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Weltkulturerbelauf Bamberg

Ach isses doch schön, das Bamberch. Es ist die Stadt der Liebe, die Stadt, die Weltkulturerbe ist und die Stadt, in der ich meinen Schatz zum ersten mal geküsst hab.
Und eben in dieser Stadt findet alle 2 Jahre der Weltkulturerbelauf statt.
Schon vor 9 Monaten haben wir uns dafür angemeldet. Das musste auch sein, weil der Lauf ganz schnell ausgebucht ist. Angeboten wird der Halbmarathon, den wir natürlich gemacht haben, dann noch ein 10,9 km Lauf und ein 4,4 km Lauf. Insgesamt sind es etwa 10.000 gemeldete Teilnehmer, da wird’s aber voll in der fränggischen Stadt.
Wir haben uns gegen halb 10 Uhr auf den Weg gemacht. Wir sind nämlich momentan bei den Haseneltern untergebracht und hatten von hier aus einen Weg von nur 70 km zu machen.
Um 10:40 waren wir da und haben unser Auto beim P+R Parkplatz abgestellt. Dann gings mit dem Bus in die Innenstadt.
Überall war gewusel. Und wir suchten hier die Startnummernausgabe. Und dann suchten wir die Startnummernausgabe. Die Startnummernausgabe haben wir auch noch gesucht. Naja, als wir sie nicht fanden, haben wir uns mal bei der Organisation durchgefragt.
Ja, wo gibt’s denn die Startnummern?
Ja, de gibt’s undn am Hofn, an da Wieland Halln.
Ähm, geht da ein Bus hin oder so?
Ja, heid ned, aber gestern is a Shuttle Bus do gfohrn
Des is ach alles in der Bambercher Zeitung gstandn
Kerstin ist dann völlig genervt abgedreht und hat sich nur gedacht, danke fürs Gespräch, das hilft uns jetzt weiter, dass gestern der Bus gefahren ist.
Die Startnummernausgabe war nur bis 12 Uhr, langsam hats pressiert. Was tun? Der Hafen ist ein gutes Stück weg, also haben wir uns ein Taxi gerufen. Das Taxi kam auch schon nach 2 Minuten. Wo wir denn hinwollen? Zur Wieland-Halle. Fahrer schaut uns an und meint dann: Wo issn die?
Kerstin guckt und fragt, ob das nicht üblich ist, dass Taxifahrer sich auskennen in der Stadt? Naja, wir haben ihm dann eben den Weg zur Halle gewiesen und ihm gesagt, er soll in einer halben Stunde wieder da sein, was auch prima geklappt hat. Wir holten uns die Startnummern und bekamen auch ein Shirt, in leuchtendem Gelbgrün. Schick.
Hase kaufte sich noch ein paar Laufschuhe und dann gings mit dem Taxifahrer wieder in Richtung Innenstadt. Aber da mittlerweile die Stadt abgeriegelt war, mussten wir ein gutes Stück früher aussteigen.
Nun gingen wir noch ins Hofcafé und frühstückten. Ja, Frühstück gibrs da bis 17 Uhr, ist ja schließlich eine Studentenstadt.
Anschließend suchten wir unsere Bekannten auf. Der Peter wohnt direkt in der Innenstadt in einer superschönen Altbauwohnung. Kerstin und ich sprachen immer kichernd von der Hartz 4 Bruchbude. Was natürlich ironisch gemeint war. Hui, die Wohnung ist ein Traum.
Hier konnten wir uns umziehen und lauffertig machen.
Gegen 14:45 Uhr sind wir alle zum Start gepilgert. Gut, dass ich meine Sonnenbrille aufhatte, denn ein Drittel hatte das leuchtend grüne Laufshirt an.
Noch ein bisschen haben wir vor uns hingegrinst und uns über den genialen Tag gefreut mit Superwetter und dann war auch bald der Start. Prima, man musste durch zwei Tore durch, was den Vorteil hatte, dass sich das Feld gleich entzerrte.
Wir liefen von fast ganz hinten los, sollte ja auf keinen Fall ein Lauf auf Zeit werden, sondern ein Grinselauf durch unser Bamberch, in dem alles angefangen hat. Wir hatten nicht mal eine Uhr dabei.
Nach 2 km kam auch schon der erste Berg und wer Bamberg kennt, der weiß auch, dass es da ganz schön in die Hügel geht. Hier sind schon viele Leute gegangen, aber wir liefen schön den Berg hoch, wir sind ja alte Semurer, die vor Bergen gar keine Angst haben, pah, da sind wir anderes gewöhnt.
Schön war der Weg, der über Kies nach oben führte. Die Sonne brutzelte uns aufs Haupt, aber heiß wars eigentlich nicht.
Wir erklommen den Hügel und dann führte die Strecke wieder nach unten. War man unten, wars wieder Zeit nach oben zu laufen. Denn Bamberg ist ja auch wie Rom auf sieben Hügeln gebaut worden und die wurden uns auch von der Streckenführung gezeigt.
Nach oben überholten wir immer richtig viele Leute, was uns natürlich schön motivierte und einen Tick schneller laufen ließ. Bergab mussten die Knie dafür immer ganz schön leiden.
Beim fünften Anstieg erklommen wir den höchsten Punkt der Strecke, wir liefen in eine Burg hinein. Allerdings staute es sich da, es war etwas eng, hinzu kam, dass die Verpflegungsstelle dort oben war. Die Verpflegungsstelle war auch recht üppig ausstaffiert, mit ähm, Wasser. Ja, das wars auch schon wieder.
