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Schrubb schrubb

Hallooo ersma
Ich hause wieder im Allgäu. Wer meint, hier läge immer so viel Schnee im Winter, der irrt. Es liegt nüx rum. Ist mir egal, ich brauch keinen Schnee.
Ist nicht so glatt zurzeit, weisch?
Auf der Heimfahrt von Frankreich hab ich noch 5 Caches gefunden. Bescheuert, nicht wahr? Alle Nase lang in der Schweiz an einer Raststätte halten und Cache suchen. Ich finds lustig. Sogar zur Pfänderbahn in Bregenz bin ich gefahren, um noch schnell nen Cache zu loggen, aber der wurde vom Vorgänger verkehrt herum ins Geländer gesteckt, damit konnte ich ihn nicht erreichen.
Achja, Nachtrag: die 12 Caches in Frankreich hab ich schließlich doch noch alle gefunden. Ging auch recht zügig.
Die Schwarzbrenner waren auch nicht da. Bestimmt besoffen auf der Couch.

Reden wir halt übers Laufen.
Es sind jetzt noch knapp 2 Monate bis zum Marathon in Freiburg und der Vicplan, der besorgts mir jetzt aber so richtig. Puh. Die kurzen Intervalle krieg ich nicht mehr hin. Die langen schon noch. Auch die Tempoläufe krieg ich gebacken, aber mehr geht jetzt nicht mehr. Ich merk richtig, wie mich der Plan an die Grenzen bringt. Macht nix, dann weiß ich wenigstens, dass ich für den Marathon in Freiburg dann alles getan hab um vorbereitet zu sein. Was dann dabei raus spring, das sehen wir dann. Der Plan sagt mir jetzt sogar eine 3:18 voraus, da kann ich nicht mal mehr drüber lachen, das geht einfach nicht. Punkt.
Letzte Woche hab ich den langen Lauf auch noch prima hingekriegt. Das hat so richtig Spaß gemacht. Diese Woche wars nicht ganz so toll. Ich hatte schwer mit dem lästigen Gegenwind zu kämpfen und das mir dann auch die Kräfte geraubt. Gings mir bis km 20 noch ziemlich bei meiner Vorgabepace von 5:28, gings ab da immer zäher voran mit mir. Die Pace konnt ich aber halten. Wär ja noch schöner.
Ich hab auch nix zu trinken dabei gehabt. Hielt ich wohl nicht für nötig. Naja, nach 25,5 km kam ich Zuhause an und hab mich schnell an den Wasserhahn gestürzt. Schnell 2 Tassen Wasser getrunken und dann bin ich gleich wieder raus in den Wind um die restlichen 4,5 km noch anzuhängen. Das war eine richtig harte mentale Prüfung für mich. Wär doch so einfach gewesen, einfach aufs Sofa sitzen und Feierabend zu machen. Aber nein, ich lief stur wieder raus und hielt meine Nase in den stürmischen Westwind. Einmal noch an der Wertach entlang und bei einem kleinen Buckel kurz vor Ebenhofen musste ich nochmal eine Gehpause einlegen. Ich war so unglaublich fertig, das kenn ich so gar nicht. Ich rappelte mich dann wieder in den Laufschritt und legte die letzten 2,5 km bei Rückenwind zurück. Ich fand sogar die letzten 50 Meter brutal und dachte, ich komm nicht mehr an.
