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Würzburg Marathon

Bonjour, isch bins
So sagt man im Elsaß
Aber ich will ja von Würzburg erzählen.
Es klingelte der Wecker, blabla, Frühstück, blabla, auf dem Weg zum Marathon, blabla

Zeitsprung

Um 10:03 fiel der Startschuß für den zweiten Block, in dem ich mich ganz vorne aufgestellt hab. War prima, keiner vor der Nase und kaum Leute, die mich überholt haben.
Ich hab mir eigentlich vorgenommen, wieder die 3:30 Stunden in Angriff zu nehmen, aber nachdem ich am Vortag den Wetterbericht gehört hab, hab ich das nicht mehr in Erwägung gezogen. Bis zu 22° und strahlender Sonnenschein. Nönö, das lass ich mal besser bleiben. Also lauf ich einfach so mit.
Die ersten Kilometer lief ich aber noch so zwischen 5:09 und 5:20. Fühlte sich prächtig an. Und am Vormittag wurden wir auch noch nicht so gegrillt von der Sonne. 22° ist eigentlich nicht viel, aber wenn es der erste Tag im Jahr ist, mit solchen Temperaturen, dann wird das nicht gut fürs werte Marathoniwohlbefinden.
Dieses Jahr war es ein einfacher Rundkurs, nachdem es die Jahre zuvor immer zwei Runden in Würzburg waren.
Da WÜ nicht sooooo groß ist, mussten sich die Veranstalter ganz schön verkünstelt.
So war es denn, dass man viele Straßen doppelt lief, ein paar Straßen sogar 3x. Ob das mental so toll ist, das sei mal dahin gestellt. Ich finds nicht sehr toll in einer Straße die Kilometerschilder für 9 km, 18 km und 39 km stehen zu sehen. Ausserdem wollte man uns in der Ausschreibung weiß machen, dass es sich um einen schnellen, flachen Kurs handelt. Dass das auf einer Einrundenstrecke in WÜ nicht funktioniert, ist mir klar, aber vielen andern Läufern nicht, die extra auf eine gute Zeit hintrainiert haben und denen es sowohl wegen den zahlreichen Hügeln und den Temperaturen die Zeit verhagelt hat. Schade drum. Aber mir wars ja wie gesagt wurscht.
Ich lief entspannt vor mich hin und dackelte der Läuferschar hinterher. Dass die Streckenorganisation noch ein bisschen verbesserungswürdig ist, merkte man dann auch, als von links die Nordic Walker ankamen und die Straße der Marathonläufer queren mussten. Ausserdem wurden die NWler fehlgeleitet, was sich daran auswirkte, dass die NWler nicht 16 sondern nur 10 km gegangen sind.
Beim HM gabs auch noch ein paar Pannen. Läufer, die um Platzierungen kämpften, fanden sich plötzlich auf der falschen Fährte wieder und liefen einen Kilometer zu weit. Den zweiten und dritten Platz holten dafür andere Läufer. Dass die stinksauren Läufer den Organisator zur Brust nahmen, war nur verständlich.
So, nun aber wieder zu meinem Lauf.
Bei km 19 trennte sich die Halbmarathonmeute von den Marathonis, die noch ein Stück zu bewältigen hatten und schon wurde es übersichtlich.
Es ging über eine Mainbrücke und am Start/Zielgelände entlang.
Dann bei 22 km sah ich meine Kerstin und die Susanne mit Kind am Rand stehen. Da musste ich doch natürlich stehen bleiben und ein bisschen Kussmotivation einholen. Wir unterhielten uns noch 2 Minuten und nachdem der Peter an mir vorbei gerauscht ist, hab ich mich mit den Worten 'Den krieg ich noch' verabschiedet.
So lief ich wieder los, als mir nach 500 Metern einer von hinten zurief, dass ich mich da so klammheimlich von hinten anschleiche und überhole.
Ach hallo, da überholte ich gerade den Richard.
Da es mir ja nicht pressierte, hab ich mich mit dem Richard unterhalten über sein Marathonwunschziel, über den Werner, seinen Bruder, der seinen ersten HM unter 2 Stunden gelaufen ist, obwohl er eigentlich gar nicht wirklich darauf hintrainieren konnte. Da geht noch was Respekt, respekt.
So liefen wir gemeinsam am Main entlang und ich hab mich als Paceläufer angeboten. So vergeht ja auch die Zeit viel schneller und man ist abgelenkt von seinen Gedanken, die einem während so einem Marathon durch den Kopf gehen.
Wir liefen weiter den Main hinauf und hatten immer leichten Gegenwind. Aber wenns Gegenwind gibt, dann gibts auch irgendwann Rückenwind. Ähm, das heisst *schwitz wie sau*
Kurz vor der 30 km Marke mussten wir auch umdrehen und hatten den Wind im Rücken. Es wurde superwarm, aber es ging hier auch leicht bergab.
Irgendwann ging der Häuserkampf wieder los, wir erreichten die Innenstadt von Würzburg. Dort wurde wieder kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, die Läufer kamen einem entgegen, die schon mehr Strecke hinter sich gebracht hatten.
Richard hatte jetzt doch so seine Schwierigkeiten und wurde so nach und nach langsamer. Solche Schwächephasen sind mir auch bestens bekannt. Da reichts, da willst du ins Ziel und hast keine Lust mehr. Die Reststrecke, die nur noch Einstellig ist, kommt einem so elendig lang vor, obwohl man solche Strecken doch in jedem Training locker vor sich hinlaufen könnte. Bis km 38 zog ich den Richard nun mit, immer guckend, ob er auch noch hinter mir ist. Aber dann bei km 39, als der Richard von einer Passantin Cola bekommen hat, haben wir uns wohl aus den Augen verloren.
Und so zog ich mein Tempo auf den letzten 3 km nochmal an, nachdem mich plötzlich der Paceläufer für 4 Stunden überholt hat.
Ich war jetzt an der alten Mainbrücke, aber nö, es ging noch nicht drüber, man musste nochmal eine Schleife um die Häuser einlegen. Auch nicht gerade stimulierend fürs Gemüt.
Aber was solls, ein Marathon ist 42,2 km lang, egal wie und wo man läuft.
Auf den letzten 1600 Metern überholte ich ein Päärchen, als ich die beiden überholte, meinte die völlig erledigte Frau, dass sie einfach nicht mehr kann, sie kann nicht mehr.
Ich hab mich umgedreht und gerufen, dass es nur noch 1600 Meter sind und das die paar Meter natürlich noch zu schaffen sind. Aber sie meinte nöööööööö, geht nicht mehr, aber sie lief weiter. Geht doch
Nun durfte ich auch schon über die Mainbrücke und dann wars auch nicht mehr weit. Ich überholte wieder den Paceläufer für 4 Stunden und als ich an ihm vorbei lief, gab er mir die Hand und gratulierte mir, dass ich die 4 Stunden schaffen würde. Ähm, ja danke.
Nun waren es nur noch ein paar hundert Meter und in der letzten Kurve durfte ich nochmal meinen Schatz küssen, der hier auf mich wartete. Aber jetzt hielt ich mich nicht bei ihr auf und lief erstmal ein bisschen ins Ziel, um mir das verdiente Beweiseisen um den Hals hängen zu lassen.
Nachdem ich den Peter gleich im Ziel getroffen hab, bin ich direkt zum Weißbierstand gelaufen und hab zwei davon eingeschenkt um wieder zu Zielbereich zu gehen. Ich war kaum zurück, kam auch schon der Richard ins Ziel gelaufen.
Nicht wirklich glücklich, nicht wirklich enttäuscht verkündete er mir seine Zeit, worauf ich ihm erstmal ein Weißbier überreichte.
Es war schon schön in WÜ. Hat mir wieder gut gefallen, aber ob die Würzburger Organisatoren sich damit einen Gefallen getan haben mit dem Einrundenkurs, ich glaubs ja nicht unbedingt. Denn die Leute, die da waren wissen jetzt, dass der Kurs nicht flach und schnell ist.
Anderen Läufern stößt es sauer auf, wenn sie den Prospekt vom nächsten Jahr lesen und erkennen, dass Pauschal 6 Euro mehr bezahlt werden sollen.
So wird das nix mehr mit 5000 Teilnehmern.

