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Nochmal NW

Ich bin jetzt aber scho a bissal enttäuscht, dass nur mein Schatz meinen letzten Eintrag kommentiert hat. Das 'nur mein Schatz' soll aber nicht 'nur' heissen. Schließlich ist sie mein Ein und Alles.
Dabei fand ich den Eintrag selber total geil.

Und zum Beweis, dass Nordic Walking gefährlich ist, hier noch ein Zeitungsartikel dazu.

AuaAuaAua

4 Kommentare 3.1.07 14:11, kommentieren



Fit wie ein Turnschuh

Schon ist wieder eine Woche des neuen Jahres ins Land gezogen.
Und es geht so weiter wie im letzten Jahr. Das Laufen ist immer noch super. Es läuft und läuft und läuft.
Was hab ich denn dieses Jahr alles vor? Das weiß ich ja selber gar nicht so recht. Was sicher ist, ist der 6 Stunden Lauf im März in Ottobrunn. Mal gucken, ob ich da 60 km zusammen bekomme. Dann im Mai ist der Weltkulturerbelauf in Bamberg. Da laufen Hase und ich den Halbmarathon. Bamberg ist übrigens unsere Lieblingsstadt
Dann werd ich noch gucken, dass ich ein paar Marathons machen kann, aber welche? Weiß ich noch nicht. Luxembourg würde mir gefallen im Frühling. Oder Regensburg. Ich wollte auch den Rennsteig Supermarathon über 72 km machen.
War wir aber sehr gerne machen würden, das ist der Berlin Marathon am 30. September. Da soll mein Schatz ihre Marathonpremiere haben und ich helf ihr, dass sie gut ins Ziel kommt.

Diese Woche war das Laufen ja wieder extra 'schlimm'
Knapp 86 km bin ich gleich mal wieder in dieser Woche gelaufen und das seltsame ist, ich krieg den Hals nicht voll, aber das ist nicht alles, es läuft erschreckend gut. Ehrlich, ich erschreck da selber, was ich zusammen lauf.
Vorgestern bin ich die Hasenrunde gelaufen, da liefs schon so gut, dass ich eine Zwischenzeit auf 10 km von etwa 53 Minuten hatte. Das nenn ich eigentlich einen flotten lockeren Lauf. Die Hasenrunde kann ich mir aber wohl für die nächsten Monate abschminken, da waren schon 2 km dabei, die total verschlammt waren, da musste ich ordentlich auf die Wiese ausweichen.
Gestern dacht ich mir, läufst mal locker vor dich hin, muss ja nicht immer so zügig sein, genieß den tropischen Winter und grinse. Ich hab auch gegrinst, aber die 10 km Zwischenzeit hatte ich trotzdem bei 52:30. Öhm, naja, auch recht.
Da gibts noch was witziges zu erzählen. Ein kleines Mädchen ist mit einem langen Stock in der Hand hinter ihren Eltern und Großeltern hergelaufen und hat jedem abwechselnd mit dem Stock auf den Hintern gehauen. Nicht fest natürlich. Als ich auf der Höhe von dem Mädchen war, fragte ich, ob sie denn eintreiben würde. Erst musste ich selbst lachen, dann die andern alle. Hoho und Haha.
Dann lief ich noch schnell einen Kilometer in 4:40 und dann gings Heim.
Heute aber wollte ich mal ein langsames Läufchen machen, nicht immer so schnell sein. Also los nach Ebenhofen, der erste Kilometer bei Gegenwind in 5:17. Aha. Dann mach ich eben jetzt langsamer, aber dann hatte ich keinen Gegenwind mehr. Ergebnis: 5:09 auf den zweiten Kilometer, dann 5:06, 5:04, 5:12, 5:00. Ja dann eben nicht langsamer. Es fühlte sich so gut an, dass ich von km zu km immer schneller wurde. Die letzten 4 km waren ordentlich unter 5 Minuten. Naja, die 10 km Zeit war dann tatsächlich bei 50:13 Minuten. Gehts noch?
Aber morgen mach ich wenig, schließlich fahr ich zu meinem Knusperhasen und hab keine Zeit zu verlieren
15 Tage kann ich in France bleiben.
Demnächst probier ich es dann nochmal mit dem langsam Laufen.
Apropos Knusperhase. Kerstin ist heute seit ihrem Halbmarathon im Oktober wieder 16 km gelaufen, mit ordentlich Bergen mit drin. Ist denn jetzt die Leidenszeit mit ihrem Knöchel endlich vorbei? Das hoffen wir doch

