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Do mechtasch doch verrecka

Hier mal ein Bericht im Allgäuer Dialekt.
Das wurde so gewünscht
Ich schreib ihn aber auch noch mal in Hochdeutsch hin

Am letschdn Sonndag war da Nikolauslauf Z'Immastadt.
Des sollt eigentlich bloß a normaler Genußlauf wera, i hau ma vorgnomma, dass sie so oisafuffzg Minuta loff, so hots ma o der Plan gseht.
Aber wia des halt so isch, es goht halt it, dass ma bei am Zehner langsam lofft. I ko it hofala vor mi nagrattla und links und rechts überholat die D'leit.
Ja mei. I hob mi davor no mitm Richard troffa, der dia 10 Kilometar in knapp 41 Minuta loffa wollt. Üüüüaaaa, des wear i it so schnell schaffa, weil i loff ja heit gmiatlich vor mi na, weisch?
So hot ma si an D'Startlinie gstellt und um kurz noch Ölfe hand sa D'leit losgrattla lau.
Auf da erschta 2 Kilometar isch mas eigentlich no ganz guat ganga, ich hau so aufd Uhr gluagat und bi statt in 5:07 in 4:33 gloffa. Des war z'schnell als wia i ma vorgnomma hau, aber o it soooo schnell, dass i wegs deam glei ind Ambulanz miest.
Aber so noch 2 km isch nachha los ganga. I weiß it, was des war. I bi so halb hi gwesa, i hau it gwisst wia ma gschieht. Des war grad a so, als hätt ma mia Bleimanschetta an d'Fiaß bunda. Und des Gwicht isch immer mehr wohra. Erscht isch ja no einigermaßen ganga mit 4:40. Aber noch 4 km isch dann so an Bichl naufganga, da hau ich gmoint i komm do nimm nauf.
Hindana isch mehr da Bichl naganga, nacha isch meah ganga. Nachdem i dia erscht Rund gmacht hau und scho d'Hälfte ghett hau, haun i ma denkt, jetzt heasch auf mit deam Schmarra, des hot heit koin Zweck und des war jetzt sowieso der letschte 10er den i jemals gloffa bi. Den Sülweschdalauf ko i ma o spara, i bi doch it da Depp und moch mi do hi.
Und wia i so vor mi rumfluach isch mas imma minder ganga.
Noch 6 km hots ma an Vogl nausghaut. Muasch a mol denka, i bi scho weiter über 5 min aufn Kilometer gloffa und des war ma no z'schnell. I bi allad noooo langsamer wora.
Wo i nacha bei 5:44 war und des Tempo mir immer no z'schnell war, hau i an dem Bichl, den ma mear naufloffa hätt solla, mei des globsch it, mir hots vool da Stecka rauszoche. I hau ganga miasa, den Berg... Schmarra, Berg wars ja it amol.... hau i it naufrenna kenna.
Mi hand Leit überholt, dia sigsch normal nia bei Wettkämpf.
Do sind oi dabei, dia hand sogar bei am 10 er a Trinkfläscha dabei. Ma kent ja verduuschda, moinat sa.
Und dann sind do no dia Leit, dia mitm Pulsmesser loffat und eistellat, dass sa it schneller loffa wend, als wia z.B. 169er Puls. Wennma schneller isch, na piepts. Aber weisch, die loffat schneller, um mi rum piepts, aber dia loffat dann aber o it langsamer. Des sigsch weiter vohna ita. Mir isch d'Lätsche ganz schea naghangat und a Gries hau i gmocht, wia zeah Dag Reagawedda.
Na, mir isch gleich. Mi hot dann oiner überholt, der gmoit hot, dass i it aufgeah soll. Des goht scho no. Na, des war it mei Daag. I bi dann meah weiter gloffa, jetzt hau i aber wieder a weng schneller kenna.
Komisch war, dass i so bei 8 km wieder schneller gloffa bi und i meah a baar Leit überholt hau. Oh dean, der mir vorhin no gseht hot, dass des scho no goht. I hau dann mea unter 5min/km loffa kenna und dann war o scho der letschd Kilometer und den hob i no in a 4:42 er Pace macha kenna.
Ich moi, wenn der Lauf 20 km ganga wär, na hätt i die zweiten 10 km schneller macha kenna, als dia erschta 10. So war i nach 50:18 Minuta im Ziel und hau ma denkt, do weasch doch heednarrat. Des war ja glei gar nix. So bin i a bissla schnella gweah, als wenn i so wia im Trainingsplan an Funlauf gmacht het mit 51 Minuten, aber so war ich Maushii.
Der Richard hots tatsächlich in 41 Minuta backt, obwohls doch a weng bucklig gweh isch. Reschpekt.
Mia hand dann no dia Siegerehrung agluagat. Der Nikolaus isch komma und der Krampus. Dann sott ma no singa. Aber i hau no nia gsunga, do fang i dean Schmarra jetzt o it a.
Danoch simma wieder Hoim gfahra und wia säht ma do?
Der Lauf war ernüchternd.