Der Sieger kam erst nach 2:30 Stunden ins Ziel. Er wollte aber 2:19 laufen.
Die Siegerin benötigte 3:01. Auch keine Spitzenleistung. Und auch darauf wird geguckt.

So endete also mein 17. Marathon (Davon 3 Ultras)
In der ersten Hälfte hatte ich eine 1:53 stehen, auf der zweiten Hälfte eine 2:03. Gesamtzeit ist 3:57:14.
Und in knapp 2 1/2 Wochen wartet schon der 18. Marathon auf mich.

Bilder gucken?

Da die Nummer 2993 eingeben

4 Kommentare 1.5.08 11:07, kommentieren



Raten

Heut ergab sich folgendes Gespräch in unserm Dorfedeka.
Ich traf dort den Martin, also den Chef vom Edeka. :
Servus Martin, gehts wieder?
Martin hatte nämlich ziemliche Blutdruckschwierigkeiten. Sein Blutdruck stieg in kürzester Zeit auf über 200. Er wurde sogar mal bewusstlos deswegen. Alles nicht so toll.
Martin meinte, es gehe ihm wieder ganz gut, langsam aber sicher sei er wieder auf dem Weg, dass er der Alte wird.

Und wie es bei mir läuft?

Ja, ich bin in Freiburg neue Marathonbestzeit gelaufen in 3:36, ich wollt unter 3:30 laufen, aber passt schon.

Hej, das ist ja super, respekt, sauber, stark. Ich schau mal , dass ich im Herbst vielleicht mal wieder einen Marathon lauf, bis dahin gehts wieder gut, hoffentlich. Momentan ist es so, dass es gar nicht so gut läuft, aber ist ja klar, ich bin ja 4 Monate gar nicht mehr gelaufen.

Ja, das wird scho wieder, das geht dann ganz schnell

Und wieviel läufst du so in der Woche?

Ja, ich lauf so um die 80 km in der Woche. Kommt schon mal vor, dass es über 100 km werden, aber ich glaub 80 km ist so die Grenze wo es mir richtig gut geht.