3 Kommentare 7.1.07 21:31, kommentieren

Trockene Pariser

Am vergangenen Samstag haben Kerstin und ich einen besonderen Ausflug gemacht.
Von Montbard aus kann man mit dem Zug für 15€ nach Paris fahren und wieder zurück. Gilt nur am Samstag und in zwei Stunden ist man schon in Paris.
Gegen 9 Uhr waren wir am Gare de Lyon, also an einem der Bahnhöfe der französischen Hauptstadt. Mir fiel ein, dass ich bis dahin noch nie in einer Hauptstadt war. Ich war schon in halb Europa, aber noch nie in einer Hauptstadt.
Eigentlich war für den Vormittag noch Regen voraus gesagt, aber wir hatten Glück, so konnten wir statt nasse, nur trockene Pariser sehen.
Wir gingen los zum Place des Vogesse, da könnte erstmal der Eindruck enstehen, dass der Friedensengel von Berlin geklaut wurde.
Es war absolut nix los in Paris, die Läden waren geschlossen, es herrschte kaum Verkehr, alles war ruhig, die Müllabfuhr machte gemütlich die Arbeit.
Apropo Müll: Weil Paris ja auch ein Objekt von Attentätern sein könnte, wurden die Mülleimer längst abgebaut und eine einfache und effektive Methode gefunden. Es werden einfach durchsichtige Müllbeutel hingehängt, so erkennt man auf einen Blick, ob eine Bombe drin liegt, oder ein verdächtiges Objekt.
Entspannt gingen wir weiter und ich war ja total begeistert von der Gemütlichkeit und dem ruhigen Leben in Paris. Hase erklärte mir ein paar Dinge in Paris, die Architektur von Kollege Haussmann, die Stadtteile, die Sehenswürdigkeiten, die wir abklappern, die Cafés, Teehäuser.
Wir pilgerten dem Stadtplan nach und suchten einen Park, der auf Empfehlung von Kerstins Chef un be dingt angesehen werden muss. Wir fanden die Stelle auch, guckten in den Plan und stellten fest, dass wir an dem Park angelangt waren. Toll, ein Park. Nicht sonderlich groß und auch nicht der Rede wert. Genervt drehten wir um.
Weiter gings, bald kamen wir an der Seine an. Puh, beeindruckend, wenn man die ganzen alten Gebäude sieht. Da hieß es einst klotzen, nicht kleckern.
Ein Bild zeigt so grüne Kisten, die entlang der Seine stehen. Ich fragte mal so vor mich hin, ob da Streugut drin ist, worauf sich Kerstin fast weggeschmissen hätte. Ne, da sind Bücher drinnen.
Da kommen später Leute, denen die Kisten gehören und verkaufen ihre alten Bücher oder Karten. Muss man doch kennen. Ja stimmt, ich glaub, sowas hab ich schon in Filmen gesehen.
Später waren dann die Kisten offen, die Bücher ausgelegt. Das hatte schon sein Flair.
Weiter gings zur Notré Dame. Die nette Kapelle mitten in Paris. Wir standen davor, mit vielen Japanern und guckten mit einem Ooohhh nach oben. Gewaltig, gewaltig.
Rein gegangen sind wir aber nicht.
Hier an einer Brücke sahen wir auch einen Klavierspieler, mit seinem fahrbaren Klavier. Der verdient bestimmt ganz gut damit, auch von uns gabs einen Euro, dafür lächelte er auch charmant in unsere Kamera, wie ja deutlich zu sehen ist.
Immer zu Fuß weiter und bald waren wir am Musée de Louvre. Da drin hängt die alte Mona Lisa und so Zeuch. Aber wir gingen nur in den Innenhof und guckten. Eigentlich hab ich ja Bilder gemacht, aber man kann unmöglich die gewaltigen Innenhöfe fotografieren und wenn man nur einen Teil knipst, kommt es gar nicht so raus.
Hier am Louvrée haben wir auch Mittagspause gemacht, bevor der Gewaltmarsch weiter ging.
Anschließend kam die Einkaufsphase. Kerstin fand in der Boutique Ikks ein schönes Kleid, das von 160 auf 60 € reduziert war. Das nehmen wir mit, das ist günstig. Achja, mittlerweile waren die Läden ja auch geöffnet. Paris erwacht etwas später, aber dafür umso heftiger. Hatten wir am Vormittag Paris noch für uns alleine, strömten ab Mittag regelrechte Menschenmassen durch die Straßen. Der Verkehr, der vor ein paar Stunden noch gemächlich dahin dümpelte, mutierte zum scheinbaren Verkehrschaos. Zu erkennen war es auch daran, dass am späten Nachmittag ein Notarztwagen mit Blaulicht und tatü tata im Stau stand und keinen Meter vorwärts kam.
