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Ganz was anderes

Jetzt gehts mal überhaupt nicht ums Laufen.
Ich hab gerade wieder überlegt, weils mal wieder soweit war.

Es geht um den Zwang der vollen Tasse.
Wieso machen manche Leute die Tasse immer so voll, dass wirklich nix mehr rein geht?
Gerade eben wieder. Ich bin in der Arbeit, mach den Wasserkocher an, dann Kaffeepulver rein und Wasser drüber.
Da wird dann tröpfchenweise die Tasse ziemlich voll gemacht.
Nun kommt noch Milch rein, die eigentlich schon gar nicht mehr rein passt. Sollte es mal vorkommen, in einem Anfall von Vernünftigkeit, dass noch etwas Rand in der Tasse zu sehen ist, dann kann man sich sicher sein, dass der Wasserkocher nochmal genommen wird und so voll gemacht, bis so eine kleine Haube entsteht.
Jetzt spielt sich natürlich eine lustige Szene ab, weil die Tasse viel zu voll ist, dass sogar das Einführen des Löffels zur Überschwemmung führen würde, muss man sich nun bücken und vorsichtig den viel zu heißen Kaffee ganz vorsichtig abschlürfen. Und weil das nicht so gut geht, läuft grundsätzlich ein Tropfen die Tasse hinab und befleckt den Tisch. Der Tisch muss natürlich mit einem Tuch abgerieben werden.
Ist die Tasse nun so abgeschlürft, dass man die Tasse transportieren kann, wirds wieder interessant. Laaaangsam wird die Tasse hochgehoben und nun wird sehr, sehr vorsichtig in extrem langsamen Schritten, die Tasse hochkonzentriert anstarrend zum Arbeitstisch geschlichen. Bahnt es sich an, dass der Kaffee überschwappt, muss eine Stehpause eingelegt werden, bis der Tassentsunami sich wieder gelegt hat, erst dann kann der nächste Schritt vollbracht werden. So vergeht die Zeit für 4 Meter wie im Flug. Irgendwann schaff ich es aber doch zum Tisch, will die Tasse abstellen. Das Adrenalin lässt die Sinne schärfen und der Triumph steht kurz bevor, dass keine Kaffeespur auf dem Boden gelegt wurde. Ich bin am Tisch und will die Tasse abstellen, nur noch wenige Zentimeter. Aber es kommt, wie es kommen muss. Die letzten Zentimeter müssen schnell hinter sich gebracht werden, natürlich verschütte ich dabei einen Schluck auf den Tisch. Ich ärgere mich maßlos darüber. Denn jetzt kann ich den Lappen wieder hervorholen und auch diesen Tisch abwischen, dazu noch die Tasse hochheben, Tuch auf den Tisch und die Tasse darauf gestellt, um den Boden vom Kaffee zu befreien.
Ich hab es geschafft und kann nun gepflegt weiter aus der Tasse schlürfen.
Aber ist es nicht faszinierend? Man denkt sich, dann nimm doch eine größere Tasse?!?! Aber denkste, es bringt einfach nix, die Tasse kann so groß sein wie ein Treteimer, die Tasse wird bis zum Rand befüllt und wenn man dabei den Wasserkocher dreimal befüllen muss. Ansonsten hat man das Gefühl eine leere Tasse in der Hand zu haben.
Mich nervt das auch tierisch in Cafés, wenn ich mir einen Kaffee bestelle und dann ist da soviel Rand zu sehen. Es kann einfach nicht sein, dass ich dann Milch rein schütte und ich seh immer noch den Rand. Da gehen natürlich die Gedanken im Kopf herum, ob man die Bedienung nicht mit dem Wasserkocher herzitieren soll um die Tasse bis über den Rand zu befüllen. Darf doch nicht möglich sein, dass die Untertasse nach dem Kaffeegenuß lupenrein sauber ist?!
Stell dir das mal vor.
'Bedienung, könnten sie mal mit dem Wasserkocher vorbeikommen?'
Bedienung kommt und schüttet rein, bis man Stopp sagt. Die Bedienung sieht einen an und wartet auf das Stopp, aber es kommt und kommt nicht. Es ensteht die übervolle Haube und erst dann kann man der Bedienung ein befriedigtes 'Stopp' sagen. Ich kann genüßlich lächeln, aber die Bedienung zieht kopfschüttelnd von Dannen.
Dieses Phänomen haben Kerstin und ich gemeinsam und wir amüsieren uns immer köstlich darüber, wenn wir gemeinsam mit der übervollen, riesengroßen Tasse balancieren.