Ach, 80 km? So viel? Soviel lauf ich nicht. Also jetzt ja sowieso nicht.
Ich lauf halt so 3-4 mal die Woche und mal 10, mal 15 mal 20 km, das werden so 50 km in der Woche sein. Wie ich Zeit hab nach der Arbeit.
Aber wenn du 80 km läufst, dann wirst du nicht Intervalle trainieren, oder wie das Zeug heisst und schnelle Läufe und was es so gibt?

Doch, doch, ich mach schon Intervalle und Tempoläufe, sonst wird man kaum schneller.

Ich weiß nicht, ich hab da nie so Lust drauf schnell zu laufen, Intervalle hab ich noch nicht probiert. Hin und wieder lauf ich mal a bissal schneller. Kommt auch drauf an wie ich Zeit hab. Soll ja auch vorallem Spaß machen die Lauferei.

Ja, mach das mal, das bringt auf jeden Fall was, wenn man solche Trainingseinheiten einbaut.

Wir wünschten uns dann noch alles gute für die weiteren Laufvorhaben......

Sooooo, der Martin hat keine Ahnung von Forerunner, systematischen Training, Trainingsplänen usw. usw.
Aber er hat schon den einen oder andern Marathon absolviert.
Und welche Zeiten läuft er denn wohl so?
Ihr dürft raten und wenn ich aus dem Elsaß am Samstag wieder zurück komme, gibts die Antwort darauf. Bis dahin haben Kerstin und ich kein Internet oder Telefon.

