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Im Holzerwald

Heute war ja ein Traumcachertag.
Es hatte gerade mal 19° und ich hatte zudem auch noch schön Zeit vor der Nachtschicht.
Also auf geocaching.com geguckt und geplant, was ich denn für Caches angehen könnte. Natürlich kenn ich alle Caches, die ich noch machen muss in unserer Gegend auswendig. Ich guck ja jeden Tag drauf.
Diesmal wurden 5 Multicaches auserkoren, die bei Ronsberg in einem superschönen Wald zu machen sind.
Also losgefahren und nach gut 30 km auf einem Parkplatz angekommen.
Bauchtasche angezogen, GPS angeworfen und die Beschreibungszettel eingepackt und schon gings steil nach oben in den Holzerwald.
Es dauerte nicht lang, da musste ich auch schon die Wegpunkte anlaufen und entsprechend Aufgaben lösen.
Ihr kennt doch so Grenzsteine. Werden eigentlich nie beachtet. Die hier schon und das einfach aus dem Grund, dass die inflationär im Wald standen. Alle 20 - 30 Meter stand so ein Grenzstein herum. Links Wald, rechts Abgrund und an der Grenze entlang musste ich einen schönen Weg entlang gehen, der eben markiert war mit uralten Grenzsteinen. Die müssen übrigens schon 200 Jahre oder älter sein, weil die schon 1835 in Geschichtsbüchern erwähnt werden.
Hunderte Meter ging ich so durch den Wald und hatte reichlich gute Laune.
Ich musste so knapp 2 km gehen, löste die letzte Aufgabe und musste nun den ersten Cache suchen. War nicht schwer, denn es war ein 10 Liter Farbeimer, der so offensichtlich getarnt war, dass man ihn gar nicht übersehen konnte.
Also hab ich den Eimer rausgezerrt, mich eingetragen und die Travelbugs getauscht. Ich hatte ein Geländematchboxauto dabei und tauschte es gegen einen kleinen Mini. Wieder ein Mini, ich grinste und tarnte den Eimer wieder.
Sooooo, nun also auf zum zweiten. Ich musste nicht weit gehen und löste nach und nach auf dem Weg die Aufgaben für den nächsten Cache. Keine Probleme und nach einer weiteren Stunde stand ich am zweiten Cache. Aber ich suchte hier schon etwas länger. Plötzlich zwitscherte mein Handy in der Tasche. Hase hat mir eine SMS geschrieben. Ich schrieb zurück und kurz darauf, als brächte mir Kerstin Glück, hab ich den Cache gefunden. Es war ein Zigarrenröhrchen in einer Wurzel versteckt. Name notiert und das Röhrchen wieder zurück gesteckt.
Na geht doch und schon orientierte ich mich zum nächsten Cache.
Das war jetzt eher einer der wilden Sorte.
Es gibt in diesem 400 ha großen Wald eine Stück, das mit Absicht nicht mehr von Förstern oder anderen Arbeitern bearbeitet wird. Der Wald wird so belassen wie er ist und dies wird zu wissenschaftlichen Zwecken beobachtet. Das muss schon ein paar Jahre so gehen, denn über den alten Wegen liegen kreuz und quer schon einige Bäume herum. Riesengroße Buchen, die aus den Latschen gekippt sind. Es sieht manchmal so aus, als würde eine Fichte der Buche erste Hilfe leisten, als läge die Buche mit dem Kopf im Schoße der Fichte. Wilde Bilder. Und ich Depp nehm keinen Fotoapparat mit. Überall auch zerklüftete Felsen, alles wächst zu, wie es grad so vor sich hinwächst. Es sieht einfach wild aus.