Aber wie immer kam ich denn doch an.
Ich durfte meine Beine in den Ruhetag schicken und bekam gestern am Freitag ein Intervalltraining aufgebrummt. Eigentlich sollte ich 12x600 Meter Intervalle laufen. Alles in 3:53 er Pace. Und das auch noch auf fast nüchternem Magen und kurz nach dem Aufstehen vor der Spätschicht. Ich komm doch am Morgen eh nicht aus dem Quark und dann Intervalle? Die Zeit wurde auch noch knapp. Na egal. Ich lief mich ein und fetzte dann von Biessenhofen nach Ebenhofen, nach Biessenhofen, nach Ebenhofen, nach Biessenhofen...... immer schön am flachen Radweg entlang. Alle 600 Meter gabs eine Geh/Trabpause für mich. Die ersten Intervalle gingen recht zäh, aber mit der Zeit wurde es doch besser. Ich hab die Zeiten aber echt nicht geschafft. Ein paar davon waren unter 4:00 Minuten Pace, aber ein paar knapp darüber. Nach 10 Intervallen hatte ich 1. keine Lust und 2. keine Zeit mehr. Die Arbeit rief.
Heute gabs nun die Belohnung in Form von einem Regenerationslauf. Hach ist das herrlich mit 6:45er Pace durch die Gegend zu schlappen. Mir ist das mittlerweile auch völlig schnurz, ob mich andere Läufer so durch die Gegend schleichen sehen. Man sieht sich an der Startlinie, da werden die Zeiten gemessen
Lustig, unterwegs traf ich einen, den kannte ich noch von der Schule, hab ihn in letzter Zeit auch recht selten gesehen.
'Ja Charlyyyyyyy, servus. Wie gehts denn? Immer noch schwer am Laufen? Trainierst auf irgendwas? Gestern bist ja richtig gerannt von Ebenhofen nach Biessenhofen, respekt, respekt, sauber, sauber'
Aha, ich werde erkannt, wenn ich schnell laufe. Schön.
So lief ich weiter und suchte bei meinem Lauf auch schöne Stellen, wo ich einen Cache verstecken kann. Die Heubrücke würde sich anbieten?! Ich find das ulkig, wie ich die ganze Zeit drüber nachdenk, wo ich Caches verstecken kann. Das wird ja zur Manie?! Ne, soweit sind wir noch nicht.
Ich lief also weiter noch ein Stück die Wertach entlang und traf meine Tante und meine Cousine schön dynamisch mit Nordic Walking Stöcken. Da können sich die durchschnittlichen Stockenten mal ne Scheibe abschneiden, wie das richtig funktioniert. Da werden Meter gemacht, da geht was voran, da wird der Stock eingesetzt und nicht unmotiviert hinterher gezogen.
Wir plauderten noch ein bisschen über meine Laufziele, dass ich es mir heute verdient habe schön langsam zu laufen und dass es uns allen prächtig geht.
Nach 10 km war ich Daheim und machte mich auch schon wieder für die Arbeit fertig. So a Stress.
Morgen gibts am Vormittag wieder einen Tempolauf. 10 km in 4:40er Pace. Mannomann. Wieder Vormittags, wieder kurz nach dem Aufstehen, wieder halb nüchtern.
Gruselig, nicht wahr? Find ich auch.