In einem Espritladen konnte ich ein T-Shirt für 7 € ergattern. Dazu kaufte ich für uns beide noch ein identisches Sweatshirt. Partnerlook ist das Stichwort.
Aber der späte Nachmittag war ja noch nicht. Wir liefen auf den Place de la Concorde zu. Das müsste doch ein Begriff sein. Hier sah es lustig aus, das wär doch was für mich als Dorfbewohner, mit dem Auto durch Paris. In 7er Reihen standen die Autos an den roten Ampeln und fuhren kreuz und quer über die Straßen, wenn es grün wurde. Es gab auch keine Straßenmarkierungen, ich würde da ja so die Krise kriegen. Aber anscheinend funktioniert das ganz gut.
Fasziniert betrachtete ich das organisierte Chaos. Von hier aus konnte man schön auf den Eiffelturm blicken, gleichzeitig hatten wir schon rechts davon einen Blick auf die Champs Elysée.
Ich war mächtig beeindruckt. Also rüber über den Place de la concorde und rein in die weltberühmte Prachtmeile.
Schon konnten wir in der Ferne den Arc de Triomphe sehen. Allerdings war der noch mindestens 3 km entfernt. Ich konnte nicht umhin, diese Straße mit der Leopoldstraße in München zu vergleichen. Auch dort sind links und rechts die Bäume, die Cafés, die Geschäfte und vorne ein Bogen in Stein. Nur ist eben der Unterschied, dass die Leopoldstraße in München mit dem Siegestor aussieht wie ein sehr kleines Modell der Champs Ellysée.
Wir gingen und gingen, aber das Tor kam nicht näher.
Hin und wieder schlenderten wir in die Läden, kauften CDs und DVDs.
Jetzt war endgültig ganz Paris auf den Beinen. Die Prachtstraße war voll von Menschenmassen.
Da wir jetzt schon so viele Stunden durch Paris gegangen sind, haben uns die Beine ganz schön weh getan. Wir überquerten nochmal die Tschämp Eleises, wie die Amerikaner die Straße frevelnd nennen und dabei konnte ich ein besonderes Bild machen, im Vordergrund der fette Ferrari und im Hintergrund der Triumphbogen. Das ist doch nicht schlecht.
Nun machten wir uns auf den Weg in die Metro und fuhren ein gutes Stück zurück in Richtung Bahnhof.
Wir kamen in einem ruhigen Stadtviertel wieder auf die Oberfläche. Wie der Name des Viertels hieß weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall sind hier viele Studenten und Homosexuelle. Zu erkennen an der Regenbogenfahne, die aus Cafés hing. Wir gingen in das Café Amnesia, das auch recht ruhig war. Neben uns saßen gleich drei Schwule.
Dort tranken wir einen lauwarmen Kaffee, der nur 4 € kostete.
Kerstin ging mal eben auf die Toilette und ich fand eine Broschüre bei der man sich informieren konnte, wo sich der Schwule von heute aufhalten könnte, wenn er sich mit Gleichgesinnten treffen will. Kaum blätterte ich darin, saß auch schon ein junger Mann neben mir, auffällig unauffällig. Aber da kam auch schon Hase von der Toilette zurück. Das Thema war erledigt.
Wir schlenderten dann noch durch die Gassen und Straßen. Es dämmerte langsam und es war kaum noch ein durchkommen in den Straßen.
Da wir ja Mitte Januar haben, ist es doch mehr als angebracht, dass man noch ein Eis isst.
Wir holten uns ein leckeres Eis und aßen es natürlich draussen. Es war schließlich recht angenehm mild. Überhaupt waren die Cafés in der Stadt im Freien sehr gut besetzt. Wie gesagt, ganz normal Mitte Januar, oder?
Bald wurde es Zeit, dass wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof machten. Der Zug zurück ging um etwa 19 Uhr.
Dort am Bahnhof kauften wir noch billige Sandwiches für 4,70 € das Stück, das sind ja 9 Maaark. Dann setzten wir uns ziemlich erledigt in unseren Zug, der uns in die Heimat fuhr.
Da wir das Meiste zu Fuß gingen, dürften wir weit über 15 km zurück gelegt haben. Ein Halbmarathon ist leichter zu laufen, als ein Ausflug nach Paris, der zweitwichtigsten Stadt der Liebe, nach Bamberg.