Von nun an gings bergab, etliche Höhenmeter ratterten wir in die Stadt hinab. Die Aussicht auf Bamberg von hier oben war gigantisch. Ich war mächtig beeindruckt von dieser Stadt. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Stadt ein Weltkulturerbe ist.
Unten angekommen wurde wieder etwas durch die Stadt gelaufen, woraufhin wir dann in den Hain geleitet wurden. Der Hain ist ein riesiger Park, der zwischen Regnitz und Main-Donau-Kanal eingebettet ist. Kilometerlang liefen wir durch den Hain an der Regnitz entlang, dann kam eine Wendung, dann liefen wir dem Kanal nach. Und dann kam auch unser Bänkchen in Sicht. Das ist unsere Bank, weil wir uns dort an der Stelle vor 21 Monaten zum ersten mal geküsst haben. Und auch heute legten wir eine Kusspause an dieser Stelle ein. Unsere Bank war aber leider besetzt. Grinsend liefen wir weiter.
Erzählte ich schon, dass wir massenweise Läufer überholten? Wir hatten mittlerweile 12 km hinter uns und einige machten schon Gehpausen. Am Berg ist das ja noch nachvollziehbar, aber im Flachen? Im Schatten?
Naja, uns geht’s gut, wir gehen nicht. Der Hain war nun zu Ende und man lief am Kanalufer auf der rechten Seite weiter. Die Strecke war asphaltiert und recht flach. Da lässt es sich prima überholen. An einem Busch legte ich eine Pinkelpause ein und dann heizte ich der Kerstin hinterher, die natürlich weitergelaufen ist. Mit einer 4:30er Pace bin ich dahin gerast. Ich überholte die Läufer mit einem Affentempo und bekam auch die verwunderten Blicke der Läufer mit, bis ich auch schnell wieder zu Kerstin aufgeschlossen habe.
Bei km 17 wurden wir wieder in die Stadt gelotst und dann kam auch schon eine ausserplanmäßige Versorgungsstation mit Rauchbierradler. Natürlich gönnten wir uns einen Becher davon. Das war aber auch lecker. Aber noch mal zurück laufen und noch einen Becher holen, soviel Lust hatten wir dann auch nicht.
Kreuz und quer liefen wir nun durch die alte Stadt, auf Kopfsteinpflaster und um Häuserecken. Viele hübsche Gassen bekamen wir noch zu sehen. Bei km 19 kam man am Dom mit dem Domplatz vorbei, nachdem noch eine Steigung gemeistert wurde.
Dann war es nicht mehr weit, der 20. Kilometer erschien. Hier wurde die Straße großzügig abgesperrt, dass man ungehindert durch das Spalier der vielen Zuschauer laufen konnte. Sehr viele Zuschauer jubelten den Läufern zu und wir genossen den langen Zieleinlauf. Kerstin und ich nahmen uns an den Händen und liefen gemeinsam durch das Ziel.
2:10 Stunden haben wir benötigt. Wir stärkten uns auf dem großen Platz mit Bananen und Erdinger Alkoholfrei und holten uns noch für unseren Gutschein ‚Kloß mit Soß’ ab. Die Soß war im Kloß. Das war recht witzig.
Als wir auf die Ergebnisliste guckten, stellten wir fest, dass Kerstin gar nicht drauf stand und wir nehmen an, dass dadurch, dass wir zusammen durch das Zeitnahmetor liefen, sie nicht erfasst wurde. Das ist schon arg ärgerlich. Mit Champion Chip wär das nicht passiert.
Nun war es an der Zeit, dass wir zum Peter gingen. Dort wurden von allen die Zeiten verglichen, sich gegenseitig versichert, wie gut die Zeiten sind und dass das Profil doch recht schwierig ist, aber wunder- wunder- wunderschön ist. Und das kann ich auch gern bestätigen. Ich glaube kaum, dass es einen schöneren Halbmarathon gibt, als diesen in Bamberch.
Nachdem wir geduscht hatten, sind wir kollektiv ins Hofbräu und haben ordentlich gefuttert. Für mich gabs eine gegrillte Rauchbierhaxe mit Kloß und Kraut. So ein richtiges leichtes Essen für den gesundheitsbewussten Läufer von Heute. Dazu noch 2 Schlenkerla Rauchbiere und die Welt war noch viel mehr in Ordnung.
Alle machten wir einen recht müden Eindruck, also machten wir uns auf den Weg zurück.
Schön war, dass wir in Peters Wohnung übernachten konnten, so konnten wir am heutigen Montag noch schön Shoppen gehen. Bevor wir jedoch den Schlaf der Sieger schliefen, präsentierte Peter mir aber seine Grappa Sammlung. Hätte er nicht arbeiten müssen, wäre das womöglich sehr gefährlich geworden. Denn noch etliche Grappas wollten probiert werden. Doch die Vernunft hat gesiegt und schwer ließen Hase und ich uns schließlich aufs Sofa fallen.
Schön wars in Bamberg. Schade, dass dieser Lauf nur alle 2 Jahre statt findet und hoffentlich klappt es auch in 2009 mit dem Lauf, dann sind wir gern wieder dabei, beim Weltkulturerbelauf im Mai.