Hase ist momentan in England in Birmingham. Arbeiten und so. Danach gehts nach Italien für einen Tag. Auch arbeiten.
Gestern hab ich mit ihr telefoniert. Mit Internetkontakt ist nicht viel los jetzt am Wochenende. Aber da müssen wir durch.
Gestern war das so ein typisches Gespräch von der Insel. Echt wie im Film. Kerstin rief von einer original roten englischen Telefonzelle aus an, im Hintergrund spielte die ganze Zeit ein Dudelsackspieler. So richtig mit Schottenrock und so. Ob er was drunter angehabt hat, das wollten wir nicht so genau wissen. Ich hab Kerstin gesagt, sie soll ihm doch von mir ein bisschen Geld geben aus Deutschland. Das wird ihm auch nicht so oft passieren
Zwischendrin wurde es dann so richtig laut, weil lauter Chinesen an der Telefonzelle vorbei marschierten mit tschingpeng Krachbumm. Die feiern momentan ihr neues Jahr. Und mit schepperpeng wurde es wieder leiser. Woraufhin der Dudelsackspieler wieder weiter dudeln konnte.
Grüße an alle, ihr gehts gut.

2 Kommentare 9.2.08 14:58, kommentieren



Bretterbreez

Ne, nicht Butterbreze.
Sodale, heut fass ich mich ein bisschen kürzer.
Heut stand am Vormittag der Tempolauf auf dem Programm. Sagte ich bereits 'Ächz'?
Fällt mir echt schwer in der Früh zu laufen und dann auch noch schnell. Naja, *Ächz* eben.
Das Wetter war super. Sonne, kalt, ein bisschen Ostwind. Ostwind fühlt sich immer so kalt an.
Da fällt mir ein, mein Arbeitskollege sagte gestern zum Thema Ostwind. Naja, aus dem Osten ist noch nie was gutes rüber gekommen. Ähem. Räusper.
Nundenn. Ich lief also erstmal 1,5 km durch Biessenhofen. Dann gab ich Gas und lief mit Ostwind im Rücken nach Ebenhofen (War ich da nicht kürzlich schon mal? Die Strecke kam mir so bekannt vor) Bald hatte ich meine Pace von 4:40 erreicht und hab auch sehr genau geguckt, dass ich nicht schneller lauf. Sonst gehts mir wie letzte Woche, dass die letzten 900 Meter zur Hölle wurden.
In Ebenhofen hab ichs ja geschickt hingekriegt. Es war die Kirche zu Ende. Überall Kirchenbesucher und der Charly, der an ihnen vorbei rannte. Na da hab ich aber Publikum gehabt. Das gibt Zunder. Kurz darauf war ich aus Ebenhofen draussen und lief nach Marktoberdorf. Das Tempo immer noch brav bei 4:40 gehalten. Dann nach links in Richtung Altdorf und nach etwa 6 km merkte ich, dass ich überzogen habe. Ich hab den Ostwind abbekommen, es ging auch manchmal leicht bergauf, wenn auch nur völlig unwesentlich, aber trotzdem lief ich eben auf einem recht schmalen Grat zwischen Erfolg und Verderben (Boah, wie dramatisch, nicht wahr?) Trotz Wind kam ich dennoch auf 4:44 Minuten bei diesem Kilometer.
In Altdorf wieder nach Ebenhofen gelaufen und nach 7,5 km kam wieder so eine Phase wo es recht zäh ging. Aber auch die ging vorbei. Nun noch am Wertachufer entlang nach Biessenhofen und beissen. Nett war, dass ich 4 Läufer angetroffen habe. Da kann man dann schon mal mit rausgestreckter Brust entgegen laufen.
Bewundert mich, ich bin sauschnell und macht mir gar nix aus. Ich bin ja eigentlich am auslaufen, pah, ich mach nen Regenerationslauf in 4:40er Tempo. Niemand kommt mir hinterher, denkt nicht mal darüber nach.
Natürlich grüßte ich auch am vorbei laufen als Erstes um zu zeigen, dass ich trotz meine weltrekordverdächtigem Tempo einer von ihnen bin. Ein Held in Menschengestalt.
(Kann es sein, dass es bei Aldi neuerdings Testosteronkekse gibt???) Ich sollt echt mal wieder runter kommen.
Nundenn, weil ich mich wunderweise aus dem Tal der Schlappheit erhoben habe, liefen die letzten 2 km einfach nur super. Den vorletzten Kilometer lief ich noch in 4:40, aber dann den letzten Kilometer in 4:31 Minuten, das musste noch sein und komisch, ich fands plötzlich schade, dass der Tempolauf zu Ende war. So glei. Letzte Woche auf der Allee in Frankreich schleppte ich mich noch die letzten 900 Meter im 4:53 er Tempo zum Rennende und war erledigt.
Heute aber lief ich die 10 km in 46:38 Minuten und das mitten im Training, mitten in der Marathonvorbereitung, 2 Tage nach den heftigen Intervallen, vier Tage nach den schweren 30 km.
Achdoch, da könnt was gehen in Freiburg.
Ich nehm dann jetzt noch einen Keks und freu mich wieder auf meinen lauffreien Tag. Nehmt euch doch auch einen. Aber vooorsicht. Its cool man.