Eine Aufgabe war fast schon ein bisschen gruselig. Ich stand mitten in der Wildnis und dann musste ich an eine Stelle und lauschen. Ich hörte aus dem Boden ein BUMP, BUMP, BUMP. Sofort erinnerte mich das an den alten Film 'Die Zeitreise' wo aus dem Boden die Morloks bumperten. Ich musste hier die Pulsschläge zählen, wieviel es pro Minute wären. Ich ging noch näher an die Ursache des Geräusches zu und stand nun genau darüber. Und jetzt fühlte ich auch noch den Puls. Also das war schon etwas unheimlich. Es waren übrigens 73 Schläge pro Minute. BUMP, BUMP, BUMP.
Bald hatte ich alle Aufgaben zusammen und nun konnte ich die nächste Dose suchen. Diesmal eine normale Tupperdose. Nochmal überblickte ich die Gegend und machte mich dann auf den Weg zum vierten Cache. Nochmal vorbei am BUMP, BUMP, BUMP. Ich studierte den Zettel und lief auf guten Wegen und leichten Aufgaben dem Cache entgegen.
Auf dem Weg zur Dose musste ich einen Hang hinauf und dort auf einem schmalen Kamm dem Weg folgen. Auch hier einige Grenzsteine im 25 Meter Rhytmus. Links könnte man wunderbar einen steilen Abhang runter fallen. Rechts gehts nicht ganz so steil runter. Am Ende des Weges hatte ich noch die dritte Option, ich war umgeben von Abgründen. Und hier fand ich an einer viergeteilten Buche den nächsten Cache. Diesmal wars eine Cremedose.
So, nu wieder umdrehen und äusserst konzentriert den Weg zurück verfolgt. Und bald stand ich wieder auf der sicheren Straße.
Dieses war der vierte Streich und 4 Stunden waren mittlerweile auch schon vergangen. Kinders wie die Zeit vergeht, das hab ich gar nicht gemerkt.
Aber es war noch Zeit und so machte ich mich auf den Weg zu den Aufgaben des fünften Caches.
Weil ich hier an einer völlig falschen Stelle war, musste ich die Aufgaben dieses Caches von hinten nach vorne machen.
Ich kam an einer Holzfällerhütte an (Erbaut 1939) und fand einen Brunnen. Ah prima. Durst hab ich ja eh schon lange.
Und das war auch die Ursache für das BUMP, BUMP. Dort unten muss wohl eine Pumpe sein, die das Quellwasser hier hoch pumpte. Also doch nicht so gruselig. Das Wasser war herrlich. Das Haus hatte sogar ein Plumpsklo. Lustig.
Weiter ging die Reise zum Ausgangspunkt und die Aufgaben waren superleicht zu lösen. Als ich an der ersten Aufgabe war, musste ich natürlich wieder umdrehen, nachdem ich die Cachekoordinaten ausgerechnet hatte. Ich kam ja von hinten. Also wieder den ganzen Weg zurück gehoppelt und nach 2 km wieder an der Aufgabe angekommen, die ich doch schon längst gelöst hatte. Nun musste ich nochmal quer durch den Wald und fand mitten im Wald ein Loch. Kreisrund, 15 Meter Durchmesser, 3 Meter tief. Einfach so, zack. Loch. Und mitten in dem Loch stand wieder ein Farbeimer. Also der Cache.
Ich dackelte vorsichtig ins Loch hinunter und konnte den fünften Log des Tages machen.
In dem Cache lag sogar ein Bierkrug. Bloß hatte ich nix entsprechendes zu tauschen dabei. Also hab ich nur meinen Namen ins Logbuch geschrieben.
Auch der Owner rätselt über das Loch, woher das wohl kommt? Meteoriteneinschlag? Hat sich der Boden mal abgesenkt? Fliegerbombe? Ich weiß es auch nicht. Auf jeden Fall ist das vogelwild.