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Marathon in Würzburch

Und wieder gibts einen Marathon in der Statistik.
Das ist dann das 13. mal, dass ich die Marathondistanz oder mehr gemacht hab.
Diesmal gings mit meinem Schatz nach Würzburg.
Das Wetter war eigentlich ganz gut, wenn auch ein bisschen zu warm, aber um 9, als der Start war, wars super. Das freut vorallem die Zuschauer.
Würzburg ist eine schöne Stadt. Umgeben von Weinbergen liegt die Stadt wunderschön in einem Talkessel. Das heisst natürlich auch, dass, wenn Wärme drin ist, sie nicht mehr so leicht raus geht.
Wir haben bei Kerstins bester Freunding in der Nähe von WÜ übernachtet und haben am Vorabend noch unser Auto auf den Parkplatz an der Talavera abgestellt. Das war recht schlau, denn um 8 in der Früh waren die Parkplätze voll und die Straßen gesperrt.
Wir haben uns dann auf den Weg zum Start gemacht, der um 9 gelegt war.
Dann machte es bumm und Kerstin und ich haben uns voneinander verabschiedet.
Wir liefen heute das eigene Tempo.
Die erste Zeit lief es bei mir recht zäh. Hm, blöd, denk ich mir da. Könnt ruhig a bissal besser laufen. Die 5:12 min/km waren schon leicht mühselig. Naja, was solls. Es war trotz der 5000 Teilnehmer nicht zu voll auf den Straßen, man konnte prima überholen und sein Tempo finden.
Nach 6 km zwickte es mich in der Wade, auch blöd. Fühlte sich fast so an, als wollte ich eine Zerrung bekommen. Aber ich hab das wieder weg geschüttelt.
Immer ging es am Main entlang, schön auf dem Radweg und vorallem schön unter Bäumen, die Schatten spendeten. Denn schon um 9:30 hatte es an die 20°.
Die Verpflegungsstationen dürfen gern auch noch ein bisschen üben. Ist ja wunderbar, wenn Frankenbrunne als Sponsor auftritt, das Problem ist aber, dass das Wasser aus den Flaschen in die Becher nicht so schnell gefüllt werden konnte, wie Läufer vorbei kamen. Da gab es einiges an Murren. Zudem gabs auch nur Bananen. Bisschen dünn, schließlich sind wir auch ziemlich verwöhnt vom Marathon in Charolais, mit der Vollverpflegung. Aber man kann nicht alles haben.
Nach 11 km lief man über eine Zeitnahmematte, damit auch wirklich nicht abgekürzt werden kann. Meine Zeit war noch gut im Limit. Zeitziel hatte ich in dem Sinne eigentlich nicht, aber ich hab schon geliebäugelt mit einer neuen Bestzeit. Aber ich fühlte mich einfach nicht danach und mit 5:10 min/km wird das eh nix mit der Bestzeit.
Nun lief man zurück in die Innenstadt, rüber über den Main und dort ins Zentrum gelaufen. Altstadt gibts hier in Würzburg ja im Prinzip nicht, weil die Engländer im 2. Weltkrieg Würzburg nahezu platt gemacht haben. Muss zuvor eine wunderschöne alte Stadt gewesen sein, die es von der Schönheit mit Bamberg aufnehmen hätte können. Die Infos hab ich von meinen 'Schwiegereltern', die übrigens auch extra nach WÜ gefahren sind um uns anzufeuern. Blödsinnigerweise hab ich sie nicht gesehen, sie haben mich nicht gesehen, weil ich kein rotes Shirt anhatte, sondern mein Jamaica- Hääß. Erst kurz vor dem Ziel hab ich sie erblickt.
Achso, soweit sind wir ja noch eeeewig nicht. Ich hab ja noch nicht mal die erste Runde hinter mich gebracht. Wo war ich? Ah, genau, im Zentrum.
Würzburg hat wunderschöne Kirchen und schnuckelige Kneipen. Die Zuschauer waren hier auch viel vertreten und feuerten uns an.
Dann nach 20 km liefen wir wieder über den Main, wo es dann noch zu einem kleinen Kämpfchen kam. Ich wollte eien Mitläufer überholen, kam aber nicht vorbei, da hab ich ihn behutsam an der Schulter berührt und leicht nach rechts geschoben. Woraufhin er mich weg schob, ich schob dann natürlich zurück, er schob wieder, dann hab ich mal ordentlich Schwung geholt und ihn dann recht giftig angesehen, dann war auch wieder Ruhe. Soll er sich halt net so breit machen.
Drüben wieder angekommen gibts einen scharfen Knick, wir liefen vorbei an Start und Ziel und los gings in die zweite Runde.
Die Halbmarathonläufer mussten hier leider schon das Rennen beenden. Selber schuld, wir dürfen nochmal 21,1 km machen. Ätsch. Die Zeit stoppte ich bei 1:51. Vieeeeel zu langsam um mich zu begeistern, wenn ich so weiter trödle, dann käme ich in 3:42-3:43 an, ne, so gehts nicht. Also hab ich mir vorgenommen das Tempo zu erhöhen. Klar war das auch ein gewisses Risiko. Aber jetzt nach der Halbmarathonmarke lief es doch besser als am Anfang.
Nun wollte ich den km immer unter 5 Minuten schaffen. Solange es eben geht. Und das Wetter machte die Sache natürlich nicht einfacher.