6 Kommentare 10.2.08 14:54, kommentieren

Du glaubst es nicht

Mein Duellant der Uli ist mit seiner Laune ziemlich im Keller. Er schlägt sich jetzt schon seit so 2 Wochen mit einem fiesen Virus herum, davor hat es die Kinder erwischt und nun ist die Frau auch noch dran. Das zehrt ganz schön am Gemüt, wenn man so lange nicht raus kann um zu sporteln.
Das geht einem auch unglaublich auf den Geist, wenn man so einen schicken Trainingsplan hat, man hochmotiviert ist und dann kommt einem so ein depperter Virus in die Quere. Man will doch einfach nur schön laufen und dann liegt man flach und kann nix machen.
Ich kanns nachfühlen.
Uli, nochmal gute Besserung. Alles wird gut

Bei mir hingegen läuft alles Bestens.
Ich finds faszinierend, wie ich ungläubig auf meinen Trainingsplan starre, der Victor mir mal eben sagt, dass ich den Marathon unter 3:19 Stunden schaffen werde und ich jede Woche ein brutaleres Training aufgepackt bekomme.
Öfters erwische ich mich dabei, wie ich den Plan ansehe und mit aufgestütztem Kopf diesen schüttle, weil ich der Meinung bin, dass ich keine einzige Vorgabe schaffen werde, bis auf die Regenarationsläufe und die langsamen Dauerläufe. Aber wie prügelt er mich an den restlichen 3 Trainingstagen durch die Woche?
Da wäre am Dienstag ein lockeres, schönes, herrliches Läufchen von 13 km im 6:04er Tempo. Mei ist das schöööön so langsam zu laufen. Aber schon am Mittwoch gehts weiter. Jawohl, 32 km und das soll mit einer Pace von 5:26 erledigt werden. Öhm, ich war ja letzte Woche so erledigt nach den läppischen 30 km, dass ich mich nur noch nach Hause schleppte. Dieses mal war mir das so Wurschtegal wie nochwas.
Ich hab einen Geocache ausgesucht mit 8 Aufgaben, verteilt auf 26 km. Ich musste dafür von Kaufbeuren aus die Dampflokrunde entlang laufen. Unterwegs musste ich hin und wieder stehen bleiben um einbetonierte Brückenpfeiler zu zählen oder Postleitzahlen notieren. Aufschreiben, wann dieses Wegkreuz renoviert wurde und bei welchem Bahnkilometerschild der Wendepunkt war usw. Dann gabs immer wieder was zu rechnen und so verging die Zeit auch richtig schnell. Als der offizielle Radweg zu Ende war, musste ich umdrehen und hab dann gemerkt, dass es zuvor so 5 km nur bergauf gegangen ist. Hab ich gar nicht so gemerkt. An einer Brücke musste ich an einem Schild unten an der Straße ablesen, wie weit es nach Kaufbeuren ist. Problem: Kurzsichtig. Gut dass in dem Moment eine Frau mit 3 Kindern vorbei gelaufen ist. Ich rief ihr zu, sie solle mir doch bitte sagen, wie weit es nach KF ist, das steht da auf dem Schild.
14 km. Danke. Notiert, gerechnet, weiter gelaufen.
Die Strecke selbst wäre aber zu kurz gewesen, also entschloss ich mich noch einen andern Cache zu heben, der in Stöttwang an einer Keltenmauer liegt. Hach, da geh ich doch schnell hin und gut is. Aaaaaaber!!! So leicht ist das dann doch nicht. Ich musste bergauf in den Wald, ich musste quer durch den Wald, ich musste über Matsch und Wurzeln bis ich endlich beim Cache angelangt bin. Schnell gefunden und hinten wieder runter gekraxelt. Na da hab ich mir ja was gutes getan. Ich hatte erst 20 km und langsam ist auch schon die Sonne am Horizont verduftet. Das hieß auch, dass es kalt wurde.
Jammer net, dann läufst halt schneller. Also lief ich die bolzengerade Strecke in Richtung Mauerstetten, bewunderte noch in der heranziehenden Dunkelheit das Geothermiekraftwerk in der Nähe des Dorfes und lief nach einer kleinen Kurve wieder bolzengerade weiter. Tja, da war halt mal ne Bahnlinie, da isses nicht so kurvig.
Es wurde dunkler und dunkler, aber Kaufbeuren kam auch immer näher. Das Tempo konnte ich prima halten, sogar noch schneller werden, wie es verlangt wird und nach 32 km und der letzten Aufgabe war ich wieder in Kaufbeuren angelangt.
Ich hatte nun alle Rechnungen aber keine Lust mehr den Cache zu suchen. Es war ja auch schon zappenduster.
Ich finds beeindruckend, den Lauf hab ich total locker weg gesteckt. Gar kein Vergleich zu letzter Woche. Na bitte, geht doch.
Gestern hab ich dann den Cache und noch vier weitere gehoben und geloggt. Man kriegt ein sehr geschultes Auge dafür, wo die Caches versteckt werden. Meist ist auch der erste Gedanke richtig, wenn man vor Ort steht und das Suchen anfängt. Aber das ist natürlich nicht immer so.
Diese Woche war ich auch mal in Kempten und hab 12 Caches gefunden. Man hat ja sonst nix zu tun.
Da hab ich ja einiges gefunden.
Ich hab jetzt hier in meiner Nähe im Wald auch einen Cache versteckt und was erblicken meine entzündeten Augen? Der Wald ist jetzt zum großen Teil weg. Einfach abgesägt. Voller Sorge hab ich dem Treiben ein bisschen zugeschaut und die Sägemaschine im Blick behalten, der 15 Meter von meinem Versteck die Bäume auf den Laster wuchtete. Aber mein Cache liegt noch. Muss ich in Sicherheit bringen.
Ähm, ich bin abgeschweift, nicht wahr?