8 Kommentare 3.2.07 06:46, kommentieren



Dann eben doch lang

Es ist Sonntag, ich hab Wochenende. Also mach ich doch einen langen Lauf. In 6 Wochen ist ja schon der 6 Stunden Lauf in Ottobrunn. Da sollte ich vielleicht schon noch ein paar lange Läufe machen, oder?
Ich zog mich an und guckte dann aus dem Fenster. Hmm, schüttet wie Sau. Dann wart ich noch ein paar Minuten. Dann wurde es wirklich besser, also schnell raus mit mir und losgelaufen.
Es dauerte nicht lange, da regnete es wieder ordentlich und kalt runter. Ich wollte es mir doch noch mal überlegen, ob ich wirklich weit laufen will. Denn ich war schon nach 3 km klatschnaß, trotz Regenjacke, aber nur auf der rechten Seite, weil von dort der Regen kam. Links war ich trocken.
So lief ich erstmal von Hörmanshofen über Hausen nach Betoldshofen. Zur Not kann ich ja hier über Kreen umdrehen, aber siehe da, fast in Bertoldshofen angekommen, hats aufgehört zu regnen und es waren auch vereinzelte blaue Flecken im Himmel zu sehen. Gut, dann eben weiter.
Ich lief den Berg in Richtung Marktoberdorf hinauf und kam an der Kurfürstenallee vorbei. Aber ich blieb auf der Straße.
So, 10 km sind erledigt, wohin jetzt? Erstmal rüber zum Krankenhaus und dann in Richtung Gewend. Von hier lief ich dann kurzentschlossen zum Ettwieder Weiher. Da gabs wieder super Gegenwind, lästig.
Am Ettwieser Weiher führt eine Straße nach Kohlhunden und von dort wieder zurück nach Marktoberdorf. In Mod angekommen lief ich durch das Gewend und dem Schulkomplex. Komisch, da standen hunderte von Autos an den Schulen. Keine Ahnung was da geboten war.
Ich lief nun durch ganz Marktoberdorf und im Norden der Stadt raus und bog auf die Straße nach Altdorf ein. An der Lorettokapelle lief ich vorbei und schließlich wieder nach Hörmanshofen. Hier hatte ich schon 27 km hinter mir und mir gings noch richtig gut. Also hab ich Tempo gemacht und hab die letzten 5 km noch richtig flott gemacht und hab 24:20 Minuten dafür gebraucht. Das kostet aber schon ein bisschen Überwindung nach so einer Strecke zu beschleunigen. Aber man hat vor Augen, dass ja in 5 km alles vorbei ist. Und so kam ich dann nach 32,2 km Zuhause an und hab erstmal den Wasserhahn ausgetrunken, weil ich gar keine Trinkflasche dabei hatte.
Die heiße Dusche hinterher, das war einfach nur göttlich.

2 Kommentare 12.2.07 09:35, kommentieren

Wald

Hallo Gemeinde
Ich erzähl euch was über den nächsten langen Lauf von heute. Es sind noch 5 Wochen bis zum 6- Stunden- Lauf. Und wer mindestens 60 km schaffen will, der muss was dafür tun. Logisch.
Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel, es hat 9°. Zum Glück geht ein frischer Wind, das macht die Hitze einigermaßen erträglich.
Angefangen hat der lange Lauf heute, indem ich meinen Ökobeutel mit leeren Flaschen und Dosen befüllt hab und einen Brief hab ich mitgenommen.
Also losgesaust und den Altglascontainer angepeilt. Flaschen eingeworfen und wieder zurück gelaufen. Das wars.....

