bernbeuren. Die Marathondistanz hab ich mittlerweile überschritten.
Hier angekommen fotografierte ich ein Hinweisschild: Kaufbeuren 33 km. Dabei wurde ich von einem älteren Ehepaar beobachtet. Der Herr fragte mich, für was das jetzt gut war? Worauf ich ihm erklärte, dass ich von der Gegend von Kaufbeuren komme und es mir ganz schön weit vorkommt, wenn ich das so auf dem Schild lese.
Es folgte eine kurze Pause, bei der ich mit großen Augen angeguckt wurde, worauf die Frau fragte, ob ich tatsächlich schon 33 km gelaufen sei? Darauf sagte ich, nööö es sind eher 44 km. Jetzt war die Gesprächspause und die Augen noch größer. Ich unterbrach die Schweigeminute und fragte, ob ich hier wieder auf die Dampflokrunde komme. Der Mann scheuchte seine Frau ins Haus, sie solle eine Landkarte holen, die sie bereitwillig raus brachte. Wir studierten die Karte und anschließen verabschiedete ich mich. Bald kommt Lechbruck und jetzt reichte es mir auch so langsam, vorallem, weil es jetzt ziemlich hügelig hoch und runter ging. Ich entschloß mich, meine Eltern anzurufen, dass sie mich in Lechbruck abholen. Mir reichte es, der stärker und kälter werdende Wind hat mich auch immer mehr genervt. Sicher, ich hätte noch weiter laufen können, aber wie am Anfang schon gesagt, ich wollte mich nicht quälen und wenn es weh tut hör ich auf.
Ein paar Dörfer durchlief ich noch, eher alleinstehende Bauernhöfe.
Plötzlich stand ich genau vor einem Golfplatz, als ich aus einem Wald kam. Ja wo kommt der denn plötzlich her? Das war schon seltsam, erst noch mitten auf dem Feldweg durch dei Pampa gelaufen und auf einmal war da so ein supergepflegter Golfplatz und Leute die ihr Golfwägelchen hin und her schoben. Dort ein Mann, der konzentriert seinen Ball putten wollte, hier ein Paar, das einen mittellangen Schlag machte, aber ätsch, nix aufs Green
Weiter durch einen Wald kam ich an Loch 6 vorbei und dort unten sah ich auch schon den See von Lechbruck, es roch nach Ziel. Einen Berg musste ich noch nach unten laufen, an einem Bach entlang und dann war ich dort, wo eigentlich der zweite Teil der Dampflokrunde beginnt, die Strecke von Lechbruck nach Marktoberdorf.
So bin ich jetzt die komplette Dampflokrunde gelaufen. Na gut, der Teil von Lechbruck nach Marktoberdorf ist schon ein Weilchen her.
Kaum angekommen, bogen meine Eltern um die Kurve. Das war ein perfektes Timing. Und weil meine Eltern schön mitdenken, haben sie mir zur Belohnung ein Weizenbier mitgebracht. Meine Mutter hat mich begeistert fotografiert, wie ich das Weizen einschenke und trinke, das hab ich mir aber auch verdient, nicht wahr?
50,5 km bin ich gelaufen, dabei hab ich wohl auch einen Umweg von etwa 4 km gemacht.
Das war ein schöner Lauf und vielleicht mach ich es mal wahr und laufe in einem Rutsch die kompletten 80 km, aber so schnell bestimmt nicht.
Heute merk ich, dass ich Farbe im Gesicht bekommen hab, die Umrisse von der Sonnenbrille sind erkennbar. Fast fühlt es sich wie ein Sonnenbrand an, das soll mal einer nachmachen am 31. Oktober.
Bilder hab ich auch einige gemacht. Bitteschön Dampflokbilder
Danke fürs lesen von diesem halben Roman, jetzt habt ihr euch aber auch ein Bier verdient

3 Kommentare 1.11.06 08:18, kommentieren



Also

So, da wär ich dann mal wieder
Letzte Woche bin ich insgesamt 107 km gelaufen. Diese Woche sinds schon wieder 91, da komm ich ja mit morgen schon wieder auf über 100 km. Huch.
Aber wenns doch gerade so gut läuft und das Wetter mitspielt, dann ist das doch ok, oder?
Gut, wir haben Herbst, aber das Wetter war bisher noch sehr erträglich. Heute suckelts aber ganz schön von oben runter. Hat aber heute trotzdem Spaß gemacht. Da frag ich mich doch hinterher wieder, warum es mich erst so gegruselt hat, vor dem Laufen.

Am Donnerstag hatte ich Zeit, ausserdem stand ein virtueller 3 Stunden-Lauf an. Wat is dat denn schon wieder?
Bei meinen Streakrunnerkollegen gibts einen Wettkampf. Naja, Wettkampf. Jeder der will macht diese Tage einen 3 oder 6 Stunden Lauf. Die Ergebnisse werden gesammelt, dann können wir gucken, wieviel wir gelaufen sind.
So hab ich also meinen Lauf Vorgestern gemacht.