Vorhin war Intervalltraining angesagt.
Ich machte das Fenster von meinem Trainingsplan auf um zu gucken, wie genau ich laufen soll. 5x1600 Meter in 4:16 er Pace. Öhm. Schnell. Schaff ich nicht. Geht net. Vergiss es.
Rein in meine DS-Trainer und erstmal eingelaufen. Nach 1500 Metern bin ich losgebrettert und schaffte den ersten Intervall nur in 4:20 er Pace. Bisserl hüftsteif der junge Mann?!
Nuja den zweiten machte ich in 4:21, aber mit Gegenwind. Ich glaub, das passte dann auch. Beim dritten Intervall musste ich aufpassen, dass es mich nicht hinbretterte, weils doch ein bisschen glatt war. Aber ich habs geschafft in 4:11. Hööööö, geht doch?! Nun kam der vierte Intervall. Ich musste ein paar Sekunden wegen so nem dummen Laster anhalten, der wohlgemerkt auf dem Radweg von hinten daher kam. Ausserdem gings bergauf. Nagut, 3 Höhenmeter. Und Gegenwind war auch stellenweise. Trotzdem schaffte ich eine 4:17 er Pace. Pfeifend bremste ich ab und gab komische Geräusche von mir. Hui, Ah, Umpf, spuck, röchel, pfeif, pustpustpust, kröch, hurghs. Dann sah ich, dass der Herr von der 'Gartengestaltung Lolacher' in Kreen in seinem Garten stand, die Astschere in der Hand, regungslos und sah mich völlig entgeistert an. Huch, den hab ich gar nicht gesehen, sonst hätt ich intelligentere Geräusche von mir gegeben.
Ich lächelte nett, dass er weiß, dass ich nix tu und trabte wieder los.
Nun kam bald der letzte Intervall und jetzt dacht ich mir, da gibst jetzt nochmal alles. Und so schaffte ich den Intervall auch noch in 4:12er Pace. Hui, geht doch. Stolz wie Bolle (Wer zum Geier ist eigentlich Bolle???) lief ich nun nach Hause, dehnen, duschen, Kekse futtern. (Ohne Testosteron)
Sonntag ist Tempolauf