So nun zurück geklettert und jetzt hatte ich Feierabend. Doch ähm, ich muss ja noch zum Auto. Mal aufs GPS gucken, wo das steht. Öha, doch noch 2 km Luftlinie.
Also einen Weg gesucht und losgetrabt.
Irgendwann hörte ich schon Autos, aber ich war noch nicht da. Ich kam an einer Weide raus auf der 25 Teenagerkühe grasten. Ich stieg über den Zaun und ging quer drüber. Eine Teeniekuh erblickte mich und die sind ja furchtbar neugierig. Schlimmer als die Ratschkattl vom Dorf. Also trabte der erste Schumpen auf mich zu. Und was passiert wenn eine losdackelt? Richtig, der Rest schließt sich an, man könnt ja was verpassen. Ich versuchte die Kuhdorfjugend zu ignorieren, aber jetzt fingen die Mädels an zu rennen. Klar, ich war ja auch der einzige Mann auf der Wiese. Alle hatten Glocken um den Hals und kamen auf mich zugesaust. Ja ähm. Ich hab ja weiß Gott keine Angst vor Kühen, aber in dem Fall wurde es mir dann doch anders. Stell dir mal vor es laufen 25 halbhohe Kühe im Schweinsgalopp auf dich zu, alle glotzen dich an und bringen ihre Fliegen mit und du stehst mitten auf der Wiese und kannst nur gucken.
Ich breitete die Arme aus und rief den Kühen zu, dass sie sich schleichen sollen. Aber die waren nicht mal schreckhaft. Die ersten Kühe hatten mich schon erreicht und blieben 50 cm vor mir stehen und schauten mich mit einer irren intelligenz an, die Kühe nunmal so an sich haben. Ich glotzte zurück und wedelte mit den Armen. Keine Reaktion. Hm, ich drehte mich um und lief weiter die Wiese entlang. Drei Schritte später DINGDONGDINGELDIDENGELDONG. Die Kühe schlappten mir nach und eine fing zu traben an, also alle wieder hinterher mit Höllengetöse.
So, jetzt kam ein brillanter Geniestreich von mir, ich lief in die eine Richtung, die Wiese verschwindet hinter Bäumen. Alle Kühe mir hinterher mit DINGELDIDONG. Ein paar überholten mich. Wollten sie mich einkreisen? Dreckspack. Aber nicht mit Charly, dem Kuhflüsterer. Ich drehte abrupt um und lief in die andere Richtung. Die Kühe konnten gar nicht so schnell umdrehen und die meisten haben es eh nicht gepeilt, wo ich hin bin. So stiefelte ich davon und traf..... Einen Wachhund. Eine Bestie. Ein Golden Retrievermischling oder sowas. Er hatte was im Maul. Ein Arm? Nein es war ein dickes Seil. Ist wohl sein Spielzeug. Es war der Wachhund von einem Anwesen, das direkt an der Straße lag, wo ich eigentlich hin wollte. Also näherte ich mich der Bestie und..... streichelte ihn. Ich zog an seinem Seil, er ließ los und ich warf das Seil im hohen Bogen weg. Was macht Hund? Nix. Schaut mich bloß an.
Ich zeig aufs Seil. Nix. Ich zeig nochmal hin, dann watschelte er los und brachte das Seil zurück. Ich wollte es ihm wieder weg nehmen, aber nö, zweimal lässt er das nicht mit sich machen.
Ich unterhielt mich noch ein bisschen mit ihm, auf dem Weg zu dem Anwesen und fragte ihn, ob ich denn durch sein Grundstück laufen dürfe. Er verneinte nicht, also ging ich durch den Garten. Hund hinter mir her und als ich am Zaun ankam, ließ er sich nochmal von mir streicheln. Braver Aufpasshund. Und dann lief ich die restlichen 500 Meter zu meinem Auto.