4 Kommentare 16.1.07 08:39, kommentieren

Gelaufen

So, jetzt wird mal wieder übers Laufen geredet. Wird ja auch mal wieder Zeit, nicht wahr?
Ich hab hier im Burgund schöne Strecken entdeckt.
Aber eigentlich immer eher unabsichtlich. Ich hab einfach während meinen normalen Läufen neue Wege genommen.
Einmal lief ich nach Pont de Chevigny und da an der Hauptstraße steht ein Schild, das mir verklickert, dass es da zum Monument de Renessaince geht. Ich bin daran schon hundert mal vorbei gefahren an dem Schild, wollte da schon immer mal gucken, habs aber nie gemacht. Diesmal bin ich dann doch die Strecke gelaufen, es ging die ganze Zeit bergauf und bergauf. War ich vorher bei 220 Höhenmeter, schlich ich mich langsam immer höher. Wo ich da wohl raus komm? Ich kam an einem Gatter vorbei, das leicht zu überlaufen war und ein Wegweiser zum Mont de Telegraph. Hm, lauf ich eben weiter. Dort ziemlich weit oben war dann plötzlich eine Motocrossstrecke. Da stört keiner, so weit oben am Berg. Ein Stück weiter hab ich dann auch das Rätsel des Monuments gelöst. Es ist ein Kriegsdenkmal vom 2. Weltkrieg und den Toten der Region Auxois gewidmet.
Es ist so ein Steinmonument, das ein Fundament hatte, auf das man klettern konnte und Pfeiler ein paar Meter nach oben gingen. Als ich dort oben stand, kam ich mir vor wie Rocky, als er die Treppen erklommen hatte. Ich hatte einen riesigen Ausblick über einen großen Teil des Auxois. Echt toll.
Nach einer Weile dachte ich, ich lauf die Strecke weiter, da werd ich wohl wieder unten in Semur ankommen.... Vielleicht. Ich lief in einen Buschwald, wenn es sowas gibt und folgte dem engen Weg entlang. Ziemlich eng gings zur Sache, der Weg war nur 50 cm breit. Ich lief so 2 km in dem Gelände und wusste nicht wo ich raus kommen würde. Dann waren die Büsche weg und wo war ich? Genau wieder vor dem Monument, das war ein Rundweg durch die Pampa. Nuja, dann lief ich eben die Strecke zurück aus der ich gekommen bin und kam nach 18 km Zuhause an.

