Weltkulturerbelauf Bamberg

Ach isses doch schön, das Bamberch. Es ist die Stadt der Liebe, die Stadt, die Weltkulturerbe ist und die Stadt, in der ich meinen Schatz zum ersten mal geküsst hab.
Und eben in dieser Stadt findet alle 2 Jahre der Weltkulturerbelauf statt.
Schon vor 9 Monaten haben wir uns dafür angemeldet. Das musste auch sein, weil der Lauf ganz schnell ausgebucht ist. Angeboten wird der Halbmarathon, den wir natürlich gemacht haben, dann noch ein 10,9 km Lauf und ein 4,4 km Lauf. Insgesamt sind es etwa 10.000 gemeldete Teilnehmer, da wird’s aber voll in der fränggischen Stadt.
Wir haben uns gegen halb 10 Uhr auf den Weg gemacht. Wir sind nämlich momentan bei den Haseneltern untergebracht und hatten von hier aus einen Weg von nur 70 km zu machen.
Um 10:40 waren wir da und haben unser Auto beim P+R Parkplatz abgestellt. Dann gings mit dem Bus in die Innenstadt.
Überall war gewusel. Und wir suchten hier die Startnummernausgabe. Und dann suchten wir die Startnummernausgabe. Die Startnummernausgabe haben wir auch noch gesucht. Naja, als wir sie nicht fanden, haben wir uns mal bei der Organisation durchgefragt.
Ja, wo gibt’s denn die Startnummern?
Ja, de gibt’s undn am Hofn, an da Wieland Halln.
Ähm, geht da ein Bus hin oder so?
Ja, heid ned, aber gestern is a Shuttle Bus do gfohrn
Des is ach alles in der Bambercher Zeitung gstandn
Kerstin ist dann völlig genervt abgedreht und hat sich nur gedacht, danke fürs Gespräch, das hilft uns jetzt weiter, dass gestern der Bus gefahren ist.
Die Startnummernausgabe war nur bis 12 Uhr, langsam hats pressiert. Was tun? Der Hafen ist ein gutes Stück weg, also haben wir uns ein Taxi gerufen. Das Taxi kam auch schon nach 2 Minuten. Wo wir denn hinwollen? Zur Wieland-Halle. Fahrer schaut uns an und meint dann: Wo issn die?
Kerstin guckt und fragt, ob das nicht üblich ist, dass Taxifahrer sich auskennen in der Stadt? Naja, wir haben ihm dann eben den Weg zur Halle gewiesen und ihm gesagt, er soll in einer halben Stunde wieder da sein, was auch prima geklappt hat. Wir holten uns die Startnummern und bekamen auch ein Shirt, in leuchtendem Gelbgrün. Schick.
Hase kaufte sich noch ein paar Laufschuhe und dann gings mit dem Taxifahrer wieder in Richtung Innenstadt. Aber da mittlerweile die Stadt abgeriegelt war, mussten wir ein gutes Stück früher aussteigen.
Nun gingen wir noch ins Hofcafé und frühstückten. Ja, Frühstück gibrs da bis 17 Uhr, ist ja schließlich eine Studentenstadt.
Anschließend suchten wir unsere Bekannten auf. Der Peter wohnt direkt in der Innenstadt in einer superschönen Altbauwohnung. Kerstin und ich sprachen immer kichernd von der Hartz 4 Bruchbude. Was natürlich ironisch gemeint war. Hui, die Wohnung ist ein Traum.
Hier konnten wir uns umziehen und lauffertig machen.
Gegen 14:45 Uhr sind wir alle zum Start gepilgert. Gut, dass ich meine Sonnenbrille aufhatte, denn ein Drittel hatte das leuchtend grüne Laufshirt an.
Noch ein bisschen haben wir vor uns hingegrinst und uns über den genialen Tag gefreut mit Superwetter und dann war auch bald der Start. Prima, man musste durch zwei Tore durch, was den Vorteil hatte, dass sich das Feld gleich entzerrte.
Wir liefen von fast ganz hinten los, sollte ja auf keinen Fall ein Lauf auf Zeit werden, sondern ein Grinselauf durch unser Bamberch, in dem alles angefangen hat. Wir hatten nicht mal eine Uhr dabei.
Nach 2 km kam auch schon der erste Berg und wer Bamberg kennt, der weiß auch, dass es da ganz schön in die Hügel geht. Hier sind schon viele Leute gegangen, aber wir liefen schön den Berg hoch, wir sind ja alte Semurer, die vor Bergen gar keine Angst haben, pah, da sind wir anderes gewöhnt.
Schön war der Weg, der über Kies nach oben führte. Die Sonne brutzelte uns aufs Haupt, aber heiß wars eigentlich nicht.
Wir erklommen den Hügel und dann führte die Strecke wieder nach unten. War man unten, wars wieder Zeit nach oben zu laufen. Denn Bamberg ist ja auch wie Rom auf sieben Hügeln gebaut worden und die wurden uns auch von der Streckenführung gezeigt.
Nach oben überholten wir immer richtig viele Leute, was uns natürlich schön motivierte und einen Tick schneller laufen ließ. Bergab mussten die Knie dafür immer ganz schön leiden.
Beim fünften Anstieg erklommen wir den höchsten Punkt der Strecke, wir liefen in eine Burg hinein. Allerdings staute es sich da, es war etwas eng, hinzu kam, dass die Verpflegungsstelle dort oben war. Die Verpflegungsstelle war auch recht üppig ausstaffiert, mit ähm, Wasser. Ja, das wars auch schon wieder.
Von nun an gings bergab, etliche Höhenmeter ratterten wir in die Stadt hinab. Die Aussicht auf Bamberg von hier oben war gigantisch. Ich war mächtig beeindruckt von dieser Stadt. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Stadt ein Weltkulturerbe ist.