Ne, war Spaß. Ich lief nach Ebenhofen zu meinen Eltern, aber die waren mal wieder abfeiern oder so. Is ja Fasching, da sind sie ganz wild drauf. (Nein Mutter, du musst nicht morgen Früh anrufen und sagen, dass ich Blödsinn schreib, weil ich Nachtschicht hab und bis Mittag penne!!!)
Achja, ich hab einen Brief in den Briefkasten, das ist die Kündigung beim Schützenverein. Einfach dem 2. Vorstand in die Hand drücken am Freitag.
Ach, ich glaube, ich schweife ab.
Ich bin ja am Laufen und jetzt erzähl ich wirklich nur noch davon. Isch schwör.
Ich lief über Altdorf nach Marktoberdorf. Nix los auf den Straßen. Wieso das denn? Achso, der allgegenwärtige Fasching. In MOD ist ja auch so ein 'Humda Tätärääää, was sind wir doch alle lustig und später sturzbesoffen' Umzug.
Ich lief in Richtung Ortsmitte, aber 200 Meter vor dem Geschehen konnte ich eine Straße finden, auf der ich dem Tumult aus dem Weg laufen konnte. Ich lief nach Thalhofen, in die Weltstadt Hattenhofen. Eigentlich ist es genau die Gegenrichtung vom 10 km Lauf des Mix Marathons. Dann war ich in der Nähe von Geisenried, lief über die Hauptstraße und fand den Weg zum Elbsee. Ich wusste, dass der Weg irgendwo war, aber ich wusste nie wo. Aber dank nagelneuer Schilder konnte ich den Weg finden. Gleich hinter der Straße fängt das Naturschutzgebiet an, 50 Meter weiter lag auch schon ein altes Aquarium im Graben. Erwähnte ich schon mal, dass mich Umweltverschmutzung wahnsinnig auf die Palme bringt? Diese Rücksichtslosigkeit der Natur gegenüber ist zum kotzen.
Ich lief einen Anstieg hoch und war dann in einem unglaublich schönen Wald. Der Wald ist mehr oder weniger so belassen, wie er eben vor sich hinwächst. Es gibt kleine Bäche, der Boden ist überall vermoost und die Bäume stehen richtig dicht zusammen, dass ich meine Sonnenbrille abnehmen musste. Zum Glück war die Strecke auch gut beschildert, sonst hätte ich mich 3x mindestens verlaufen. Ich genoß den Lauf durch diesen herrlichen Wald und dachte an Kerstin, die doch Wälder so gern hat, aber in Semur gibts keinen Wald. Hier hätte es ihr sehr gut gefallen und so wie ich sie kenne, hätte sie alle 200 Meter mal einen Hüpfer vor Freude gemacht.
Kam man mal ein Stück aus dem Wald heraus, sah man auch nix anderes ringsum als Wald.
Hier waren auch einige Spaziergänger, mit und ohne Stöcke. Die kommen alle vom Elbsee rüber.
Irgendwann hörte der Wald auf, dann wusste ich auch schon wo ich war. Es war nur noch ein knapper Kilometer bis zum Elbsee. Und weil ich ja Kilometer brauchte, lief ich das Stück eben noch hin.
Der Elbsee ist ein bekanntes Naherholungsgebiet. Schön ist es hier und auch eine große Gaststätte gibts dort.....
Auch einen großen Parkplatz. Der ist auch nötig, weil das halbe Allgäu dort war. Komischerweise waren kaum Spaziergänger unterwegs um das Wetter zu geniessen. Nö, man fuhr an den Elbsee um direkt in die Wirtschaft zu gehen und von drinnen bei einem guten Essen aus dem Fenster auf den See zu gucken. Das war dann wohl auch schon für die meisten der Sonntagsspaziergang, vom Parkplatz in die Wirtschaft.
Ich lief dann noch bis zum Badeplatz vor und machte bei knapp 21 km ein kurzes Päuschen, indem ich auf einen Steg lief und über den See guckte. Die Sonne war vor mir und stand schon tief und leuchtete über den See. Ich dehnte mich an einem Pfosten, blieb hängen und wär fast in den See geplumpst. Das wär doch mal super gewesen, oder?
Nach ein paar Minuten lief ich die Strecke zurück und machte mich auf den Weg nach Ruderatshofen. Von dort geht ein Radweg nach Immenhofen und schließlich eine monotone gerade Strecke nach Ebenhofen.
Nach 27 km hab ich, so wie letzte Woche, beschleunigt und hab die folgenden 5 km alle unter je 5 Minuten gemacht. Das hat aber auch wieder Überwindung gekostet. Andererseits ist man dann doch stolz auf sich, wenn man so hart zu sich selbst war. Und weils so lustig war, machte ich den 32. Kilometer noch in 4:47 Minuten. Dabei musste ich aber noch an meiner Haustür vorbei rennen. Beim Edeka des Grauens in Biessenhofen waren die 32 km vorbei und dann musste ich unbedingt erstmal stehen bleiben und die Hände auf die Oberschenkel stützen. Nach 2 Minuten gings aber wieder und die restlichen 500 Meter trabte ich noch nach Hause.
Das war jetzt schon eine recht harte Woche, bzw. 3 harte Wochen.