Dann gabs noch ein Intervalltraining. Ich stellte meinen Forerunner ein und lief auf dem Semurer Sportplatz meine Kreise. Ich lief 200 Meter schnell, dann wieder 200 Meter sehr langsam. Das ganze wiederholte ich 20 mal. Am Anfang ging das ganz gut, aber ab dem achten Intervall gehts zäh, aber die Pace wollte ich schon immer halten. Ich machte auch nicht das vorgegebene Tempo von 48 Sekunden für die 200 Meter, sondern musste natürlich wieder schneller sein. Meist lief ich die Intervalle in 41 - 44 Sekunden. Ab dem 16. Intervall gings wieder besser und den letzten machte ich dann auch noch in 39 Sekunden. Das ist eine Pace von 3:15. Na das Tempo durchhalten über 10 km, das wär doch was, oder?
Zufrieden mit mir lief ich noch ein paar Kilometer aus.

Letzten Freitag hab ich am Nachmittag einen langen Lauf gemacht. Is ja scho wieder Marathontraining.
Ich suchte mir eine schöne Route aus, dass ich dann um 17 Uhr in Montbard bin um meinen Schatz in der Arbeit abzuholen.
Von Semur gings nach Villenotte, hoch nach Massingy, rüber nach Villars, weiter nach Lantilly, dann irgendwann runter zum Kanal, aber dort lief ich auf der Straße, weil der Kanal total verhaut war; Da wurden über etliche Kilometer die Bäume gefällt. Die Bäume sind weg, aber die Wege sind total ruiniert.
Das Wetter war angenehm, hin und wieder regnete es ein bisschen, aber nicht viel. Die Kilometer von 25 - 30 lief ich dann schneller, mit einem 5er Schnitt. Das kostet zwar Überwindung, nach 25 km noch eine grobe Schippe drauf zu legen, aber es geht. Mir gings prima und auch das schnellere Tempo konnte mich nicht fertig machen.
Da ich zu früh in Montbard war, lief ich noch 2 Schleusen den Kanal hinab und drehte dann um, so dass ich nach 31 km in 2:52 die Kerstin von der Arbeit holen konnte, damit wir uns ins Wochenende verabschieden konnten.

Gestern haben Kerstin und ich etwas neues probiert. Die Idee stammt nicht von uns sondern von Uschi. Wir berieten uns über eine Runde, die liefen wir dann in entgegengesetzter Richtung. Die St. Euphronerunde hat normal 10,8 km. Wenn Hase über die Allee läuft und ich über den Lac de Pont, dann treffen wir uns irgendwann und dann laufen wir den Rest gemeinsam, so konnten wir Beide für etwa die halbe Strecke unser eigenes Tempo laufen. Das hat prima funktioniert. Ich hatte keine Zwischenfälle, aber hört, hört: Hase hat zweimal eine Hundeerfahrung machen dürfen. Zweimal wurde sie Zeuge und Opfer von Hundebesitzern, die zu blöd sind um einen Hund zu halten. Beim ersten mal drosch eine Frau auf ihren Hund ein mit der Leine, weil er sich freute, dass die Kerstin da lief. Es war ein offensichtlich freundlicher Hund, aber die Frau krähte und schrie den Hund an sich hin und schlug den Hund grundlos heftig mit der Leine.
Als wir beide zusammen liefen, hörten wir einen Hund im Garten bellen, interessiert nicht weiter, denn Hunde in Frankreich bellen immer. Tschuldigung, aber die Franzosen sind zu dämlich um einen Hund zu erziehen. Sowas gibts in Deutschland einfach nicht.
Achja, wir liefen weiter in Richtung Lac de Pont, als wir eine Frau krakeelen hörten. Uns lief ein Hund wie irr hinterher, aber das Beste war eine Frau, die dem Hund nach jagte. Perplex sah ich zu, wie der Hund auf Kerstin zuraste. Kerstin versuchte es mit 'guter Hund, guter Hund' aber guter Hund war total bescheuert, wie bescheuert die Hunde'halterin' ist, lässt sich nur erahnen. Sie rief 'halten sie den Hund fest, halten sie den Hund fest' und raste dem Hund nach. Kerstin versuchte es mit fest halten, aber Hund wollte nicht. Dann als Frau Hund da war, sprang der Hund noch schön an Kerstin hoch. Ich wollt schon einschreiten, aber da hat die Frau ihren Kläffer genommen und ist abgezogen. Natürlich hatte sie keine Leine dabei. Sie kam auch nicht auf die Idee sich zu bedanken oder sich zu entschuldigen. Ziemlich genervt sind wir dann nach Hause gelaufen.
Später am Abend hat sich dann plötzlich bei Kerstin eine MagenDarmgrippe gemeldet, das ging ziemlich plötzlich. Als ich in die Dusche ging, war sie noch bester Dinge, als ich raus kam hatte sie schon eine Schüssel in den Händen. Mittlerweile gehts ihr wieder ganz gut, aber sie ist jetzt krank geschrieben und zum Glück konnte ich in der Arbeit klären, dass ich noch 2 Tage länger hier bleiben kann, bei meinem armen kranken Schatz.