Als ich loslief wusste ich noch gar nicht, dass ich 3 Stunden laufe, ich wollts eigentlich auf den nächsten Tag verschieben. Bei Regen 3 Stunden laufen, es gibt schöneres. Aber wie es sich gehört, hat es zu regnen aufgehört, als ich losgelaufen bin. So is brav. Vielleicht hält ja das Wetter.
Ich lief zum Bachtelseekraftwerk, nördlich von Biessenhofen. Von hier gehts an der Wertach entlang wieder zurück ins Dorf. Ich hab so überlegt, eigentlich könnt ich ja doch die 3 Stunden laufen, aber ich hab doch gar keine Wasserflasche. Na, mal sehn. Ich überlegte weiter und schwankte hin und her. Soll ich oder soll ich nicht?
Gut, ich lauf jetzt erstmal in Richtung Bertoldshofen, da wär auch ein Wasserbrunnen, da könnt ich tanken. Also lief ich in diese Richtung und war mir jetzt doch sicher, dass ich den Lauf mache. Es war auch kein Regen in Sicht, im Gegenteil, hin und wieder kam die Sonne zum Vorschein.
So lief ich über Hausen nach Bertoldshofen, kam am Brunnen an und trank die Leitung leer. Und wie es sich für einen Wettkampf gehört, hab ich die Uhr nicht abgestoppt.
Dann ging es mit vollem Gluckerbauch weiter. Ich nahm die Strecke nach Marktoberdorf, dazu musste ich so 2,5 km stetig bergauf laufen. Gegenwind hatte ich auch noch. Aber es lief gut. Oben angekommen wollte ich eigentlich durch die Allee laufen, aber es wird davor gewarnt, bei starkem Wind da durchzulaufen, weil die Bäume doch teilweise recht morsch sind. Also musste ich dann vom Radweg auf die Hauptstraße. Aber es war nicht so viel Verkehr.
Bergab führte der Weg nach Marktoberdorf hinunter, ich lief zum Krankenhaus... Nö, mir gings gut.... und dort kam ich an meiner Dampflokrunde raus. Die ist wohl allgegenwärtig, nicht wahr? Und wenn ich schon mal da bin, kann ich ja gleich die Strecke verfolgen. Stur lief ich die Strecke entlang, kam an den Schulen vorbei, am Bahnhof, Landratsamt.
Immer weiter am Bahngleis entlang und dann war das Ende von Marktoberdorf erreicht.
Die Halbmarathondistanz hatte ich jetzt auch nach 1:57 erreicht. Es war mittlerweile 16:30 Uhr und es dämmerte schon. Ja, es wird Winter, da wirds früher dunkel.
Eine Stunde muss ich noch laufen, also rüber auf dem Radweg nach Altdorf, dann noch in Ebenhofen vorbei. Achja, ich war dann wieder auf der Dampflokrunde. Hintenrum am Gleis lief ich entlang und jetzt wars schon wirklich dunkel. Trotzdem, ich hatte noch 25 Minuten vor mir. Ich kam Zuhause an der Haustüre vorbei, ignorierte sie und lief daran vorbei, noch war nicht Feierabend. Also nochmal um das Dorf herum, dann an der Wertach entlang und noch eine großzügige Schleife laufen.
Meinen Beinen gings gut, klar, ein bisschen schwer waren sie schon, aber nicht so, dass ich am liebsten sofort stehen bleiben würde.
Jetzt hatte ich noch ein paar Minuten und lief noch kreuz und quer durchs Dorf, bis ich die 3 Stunden gelaufen bin. 32,5 km bin ich in der Zeit gelaufen.

11.11.06 17:22, kommentieren

Hier gucken

Hier kann man gucken, wo ich bei meiner Dampflokrunde gelaufen bin. Da sieht man auch wunderbar in Kaufbeuren, wie ich mich blöd verfranst hab. Statt 100 Meter auf direktem Weg wars halt ein Kilometer. Auch interessant der sinnlose Haken bei Burggen