13 Kommentare 15.2.08 16:25, kommentieren

Hells Bells

So heisst der Nachtcache, den wir gestern fortgesetzt haben, den wir vor einem Monat abbrechen mussten, weil Kerstins bucklige Verwandtschaft die Hinweistäfelchen weggefuttert hat. Die Hasen mögen anscheinend ausser Möhrchen auch Hinweisschilder aus Kunststoff.
Der Owner hat nun alles stabiler gebaut, damit sich die Hasen die Zähne ausbeissen müssten. Ich kann gleich sagen, es sind alle Schilder noch da.
Um 22 Uhr bin ich mit Martin von Kaufbeuren aus in den Wald gefahren um dann an der letzten Station weiter zu machen, an der wir vor einem Monat aufgeben mussten.
Nach einem kleinen Fußmarsch standen wir wieder an der Stelle.
Nun wussten wir auch, wo wir hin mussten, gaben die Koordinaten ins GPS ein und latschten durchs Gehölz, blieben an Dornenranken hängen und stapften über den gut gefrorenen Boden. Minus 5 Grad hatte es. Zur Waldbegehung prima Temperaturen, aber zum rumstehen nicht günstig. Aber noch gingen wir.
Wir mussten einem Weg folgen, der mit Reflektoren gespickt war, wir kamen gut voran, bis wir auf einer Anhöhe waren.
Und nu? Da waren wir auch schon und fanden damals keine Reflektoren mehr. Aber der Martin hat seinen Suchradius ausgeweitet, während ich jeden Baum ableuchtete, ob ich einen Hinweis finde. Irgendwann fand der Martin einen weiteren Reflektor in 200 Metern Entfernung. Super. Also runter mit uns und auf zum Reflektor. Dort fanden wir einen Hinweis und wussten, zu welchen Koordinaten wir mussten.
Es dauerte nicht lange, dann waren wir an der nächsten Station angekommen. Ich bückte mich am Baum und las 'Gehe 40 Schritte nach Nordost und warte auf 0 Uhr und hör genau hin'
Ich las: Gehe 40 Schritte nach Nordost und warte auf 0 Uhr und hör genau hin.
Ich las: Gehe...
Ich las meine Uhr ab: 23:10 Uhr
Ich las zuvor bei meinem Thermometer -5° ab.
So, da standen wir nun und mussten einfach nur warten, bis 50 Minuten vergingen. Wir aßen Studentenfutter und überlegten uns Fiesigkeiten, wenn wir selber mal einen Nachtcache organiseieren würden. Der Sadismus kennt keine Grenzen.
Die Zeit vergeht sehr zäh, wenn man nix zu tun hat, wenn man den Mond angeglotzt hat, wenn alles ruhig ist und man nur in der Kälte rumsteht.
Doch irgendwann wurde es 0 Uhr, wir lauschten und lauschten und hörten nur die Kirchturmuhr von Kaufbeuren und von Kleinkemnat und von wasweißich.
Der Owner wusste das auch und hat den Ohrenhinweis ein paar Minuten danach gestellt. Bis 0:05 rührten wir uns um keinen Millimeter und horchten in die Stille hinein. Dann plötzlich 'Pscht' da ist was. In der Ferne hörten wir ein pieppiep, pieppiep, pieppiep. In uns kam Bewegung, wir fußelten schnell in die ungefähre Richtung, blieben alle paar Schritte stehen um weiter zu lauschen und kamen dem Gepiepe immer näher.
Wir kamen an einem großen Baum an und waren dem Geräusch sehr nah, als dieses aufhörte. Das war knapp, aber wir standen an der Stelle, an die wir gelockt werden sollten.
So was nun? Wir leuchteten wieder die Bäume ab, ob wir einen Hinweis fänden. Den Wecker fanden wir auch, ganz oben am Baum hat der Owner einen elektrischen Wecker installiert, der jeden Tag um 0:05 das Signal gab. Es dauerte aber noch eine Viertelstunde, bis wir beschlossen, dass einer von uns, also Martin auf den Baum klettert um zu gucken. Und tatsächlich, dort oben war die Rechnung für die nächsten Koordinaten angeschraubt. Martin kam wieder runter, wir gaben die Koords ein und keilten uns gut gelaunt und zügig weiter durch den Wald, damit es uns auch wieder warm wurde.