Ein Lauf war letzte Woche bei diesem Sturm. Davon haben wir hier nicht viel mitbekommen, es war halt recht windig, aber das wars auch schon. Abends liefen wir strammen Schrittes in den Wind hinein, aber zur Belohnung hatten wir den Rest Rückenwind.
Ich freu mich, dass bei Kerstin der Knöchel nicht mehr weh tut, mit dem sie 3 Monate Ärger hatte, weil sie umgeknickt ist. Da können wir doch den Marathon von Berlin planen

Heute war ich wieder am herum experimentieren.
Ich suchte das Dorf Millery. Gibt es dieses Dorf wirklich? Ich stellte schon Parallelen zu Atlantis. Jeder spricht davon, aber es wurde noch nicht gesehen.
So lief ich bei kalten 2° (solche Temperaturen sind wir ja gar nicht mehr gewohnt) nach Pont de Chevigny und rüber über die Hauptstraße. Dort nach links und schon bald sah ich es. Troja, Atlantis, Pompeji, alles egal, ich fand Millery. Das Dorf ist so berühmt, dass es nicht mal Ortsschilder benötigt. In jedem umliegenden Dorf heisst es, dass es ein Teil von Millery ist und nun stand ich mitten in der tobenden Metropole von Burgund, achwas, von der ganzen Welt, dem Universum. Ich untertreibe maßlos. Das Dorf hatte 7 Häuser, eine kleine Kirche und nicht mal viel Tote auf dem Friedhof vorzuweisen. Tja, schon war ich also wieder draussen aus der Stadt und lief weiter fröhlich erkundend durch die Lande. Ich fand Dörfer, die uns nur so halb bekannt sind, später fand ich die Haupstraße, die ich aber nicht laufen wollte. Deshalb musste ich noch einen Umweg von 5 km machen.
In Vic de Chassoiney konnte ich schließlich den Weg nach Semur zurück nehmen. So musste ich heute eben wieder 15 km laufen. Aber mir gehts ja gut und mir machen diese Läufe momentan nichts aus.
Die Runde muss ich mir aber merken, schön zu laufen, viele Hügel und Berge drinnen, prima Landstraßen und so gut wie kein Verkehr.

So, jetzt hab ich aber wieder genug geplaudert.
Danke fürs lesen
Gruß Charly und von Kerstin auch einen lieben Gruß