Nach einem langen Bogen lief man zurück in Richtung Start/Ziel. Und hier dachte ich eigentlich, dass ich vielleicht meiner Kerstin begegne, die übrigens auch den Marathon gelaufen ist und nicht nur den Halbmarathon, wie sie ursprünglich angekündigt hat. Aber das war mir schon klar.
Schade, ich bin ihr leider nicht begegnet, denn so ein Kuss setzt ja auch Kräfte frei, nicht wahr?
Tja, nun denn liefen wir auf der Strecke, die man ja schon kannte von der ersten Runde. Man kann da geteilter Meinung sein, manche findens blöd, zweimal 21,1 km zu laufen, anderen macht das nix aus. Mich stört das auch nicht sonderlich, man weiß, was auf einen zukommt.
Bis km 28 wollte ich immer noch schön vorsichtig sein, hatte auch immer das Tempo um die 5 Minuten. Wenn es mir dann immer noch gut ginge, würde ich noch ein bisschen mehr aus mir rausholen, vielleicht klappts ja doch noch mit der persönlichen Bestzeit.
Die 28 kam, die 29 kam, dann die 30 und dann bei km 30,4 km machte es plötzlich in mir BUMM Ja hallo Herr Hammermann, was willst du denn von mir. Auweia, das ist immer so ein Punkt, den mag einfach keiner. Plötzlich und ohne Vorwarnung kommt der Prügel über die Birne, die Atmung wird viel schneller und die Beine fühlen sich an wie Blei.
Ich biss auf die Zähne und hoffte, dass ich über den Punkt drüber komme. Das Tempo hab ich gehalten, ich lass mir doch von dem Typ nicht den Tag versauen, oder? Also lief ich dagegen an und tatsächlich, nach 32 km lief es wieder ziemlich gut. Das Laufen ging wieder wie am Schnürchen.
Dann kamen die km 34, 35 und 36, ich war mittlerweile schon wieder im Zentrum von Würzburg, als mir der Mann mit dem Vorschlaghammer erneut eine auf die Zwiebel zentrierte. Wieder das gleiche Theater, Atmung schnell, Beine blubb, blubb. Ich konnte mein Tempo nicht halten, es ging einfach nicht. Wie ich auch in mich reinredete, ich war leer. Dann bei km 38 musste ich eine Gehpause einlegen, aber nur 200 Meter, bis der Red Bull Stand kam. Dort hab ich mich bedient und hab mich wieder angetrieben. Nun lief es plötzlich wieder einigermaßen, ich hab auch kleinere, schnellere Schritte gemacht, das half auch.
Dann wieder über die alte Mainbrücke und dem Fotografen die breite Brust und die erhobenen Arme gezeigt. Das wird ein Superbild, vor Superkulisse.
Aber kaum um die Kurve gelaufen, traf mich der Mann mit der Abrissbirne volle Breitseite. Ich wollte einfach nur noch ins Ziel, mir egal wie, aber ich wollte, dass der Blödsinn endlich vorbei ist.
Dann eben 500 Meter vor dem Ziel traf ich meine Schwiegereltern und winkte halbherzig. Ein Grinsen brachte ich auch nicht zustande. Dann waren es nur noch 200 Meter, dort vorne der Zielbogen und doch noch den Zieleinlauf genossen.
Mann, das war eine Arbeit auf den letzten Kilometern, aber trotzdem war ich auf der zweiten Hälfte ein bisschen schneller als auf der Ersten. Mit 1:50 lief ich die zweite Runde und hatte eine Gesamtzeit von 3:41:53. Tja, Bestzeit um über 3 Minuten verpasst, aber ich find es nicht schlimm, schließlich fehlte da ein bisschen spezielles Marathontraining.
Dann kamen auch schon meine Schwiegereltern in den Zielbereich und nach ein paar Alkfreie Weizen haben wir uns ins Bierzelt gesetzt.
Nach einer halben Stunde sind wir wieder aufgebrochen, denn schließlich will ja auch unsere Kerstin im Ziel begrüsst werden. Ich ging die Strecke noch ein Stück zurück und nach einer Weile kam sie auch schon. Glücklich, aber doch kaputt lief sie mir entgegen und den Rest der Strecke haben wir noch gemeinsam hinter uns gebracht. Das heisst, auf den letzten 100 Metern ist sie einfach abgegangen wie Schmidts Katze und in das Ziel gelaufen.
Als ich bei ihr ankam, hab ich sie erstmal eine Weile fest gehalten und gedrückt.
Wie es ihr ergangen ist, kann man auf ihrem Tagebuch nachlesen. Hasenmarathonbericht
Nach einer kleinen Erholungspause haben wir uns von Kerstins Eltern verabschiedet, denn wir waren noch verabredet zum Auflauf essen im Auflauf. Ja, die Wirtschaft heisst so.
Doch zunächst mussten wir ja erst den ganzen Weg gehen, das waren immerhin auch noch so 2 km. Und irgendwie hatten wir doch ganz schön schwere Beine. Aber grinsen, das geht immer.
Wir hatten dann noch ein nettes Treffen mit Bekannten aus dem Internet, es wurden Zeiten verglichen und auf die Schulter geklopft.
Von Sylvi, (die mal eben in 3:20 gefinisht hat und Gesamt 5. bei den Damen wurde) hat Kerstin einen süßen Plüschhasen bekommen. Der Hase hat die Startnummer 41. Das war die Nummer, die Kerstin hatte bei ihrem ersten Marathon. Süß war das.
Dann haben wir uns schließlich alle wieder verabschiedet und sind müde und erledigt in den Hasenelternstall gefahren.
Schön wars, warm wars.