6 Kommentare 4.7.08 23:12, kommentieren



Nerv

Ich nerv mal wieder mit Geocaching.
Mittlerweile hab ich über 300 Finds. 314 um genau zu sein.
Letzte Woche war ich in Strasbourg beim Statistikcachen
Hat nicht so recht hingehauen, denn auch in Strassbourg gibts Touristen und die Caches sind oft übel gut versteckt.
Ich hab 6 Stück hintereinander NICHT gefunden.
Das ist fei nicht nett. Da zweifelst du an dir selber, was denn da los ist. Mit Blindheit geschlagen? Zu doof zum suchen?
Kurios. Aber dann flutscht es wieder. An der Universität hab ich alle gefunden. Geht doch.
Insgesamt hab ich 14 Caches in Strassbourg gefunden.
Wie kam ich da eigentlich hin? Ein Freund von der Kerstin, der Markus war ein paar Tage bei ihr und er wollt sich die Stadt anschauen. Also sind wir zusammen dort hingefahren und sind dann getrennte Wege gegangen.
Ich bin ja nu wieder für ein paar Tage im Allgäu und hab auch hier noch ein paar Caches zu machen. Nur die Distanzen werden immer länger. Aber in Kempten gibts noch was und noch ziemlich geile Serien in den Bergen. Muss ich machen.
Aber zunächst gings heute Richtung Oberbayern.
Erstmal hoch auf den Auerberg und rein in die Kirche und hoch auf den Turm.
Aber das war auch nicht so leicht, weil ein paar Rentner nicht so schnell konnten. Nebenbei wollte noch eine Frau von oben runter, traute sich aber nicht. Mit guten Ratschlägen von den Rentnern gings dann mit vereinten Kräften.
Also hoch auf den Turm und gewartet bis ich unbeobachtet bin und nach der Dose gesucht und auch gleich gefunden. Ich mach die Dose auf, gehts auch schon los
DONGDONGDONG 12x. Es war genau 12 Uhr Mittags.
Ich also mich eingetragen und dann kam das Mittagsläuten. DONGDENGELDIDONG. Ein Höllenlärm. Ich war ja nur 2 Meter von der Glocke weg.
Wurscht. Ich ging den Turm runter, wieder durch die Kirche und weiter zur nächsten Dose, einen Trampelpfad entlang.
Den auch bald gefunden und dann gings nach Burggen.
Dort musste ich eine Aufgabe lösen, lief in den Wald hinein, ins Naturschutzgebiet und fand die Dose nicht. Meiomei. Ich hab nachgerechnet und eine andere Option probiert, wieder gesucht. Nix gefunden. Mist. Der letzte Eintrag ist von März. Vielleicht isse verschwunden? Denn so schwer war die Rechnung auch wieder nicht.
Nun fuhr ich nach Altenstadt. Da hats Fallschirmspringer und eine Kapelle. Schnell die Dose geloggt und weiter nach Peiting. Da gabs einen netten Multi zu machen. Ich also das Rad ausm Kofferraum und erstmal steil den Berg hoch ein paar hundert Meter. Dort gibts einen Arche Noah Weg. Auf dem ganzen Weg ist aus Schrott die Familie gemacht und alle Viecher, die mit in die Arche kamen. Immer zu zweit. Wissen wir ja alle, gell?
Welche Tiere kamen übrigens nicht in die Arche?
Richtig: Fische
Das war ein hübscher Multi. Die Dose fand ich auch ganz schnell. Da die Strecke fast nur bergauf führte, gings nun SAUS die ganze Strecke zurück bergab.
Nun kam noch Schongau dran. da kommt man ja nicht mehr vorbei, seit die Umgehungsstraße steht.
Ich kann mich kurioserweise an etwas erinnern. 1980 bei den olympischen Winterspielen wurde beim Skilanglauf im Radio gerufen: WO IST BEHLE. Kultkommentar, kennt jeder. Und ich weiß noch genau, wo wir damals mit Eltern standen. Wir waren in Schongau am Bahnhof und Vatta hat irgendwas im Bahnhof gemacht. Und eben da kam der Spruch im Radio vom Behle. Gut, Behle hats verbockt. Nix Medaille. Und an dem Bahnhof kam ich eben vorbei.
Diese Dose war auch ein Multi und ich durfte die Altstadt abklappert. Zunächst gabs aber nen Leberkässemmel und einen Kaffee zum mitnehmen bei der Lidl Bäckerei. Ich weigere mich übrigens Coffee to go zu sagen. Ich bestell auch immer einen Kaffee, mit dem man spazieren gehen kann. Irgendwie müssen die Verkäuferinnen dann immer grinsen.
Wie auch immer. Also mit Leberkäse und Kaffee in Laufklamotten hoch zur Stadtmauer, Türme gesucht und aussen um die Stadtmauer gelatscht. Dann rein in die Altstadt, die äusserst putzig und schön ist und die restlichen Aufgaben gemacht. Es dauerte knapp 40 Minuten, dann stand ich am Final und hab dank Hasengrill sofort die Dose erspäht.
Den Weg zurück fand ich fast nicht mehr. Ich irrte planlos umher, bis ich irgendwo den Berg runter gelaufen bin. Dann warens nur noch 1,5 km bis zum Lidl und damit zum Auto. Und weil ich schon mal da war, gings noch einkaufen. Kühlschrank leer.
Das war wieder ein netter Cachetag und alles war dabei. Von einigen Laufkilometern bis zur kleinen Radtour. Das macht Laune und bald mach ich auch die Serien in den Bergen.
So, jetzt hab ich euch wieder genug gelangweilt