17 Kommentare 5.12.07 19:30, kommentieren



Voll das Training

Sooo, schöne Grüße aus Frankreich.
Das Wetter ist schön, es ist kalt aber die Sonne scheint und das Essen ist gut. Kunststück, wir kochen ja selber. Muss ja gut sein haha.
Bald ist Weihnachten und bald ist Silvesterlauf in Kempten. Und darauf wird jetzt noch tüchtig hintrainiert. Denn so dreckig wie in Immenstadt muss es mir nicht mehr gehen. Brauch ich nicht nochmal.
Also reingekniet ins Training.
Hase macht jetzt auch gerade eine Testphase von Vicsystem mit. Das geht über 2 Wochen und ich denk mir, ihr gefällt das sehr gut mit dem Laufen nach Plan.
Jetzt muss ich ständig Intervalle und Tempoläufe machen. Aber ich find das nicht ganz so schlimm, ich komm gut klar damit. Ich bin jetzt das zweite mal einen Tempolauf im Wettkampfspezifischen Tempo gelaufen über 3800 Meter. Vorgabe war eine 4:22 er Pace. Beim ersten mal musste ich ja eine Gehpause einlegen, so fertig war ich und dabei schaffte ich nicht mal das vorgegebene Tempo, ich schaffte die 3800 Meter gerade mal in einer 4:37 er Pace. *Kopfschüttel* Tja, da rächt es sich, dass man das ganze Jahr nur fröhlich vor sich hingebummelt ist und man nix für die Laktattoleranz gemacht hat.
Jetzt bin ich wieder die 3800 Meter gelaufen, konnte diesmal durchlaufen aber auf den letzten 300 Metern wurde es brutal, ich wollte gehen, ich konnte nicht mehr, ich war im Eimer und schleppte mich noch die letzten Meter bis zum Ende der Semurer Allee. Diesmal kann ich sogar eine Pace von 4:29 vorweisen. Immerhin, oder? Hochgerechnet auf 10 km käm ich trotzdem nur auf eine Zeit um die 45 Minuten. Ich frag mich dann immer wieder, wie ich es fertig gebracht habe vor zwei Jahren 43:20 zu laufen und letztes Jahr ohne großartiges Training 44:30 oder so. Ich würde es jetzt ums verrecken nicht unter 45 Minuten schaffen. Naja, ich bleib dran am Training.
Ich muss auch immer wieder Intervalltraining machen. 3x2400 Meter oder mal 3x1600 Meter und dann mal so Prügelintervalle mit 200 Metern in 3:22 Pace. Das ist ja fast schon Sprint und das auch noch 24 mal hintereinander. Welcome Kotzgrenze.
Obwohl, das mit den 3:22 stimmt ja auch schon nicht mehr, weil sich mein Plan angepasst hat und er mir sagt, dass ich solche Intervalle in 3:20 laufen soll. Meine Prognose für den 10 km Lauf wurde auch runter gesetzt. Ich soll angeblich in Kempten 43:45 laufen können, davor sagte mir der Plan noch 44:20 voraus. Scho recht.
Ich weiß auch nicht warum mir der Plan sagt, dass die Prognosen besser werden, schließlich halt ich den Plan so gut wie möglich ein und bin aber bei manchen Prügeltraininings ein bisschen langsamer. Naja, wir werden sehen, ich lass mich aber nicht verführen zu dieser Zeit. Schaff ich nicht.
Gestern sind Hase und ich zusammen gelaufen. Zunächst bin ich selber 6 km gelaufen anschließend hieß es für Kerstin Intervalltraining. 5x1000 Meter in 5:15er Pace.
Die ersten 1000 Meter waren wir zu langsam. Dann eben bei den zweiten 1000 Metern das Tempo anziehen.
Wir liefen die Allee wieder hoch und trafen das Tempo ganz gut mit 5:16. Das Pech war, dass wir jetzt an einer Horde Schüler vorbei mussten, aber nicht in 5:16er Pace, sondern in der Laufpause mit 8:30 er Pace. Das sieht natürlich total affig aus in dem Geschlurfe. Die Schüler wissen ja nicht, was wir machen und denken sich, dass wir einfach nicht schneller können. Ja klar kommen dann blöde Sprüche, wie das nunmal einfach sein muss. Da war so ne kleine Zicke, die gemeint hat 'Allez, allez und jetzt gehts zum Marathon nach New York' Ja nerv nicht Pürzel. Wir schlappten dann zum Ende der Allee und drehten wieder um und dann war zum Glück die Trabpause vorbei und wir konnten es der Göre zeigen, dass wir auch a bissal schneller laufen können. Gegrinst wurde natürlich trotzdem
Übrigens hatten die Schüler gerade Schulschluß und wie spät isses? Genau, 18 Uhr und die Schüler haben Feierabend. Wenn ich da so hör wie die deutschen Schüler meckern, wenn sie einmal oder uuuiiiiii 2x die Woche am Nachmittag Schule haben und das bis halb vier, dann ist das doch recht albern. Nebenbei müssen die Franzosen aber auch trotzdem noch Hausaufgaben machen. Ganz schön straff das Ganze.
Natürlich haben sie nicht jeden Tag so lange Schule, aber Mittags Heim? Ne, das ist eher die Ausnahme.
Achso, wir sind ja am Intervall laufen.
Den dritten Kilometer machten wir in 5:15, dann wieder traben, nochmal in 5:14 und beim letzten Kilometer hörte Kerstin natürlich wieder nicht auf ihren Trainer und lief viel, viel schneller. Ich rannte hinterher in einer 5:02 Pace. Naja, dann soll sie machen, dachte ich mir. So lief sie vor mir her und nach 850 Metern wollte ich aufholen und zu ihr aufschließen, um ihr zu sagen, dass sie es nu geschafft hat, aber als ich näher kam, gab Kerstin nochmal Gas, ich auch. Die 1000 Meter hatten wir schon, aber Kerstin rannte noch schneller. Na warte, dich krieg ich noch. Ich lief neben ihr her und dachte mir jetzt, tja Hase, ich bin gespannt, wann du abkackst, lang hältst du das nicht durch Und siehe da, nach weiteren 200 Metern war es vorbei mit dem Charlyabhängenlauf und ich rief ihr noch zu 'IST DAS ALLES? LOS AUF GEHTS DA GEHT NOCH WAS, ICH WILL DICH KOTZEN SEHN' ein paar Fußgänger sahen uns verdattert an, worauf wir lachend erstmal stehen blieben und uns in den Arm nahmen.
Puh, am Schluß hatte Kerstin noch eine Pace von 4:10 drauf, das hat ihr noch gut getan.
Nun liefen wir langsam Heim und breit grinsend machten wir uns über die Dusche her und über unsere Nudeln.