8 Kommentare 13.5.07 21:20, kommentieren

Urlaub

Hase und ich hatten Urlaub.
16 Tage hatten wir für uns. Das war jetzt aber auch eine schöne Zeit, dafür fiel der Abschied auch unglaublich schwer.
So schnell können 2 Wochen vergehen.
Jetzt wirds auch mal Zeit etwas über den Urlaub zu erzählen, oder?
Ich will jetzt nicht sagen, wir waren daundda und Wetter war schön. Nö, lieber einen Teil davon, dafür mehr im Detail.

Ich hab mich ja schon immer für Golf interessiert. Ich kenn viele Begriffe wie Par, Birdie, Eagle, Albatros, Green, Tee, Holz und Eisen, Handicap usw.
WER GÄHNT DA IM HINTERGRUND?
Nein, Golf ist nicht langweilig und blöd. Golf ist anstrengend und geil.
Jaja, jetzt lässt der Charly sein Golfkönnen raushängen, aber denkste, so einfach geht das dann doch nicht.
Wir waren doch in Stadtlauringen, bei Schweinfurt bei den Haseneltern. Wo das genau ist? Fragt den Seehofer, der weiß das. Und kürzlich hat der Hasenpapa, der Siegfried die Platzreife auf dem Golfplatz geschafft.
Wasn das?
Platzreife muss man haben, um alleine auf dem Golfplatz spielen zu dürfen. Sonst könnt ja gleich der Gustav vom Traktor steigen und ein paar Bälle durch die Luft prügeln, mitsamt dem Gras. Nönö.
Es braucht theoretisches Wissen und man muss dem Pro vorspielen. Hat man bestanden, hat man die Platzreife. Da darf der Siegfried dann schon stolz darauf sein. Ist er auch