Wir erreichten wieder eine Baumgruppe, aber wir wussten nicht, nach was wir suchten. Wir standen vor einer großen Buche und suchten die ganze Gegend ab. Irgendwann beschlossen wir, dass einer von uns beiden, also Martin auf den Baum klettern sollte um zu gucken, ob da oben was ist. Und tatsächlich, da oben im Baum war ein Melder, der aufleuchtete, wenn man ihn anleuchtete. Er blinkte rot, sobald er Licht abbekam. Aber nu? Kein Hinweis? Suchsuchsuch. Nix zu finden. Was tun? Martin entschloß sich dann, dass er den Owner anruft, als Telefonjoker sozusagen. Er wusste, dass wir im Wald sind und hat sein Ok gegeben, dass wir ihn im Notfall anrufen können. Gesagt, gerufen und Klaus, der Owner sagte, dass da oben aber ein Schild sein müsste. Aha. Wir beschlossen, dass einer von uns beiden auf den Baum klettern müsste, also Martin um das Schild zu suchen. Er hatte zuvor wohl wirklich Tomaten auf den Augen, weil er zuvor tatsächlich fast die Nase davor hatte.
Jubelnd notierten wir uns den Hinweis und sollten nun nur 35 Meter nach 100° gehen.
Aber wie es nunmal so sein muss, wir fanden nix. Wir hatten schon 100 Bäume und Wurzeln abgeklappert, doch unser Telefonjoker meinte, dass wir an einem Weg ankommen müssten. Da konnten wir aber nix dafür, weil der Weg 55 Meter weg war. Man sollte nicht immer so präzise denken. Wir fanden den Weg natürlich dann auch gleich und nun war der Rest eigentlich nur noch Formsache. Wir fanden Reflektoren und noch einen Hinweis, dass wir 110 Meter gehen sollten nach 45° und dann standen wir an einem Ort, an dem 3 Reflektoren an 3 Bäumen angeschraubt waren. Dort auf dem Boden ein völlig offensichtlicher Hasengrill (So nennt man das, wenn die Vorgänger einen Cache so tarnen, dass er eigentlich gar nicht mehr getarnt ist, weil so symetrisch keine Äste runter fallen können, mit Tannenzapfen dazu) Wir starrten auf die Stelle, im Fernsehen würde jetzt ein Engelschor singen, aus dem Himmel würden Leuchtstrahlen kommen und direkt auf den Cache strahlen. Wir hatten es geschafft und wir klopften uns auf die Schulter. Wir schoben den Hasengrill weg und hoben die Schatzkiste hoch. Die Tupperdose machten wir auf und suchten das Logbuch. Dann trugen wir uns in das Buch ein, machten noch unseren Trade und lasen, was die Vorgänger geschrieben haben. Nun gehörten wir dazu, auch wir haben diesen Cache geschafft.
Wir machten dann die Dose wieder zu und machten wieder einen Hasengrill, aber bitte so, dass er etwas natürlicher aussieht und schon keilten wir uns durch den Wald um wieder zurück zum Auto zu gelangen.
Hach ist es abenteuerlich.

Der Cache heisst Hells Bells und ist nach Highway to hell der zweite Teil der Serie. Der dritte Teil ist mindestens doppelt so schwer. Ich hab nur eine vage Ahnung, was uns da erwartet, aber der muss alles bisher gewesene um Längen toppen. Manche Leute haben 6 Versuche benötigt und wenn einer nur 2 Tage braucht, dann wird gestaunt.
Nett war auch, dass wir diesen Cache gestern gemacht haben (Alle drei Caches sind nach Titeln von AC DC benannt)
Denn genau vor 28 Jahren starb der damalige Sänger Bon Scott von AC DC
Also Cache heben in memory of Bon Scott.

Und nun: Link anklicken und headbangen
Erst mit Bon Scott in Highway to hell HIGHWAY TO HELLUnd dann mit Brian Johnson HELLS BELLS

8 Kommentare 20.2.08 13:23, kommentieren