Dampflokrundenlink

2 Kommentare 12.11.06 18:53, kommentieren

Tiefster Herbst

Ja, wir haben tiefsten Herbst. Ganz Deutschland zittert im eisigen Novemberwetter. Dicke Jacken und Pullis finden reissenden Absatz. Wie lang wird diese Kälteperiode andauern? Kommt eine neue Eiszeit?
So, genug Blödsinn geschrieben.
Na? Wart ihr auch draussen bei dem Wetter? Ist doch irre, oder? Bis zu 20° hatten wir in Deutschland. Bei uns im Allgäu waren es immerhin auch 17° oder so. Kaum Wind und strahlenden Sonnenschein. Ziemlich kurios für Mitte November. Aber wer will da meckern?
Statt Weihnachtsmarkt geht man halt in den Biergarten.
Ich nicht, ich geh lieber laufen.
Gestern mit extracooloutfit, mit Wichtigsonnenbrille bin ich auf meine Dachserbergrunde aufgebrochen. 15 km ist die Runde lang. Die Runde ist wunderbar für das Wetter. Wenn man nämlich den Berg hoch läuft, sieht man in die Berge hinein. Und im Herbst ist das Panorama mal noch schöner. Alles noch ein bisschen bunt und ganz weit weg die weißen Spitzen der Berge.
Ein Gehege hab ich auch noch gesehen, da waren mindestens 30 Hirsche und Rehe drin. Ich weiß nicht, ob die artgerecht gehalten werden, denn sie standen nur auf der Wiese rum. Aber Rehe und Hirsche sind doch Waldtiere? Wollen die nicht lieber ein paar Bäume um sich rum haben? Weiß nicht.
Richtig flott war ich heute unterwegs. Das lag auch daran, dass ich ziemlich schlechte Laune hatte. Ich grübelte vor mich hin und war schön sauer, da wird man ordentlich schnell.
Muss ich mir für den nächsten Wettkampf merken.
Ich lief noch bei meinen Eltern vorbei, aber die waren mal wieder in der Weltgechichte unterwegs. In Österreich haben sie sich herum getrieben. Und das, wenn das Kind auf Besuch kommen will. Dann bin ich eben wieder Heim gelaufen.
Schade, dass es schon so früh wieder dunkel wird. Ich hätt nix dagegen die Sonne länger auf den Pelz brennen zu lassen.

Heute war das Wetter gleich nocht besser. Kaum auszuhalten. Ein Wahnsinn.
Ich lief in Richtung Ebenhofen und unterwegs fragte ich mich, warum ich eigentlich nicht die Hasenrunde laufe?! Bin ich bekloppt? Also drehte ich auf halbem Weg um und lief wieder ins Dorf rein, am Haus vorbei und verschwand in Richtung Kaufbeuren. Ja klar, ist ein Teil der Dampflokrunde
Gut lief es, die Sonne war traumhaft und so düste ich nach Kaufbeuren. Auf dem Weg dorthin waren Waldarbeiter, die haben zu dritt den ganzen Weg eingenommen. Sie liefen gemächlich vor sich hin. Ich trabte an und zwängte mich durch.
Einer meinte, i hau scho denkt, des isch der Moritz, aba des war jetzat it dr Moritz, so schnell isch da Moritz it. *Gelächter* Moritz ist auch Waldarbeiter und war am Fahrzeug zurück geblieben.
Dann war ich in Kaufbeuren, dort gings rüber über die Bundesstraße und in Richtung Wertach. Bald kam das Bärenseekraftwerk. Dann war ich am Bärensee. Und ich muss sagen, das Panorama war atemberaubend. Schade, dass ich keinen Fotoapparat dabei hatte. Das war echt so schön. Vor mir ein paar Bäume mit dem Rest an buntem Laub, in dem See, der sich absolut nicht bewegte, waren ein paar alte Ruderboote. Die Sonne stand tief und die Bäume um den See herum spiegelten sich in dem See. Im Hintergrund sah man die Berge. Schwer zu beschreiben.
Ich lief weiter über die Felder und durch die Wälder und da kam mir eine Horde Nordic Walker entgegen. Die Kinder mussten fleißig mitstakseln.
Dann war ich am Bachtelsee und schon wieder war es ärgerlich, dass ich kein Foto machen konnte. Ich lief die Staumauer vom Kraftwerk hoch und sah folgendes Bild.
Vor mir saßen zwei Angler, die auf den See blickten auf ihren Stühlen. Auch der Bachtelsee rührte sich nicht, die Bäume ringsum spiegelten sich wunderbar in dem See, im Hintergrund natürlich die Berge und überall alte Ruderboote, die teilweise abgedeckt waren und darauf lag buntes Laub. In dem See wurden wohl irgendwann ganze Bäume und riesengroße Wurzeln versenkt. So erkennt man lauter kleine Inselchen auf dem See, die von einer Menge Schwänen und Enten umkurvt werden. Die Sonne stand noch tiefer als vorhin. Der blaue Himmel noch dazu und die vielen Farben, einfach toll.
Ich lief dann den See entlang, der wieder zur Wertach wurde, kam an unserem Werk vorbei und lief nun Heim.

Während ich hier vor mich hinschreibe, ist mein Schatz auf dem Weg zu mir. Bald dürfte sie ankommen.
Das wird aber auch mal wieder Zeit, dass wir uns sehen. Das ist schon wieder sooo lange her.
Ich mach jetzt heute noch die Nachtschicht bis um 4 fertig und dann flieg ich Heim in die Hasenarme.