11 Kommentare 18.7.08 22:04, kommentieren

Fußballer sind Supersportler

Ne, natürlich nicht nur die Herrschaften der Bundesliga. Auch in der Kreisklasse gibts die Bewegungshelden, die dem Ball nachrennen.
Heut lauf ich so die Hasenrunde und lauf am Schluß noch am biessenhofener Sportplatz vorbei. Da gibts übrigens seit heute einen neuen Cache. Hab ich mir ausgedacht und gelegt. 'Werbung mach'
Nun denn. Fußball ist ja diiiieee Sportart von Deutschland.
Da war heut auch schwer was los. Die Rot-Gelben spielten gegen die ganz Blauen. Und ein paar Zuschauer gesellten sich auf die Tribüne des Sportplatzes. Ach was sag ich, heisst doch jetzt alles Arena. Also die Biessenhofener V-Markt Arena oder wie auch immer.
Überall standen Autos, möglichst nah am Sportplatz. So eine kleine Straße, wo man eigentlich gar nicht fahren darf, war voll mit Autos. Hui, da rührt sich was. Ich lief also an den 102 Sitzplätzen vorbei (Aufgabe A bei meinem Cache) und vorbei an der Schule. Dort oben ist ein sehr großer Parkplatz, eigentlich sinds ja sogar zwei. Aber dort oben war kein einziges Auto. Nix. Das heisst also, dass die Superfußballer, die Helden der Sportevolution mit dem Auto bis an die Kabine fahren um ja keinen Meter zuviel zu gehen.
Aber ich muss auch einwerfen, dass die Parkplätze dort oben auch mal rappelvoll sind, nämlich dann, wenn Handball ist und die Parkplätze sind ja gleich neben der Halle. Es ist dann aber auch wurscht, ob Parkplätze vorhanden sind, denn es wird dann im Parkverbot geparkt, weil es näher zur Turnhalle ist. Sonst müsste man 10 !!!!!!! Meter mehr gehen. Oder gar 15?
Mir fiel dann noch auf, dass auf den Tennisplätzen (Vier Stück, Aufgabe H in meinem Cache) seit Tagen nicht einmal gespielt wurde. Es liegt nämlich ein Tennisball vor dem Clubhaus und das schon seit Tagen.
Ja, es rührt sich was im Dorf. Wie heisst doch die Initiative von AOK? Deutschland bewegt sich. Das finden die Einwohner Klasse, denn dann müssen sie selber sich nicht bewegen.
Übrigens soll ja in Deutschland jeder vierte Bürger regelmäßig 'joggen' Tja, hm. Unsere Gemeinde hat rund 6000 Einwohner, das wären dann 1250 Einwohner, denen ich auf meinen regelmäßigen Laufrunden ständig begegne. Aber wahrscheinlich bin ich beim Laufen mit meinen Gedanken so versunken, dass ich die 1250 Läuer überhaupt nicht wahr nehme, denn wenn es hoch kommt, entdecke ich bei einem 10 km Lauf um die Gemeinde 5 Läufer. Für die 10 km brauch ich weniger als eine Stunde, Rechne ich jetzt großzügig, dann wären das in einer Woche 800 Begegnungen, wenn ich durchlaufen würde und jeder Läufer nur einmal die Woche laufen würde. Aber dabei müsste ich auch in der Nacht um 3 laufen. Und da ists doch eher ruhig auf der biessenhofener Läuferautobahn.
Ja wo laufen sie denn?