So sind wir dann also zusammen auf den Golfplatz gefahren. Und da ich ja keine Platzreife habe, woher auch? Konnten wir nur auf den Puttplatz und auf die Driving Range. Da brummt der Bär, da fliegen die Bälle.
Driving Range ist die Stelle, an der der Abschlag trainiert wird.
Also hat Siegfried einen Eimer voller Bälle aus dem Automat geholt, kurze Einweisung und dann durfte ich mit dem Eisen 7 Abschläge machen.
Ersma Probeschwung und dann auf den Ball gedroschen. Oh Brüder ich konnte den Ball nicht in der Ferne erkennen..... weil er noch zu meinen Füßen lag. So einfach ist das also nicht, das Bällchen zu treffen. Na gut, brav zugeguckt, wie der Hasenpapa das so macht und daraus gelernt. Dann hab ich wieder geprobt und ZACK, diesmal sauste der Ball durch die Luft und landete nach 100 Metern wieder. Geil
Mehr Bälle, mehr Bälle. Immer drauf aufs Tee mit dem Ball, schwing und dann dieses befriedigende KLOCK, wenn man den Ball genau getroffen hat. Hui, das war ja stark.
Kerstin hat auch ein paar Bälle geschlagen, aber irgendwie war das nix für sie. Sie guckte lieber zu, wie ich zum Tiger wurde. Tiger Woods wird eh bald niemand mehr kennen.
Nach einer Weile kam sie dann, die BIG BERTHA.
Big Bertha ist nicht die dicke Greenkeeperin, Big Bertha ist ein Abschlagsholz und ich durfte sie benutzen.
Also BIG BERTHA in die Hand genommen und dann KLOCK, Volltreffer. Der Ball segelte mal eben 200 Meter weit. Ich brachte das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. BÄLLE, BÄLLE, BÄLLE. Und Klock, Klock, Klock, flogen die Bälle hinaus auf die Wiese. Super. Irgenwann war der Eimer dann doch mal leer und so gingen wir zum Putten.
Wieder gabs eine Belehrung vom Hasenpapa, aufmerksam zugehorcht, gestaunt, wie er das macht und dann haben wir das auch gemacht. Ball hingelegt, konzentriert geguckt und dann KLICK, rollte der Ball auf das Loch zu, am Loch vorbei und blieb 7 Meter dahinter liegen. Ähm, zuvor war das Loch nur 2 Meter weg. Also Merke: Putting Platz ist keine Driving Range.
Ich hab probiert und probiert, aber das Feingefühl ließ mich dann doch ganz schön im Stich. So fein konnte ich meine Drivermuskulatur gar nicht in den Griff bekommen, immer wieder rollte der Ball weit am Loch vorbei.
Irgendwann gingen wir dann wieder nach Hause und nu war ich doch ganz schön infiziert vom Golf spielen. Da musste ich gleich mal gucken, wo in der Nähe im Allgäu ein Golfplatz ist, was so Trainerstunden kosten, es wurde auch Daheim gleich mal Golflektüre gekauft, es wurden zwei Tees im Aldi ausgeliehen. Die ganze Schachtel mit 300 Stück wär mir dann doch zu viel gewesen. Wann sollte ich die denn kaputt machen?
Übrigens bekam ich von Siegfried noch das 7er Eisen geschenkt. Stark, oder? Er hat nämlich einen Komplettsatz gekauft, viele, viele Eisen in der Golftasche, das macht ganz schön was her, das hat so was Profimäßiges. Schläger sind ja auch wichtig. Kannst ja net alles mit einem Schläger spielen. Geht schon, aber eben nicht so gut.
So, jetzt hab ich mir auch noch übers Internet ein paar Golfbälle gekauft, dann doch noch ein paar Tees, einen Putter und so eine Puttermatte. Wär doch gelacht, wenn ich das nicht hinkrieg mit der Feinmotorik.
Fehlt nur noch die Platzreife, dann wird das Handicap verbessert. Der Bernhard Langer kann schon mal seine Schläger versteigern.

18 Kommentare 21.5.07 21:48, kommentieren

Schulsport

Ich wollt schon lang mal meine Gedanken über den Schulsport zum Besten geben. Anläßlich der Diskussion des dicken Deutschen, der schon als Kind auf dem Weg dorthin gebracht wird, find ich, muss ich dazu senfen.