1. Waren es 105 Wochenkilometer
2. Hab ich am Freitag ein Intervalltraining mit 15x400 Metern gemacht. Das wurden dann auch 17 km.
3. Der lange Lauf 2 Tage später mit 32,5 km und 5 km Endbeschleunigung.

Und damit kann ich mich auch wieder für 2 Wochen aus dem Allgäu abmelden, denn morgen fahr ich nach Frankreich, direkt in die Hasenarme
Übrigens hat Kerstin heute auch einen recht langen Lauf gemacht. Rechts oben kann man auf den Link klicken und ihr Tagebuch lesen.

6 Kommentare 18.2.07 21:53, kommentieren

500

Erinnert ihr euch an den 16.10.2005? Ich schon. Damals bin ich mit Hase auf der Hasenrunde im Allgäu gelaufen. Ja was war da? Genau, damals hab ich angefangen jeden Tag zu laufen. Bis dahin war ich ja der Meinung, dass das nix für mich ist, ich brauch meine Ruhetage und 4-5 mal Laufen in der Woche reicht völlig.
Das kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Ich stell mir das schrecklich vor, mal einen Tag nicht zu laufen. Nicht deswegen, weil dann meine Serie gerissen wäre, sondern weil mir was fehlen würde. Gestern hatte ich meinen 500. Tag am Stück. Sieht schon sehr beeindruckend aus die Zahl, find ich. In diesen 500 Tagen bin ich auch 5600 Kilometer gelaufen. Hab ich zu Anfang noch einen Schnitt von knapp 10 km täglich gehabt, mach ich mittlerweile 11,3 km täglich im Schnitt. Klar sind da auch so Warmduscherläufe von 5 km auch dabei, aber dann ists aber auch schon wieder gut mit Rumlutschen, dann brauchts wieder 15 km.
Ihr könnt ja mal auf meinen Zusatzseiten hier stöbern und gucken, was ich so zusammenlaufe.
So, dann gucken wir mal, wie lang die Serie geht. Ich mach mir da keinen Kopf, es läuft ja prima, da brauch ich auch nich darüber nachzudenken.