3 Kommentare 20.7.08 20:43, kommentieren

Ein Hoch auf die Atomkraftwerke

Jawohl, die Atomkraftwerke leben hoch. Immer noch besser, als wenn sie hoch GEHEN.
Ach ist es nicht herrlich, wie meine Freunde von der CDU und der CSU so vehement um Laufzeitverlängerungen für die deutschen Atomkraftwerke winseln?
Ohne Atom geht nix. Wir müssen den Energiepreisanstieg bremsen, jawohl. Und was bietet sich da eher an, als das gute alte Atomkraftwerk? Die Kraftwerke sind abbezahlt und kosten den Unternehmer nix. Naja, fast nix. Alles was REW und EON und wie sie alle heissen an Strom durch Atomkraft produzieren, fließt schön sauber in die Unternehmerkasse.
Jetzt, wo die Spritpreise so schön hoch sind, da kommen sie erst recht wieder aus ihren Löchern geschossen und fordern und fordern. Denn man wär ja blöd, wenn man jetzt Atomkraft aufgäbe. Brauchma doch, Energie ist doch teuer, weisch? Und der Bundesbürger nickt und sagt 'Nieder mit den Kraftstoffpreisen, Atom macht Energie billig' Bullshit ist das, völliger Dünnschiß.
Was passiert denn mit der Kohle die die Energieunternehmen den Bundesbürgern abzocken? Ein anderes Wort kann man dafür nicht nennen. Es wird den Aktionären in den weit aufgerissenen Rachen geworfen. Es ist scheißegal, wie hoch die Energiepreise sind, es ist egal, wenn das Faß Öl wieder nur 10 Dollar kosten würde, eine KW/h würde um keinen einzigen Cent sinken. Das lustige ist, die Pappnasen von der Christlich asozialen Union sagen nicht mal das Gegenteil. Die Watschengesichter Huber und Beckstein sagen, dass dann die Energiepreise moderater steigen würden als wie bisher. Jaja, immer schön auf das Kleingeredete horchen.
Ja, Energie ist teuer, ich weiß. Die Spritpreise sind horrend hoch. Aber moment mal. Gibts jetzt eigentlich schon Autos, die mit Brennstäben fahren? Nicht? Was interessiert mich dann, ob ein Atomkraftwerk länger läuft? Mein Auto fährt mit Super, gibts an der JET.
Atom ist ja auch so viel sauberer als Kohlekraftwerke. Ja stimmt, im ersten Moment schon, solange der verbrauchte Atomdreck brav im Salzbergwerk begraben liegt. Bloß blöd, dass der ganze Scheiß gar nicht so sicher ist, wie sie uns glauben lassen wollen. Erschreckende Erkenntnisse kommen direkt aus dem Bergwerk. Der sicher geglaubte Atomkompost drängt an die Aussenwelt und das nicht in 10.000 Jahren, sondern womöglich schon in 40 Jahren. Tja, das wird interessant. Ich kann ja auch nur über diese Rücksichtslosigkeit den Kopf schütteln. Gehen davon aus, dass der Atommüll 10.000 Jahre sicher ist. Dann ist das Jahr 12.008 und der ganze Dreck weltweit drängt an die bis dahin wohl wieder frische Luft. Super mitgedacht.
Aber gut, dass Deutschland die sichersten Atomkraftwerke hat. Immerhin, gell? Wie sicher? Absolut sicher? Ziemlich sicher? Eigentlich sicher? Ich hab mal so einen Blödsinn gelesen, dass in 1000 Jahren nur ein Super GAU passieren kann. Auch wieder so eine lustige Zahl. Wann wäre denn so ein Ereignis angenehm? Och so in 200 Jahren kann ja mal was passieren, das juckt uns ja dann auch nicht sonderlich, da haben sich schon längst die Würmer an uns gütlich getan. Also auch egal.
Ich finds immer wieder gruselig, wenn ich am Atomkraftwerk in Schweinfurt vorbei fahre. Diese arrogante Erhabenheit, die so ein Kraftwerk ausstrahlt und das ich schon aus 40km sehe, macht mir ein äusserst mulmiges Gefühl.
Was die Politiker etwas in Verlegenheit bringt: Ja was ist denn los, wenn ein Flugzeug entführt wird und gezielt auf ein Atomkraftwerk geworfen wird? Ist dieses dann immer noch das Sicherste der Welt? Das Flugzeug prallt dann einfach vom Kraftwerk ab und zerschellt in der nahe gelegenen Wiese. Aber Flugzeugentführungen, sowas ist ja unvorstellbar, ist noch nie passiert und wurde noch nie als Waffe z.B. in Hochhäuser gesemmelt.
Ich finde es ja beeindruckend wie der Bürger schmerzfreier wird, was die Atomkraft angeht. Kürzlich noch war das ein sehr sensibles Thema. Sobald auch nur eine klitzekleine Meldung über ein Atomkraftwerk kommt, bekam man es mit der Angst zu tun. Doch jetzt können schnell mal 30.000 Liter radioaktives Kühlwasser in den Fluß laufen, da kann eine Trafostation brennen, es wird zur Kenntnis genommen und abgehakt. Kein Aufbegehren, nix.
Tschernobyl ist halt auch schon wieder 22 Jahre her. Hat man alles schon vergessen, was das für eine verheerende Katastrophe damals war und sowas kann zu jeder Minute irgendwo auf der Welt wieder passieren, auch in Deutschland.
Schließlich hat der Mensch diese Dinger gebaut, der Mensch überwacht diese Kraftwerke, der Mensch macht aber auch Fehler.
Ich freu mich immer über dieses Argument, dass doch andere Länder auch Atomkraftwerke haben, wenn da eins verreckt, sind wir auch fällig. Ja stimmt. Aber ich fände es immerhin etwas beruhigender, wenn man statt 200 Zeitbomben nur noch 184 davon hätte.
Und Deutschland kann Vorreiter sein und zeigen, dass es auch ohne Atom geht. Die Mittel dazu haben wir. Nirgends auf der Welt wird so in alternative Energien investiert wie in Deutschland und das ist die Energie der Zukunft nicht dieses bescheuerte Atom.