Ich hab jetzt in Ebenhofen auch einen Multicache gelegt.
Wer will, kann ihn ja mal suchen. Einmal wurde er schon entdeckt. Und den kenn ich sogar. Kommt aus Biessenhofen und ich weiß auch wo er arbeitet.
Mal den Link von meinem Cache einstellen. Das war fei net einfach. Über 2 Wochen hab ich daran rumgemacht. Die ganzen Rätsel in Ebenhofen zusammen suchen, einige Rechnungen auspfriemeln, die zu lösen sind, immer wieder gucken, ob alles stimmt und ein geeignetes Versteck suchen.
Dann das alles in HTML auf die Seite einfügen und dann vom Administrator gesagt bekommen, dass es nicht erlaubt ist, eine Etappe näher als 45 Meter zu einem Gleis zu legen. Tja, so musste der Pestfriedhof von Ebenhofen dran glauben und ich musste mir was anderes ausdenken. Das Blöde ist, dass ich damit auch fast alle Rechnungen neu berechnen musste. DAS ist Arbeit sag ich euch. Aber nu bin ich stolz auf meinen Cache.
Meine 3 Caches, die ich hier in Frankreich gelegt habe, hab ich auch besucht. 2 wurden gefunden, der Dritte noch nicht. Tja, gut versteckt, nicht wahr?