3 Kommentare 16.11.06 22:34, kommentieren

Voll aufgerüstet

So, jetzt bin ich aber mal so richtig aufgerüstet.
Mein Schatz war am letzten Wochenende da, aber dazu hat sie ja schon in ihrem Tagebuch davon geschrieben.
Ich hab ein schönes Geburtstagsgeschenk von ihr bekommen. Einen IPod. Ihr wisst scho, das hippe mp3 Teil von Apple.
Das hat mich aber arg gefreut. Jetzt kann ich immer mit Musik auf den Ohren durch die Gegend laufen.
Momentan läuft bei uns eh immer Placebo rauf und runter. Da kann man gar nicht genug davon bekommen. Dazu noch Element of crime, noch ein bisschen Coldplay dazu. Ein paar diverse Interpreten, die Hase schon drauf gespielt hat. Dann noch Iron Maiden und selbstverständlich Metallica und schon ist der IPod voll.
Aber damit hat es sich noch nicht mit aufrüsten. Jetzt ist die Zeit, dass die neuen Laufschuhe auf den Markt kommen. Lang genug hab ich gewartet, denn jetzt werden die Vorgängermodelle aus den Lagern geschmissen. Als Kerstin und ich in Kempten waren, haben wir uns erstmal mit dem gleichen Paar Schuhe eingedeckt. Beide haben wir das gleiche Herrenmodell. Schick
Im Internet hab ich dann noch die Kayano 12 von Asics für 99€ bekommen, UVP wäre 160 €. Kann zahlen wer will, ich nicht. Die Neuen kosten sogar noch 5 € mehr.
Da es sich nicht lohnt die Post wegen ein paar Schuhe zu bemühen und weil der Winter vor der Tür steht, hab ich noch Schuhe mit groberem Profil genommen. Die Asics Trabuco, im schönen dunkelblau. Nun sollte es für ein paar Monate gut sein mit Schuhkauf.
Hmmmm, ist es eigentlich normal, dass ein Mann so lang und breit über Schuhe redet? Ist doch normal Frauensache?!

Dann noch ein paar Worte über das Wetter. Wir sehen auf den Kalender und sehen dort ende November und was macht das Wetter? Es ist warm, richtig warm mit 15°. Da kann man noch getrost in kurzen Klamotten laufen. Das ist doch kurios. Na da bin ich doch gespannt, was der Winter noch zu melden hat. Irgendwie muss sich das doch ausgleichen, oder? Vielleicht haben wir ja monatelang -15°. Brrr. Muss ich nicht haben.

Schön gelaufen bin ich natürlich auch. Es läuft einfach prima. Das täglich Laufen zahlt sich irgendwie aus. Ich bin viel robuster geworden, es tut nix weh und es läuft einfach nur prima. Auch wenn ich mal über 100 km in der Woche laufe, es macht mir einfach nix aus, ich könnt auch noch weiter laufen, aber das muss ja auch nicht sein, ich will ja nicht überziehen.
Und weil es eben so gut läuft, hab ich beschlossen, dass ich dieses Jahr insgesamt 4000 km laufen will. Letztes Jahr hab ichs auf knapp über 3000 km gebracht. Mir fehlen noch so knapp 400 km dazu. Das schaff ich schon in den letzten 36 Tagen.
Ich bin heute zum Bachtlseekraftwerk gelaufen, weils so schön war. Dort hab ich mich einfach mal auf die Bank gesetzt und hab über den See geblickt, bis in die Berge hinein. So saß ich 15 Minuten lang und dann hab ich mich weiter auf den Weg gemacht. Ich bin dann nach Hörmanshofen gelaufen und traf da eine Bekannte. Bei ihr hab ich ordentlich über die Arbeit gelästert. Das musste schon sein, schließlich bin ich in Bezug darauf momentan reichlich angepisst.
Schließlich bin ich weiter und bin noch an der Wertach entlang. Viele Fußgänger waren unterwegs, die letzten Sonnenstrahlen aufsaugen. Da geht mir ein Liedtext von Element of crime durch den Kopf, weil die Leute den ganzen Sommer verpennt haben und dann dem warmen Wetter des Sommers nachtrauern, das sie nicht genutzt haben. Tja, selber schuld und laufen anfangen
Den ganzen Sommer über siehst du nicht so viele Fußgänger, wie an solchen warmen Herbsttagen.

Am Montag fahr ich zu meinem Hasen nach Frankreich. Wird aber auch mal wieder Zeit, wir haben uns dann schließlich fast eine Woche nicht mehr gesehen.

5 Kommentare 25.11.06 22:48, kommentieren