5 Kommentare 6.5.08 23:11, kommentieren

Knastmarathon

Es ist ja auch völlig normal, dass man Sonntag Früh um 5 Uhr 370 km fährt, freiwillig in den Knast geht, über 42 km läuft um dann wieder 370 km Heim zu fahren.
Man kann sagen, dass ich am Sonntag nicht viel Zeit für andere Dinge hatte.
Um 8:30 kam ich also in Darmstadt an der Justizvollzugsanstalt an, aber erst fragte ich in der Stadt nach dem Weg in den Knast. Ich bekam zwar eine freundliche Antwort, aber ich wurde schon etwas skeptisch angeschaut.
Ich sortierte auf dem Parkplatz aus, was ich nicht brauchen würde und was ich auch nicht mitnehmen dürfte. Also kein Handy. Ich hab mein Gepäck recht karg gehalten und bin auf den Eingang zugegangen.
Drinnen, im Vorraum durfte ich als erstes meinen Ausweis abgeben, der direkt eingetütet wurde. Dann musste ich meine Tasche durchsuchen lassen und wurde durch einen Metalldetektor geschickt. Ob ich Fotoapparat oder Handy dabei hätte? Nöööö.
Nun hieß es warten, bis eine Tür automatisch aufging. Das war irgendwann der Fall und ich durfte in den Knast hinein. (Durfte????) Ich habs mir klaustrophobischer vorgestellt. Aber der Knast hatte vielmehr etwas von einer Kaserne, als von einem Gefängnis. Große Gebäude, viele Bäume, Sportplatz, viele Sitzgelegenheiten, alles schön groß gehalten. Nett hier.
Nach ein paar Metern kam jemand auf mich zu und schickte mich freundlich zur Startnummernausgabe. Das war auch schnell erledigt.
Überall standen Leute herum, die nur darauf gewartet haben, mir helfen zu können. 'Dort vorne könnte man sich umziehen.' sprachs.
Ich bin auf das Gebäude zu und traf einen Mann an, der mir einen riesengroßen Wäschesack in die Hand drückte. Dort solle ich alles rein packen, was ich nicht benötigte und ihm den Wäschesack wieder bringen. Der wird später weg gesperrt, dass da keiner ran kommt.
In der Umkleidekabine zog ich mich um und konnte nun eine Stunde warten, bis der Start ist.
Ich traf noch auf zwei Läuferkollegen aus einem Laufforum, mit denen ich mich unterhalten habe. Vor dem Rennen gabs noch Wurst- und Käsesemmeln. Apfelschorle, Kaffee, Wasser. Ja, da bleibt doch kein Wunsch offen. Und alle Helfer überwarfen sich, dass sie uns versorgen könnten.
Die Prominenz war auch da. Auch das Fernsehen. Das DSF hat Aufnahmen von dem Marathon gemacht. Die Sendung soll am Ende Mai oder Anfang Juni gezeigt werden. Na da bin ich ja gespannt.
Die Prominenz bestand aus Achim Heukemes und seine Freundin.
Achim ist der Godfather des Ultralaufes. Er kam mit seiner Freundin direkt aus New York zurück, wo die beiden eine 10 Tages Lauf mitgemacht haben. Das heisst, 10 Tage wird auf einem Rundkurs gelaufen, der eine Meile lang ist. Dabei hat er mal eben 701 Runden zurück gelegt. Sowas ist normal im Leben des Achim Heukemes. Klar, dass er nach dieser Belastung und mit der Zeitumstellung nix auf die Reihe kriegt an diesem Tag, was sich auch im Ergebnis niederschlug. Immerhin benötigte er 3:14 Stunden für den Marathon. Öhm.
So nun war es soweit, der Start stand bevor und mit 'Final Countdown' wurden wir ohne Knarre auf die Reise geschickt.
24 Knackis und etwa 100 in Freiheit lebende, dazu noch 4 Einradfahrer.
Der Kurs war natürlich so gelegt, dass man sich zwangsläufig ständig begegnet. Es gab etliche 90° Kurven und 2 komplette Wenden um einen Hut herum.
Einen Läufer kannte ich noch von einem anderen Laufforum und er grüßte mich bei jeder Begegnung. Also etwa 80 mal.
Die Stimmung war prima. Die Inhaftierten, die nicht mitliefen, durften dem Lauf zusehen. Da wären die normalen Knackis, die sich hinter einer Absperrung aufhielten und uns zusahen.
In einem anderen, abgesperrten Bereich waren wohl die harten Kaliber, die hinter einem Zaun waren und uns anfeuerten. Wobei das 'Uns' eher den Mitläufern galt, die dort ihre vorübergehende Heimat hatten.
So wurde gerufen 'Auf gehts Mohamed, gib Gas Azil, hau rein Robert' Es gab ganze 3 Mohameds, die angefeuert wurden.
Wir liefen um die verschiedenen Gebäude herum, um Knastwerkstätten herum. Es gab eine Schreinerei und sogar eine Gefängniseigene Buchbinderei.
Ich hatte aber meist das Gefühl durch einen asphaltierten Park zu laufen, wenn da nicht immer der Anblick von bis zu 8 Meter hohen Betonwände mit darauf liegenden Stacheldrahtrollen und die coolen Wärter gewesen wären.
Die Wärter machten es sich in Stühlen bequem und hatten meist auch die Beine auf dem Tisch liegen.
Kurz vor dem Ende einer Runde, die 1754 Meter lang war, kam man an dem Spalier unserer Zuschauer vorbei. Ein Meer von dunkelroten T-Shirts, die uns beobachteten und sofort in Jubel ausbrachen, wenn Mohamed, Janusz oder Björn vorbei liefen. Manch einem Insassen war der Lauf auch herzlich egal und so wurde eben am Rand Backgammon oder Karten gespielt. Das muss man schon ausnutzen, wenn man zusätzlichen Freigang bekommt.
So lief ich also meine Runden und benötigte meist so um die 9:30 Minuten für eine Runde. Aber ich hatte schon nach einer Weile ständig Seitenstechen und mein Bauch grummelte blöd vor sich hin. Dennoch hielt ich eigentlich mein Tempo, denn so um die 3:45 Stunden wollte ich in etwa brauchen. Den Halbmarathon schaffte ich auch genau in 1:52:30, das wär genau im Soll gewesen. Das Problem war aber neben meinem Bauch und dem Seitenstechen die Füße. Ich hatte meine Leichtgewichtschuhe an, aber ich hätt besser gedämpfte Schuhe nehmen sollen, denn die Mischung aus Asphalt und dem Beton hat mich zunehmend zermürbt. Ich spürte schon bald meine Knöchel und mir taten die Füße mehr und mehr weh.