3 Kommentare 22.1.07 22:26, kommentieren

Winter

So, nun isser da der heißersehnte Winter. Was freuen wir uns doch alle darüber. Endlich kann ich wieder die Nachbarn beobachten, wie sie Schnee schaufeln und sie im Geiste dabei anfeuern.
Meine Nachbarn haben eh ein Schneeschippproblem. Ich weiß nicht was das soll. Heute zum Beispiel werd ich um halb 9 geweckt, durch das charakteristische Chrt, Chrt, Chrt einer schabenden Schneeschaufel auf Asphalt. Ach du meine Güte, es hat bestimmt schon wieder 2 Meter geschneit oder so, denk ich mir. Vorsichtig zieh ich das Rollo vom Schlafzimmer hoch und seh Schnee... Ja, aber der lag da schon seit Tagen.
Gut, ich bin ins Wohnzimmer und hab mich auf einen Schneeschock eingestellt, hoffentlich muss ich nicht durchs Dachfenster raus. Und was seh ich? 1,23 cm Neuschnee. Ein Witz, lächerlich, so ein Blödsinn. Da schau ich aus dem Fenster, da stehen die tatsächlich zu dritt draußen und kratzen mit der Schneeschaufel die 12 Flocken auf. Kopfschütteln hab ich den Fernseher eingeschaltet und den Wasserkocher angeschmissen, den Compi hoch gefahren und meinem Schatz über Mail einen GutenMorgen Kuss geschickt.
Ja, jetzt liegt er also da der Schnee. Die Wege hier sind zwar super geräumt, aber der Schnee liegt nunmal da. Ich hab jeden Tag zum Laufen meine Trabuco Schuhe an, die haben einen besseren Grip. Allerdings läuft es sich einfach nicht so entspannt wie auf freien Wegen und das spürt man dann ziemlich schnell in den Schienbeinen. Deshalb werd ich diese Woche relativ wenig Kilometer machen. Es werden wohl so 70 km zusammen kommen. Das muss auch mal reichen.
Am Anfang der Woche bin ich ja noch in Semur gelaufen. Auch da legte sich der Winter darnieder. Der Unterschied ist, dass sich die Burgunder nicht viel um den Winter scheren. Der wird einfach ignoriert. Sowohl vom Schneeräumdienst, als auch von den Anwohnern. Es ist eher eine Ausnahme, dass Anwohner den Gehweg frei machen. Schneeschaufeln sind so selten, wie Bayernsiege in Dortmund
Aber gelaufen bin ich natürlich trotzdem. Am ersten Tag des diesjährigen Winters konnte ich noch auf der Allee laufen, es lagen 15 cm Schnee, aber es ging ganz gut.
Am nächsten Tag war das aber eben nicht mehr so, Die Gehwege waren ja nicht geräumt, es hatte etwas getaut, der Schnee wandelte sich meist in Matsch, aber der Schneeräumdienst hat auch nur die wichtigsten Straßen geräumt. Nebenstraßen sind voller Schnee und Matsch, da fährt kein Schneepflug. So konnte ich mir überlegen, wo ich denn laufe. Auf dem Weg zur Allee musste ich schon viermal anhalten, dann lief ich 20 Meter auf der Allee, was ich ganz schnell bleiben ließ, es ging nicht. Dann lief ich eben auf der Straße am Spielplatz entlang. Dort fuhren die Kinder einen Hang runter mit ihren Schlitten, Eltern guckten zu, ich lief vorbei, 650 Meter geradeaus, dann wieder umgedreht. Die Straße war wenigstens frei, aber es war eben auch Verkehr.
Ich lief immer wieder an den Leuten vorbei und ich weiß nicht, was die sich mit der Zeit gedacht haben, wenn da ständig der Läufer hin und herhoppelt. Ein Fahrschulauto kam mir vier mal entgegen, irgendwie war der ganze Lauf unglaublich trostlos und langweilig. Nebenbei auch noch stressig, weil ich die Autos im Blick haben musste.
Hase läuft jetzt auch wieder nach ihrer Krankheit. Ihr gehts wieder gut und das freut mich einfach nur. Sie findet auch Strecken, die relativ frei sind von Schnee, mal gucken, was sie heute erzählt, es hat nämlich auch dort wieder geschneit und es ist sehr kalt. Aber Handschuhe zieht sie nie an.
Da fällt mir ein, ich hab ja heute auch zum ersten mal eine lange Hose beim Laufen angehabt. War auch gar nicht schlimm

Aber eins muss ich doch noch loswerden. Habt ihr gestern auch so ein schönes Fußballspiel angesehen? Dortmund gegen Bayern. Ich war ja fix und fertig mit den Nerven. Führen doch die Batzis in der Halbzeit mit 2:1, aber Dortmund hat noch 3:2 gewonnen. Das war sooo geil. Ich hab beim dritten Tor sogar den Fernseher umarmt. Naja, Fußball macht unzurechnungsfähig

3 Kommentare 27.1.07 13:13, kommentieren