Hier gehts zu meinem Cache in Ebenhofen
--->CACHE---<
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18 Kommentare 14.12.07 10:25, kommentieren

Allez allez

Es geht voran mit der Fitness
Mein Plan macht richtig gute Laune.
Ich fühl mich nicht überfordert und kann die Vorgaben auch ziemlich gut einhalten. Gut, die Prognosen für die Läufe sind meiner Meinung nach a bissal utopisch. Einmal sagte er mir für den Marathon 3:24 voraus. Dann hab ich eben ein bisschen das Training länger gemacht und schon gehts wieder runter auf 3:25. Schon eine Minute weniger utopisch, siehste?
Wir werden sehen.
Gestern sollte ich 18 km laufen in einer 5:18er Pace. Hm, flott.
Das Wetter ist aber momentan aber auch zu geil, oder? Kalt in der Nacht, kalt am Tag, aber die Sonne scheint. Ich find das superscharf. Auch der Ostwind ist schon viel schwächer geworden.
Deshalb drauf auf die Nase mit der Sonnenbrille, nach Juilly gefahren und von dort bin ich losgelaufen.
Zunächst gings nach Souhay, dann leicht den Berg hoch und auf einmal über 1,5 km bergab. Bergauf war ich natürlich unter der gefordeten Pace, aber bergab gabs dann kein halten mehr. Mei war das geil den Berg ohne Anstrengung in 4:30er Pace runter zu heizen. Der Berg hatte die richtige Steigung dafür. Wärs zu steil, müsste man bremsen und das geht auf die Knie, aber das war gestern nicht nötig.
Also runter gebreeeeeezzztttt und gegrinst. Dann kam ich in Pouillenay an, dort ist auch der gute alte Canal de Bourgogne.
In der Ferne sah ich auch mein Alisea und seit ich weiß, was sich vor über 2000 Jahren dort für ein Drama um Vercingetorix abgespielt hat, schau ich da immer mit Ehrfurcht zu dem Berg mit dem Dorf Alisea rüber.
Ich lief am Canal entlang und ließ die Schleusenhäuschen hinter mir, die hier im Abstand von ein paar hundert Metern stehen. Schleuse 36 und 37 stünden frei und sind in guter Verfassung. Da isses auch schön ruhig. Als Hauptberuflicher Schleusenwärter bekommt man den staatlichen Mindestlohn und kann in dem Häuschen mietfrei wohnen.
Ich hatte immer noch eine Pace von 5:07 - 5:15 drauf, hab also alle Kilometer jetzt eigentlich zu schnell gemacht, aber was solls, es lief so richtig gut, also wieso künstlich bremsen?
Ich musste den Canal wieder verlassen und lief nach Chassey rein.
Ich find die Dörfer immer putzig, da ist die Welt noch in Ordnung. Da kümmert man sich nur am Rande darum, mit wem der Präsi gerade ein Techtelmechtel hat. Hauptsache das Hausdach hat ne gute Folie zu Weihnachten bekommen. Denn für nen neuen Dachstuhl gibt man doch kein Geld aus, geschweige denn Dachplatten?
Nett diese Dörfer.
Ich lief aus dieser Weltstadt hinaus und kam an die Straße in Richtung St. Euphrone. Aber nicht lange, ich bog nach Magny la Ville ein. Auch so eine französische Metropole. Nach etwa 3 Minuten war ich auch schon wieder durch und weiter gings nach Souhay. Ein Traktor kam mir mitten auf der Straße entgegen, das war auch schon alles an Verkehr, was unterwegs war. Auch sonst, die ganze Strecke konnte ich auf dem Mittelstreifen laufen, weil einfach keine Autos unterwegs waren. Nett.
Auf dem Traktor saß noch so ein richtiges französisches Original. Uralter Traktor, verrunzeltes Gesicht (Nein nicht der Traktor hat ein verrunzeltes Gesicht), magere Gestalt und Baskenmütze auf dem Kopf.
Schon war auch dieses Dorf durchquert. Ich hatte nicht mehr viel zu laufen und weil es so richtig gut lief, hab ich das Tempo noch ein Stück angezogen und lief die letzten 2 km in je 4:49 Minuten und haargenau bei 18 km kam ich wieder beim Auto an.
Das war so ein richtiger Traumlauf bei so einem herrlichen Winterwetter.
Die 18 km bin ich in recht zügigen 1:32 Stunden gelaufen.