Am Sonntag haben Kerstin und ich einen langen Lauf zusammen gemacht. Naja, nur zum Teil zusammen. Erst fuhren wir die 3 km zum Lac de Pont (Lac = See) und sind von dort losgelaufen.
Wir liefen in das schöne Dörfchen Flée, wo wir ein ganz putziges nettes Haus gesehen haben. Wir spekulierten, ob wir das wohl geschenkt bekommen, oder so, aber ich glaub das wird nix. Im strömenden Regen waren wir schnell ordentlich nass und der Wind hat auch den Rest besorgt. Es hat leicht genervt, aber was solls. Eine schöne Straße liefen wir entlang nach Montigny s Armancon. Es herrschte so gut wie kein Verkehr. Dort in diesem Dorf haben sich unsere Wege dann getrennt. Kerstin wollte nämlich weniger machen als ich und wir haben zuvor auf einer Karte geguckt, wie wir laufen. Wir kamen am Dorfplatz an und fanden uns an einer Kreuzung mit 4 Wegen. Hmmmmmmm, also, ähhhh. Ich bin ja der Orientierungsheld und hab zu Kerstin gesagt, dass sie mit Sicherheit geradeaus laufen muss, während ich nach rechts laufen muss. Sicher? Sicher! Hase war skeptisch, aber ich wurde mir immer sicherer. Also noch ein Küsschen und verabschiedet. Nach 500 Metern stand ich auch schon im Matsch. Aber umdrehen fällt mir auch nicht ein, das stimmt scho so. Also rein ins Getümmel und durch den Weg gekeilt. Jeder Feldweg wäre beleidigt gewesen, wenn ich diesen Weg so genannt hätte. Es war ein geplatsche und gematsche und ein zuvor durchfahrender Traktor hat den Weg nicht ebener gemacht. 2 km gings so durchs Terrain und dann fand ich mich endlich an einem belaufbaren Weg. Entspannt lief ich nun weiter, wusste aber nicht so recht, wo ich war. Egal, die Straße führt schon irgendwo hin. Wie es wohl Kerstin ergeht? Aber sie ist ja auf dem richtigen Weg.
Irgendwann kam ich in Braux an. An der Haupstraße. Aber die wollte ich eigentlich nicht laufen. Siehe da, ich hab auch den Canal de Bourgogne gefunden. Aber der war hier nicht zu belaufen. Dort wurden Rohre im Weg verlegt. Mir blieb nix anderes übrig als auf der Hauptstraße zu laufen.
Etwa 3 km lief ich hier und dann konnte ich doch eingermaßen auf dem Kanal laufen. Das Rohr war hier schon im Boden, aber derselbe war doch recht uneben. Aber das Rumeiern hielt sich in Grenzen. Tja, wie weit muss ich denn wohl am Kanal entlang gehn, bis ich mich auskenn? Ich kam an ein Schleusenhäuschen und da steht in der Regel, wie weit es bis zur nächsten Ortschaft ist, aber an diesem Häuschen nicht. Ich guckte unglaublich sparsam auf das Schild, ich spürte richtig dass ich blöd aus der Wäsche gucke und dann sieht da jemand aus dem Fenster raus. Ich sah zurück und hab meine entglittenen Gesichtszüge wieder eingenordet. Schnell lief ich weiter und trappelte weiter am Kanal entlang.
Irgendwann fand ich eine Straße, die parallel zum Kanal verläuft und hab dankbar diese genommen. Bloß wusste ich immer noch nicht wo ich war und ich hatte schon 22 km. Hase ist jetzt bestimmt schon fast Daheim, dachte ich. Sie läuft schließlich so 20 km, mehr nicht.
Dann wurde es langsam dunkel und dann kam ich in Marigny an. Dort gabs auch ein Schild, dass es bis St. Euphrone nur noch 6 km waren. Hurra ich kannte mich jetzt aus. Also raus aus dem Dorf und rein in den Gegenwind, immer leicht bergauf. Und weils so schön ist, hats jetzt auch wieder ordentlich zu regnen angefangen. Das hat mich dann doch etwas genervt, es war kalt, es war nass und es war windig und es ging leicht bergauf und ich hatte schon 24 km hinter mir und es war schon dunkel und ich konnte unter der Mütze nur 5 Meter vor mir in den Boden glotzen.
Ich hab auch diesmal auf die Endbeschleunigung auf die letzten Kilometer verzichtet, ich hatte keinen Nerv dazu.
Schließlich kam ich in St. Euphrone an und hatte nur noch 3 km vor mir, bis ich am See wieder ankam. Auch diese restlichen km hab ich natürlich irgendwann hinter mich gebracht aber zum Finale durfte ich noch steil einen Berg hinauf laufen, weil dort mein Auto stand. Aber dann war nach 33 km endlich Feierabend und ich konnte patschnaß in den Hasenstall fahren. Kerstin ist bestimmt schon frisch geduscht und hat womöglich schon mit dem Kochen begonnen. Aber als ich ankam fand ich Hase in der Dusche vor. Sie war noch nicht lange Zuhause, sie hatte sich verlaufen und überhaupt hat sie den Weg genommen, den eigentlich ich machen wollte. Dann ist sie umgedreht und lief den Holperweg am See entlang, schön langsam, weil der Weg so gefährlich ist.
Soviel wieder mal zu meinen Orientierungskünsten
Das Essen hat aber auch dann gut geschmeckt, das wir zusammen gegessen haben.
Rote Kartoffeln gekocht und einen sagenhaften und sündhaft teuren Käse dazu, den es wohl nur im Burgund gibt. Grinsend haben wir uns dann von unserem Abenteuer erzählt.
Schön wars.

3 Kommentare 28.2.07 09:50, kommentieren