Kürzlich sprach die Erde mit dem Mars.
Sagt der Mars: Du was guckst du denn so betrübt?
Die Erde spricht: Ach, ich bin krank, ich hab Homo Sapiens
Muntert der Mars die Erde auf: Das ist nicht weiter schlimm, das geht bald wieder weg.

3 Kommentare 22.7.08 22:03, kommentieren

Füssen Marathon

Endlich mal wieder Marathon.
Diesmal wieder mein heißgeliebter Marathon in Füssen, der sich jetzt Königsschlösser Romantik Marathon nennt.
Es gab ja Ärger mit dem Festspielhaus, ob der Marathon König Ludwig Marathon heissen darf. Nun wurde wohl der Lauf umgetauft.
Am Vortag, am gestrigen Samstag fand noch ein 10km und ein Halbmarathon statt. Eigentlich hatten wir vor, Kerstin und ich, dass wir zusammen gemütlich 10 km laufen. Aber so gut gings ihr doch nicht mit der Hüfte und langsam 10 km laufen, das geht eigentlich gar nicht. Also ließen wir das bleiben und agierten lieber als Anfeuerer.
Werner und Richard sind dort den HM mitgelaufen, also feuerten wir sie mit Bier in der Hand an. Motiviert bestimmt ungemein. Allerdings wars doch recht frisch und nachdem Kerstin schon 14 km lang gefroren hat, haben wir entschieden, dass wir nicht mehr auf die Zieleinkunft der beiden warteten und sind, nicht ohne vorher noch am Festspielhaus einen Cache zu loggen, Heim gefahren.
Am Sonntag gings auf leeren Straßen nach Füssen in der Früh um 6. Da ist wahrlich nicht viel los auf der B472.
Schnell waren wir dort, trafen uns mit ein paar Bekannten und dann dauerte es auch nicht mehr lang, bis der Start war.
Um 7:30 gingen 920 gemeldete Marathonläufer auf die Strecke.
Raus aus der Stadt und schon wurde der Hopfensee angelaufen. Das Wetter war prima die ersten 2 Stunden, schön kühl und es war bedeckt.
So lief ich gemütlich im 5:40er Schnitt um den See herum und guckte noch nebenbei ein bisschen auf bestimmte Koordinaten. Ihr ahnt es schon, es gibt am Hopfensee einen Cache. Und ich dachte mir, dass, wenn ich in die Nähe des Caches käme, würde ich den schnell suchen. So war es dann auch, gerade mal 20 Meter neben der Laufstrecke wurde eine Dose angezeigt. Ich also ins Gebüsch abgebogen und ziemlich schnell den recht deutlichen Hasengrill gefunden. Äste zur Seite geworfen, Gurkenglas geöffnet, Filmdose auf, Logbuch rausgeschüttelt, Kugelschreiber aktiviert und Name rein geschrieben. Den ganzen Krempel wieder zusammengepackt und wieder versteckt. Das ganze dauerte keine 3 Minuten.
Weiter gings um den Hopfensee herum. Schön schattig bei den ganzen Bäumen, denn mittlerweile kam immer mehr die Sonne zum Vorschein.
Nachdem der Hopfensee 1 1/2 mal umrundet war, schwenkte die ganze Karawane wieder nach Füssen.
In Füssen an der B472 war schließlich auch ein bisschen Verkehrschaos. Die Polizei sperrte die Straße, damit den Läufern auch kein Leid geschieht. Links bis zum Horizont Autos, rechts bis zum Horizont Autos und hinter den Scheiben genervte Autofahrer. Tja, wären se mal lieber mitgelaufen.
Vorbei gings am Musical, den Lech nach oben und nach 21 km stand Kerstin mit Max am Straßenrand.
