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Hitzehalbmarathon im Elsaß

Bisschen spät dran mit dem Bericht, weil er schon über eine Woche her ist.
Ausserdem hab ich schon lang nix mehr geschrieben, nicht wahr?
Ich hab kürzlich einen Bericht geschrieben, aber kurz bevor ich ihn veröffentlichen wollte, war alles futsch. Da hatte ich dann erst mal ganz schön einen dicken Hals. Sooo ein langer Bericht und weg. Und nochmal schreiben, dazu konnt ich mich nicht aufraffen.
Also erzähl ich jetzt.

Vor einer Woche war in Molsheim bei Straßburg ein Marathon/Halbmarathon. Ich war noch nicht gemeldet und eigentlich wollte ich ja den Marathon machen. Wieso einen läppischen Halbmarathon machen, wenn auch ein Marathon angeboten wird? Haha.
Aber das Wetter, das Wetter. Die Meteorologen meinten, es wird heiß. Sehr heiß. Bis zu 35°. Also meldete ich mich nur für den Halbmarathon an. Es war aber nicht nur die Hitze die mich abgeschreckt hat, sondern eher die 2 Stunden frühere Startzeit. Und nachdem wir in Colmar Gröhlmar nicht gerade viel Schlaf bekommen, weil während der EM immer ein anderes Land einen Autokorso durch die Stadt macht, haben wir lieber ein bisschen länger im Hotel geschlafen, gemütlich und äusserst ausgiebig gefrühstückt und haben uns zum Bus begeben, der uns zum Start des HM brachte.
Die Marathonläufer waren längst unterwegs und wir sahen beim Fenster des Busses raus und registrierten kopfschüttelnd, dass manche Läufer in wilden Verkleidungen die Strecke liefen. Also ich weiß nicht, ob ich unbedingt als Weinflasche verkleidet bei 35° laufen wolle. Ich glaub eher nicht.
Wir kamen beim HM Start an und warteten im Schatten und amüsierten uns über die zwanghaften Warmläufer. Finden wir ja superwichtig, dass man sich bei einem HM, bei dem man jede Zeitambition vergessen kann noch eine Stunde zuvor warm läuft. Naja, bei vielen ist es auch die Aufregung und die können nicht einfach so im Schatten liegen und auf den Start warten. Wir können das wunderbar.

Nun war der Start, 2 Stunden nach dem Marathonstart und die Horde lief los. Wir liefen ganz als letztes los und überquerten gehend die Startmatte. Bloß it hudla, wie der Allgäuer sagt.
Es war warm, sagte ich das schon? Zunächst gings bergab und bald überholten wir einige Läufer.
Es wurde über elsäßische Dörfer getingelt und es ist immer wieder nett, wie sich die Elsäßer für eine Laufveranstaltung begeistern. Die ganzen Zuschauer sind einfach so herzlich und feuern alle an. Das macht Spaß. Und es wurden viele Duschen von den Anwohnern aufgebaut, die auch viel genutzt wurden.
Das hilft auch richtig gut, den Körper gekühlt zu lassen. Tolle Logik, gell?
Es wurde immer heißer und wir liefen gemächlich weiter. Die Versorgungsstellen nutzten wir immer recht ausgiebig. Es kam schon mal vor, dass wir ganz entspannt 5 Minuten oder länger an der Versorgung standen und Wasser in uns rein schütteten. Nebenbei noch ein paar leckere Müsliriege gemümmelt und ein paar Orangenschnitze und weiter gelaufen.
Irgendwann liefen wir in die Weinberge hinein und das war mal echt hart. Die pralle Sonne haute uns auf den Kopf und nachdem Kerstin schon eine leichte rotfärbung an den Schultern fest stellte, hab ich ihr kurzerhand mein Jamaica-Häß um die Schultern gelegt und bin eben oben ohne gelaufen.
Sonnenbrand hab ich mir zum Glück aber keinen geholt. Hase natürlich auch nicht.
Manchmal gab es an den Versorgungsstellen Elsäßer Wein zu probieren, was ich mir natürlich nicht entgehen lies.
Es gab Stellen in den Weinbergen, da lief vor uns niemand, es lief hinter uns niemand. Gemütlich wurde geschlendert und geratscht. Sich mit Gewalt durch die Weinberge zu jagen war nicht sehr sinnvoll. Natürlich versuchten es doch einige und wir sahen ab der Hälfte immer wieder Leute, die am Straßenrand lagen und medizinisch versorgt werden mussten. Ja, wenn man sich zu viel vornimmt bei solchen Temperaturen, macht ganz schnell der Kreislauf schlapp.
Nach 16 km wurde die Strecke aber wieder flacher und wir konnten entspannt die letzten paar Kilometer laufen. Immer wieder machten wir Gehpausen, liefen wieder los, plauderten mit Mitläufern und kamen dem Ziel näher.
200 Meter vor dem Ziel war ein roter Teppich ausgelegt, auf dem wir ins Ziel liefen in der gigantischen Zeit von 2:36 Stunden. Meine Bestzeit ist eine bescheidene Stunde schneller.
Aber dafür hat es viel Spaß gemacht, trotz Hitze.
Was ich aber schade fand, es gab die Finishermedaille nur für die Marathonläufer. Die hätt ich fei schon ganz gern mitgenommen. Vielleicht hätt ich doch den Marathon laufen sollen? Ja, kurz danach kann man schon wieder eine große Klappe haben, nicht wahr?
Aber dann eben wieder das nächste mal.
Eine Bekannte, die Lizzy berichtete von ihrem Marathon und erzählte von der Hölle im Elsaß. Der Lauf wurde sogar vorzeitig offiziell abgebrochen und man musste wohl auf eigene Verantwortung weiter laufen. Wer das gemacht hat, bekam trotzdem noch die Medaille und das Finishershirt.
Na hoffenltich ist es in 3 Wochen beim Füssen Marathon net so arg heiß, aber der Start ist ja schon um halb 8 in der Frühe.
Was das bedeutets mit der Hitze sieht man auch an den Ergebnislisten.
Wir waren mit unserer Zeit immer noch im ersten Drittel zu finden. Manche Leute haben weit über 3 Stunden benötigt, einige sogar über 4 Stunden und das für 21 km.
Beim Marathon war das auch kurios anzusehen. Gerade mal jeder sechste schaffte die Zeit unter 4 Stunden. Also Bestzeit wird wohl keiner geschafft haben, an diesem kuscheligen Tag.

2 Kommentare 30.6.08 17:36, kommentieren