Nach 13 Runden nahm ich mir eine 5-minütige Auszeit und gab noch schnell eine Stuhlprobe ab.
Ab da ging es mir aber auch im Bauch besser. Kluge Entscheidung. Schneller wurde ich aber deswegen nicht. Im Gegenteil, meine Zeiten wurden von Runde zu Runde langsamer. Das Wetter war auch schön schwül. Es war zwar nicht so heiß, aber die Schwüle, die war nicht zu unterschätzen.
Nach zwei Stunden waren plötzlich alle Knastzuschauer verschwunden, aber eine Runde später waren alle wieder da. Achne, ich merkte, dass wir frische Zuschauer bekamen. Das kriegt man wohl auch nicht überall geboten, dass man bei einem Marathon mitten im Rennen neues Publikum bekommt.
Der erste Block musste wieder in ihre Zellen, dafür durfte der nächste Block den Rest des Rennens anschauen. Die Leute hinter den Zäunen blieben aber verschwunden.
Die Verpflegungsstelle war super. Wo kriegt man schon alle 1700 Meter ein reichhaltiges Buffett gestellt und Helfer, die sich darum rissen, einem den Becher in die Hand zu drücken.
'Komm, nimm von mir das Wasser, das ist viel besser, als das von meinem Kollegen, probiers aus'
Auch Cola und Apfelschorle gabs. Dazu noch Bananen und Müsliriegel.
Nach 18 Runden ging es immer weiter bergab mit meiner Konstitution und so hatte ich keinerlei Zeitambitionen mehr. Pfeif drauf. Lauf einfach dein Ding durch und freu dich am Marathon. Ja, freuen ist gar nicht so leicht, wenn die Füße meckern und die Beine schwerer werden. Dazu kam auch immer die gleiche Stelle, die alle Läufer mehr oder weniger fertig gemacht hat. Man lief in Richtung Westen (glaub ich) auf die Knastmauer zu und da stand die Luft drin, das war wie eine Wand vor der Wand und immer öfter musste ich bei diesem Teil eine Gehpause einlegen. Um das Gebäude herum fiel mir alles furchtbar schwer, aber ich war nicht allein. Es gab mal einen Zeitpunkt, da zählte ich an der Stelle 11 Geher, was mich dann aber wieder motivierte weiter zu laufen.
Ich gewöhnte es mir auch an an der Verpflegung Getränke zu nehmen und 100 Meter oder etwas mehr zu gehen.
Runde für Runde lief ich also weiter und mir wurde auch klar, dass ich nicht mal die 4 Stunden schaffen würde. Naja, auch egal.
Der Sprecher im Zielbereich war auch super drauf. Der hat die meiste Zeit geredet und das über 5 Stunden. Über jeden wusste er etwas zu berichten, rief ständig die Namen von den Läufern in die Runde. In seinen Sprechpausen lief prima Musik, ala 'I need a hero', 'we are the Champions' usw.
Mittlerweile war auch schon der Sieger im Ziel und auf seiner letzten Runde hab ich ihm beim entgegen Kommen noch applaudiert. In 2:53 schaffte er die Strecke. Ein weiterer Läufer blieb noch unter 3 Stunden. Aber ich schleppte mich noch brav über die Runden. Aber dennoch geht auch jeder Marathon zu Ende, auch wenn man das nach 35 km noch nicht so recht glauben mag.
Doch irgendwann war ich auf der letzten Runde und lief gemächlich ohne Endspurt ins Ziel. Geschlagene 4:07 Stunden hab ich benötigt. Na, egal. Hauptsache Spaß hats gemacht.
Der Achim Heukemes war natürlich längst im Ziel, blieb dort aber stehen und beglückwünschte jeden einzelnen Finisher. Natürlich wartete er auch auf seine Freundin, die ein paar Minuten nach mir ins Ziel kam.
Nachdem mir die Medaille um den Hals gehängt wurde, ging ich zum Verpflegungszelt und stärkte mich mit etlichen Streuselkuchen und Käsesemmeln, Fleischbrühe. Der Küchenbeauftragte kam kaum nach mit dem Bringen der Semmeln. Wir hatten schließlich alle Kohldampf.
Ich traf im Zelt dann auf meine Laufkollegen aus dem Internet und plauderten über den mehr als gelungenen Lauf.
Jeder trank einen Kaffee, aber erst wurde gefragt, wo denn die Milch sei? Die ist drüben im andern Zelt, müsste man holen..... Also tranken wir den Kaffee eben schwarz. Wir gehen doch nicht freiwillig 5 Meter und wieder zurück???
Einige Knackis saßen mit uns im Zelt und es war schon nett anzusehen, wie sie alle ausgelassen waren und glücklich darüber einen Marathon gelaufen zu haben. Einer sagte immer, dass er es gar nicht glauben kann, dass er jetzt tatsächlich Marathon gelaufen ist. Auch sie hatten alle viel zu erzählen von ihrem Erlebnis.
Das Halloooo steigerte sich noch, als der Küchenmensch mit einem Wagen ankam, wo vier Kästen Bier drauf standen. Sofort stürzte man sich drauf, aber es handelte sich nur um Malzbier. Hätte mich auch ehrlich gewundert, wenn es richtiges Bier gegeben hätte. Aber die Freude war nur kurz getrübt und ratzfatz hatten wir alle ein Malzbier in der Hand.
Einer der Insassen meinte, 'Ich hoffe, ihr seid nächstes Jahr alle wieder dabei.... aber ohne mich, denn ich werd dann nicht mehr da sein' worauf er uns zuprostete und breit grinsend einen tiefen Schluck aus dem Malzbier nahm.
Die Atmosphäre war einfach nur toll, sowas erlebt man nicht in der Anonymität eines Berlin- oder Münchenmarathons.
Nachdem ich mich nun etwas erholt hatte, ging ich zu den Umkleiden, holte meinen Wäschesack und zog mich um.
Schwermütig gingen wir auf den Ausgang zu und mussten das Gefängnis wieder verlassen. Das war schon ein sehr merkwürdiges Gefühl, wieder vor der Tür zu stehen und keine Mauer vor der Nase zu haben.
Ich denke jetzt an die Insassen, für die ab Heute wieder der schwere Alltag in Gefangenschaft abläuft, ein Tag wie der Andere. Aber die Knackis konnten einen aussergewöhnlichen Tag genießen, der für sie einen Hauch von Freiheit hatte.
Doch jetzt hieß es 370 km Heim fahren. Zurück in den Regen.