Eine kleine Kußpause musste natürlich sein und ein kleines Schwätzle, wie es mir geht. Geht scho, ist nett heute.
Ich musste mich wieder verabschieden, war ja grad mal die Hälfte.
Also rüber über die Lechbrücke und nun lief man ein gutes Stück am Forggensee entlang. Auch an einem großen Campingplatz, wo wir einiges an Anfeuerungen bekamen.
So nach 25 km machte es sich aber schon bemerkbar, dass ich das Marathontraining total geschwänzt hab. Denn seit dem 18. Mai im Knast war die längste Strecke der langsame Halbmarathon durch die Weinberge. Sonst war noch ein 19 km Lauf und das wars auch schon. Im Geiste machte ich mir eine Notiz: Ein Marathon ist verdammt lang und man möge doch jeden Marathon ernst nehmen und sich darauf vorbereiten. Ich war halt auf dem Standpunkt, ein Marathon geht immer.
So hatte ich nun mit immer schwerer werdenden Beinen zu kämpfen und die Motivation eine angemessene Zeit zu holen, die hatte ich auch nicht.
Ich gönnte mir an der Verpflegung immer eine ausgiebige Gehpause, trank brav 2 Becher Wasser, Iso, alles was das Buffett hergab und fiel wieder in meinen Lauftritt. Dass der Kilometerschnitt auf über 6 min pro km fiel, war mir ehrlich gesagt wurscht. Es wurde nun aber auch immer wärmer, aber nach 32 km verschwanden wir wieder im Wald um den Schwansee zu umrunden. Achja, da läge auch ein Cache, aber der war dann doch ein gutes Stück von der Laufstrecke entfernt. Ausserdem wusste ich, dass bald noch ein Weizen auf mich wartete.
Nach 36 km wurde ich auch von Alphornbläsern und noch viel wichtiger, von Hase und Max empfangen. Ich bekam ein leckeres Weizen von Max gereicht und dann nahm ich Kerstin mit, dass wir zusammen ein bisschen spazieren gehen könnten. Wir gingen ein gutes Stück Hand in Hand und mit dem Weizen in der Hand die Strecke entlang und nachdem das Weizen leer war, kehrte Kerstin wieder um und ich lief die restliche Strecke zurück nach Füssen. Doch zunächst musste man noch zum Unter- und Mittersee hochlaufen, schließlich an einem Wendepunkt umdrehen und dann gings zur Belohnung noch 1,2 km relativ bergab. Das Ende war natürlich auch bald geschafft und mit meinem langsamsten Marathon beendete ich nach 4:25 Stunden diesen Lauf.
Enttäuscht? Nö, ist doch wurscht. Direkt zum Erdinger Stand gegangen und zwei Bier geholt. Das gönnt man sich doch gern. Ausserdem hatte ich einen höllischen Kohldampf.
Im Ziel fand ich auch meinen Schatz wieder und nun liefen wir zum Bierzelt rüber um einen wunderbaren Leberkässemmel zu futtern und noch einen Kuchen hinterher.
Es wurde noch mit anderen Läufern gefachsimpelt aber bald verließen wir nach der Siegerehrung, bei der ich übrigens nichts gewonnen hatte den schönen Lauf.

Schön wars wieder in Füssen und nächstes mal klappts bestimmt, dass Kerstin den Marathon auch mitlaufen kann.
Und was haben wir noch gelernt? Immer schön auf so einen langen Lauf hintrainieren, denn es nicht bloooooß ein Marathon.

10 Kommentare 27.7.08 17:48, kommentieren