1 Kommentar 20.12.07 11:28, kommentieren

10 km von Kempten

Es gibt wieder etwas von einem Wettkampf zu berichten.
Gut, viele Wettkämpfe warens ja nicht dieses Jahr. Zwei gingen mir ja durch die Lappen, weil ich mir eine halbe Stunde vor dem Start zum Zugspitzarenalauf den Fuß verknackst hab. Damit ging mir auch der heißgeliebte König Ludwig Marathon flöten. Naja. Pech.

Nach dem Desaster von Immenstadt, wo ich ja elendig vor die Hunde ging und ich mich mit über 50 Minuten ins Ziel schleppte, war ich jetzt viel besser vorbereitet. Klar hatte ich nicht die Höchstform, aber ich fühlte mich recht gut. Eine Zeit von unter 45 Minuten sollte ich doch hinkriegen?!
Zunächst klingelte aber der Wecker schneite es aber heftig im Ostallgäu. Fette Flocken fielen vom Himmel.
Ja Mahlzeit, das kann ja was abgeben. Und dafür hab ich trainiert? Nützt ja nix.
Und so fuhr ich nach Kempten und Hase sagte noch. Hasenmann, da ist doch diese Wettergrenze zwischen Ost- und Oberallgäu. Wirst schon sehen, da liegt gar kein Schnee in Kempten. Na wenn Hase das sagt, dann wirds schon so sein.
Ich fuhr also nach Kempten und tatsächlich, ohne Scheiß, in Kempten lag kein neuer Schnee, nö. Sogar die Sonne schien ein bisschen vor sich hin. Tja, Kerstin weiß das als alteingesessene Allgäuerin
Ich hab also meine Startnummer geholt und mich warm gemacht. Da traf ich auch auf Werner und Richard. Die auch mitlaufen würden.
Also noch zusammen warm gelaufen und über Zeitziele gefachsimpelt und dann stellte man sich auch schon bald zum Start auf. Knapp 1000 Leute sollten auf die Strecke gehen. Ganz schön eng an der Iller entlang.
Der Startschuß fiel pünktlich um 13:30 Uhr und los ging die Hatz nach Minuten. Ein bisschen eng wars schon am Anfang, aber ich hab trotzdem einen guten Ausgangsplatz gefunden. Kaum Herrschaften, die meinen mit Zielzeit 1:10 Stunden ganz vorne neben Dr.Miksch stehen zu müssen, der locker in 35 Minuten den Lauf abspult.
Nach dem erste Kilometer hatte ich eine 4:30 stehen. Voll im Soll, würde ich jeden Kilometer so laufen, wäre das eine 45 er Zeit. Ich hatte aber meine Demut gewonnen für die Strecke und hielt mein Tempo im Zaum, obwohl ich mich gut fühlte. Auch 10 km können lang sein.
Es war meist flach, dennoch führte die Strecke auch dreimal unter eine Brücke, die dann aussenrum hoch gelaufen wurde. Das waren nunmal Steigungen. Dort war auch das nördliche Ende der Strecke erreicht. Auf der andern Seite der Brücke lief man wieder hinab und schon gings zurück auf der anderen Seite der Iller. Dort wurde auch wieder eine Brücke überquert und schon hatte man eine Runde geschafft.
Mir gings nach der ersten Runde sehr gut und mit einem Schnitt von 4:28 lief ich in die zweite Runde. Bald kam km 4 und nach km 5 war auch schon die Hälfte geschafft. Ich dachte an Immenstadt von vor 4 Wochen, wo ich am liebsten stehen geblieben wäre und freute mich, dass es mir gut ging.
Wieder hoch zur Brücke, diese überqueren, zurück.
Ich dachte mir, ich will nicht überrundet werden von den Spitzenläufern, die bald hinter mir auftauchen müssten. Aber ich schaffte das selbst auferlegte Ziel. Die Sieger hab ich nicht gesehen.
Schon war ich auf der dritten Runde und soooo leichtfüßig war ich dann doch nicht mehr, aber egal, es waren die letzten 3,4 km, da geht nicht mehr viel schief. Ich drehte immer an meinem Hasenring herum und dachte an meinen Schatz, dass sie jetzt ja auch bestimmt an mich denkt und das half mir auch das letzte mal die Brücke hoch.
Komisch, war die Steigung in den ersten beiden Runden auch so steil? Kam mir vorher irgendwie flacher vor. Aber ich glaub jetzt nicht wirklich, dass so ein böses Bauunternehmen schnell die Straße steiler gemacht hat. Rüber über die Brücke, runter von der Brücke und nur noch 1,6 km. Jetzt kann ich noch alles aus mir raus holen, jetzt is eh scho wurscht. So schaffte ich sogar den 9. Kilometer in 4:20 und freute mich, dass ich noch soviel Kraft hatte, aber nur bis ich 9,3 km hatte, denn dann war es vorbei mit der Herrlichkeit, das gute alte Laktat machte mir einen Strich durch die Rechnung und die Beine wurden wie Blei. Aber was solls, immerhin 7 km später als vor vier Wochen und so schleppte ich mich weiter die Strecke entlang und war fasziniert davon, dass ich plötzlich so im Eimer war. Nicht mehr lange, rüber über die Fußgängerbrücke nochmal am Zuschauerspalier vorbei gestapft und den 10. Kilometer in 4:43 vergeigt. Ziel? Nö. Nix Ziel. Das Ziel ließ noch 120 Meter auf sich warten und so kam ich nach 45:25 selbstgestoppten Minuten ins Ziel. Ich legte mich erstmal quer über eine Absperrgitter und war erledigt. So hing ich eine Weile darüber um nach einer schöpferischen Pause schließlich aus dem Zielbereich zu wanken.
Halbwegs zufrieden mit dem Ergebnis traf ich schließlich wieder auf Werner und Richard die auch ganz zufrieden waren mit ihrem Lauf. So wurde noch ein bisschen geplaudert und über das Laufjahr 2008 geredet und dann haben wir uns verabschiedet.