Das war für mich schon ein sehr intensives Erlebnis und so einen 'beknackten' Marathon, den man auch noch doppelsinnig nehmen kann, würde ich sofort wieder machen.
Es ist auch erstaunlich, was man für das Startgeld von 10 Euro alles geboten bekam. Absolute Vollversorgung, eine Medaille, eine gute Laufmütze, ein T-Shirt, eine DVD von der Marathonaufzeichnung, eine CD mit Fotos und superfreundliche nette Leute, soweit das Auge blickte.

3 Kommentare 19.5.08 09:23, kommentieren

Mal wieder Geocaching

So, jetzt nerv ich euch mal wieder mit einem Geocaching Eintrag.
Der Martin, der Stefan und ich haben in den letzten 10 Tagen 2 Nachtcaches gemacht. Martin und Stefan kennt ihr nicht. Vielleicht doch, wenn ihr in Biessenhofen hin und wieder in die Apotheke geht.

Das war lustig, der Martin und ich verabredeten uns eigentlich für einen brutalen Nachtcache bei uns. Manche brauchen dafür 6 Nächte um ihn zu schaffen und wir wollten nun die erste Nacht machen.
Aber es kam anders. Um 20:45 Uhr rief der Martin aufgeregt an, ob ich das schon gesehen hab?! Ne, was? In Wildpoldsried bei Kempten wurde vor 10 Minuten ein nagelneuer Nachtcache frei geschaltet. Da müssma hin, ich hol dich um 21:15 ab, bis gleich *klick*
Öhm, ja klar ist ok.
Ich ging an den Compi und sah, dass da ein NEW aufleuchtete. Ich hab mir die Beschreibung durchgelesen und gleich mal die Startkoordinaten ins GPS eingegeben, meine Riesenmaglite eingepackt, alles mögliche an Klamotten und 2 Sätze Ersatzbatterien.
Schon kam der Martin angebraust, ich verabschiedete mich schnell von Kerstin, die verwundert guckte, wie ich aufgeregt hin und her wuselte und im Rekordtempo fuhren wir nach Wildpoldsried. Dort wartete schon der Stefan.
Also Sachlage erkundet, es handelt sich um einen Nachtcache. Ach, echt? HiraBira aufgenommen (Ich hab übrigens keine HiraBira, wenn mir einer eine schenken will, immer her damit) So, nun standen wir am Parkplatz und plötzlich wurde die Nacht zum Tag, als wir gleichzeitig die Lichtschwerter zückten.
Wir leuchteten durch die Gegend und ich fand dann auch schon den ersten Reflektor, weit oben in einer Fichte.
Da ich ja keine HiraBira hatte, schickten wir den Martin auf den Baum, dort war ein Hinweis, wo wir hinsollten.
Martin wieder runter vom Baum und wohlgemut gings auf dem Weg weiter.
2 Stationen später kamen wir an eine Kreuzung. Die Arbeit wurde geteilt, jeder hatte so seine eigene Vermutung, was zu tun sei. Ich hatte aber die Richtige In einem Wegweiser war unter der Schildkappe des Rohres ein Blechstück eingeschraubt, das uns sagte, zu welchen Koordinaten wir sollten. Sauber Charly, Schulterklopfer und weiter gings.
Wir kamen an einem steilen Abhang an und sahen dort unten Reflektoren. Zu dritt liefen wir den Abhang runter, zum Teil schön rutschend und kamen an dem Reflektor an. Unten am Baum ein Schild mit dem Wort NIETE. Aaaaaah du Sack, dachten wir uns. Weiter rechts war noch ein Reflektor, diesmal ging aber nur einer hin und tatsächlich stand auch dort das nette Wort NIETE. Noch ein Baum, noch ein Reflektor. Ich ging hin und schließlich schickten wir auch wieder den Martin auf den Baum.
Ahaaaa, sagte er, nehmt euch mal was zum schreiben ich diktiere. N --- I --- E --- T --- E
Wir schauten wahrscheinlich oberblöd aus der Wäsche und Martin freute sich über unser grenzdebiles Geschau. Haha, war nur Spaß und dann las er die Koordinaten vor, die dort angebracht waren.
Welchen Weg nehmen? Den Direkten am Besten. Also rüber über den Stacheldrahtzaun und dann sagte ich, boah 100 Reflektoren da drüben. Wowowo. Achso, das waren nur die Augen der 50 Schafe, die dort grasten. Haha. Ich kann nämlich auch verarschen
Wir überquerten die Wiese und mussten auf einen Berg hochmarschieren. Dort oben leuchteten wir wieder durch die Gegend und fanden einen Reflektor an einer Hütte. Also runter mit uns und schnell gings auch schon wieder weiter.
Die nächsten Stationen fanden wir alle recht schnell, dann hörten wir auf einmal ein paar Jugendliche. Psssst, leise.
Also schlichen wir durch den Wald, aber irgendwie bekamen die mit, dass es da ständig knackte im Gehölz. Totenstille bei der Dorfjugend. Was könnt denn auch nachts um 11 aus dem Wald kommen?
Dann keilten wir uns aus den Bäumen raus und mit einem dreifachen Mahlzeit schritten wir an den Jugendlichen vorbei.
Immer noch totenstille und schon waren wir wieder im Wald verschwunden mit drei wippenden Taschenlampen.
Nun waren wir an einem Weiher und umrundeten ihn halb. Dort, wo es nicht mehr weiter ging, war ein Riiieessssennbaum. Also Martin, hoppigaloppi, rauf mit dir. Und schon war er im Baum verschwunden, immer höher gings. Und dann fand er auch den Hinweis.
Wir sollten 130 Meter nach 230°. Also wieder zurück.
Als wir an der angegebenen Stelle ankamen, dauerte es nicht mehr lang, bis wir uns bäuchlings auf einen Steg legten und darunter nach einer Tupperdose suchten und zack, hatten wir sie auch schon geschnappt.
Der Jubel war groß. Wir gingen zur Straße hoch und trugen uns als Erstes in das jungfräuliche Logbuch ein. Daraufhin gabs erstmal ein Bier und noch mehr gute Laune.
Doch das war noch nicht alles, denn in dem Logbuch konnte man noch Koordinaten rauslesen, die uns zu einem weiteren, einen Bonuscache führte. Dort mussten wir in ein Ablaufrohr krabbeln und dann hatten wir den Bonuscache auch schon in Händen.
Dann krabbelten wir wieder raus aus dem Rohr und unterhielten uns noch ein bisschen über den Erfolg und dass wir die ersten waren, die den Cache machten.
Denn ein FTF, also ein First To Find ist nämlich was Besonderes.
Etwas langsamer fuhren wir schließlich nach 2 1/2 Stunden Heim.