Schauen wir doch mal Kindern zu, die so 5 Jahre alt sind. Was machen die denn den ganzen Tag? Richtig, sie spielen und rennen den ganzen Tag durch den Garten. Spielen verstecken, rasen die Straße hoch und runter, tummeln und balgen sich und dann sitzen sie am Abend am Tisch als wär nix gewesen. Kinder haben unendlich viel Energie, ständig ist irgendwas und Eltern haben die liebe Mühe dem Nachwuchs nachzukommen.
Tja, werden Kinder nun älter, ist es nach und nach vorbei mit der Bewegung. Sie kommen in die Schule und ab da heisst es, setz dich da mal hin und verhalt dich bis 13 Uhr ruhig.
Dann kommt man Heim, macht die Hausaufgaben (meistens) und schleicht sich anschließend ins Zimmer. Ablenkung gibts genug in der High-Tech Welt.
Die Kinder werden regelrecht eingeschläfert. Keine Bewegung, nix. Es gibt ja Eltern, die regen sich fürchterlich darüber auf, wenn der Schulbus nicht verkehrt und dem Kind zugemutet werden soll, dass es 2 km in die Schule geht oder mit dem Fahrrad hinfahren soll. Das arme Balg. Ist doch so anstrengend.
Dass in der Schule Lehrermangel herrscht, ist ja auch bekannt. Um dem auszugleichen, werden natürlich als erstes die Sportstunden gekürzt. Sport ist nicht wichtig.
So vergehen die Jahre und die Kinder werden nach und nach träger und fetter. Dass man Kinder nicht mehr so leicht schlank bekommt, ist auch nicht überraschend. Also wird aus dem moppeligen Kind, ein dicker Jugendlicher und schließlich ein fetter Erwachsener, der am Ende seiner Karriere mit dem Feinripp auf dem Sofa liegt und wie ein Vollidiot Kartoffelchips in sich rein futtert und dabei seinem Sport nachgeht, das Fußball gucken. Bravo, Mission erledigt.
Deutschland ist der Europameister der Fetten, hurra. Und diesen Rang werden wir verteidigen, koste es die Krankenkassen, was es wolle.
Natürlich sehen die Helden in Feinripp auch Leichtathletikveranstaltungen an und schüttelt bei der Übertragung des Stadtmarathons den Kopf. Lauter bekloppte sind das, die sich die Gesundheit ruinieren und die Gelenke kaputt machen. Das kann ja gar nicht gesund sein. Und überhaupt diese Menschenmassen und 42 km laufen, das sind doch alles Verrückte. So lamentiert unser Adipösi weiter und nimmt einen kräftigen Schluck von seinem Krombacher, weil das am meisten bei Sportsendungen beworben wird. Muss ja gut sein. Unser Adi schont sich lieber und wartet, bis die Breitwandcouch durchgesessen ist.

Zurück zur Schule. Es ist doch nicht normal, dass ein Kind zum still Halten gezwungen wird, das widerspricht doch seiner Natur. Im Kindergarten noch wurde wie wild herum getollt und ab der 1. Klasse ist das vorbei?
Wieso werden denn nicht einfach die Tische rausgeworfen und die Stühle in die Ecke gestellt? Man kann Unterricht auch aktiv gestalten. Man nehme ein paar Stehtische um den Schreibkram zu deponieren und sammle die Kinder um sich.
Im Klassenzimmer wäre sehr viel Platz. Klar kann man die Kinder auch im Halbkreis um sich herum sitzen lassen, denn den ganzen Tag stehen, das ist es natürlich auch nicht.
Lasst doch die Kinder durchs Klassenzimmer wandern, der Lehrer latscht selbst mit. Das macht Spaß, da bleibt die Aufmerksamkeit erhalten und es wird sich bewegt. Ganz einfach. Dann klappt das auch mit dem Sport.

Einmal im Jahr fällt den Lehrern ein, man müsse doch die Kinder laufen lassen. Die müssen nämlich 1000 oder 2000 Meter laufen. Steht vielleicht so im Lehrplan. Also raus mit den Kindern auf den Sportplatz.
Wir laufen heute 2000 Meter auf Zeit.
Allgemeines stöhnen und jammern.
Aber hilft nix, das muss so sein, also 'aufdiePlätzefertiglos' die Kinder rennen wie vom Teufel verfolgt los und sind nach 100 Metern total fertig. Sind ja dann nur noch 1900 Meter. Ein paar Cracks sind dabei, die die 2000 Meter locker schaffen, aber der Großteil tut sich schwer und man will lieber auf der Stelle tot umfallen, statt noch 1500 Meter zu laufen. Die Zeit vergeht nicht, die Strecke wird und wird nicht weniger. Nach einer Runde würde der Großteil einfach aufgeben und den Lehrer nach Alaska wünschen. Aber nein, da muss man durch. Noch 3 Runden. Es wird nach Abkürzungen gesucht, doch irgendwann ist es geschafft, die Schüler fallen reihenweise halbtot ins Gras und verfluchen diese scheiß Lauferei.
Natürlich setzt sich das augenblicklich im Kopf fest: Laufen = Anstrengend = Scheiße = Ist tödlich. Glaubt denn irgendjemand im Ernst, dass die Kinder freiwillig und zum Spaß auch nur noch einen Meter laufen wollen? Nö. Die sind traumatisiert von dem Horrorerlebnis 2000 Meter Lauf und das für lange Zeit, vielleicht auch für immer. Ich frage mich, wieviel Couchpotatoes wurden allein durch solche beknackte hauruck Aktionen gezüchtet? Statt den Schüler darauf behutsam hinzutrainieren wird dieser in den Laufhorror getrieben. Lieber nie wieder anstrengen.