Ich fuhr aber noch nicht Heim, ich hatte noch Zeit und hab noch ein paar Caches in Kempten gesucht und gefunden. Mittlerweile hab ich schon 29 Stück gefunden, davon vier Stück heute. Ich hatte 8 Caches in meinem GPS gespeichert, aber die andern 4 ließ ich bleiben.
Bei einem Cache musste ich mich ganz schön gedulden, ich hab ihn zwar raffiniert getarnt gefunden, aber ich konnte ihn nicht heben, weil eine Frau mit Kind auf der Brücke 'Schnee in die Iller werfen' gespielt hat. So stand ich blöd mit meinem Block und einem Kugelschreiber herum und bewunderte die Statik der 'nagelneuen Kemptener Golden Gate Bridge' Als Mutti mit Kind wieder eine Schneeschaufel voll in die Iller warf, konnte ich den Cache holen, gemütlich rein schreiben, dass ich da war und musste aber wieder ewig warten, bis das Kind wieder eine Schaufel voll in die Iller warf. Blödsinnigerweise kamen noch zwei jüngere Leute des Weges und betrachteten die Statik der Brücke. Hmmmmm, auch Cacherkollegen? Demonstrativ guckte ich auf mein GPS um eventuellen Cacherkollegen subtil zu verstehen geben, dass ich auch vom Fach bin, aber einer guckte nur mal kurz her und beide verschwanden wieder. Nun konnte ich endlich wieder den Cache an seine Stelle heften und meines Weges ziehen.

So, das war dann also der letzte Eintrag für dieses Jahr.
Es steht ein spannendes neues Jahr bevor und das wird prima. Wir werden es erleben.
Ich wünsche euch allen ein gutes Neues Jahr 2008, dass alle eure Wünsche und Vorhaben in Erfüllung gehen.
Und nächstes Jahr an Silvester hab ich auch keine Nachtschicht

9 Kommentare 31.12.07 22:24, kommentieren