In der Zwischenzeit hab ich selbst noch 10 Caches gelegt. Das ganze hat ein Thema und zwar Kapellen. Dafür hab ich im Ostallgäu an Kapellen in Dörfern einen Cache gelegt. Dazu noch einen Hinweis, um am Schluß an den finalen, letzten Cache zu kommen.
Kaum hatte ich den ersten Cache veröffentlicht, wurde er auch schon geloggt. Von wem? Von Martin natürlich. Er brauchte genau 32 Minuten vom Zeitpunkt, als der Cache online war, bis zum Finden desselben.
*kopfschüttel*
Nachdem noch einige weitere Caches von mir frei geschaltet waren, kam doch tatsächlich einer aus München angefahren und hat ratzfatz 7 FTFs gemacht. Er kam extra deswegen aus München angekarrt. Unglaublich, oder? Klar sind meine Allgäuer Cacherkollegen da nun schon ein bisschen pikiert deswegen. Püh.
Mittlerweile werden die Caches stark frequentiert und das Problem ist jetzt, dass die Dorfbewohner stutzig werden. Zum Beispiel in Oberzell können die Anwohner es gar nicht fassen, dass da alle 2 Stunden ein Auto vor der Kapelle hält, einmal ums Haus rennt, wieder ins Auto steigt und verschwindet. Und die Zuschauer in dem Dorf werden immer mehr und sie wissen nicht, was das jetzt eigentlich soll. Man darf sich ja auch net erwischen lassen, beim Loggen der Dose.
In Hausen kommts sogar vor, dass einer von einem Bauernhof zuschaut, was da für Gestalten rumwuseln, die Geocacher beobachtet und zum Schluß auch noch ein Foto vom Auto macht. Die haben wohl Angst, dass ihre Kapelle in die Luft gejagt wird.
In Hiemenhofen kams zu dem Eintrag: Ein Cacherkollege stellte sein Auto ab, worauf ein Mädchen sagte: Ooommmaaaa da kommt schon wieder einer zum beten. Worauf die halbe Familie auf die Terrasse kam und den armen Cacher beobachtete, der nicht wusste, was er tun soll. Aber ich hab die Dose in weiser Voraussicht in dem nicht einsehbaren Bereich versteckt. Lediglich Kühe können zugucken, aber die petzen nicht.
Jetzt nach dem ersten Schwung kommen die Cacher spärlicher aber regelmäßig zum bergen der Dose und es fällt hoffentlich nicht mehr so auf, wenn mal jemand vor der Kapelle hält.

Ich bin noch nicht fertig. Denn gestern wurde wieder zum Nachtcache gerufen. Martin hat in den letzten Monaten selbst einen Nachtcache ausgetüftelt und den sollten Stefan und ich als Betatester angehen. Das heisst, der Martin geht mit uns mit, verrät aber nix. Und dabei sollen auch noch Fehler und Schwachstellen gefunden werden.
Also trafen wir uns um 21:30 am Bärensee. Nachdem beim letzten Nachtcache Biermangel war, präsentierten wir diesmal jeder je 3 Flaschen Bier. Ähm, so war das dann auch wieder nicht geplant.
Also ran an die Arbeit und in die Gegend geleuchtet.
Aha, ein Reflektor, da gemma hin. Dann durfte ich diesmal die Baumarbeit leisten, denn Martin war ja der Owner des Caches. Ich lieh mir seine HiraBira aus (Ich wünsch mir zum Geburtstag eine HiraBira, kann sie aber gleich brauchen) und krabbelte auf den Baum. Hinweis schnell gefunden und schon gings 100 Schritte in 210° Richtung.
Dort ne Dose gefunden, alles läuft prima.
Dann gabs eine Aufgabe, bei der man sich trennen sollte. Einer ging mit einem Laserpointer, den man mitnehmen sollte auf den linken Weg, ich auf den rechten Weg. Dort an einem Baum war ein Winkel befestigt, wo man den Laserpointer aufsetzen musste. Der rote Punkt zeigte an einen Baum. Dort musste ich hingehen und die Koordinaten zurufen.
Das geschah drei mal, danach führten wir den Weg zusammen fort.
Die weiteren Aufgaben meisterten wir gut. Einmal war geplant, dass man von einem im Wald stehenden Dixiklo (häh) Reflektoren suchen musste. War knapp daneben.
Weiter gings, indem wir einem Bachlauf folgen sollten. Der Bach war schon sehr urig. Kaum Wasser drin und überall hing das Gras rein. So gings kreuz und quer am Bach entlang, bis wir Reflektoren fänden. Die hab ich auch gefunden.
Dort nun ein Hinweis, dass ich mir mit der Schnur und einem Magneten eine Angel bauen solle um auf der andern Seite zu angeln.
Also rüber mit mir, runter in den Bach und geangelt. Da leuchtete plötzlich eine Filmdose im Wasser auf und daran war ein Hufeisen. Das ging ja zackig.
Den Hinweis gelesen und die 'Angel' wieder aufgeräumt.
Nun hatten wir schon ein gutes Stück geschafft, eigentlich warens nur noch 2 Aufgaben, aber die schwersten.
Mitten im Wald war ein zugemooster Sickerschacht, den schoben wir auf und raus kam ein langes Rohr. Das Rohr wurde zerlegt und wir fanden
1. Eine Strickleiter
2. Eine Socke mit einem Stein darin
3. Eine lange Schnur
4. Einen MP3 Player
Oh, ein MP3 Player. Was kommt denn jetzt?