Übrigens: Ich gratuliere meinen Eltern ganz herzlich zum 40. Hochzeitstag

2 Kommentare 24.5.07 14:57, kommentieren

Rache verjährt nie!!

Puh, war das heute heiß. 30° hatte es und die Luft war recht drückend. Am Abend laufen ging nicht, weil ich da brav in der Arbeit sitze, also musste ich noch vorher laufen, so gegen 17 Uhr.
Ich nahm mir eine Wasserflasche mit und machte mich schon vor dem Lauf nass. So gehts, wenn die Birne nass ist, dann fühlt sich das gleich ganz anders an.
Losgetrabt bin ich auf meine 10 km Runde.
Zunächst gings nach Hörmanshofen, dort ein bisschen durch die Straßen und dann an der B16 entlang in Richtung Altdorf. Doch was sahen meine entzündeten Augen? Ein Laufkollege. Nett. Ich lief brav mein Tempo von 5:30 min/km weiter und kam dem Kollegen immer näher. Ich überlegte, was ich ihm für ein Gespräch ins Ohr drücken könnte: 'Warm heute, gell?' oder 'Nicht das optimale Wetter für Intervalltraining, lieber langsam laufen heute, gell?'
'Bist schon weit gelaufen heute'?
'Läufst noch lang?'
Naja, was man halt so schwätzen könnte.
Ich kam allmählich auf die Höhe von ihm und machte mich fertig zum Grinsen. Bei ihm angekommen, holte ich mein lockerstes, ichstrengmichüberhauptnichtan Grinsen heraus und da erkannte ich ihn. Er war es. Ich grinste noch breiter. Der Typ hat mich im Kindergarten immer Karl-Schweins und Schweinshaxen genannt. Das hat mich als sensiblen 4-Jährigen ganz schön getroffen. Aber was sollt ich denn machen gegen den großen 5-Jährigen? Ab und zu wurde ich auch geschubst von ihm und immer wieder mit Karl-Schweins angeredet. Blödmann.
Jahre später waren wir alle immer am Fußballplatz und da wurde ich auch ständig von ihm verarscht, mir wurde der Ball weggenommen, ich wurde herumkommandiert und ausgelacht, weil ich nix kann. Blödmann. Ausserdem hat er mir ständig Prügel angedroht. Wie gesagt: Blödmann.
Nun war judgement Day, nachdem ich ordentlich und völlig entspannt gegrinst habe und noch breiter grinsen musste, als ich sah, dass er mich völlig verschwitzt und kaputt ansah, der wahrlich heute keinen Spaß am Laufen hatte, grüßte ich brav und hab ihn mit Bauch rein Brust raus und superdynamischen Schritt überholt. Und da packte es mich so nach und nach. Nö, ich konnte jetzt nicht gleich zu brettern anfangen, aber nach und nach steigerte ich doch das Tempo, so dass ich nach der 1 km nach links abbog und dann nur ganz kurz nach links sah, wo denn mein Feind von damals abgeblieben war. Oh meine Brüder, ich brauchte kein EPO, ich war Euphorisiert. Er war etwa 300 Meter hinter mir, die Lusche. Ich drehte mich nicht mehr um, soll er doch sehen, dass er mich überhaupt nicht interessiert, dass er überhaupt niemals eine Konkurrenz für mich sein kann, er soll den Eindruck haben, er ist nur ein Opfer für mich.
Wahrscheinlich ist er direkt nach Altdorf abgebogen und direkt nach Hause gelaufen. Aber iiiich lauf meine 10 km fertig und das im Höllentempo, jawohl.
Mit einem Tempo von knapp um die 5 Minuten pro km lief ich weiter, schüttete mir auch mal das Wasser über den Kopf und den Körper und wurde natürlich wieder mal von km zu km schneller.
Das Wetter juckte mich gar nicht mehr und so lief ich den vorletzten Kilometer in 4:53 und den letzten noch in 4:28. Schade, unter 50 Minuten hab ichs dann doch nicht geschafft, aber mit 50:04 bei einem ungeplanten 10 km Tempolauf ist doch auch net schlecht.
Dem hab ichs aber gezeigt oder?
Tja, Rache verjährt nie, auch wenn erst 35 Jahre ins Land ziehen müssen.
Kindisch? Ja, vielleicht, aber geil wars.

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