'Hallo Cacher, ich möchte ein Spiel mit dir spielen' Witzelte ich.
Nun mussten wir 4 Lieder anhören und diese Lieder der Position auf dem dazugehörigen Heavy Metal Album zuordnen. Das dauerte aber eewwig, bis ich das hingekriegt hab. In der Zwischenzeit baute Stefan an der Strickleiter herum.
Doch ich kriegte es irgendwann hin mit den Liedern, wir fanden die Koordinaten und es ging mit Sack und Pack und Strickleiter weiter. Da vorne stand ein äusserst mächtiger Nadelbaum vor uns.
Ach....
du....
Scheisse....
mir...
schwant...
böses...
So, da standen wir an dem Baum und wir legten den Kopf weit in den Nacken. Oooooohhhhh ist das hoch. Der erste greifbare Ast war auch schon in über 4 Metern Höhe.
So, hilft nix. Stefan warf die Socke über einen Ast. Daran war natürlich die lange Schnur, daran war die Strickleiter. Das heisst, er versuchte es, verfehlte den Ast und dann sah ich im Dunkeln den Socken auf mich zufliegen. Gerade noch konnte ich die Arme hoch reissen um ihn abzuwehren.
Gelächter
Also nochmal. Diesmal schaffte es Stefan, den Socken über den Ast zu werfen. Es wurde die Schnur und nun die Strickleiter hochgezogen. Hmmmm. Also mir wars bei der ganzen Sache nicht ganz geheuer.
Ich lieh mir wieder eine HiraBira aus (Wann hab ich Geburtstag?) und versuchte die Strickleiter hoch zu eiern. Gar nicht so einfach, unten hängte sich Stefan rein, dass die Leiter nicht so wackelte. Bald hörte die Strickleiter auf und ich musste mich mit allen Kräften an einem dicken Ast hochziehen, schließlich war ich im Baum. Puh. Hartes Stück Arbeit. Aber das war ja erst der Anfang. Martin wäre nicht Martin, wenn er das nicht ein bisschen schwieriger gestalten würde. Also turnte ich jetzt von Ast zu Ast und kam immer weiter nach oben. Ich schätze, dass es so 12 Meter waren, bis ich letztlich oben am Cache angekommen bin. Schwer pustend machte ich die Dose aus der Halterung und trug mich als erster ins Logbuch ein. Geschafft.
Dann ließ ich an der mitgebrachten Schnur den Cache runter, damit sich Stefan auch eintragen kann. Das dauerte aber auch ewig und ich versauerte auf dem Baum. Die Beiden dort unten hatten eine rege Unterhaltung und haben mich wohl längst vergessen. Pffff.
Irgendwann wurde sich wieder an mich erinnert und ich durfte die Tupperdose wieder hoch ziehen und in ihrer Halterung verstauen.
Nun musste ich aber noch den Weg nach unten angehen. Wieder runter von Ast zu Ast, bis ich nur noch die letzten 4 Meter mit Strickleiter und dem letzten Ast hatte. Das war jetzt auch nicht sooooo einfach den richtigen Halt zu finden und auf die Strickleiter zu kommen, doch schließlich befand ich mich auf der wackeligen Strickleiter und hatte bald sicheren Boden unter den Füßen.
Puh, durchschnaufen.
Martin gratulierte uns zu unserem hervorragend gemachten Betatest und dann mussten wir ja wieder alles zurück bringen. Die Strickleiter und alles um es wieder im Rohr zu verstauen.
Dann war es vollbracht und wir köpften noch ein Bier, das wir uns doch wirklich verdient haben.
Als das Bier zur Neige ging, sind wir zurück zum Auto gegangen und haben auch Martin zu dem Nachtcache gratuliert, was ja wirklich eine Heidenarbeit ist. Nicht umsonst dauerte die Umsetzung gute 2 Monate.
Jetzt dürfte der Nachtcache von Martin bald Online gehen und dann können die Nachtschwärmer loslegen.
Schön wars und spannend natürlich.

7 Kommentare 23.5.08 21:45, kommentieren