Unten angekommen wurde wieder etwas durch die Stadt gelaufen, woraufhin wir dann in den Hain geleitet wurden. Der Hain ist ein riesiger Park, der zwischen Regnitz und Main-Donau-Kanal eingebettet ist. Kilometerlang liefen wir durch den Hain an der Regnitz entlang, dann kam eine Wendung, dann liefen wir dem Kanal nach. Und dann kam auch unser Bänkchen in Sicht. Das ist unsere Bank, weil wir uns dort an der Stelle vor 21 Monaten zum ersten mal geküsst haben. Und auch heute legten wir eine Kusspause an dieser Stelle ein. Unsere Bank war aber leider besetzt. Grinsend liefen wir weiter.
Erzählte ich schon, dass wir massenweise Läufer überholten? Wir hatten mittlerweile 12 km hinter uns und einige machten schon Gehpausen. Am Berg ist das ja noch nachvollziehbar, aber im Flachen? Im Schatten?
Naja, uns geht’s gut, wir gehen nicht. Der Hain war nun zu Ende und man lief am Kanalufer auf der rechten Seite weiter. Die Strecke war asphaltiert und recht flach. Da lässt es sich prima überholen. An einem Busch legte ich eine Pinkelpause ein und dann heizte ich der Kerstin hinterher, die natürlich weitergelaufen ist. Mit einer 4:30er Pace bin ich dahin gerast. Ich überholte die Läufer mit einem Affentempo und bekam auch die verwunderten Blicke der Läufer mit, bis ich auch schnell wieder zu Kerstin aufgeschlossen habe.
Bei km 17 wurden wir wieder in die Stadt gelotst und dann kam auch schon eine ausserplanmäßige Versorgungsstation mit Rauchbierradler. Natürlich gönnten wir uns einen Becher davon. Das war aber auch lecker. Aber noch mal zurück laufen und noch einen Becher holen, soviel Lust hatten wir dann auch nicht.
Kreuz und quer liefen wir nun durch die alte Stadt, auf Kopfsteinpflaster und um Häuserecken. Viele hübsche Gassen bekamen wir noch zu sehen. Bei km 19 kam man am Dom mit dem Domplatz vorbei, nachdem noch eine Steigung gemeistert wurde.
Dann war es nicht mehr weit, der 20. Kilometer erschien. Hier wurde die Straße großzügig abgesperrt, dass man ungehindert durch das Spalier der vielen Zuschauer laufen konnte. Sehr viele Zuschauer jubelten den Läufern zu und wir genossen den langen Zieleinlauf. Kerstin und ich nahmen uns an den Händen und liefen gemeinsam durch das Ziel.
2:10 Stunden haben wir benötigt. Wir stärkten uns auf dem großen Platz mit Bananen und Erdinger Alkoholfrei und holten uns noch für unseren Gutschein ‚Kloß mit Soß’ ab. Die Soß war im Kloß. Das war recht witzig.
Als wir auf die Ergebnisliste guckten, stellten wir fest, dass Kerstin gar nicht drauf stand und wir nehmen an, dass dadurch, dass wir zusammen durch das Zeitnahmetor liefen, sie nicht erfasst wurde. Das ist schon arg ärgerlich. Mit Champion Chip wär das nicht passiert.
Nun war es an der Zeit, dass wir zum Peter gingen. Dort wurden von allen die Zeiten verglichen, sich gegenseitig versichert, wie gut die Zeiten sind und dass das Profil doch recht schwierig ist, aber wunder- wunder- wunderschön ist. Und das kann ich auch gern bestätigen. Ich glaube kaum, dass es einen schöneren Halbmarathon gibt, als diesen in Bamberch.
Nachdem wir geduscht hatten, sind wir kollektiv ins Hofbräu und haben ordentlich gefuttert. Für mich gabs eine gegrillte Rauchbierhaxe mit Kloß und Kraut. So ein richtiges leichtes Essen für den gesundheitsbewussten Läufer von Heute. Dazu noch 2 Schlenkerla Rauchbiere und die Welt war noch viel mehr in Ordnung.
Alle machten wir einen recht müden Eindruck, also machten wir uns auf den Weg zurück.
Schön war, dass wir in Peters Wohnung übernachten konnten, so konnten wir am heutigen Montag noch schön Shoppen gehen. Bevor wir jedoch den Schlaf der Sieger schliefen, präsentierte Peter mir aber seine Grappa Sammlung. Hätte er nicht arbeiten müssen, wäre das womöglich sehr gefährlich geworden. Denn noch etliche Grappas wollten probiert werden. Doch die Vernunft hat gesiegt und schwer ließen Hase und ich uns schließlich aufs Sofa fallen.
Schön wars in Bamberg. Schade, dass dieser Lauf nur alle 2 Jahre statt findet und hoffentlich klappt es auch in 2009 mit dem Lauf, dann sind wir gern wieder dabei, beim Weltkulturerbelauf im Mai.

7.5.07 22:13

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hase / Website (7.5.07 22:31)
Schöööner Bericht
Ich freu mich immer noch total über diesen schöööönen *quietsch* Lauf, den wir da zusammen erleben durften, mein Charly
Und was meinen nicht erfassten Namen betrifft - schau mal, was Manu dazu für einen Kommentar in meinem Blog geschrieben hat


Manu / Website (8.5.07 09:54)
Witzisch, erst den einen, dann den anderen bericht zu lesen. Hase hat den Kloß mit Soß nicht erwähnt, hmm... lecker...ich steh' ja manchmal auch auf sowas deftiges. Das glaubt Stefan dann immer nicht, weil ich ja normalerweise so gesundheitsbewusst und fettarm esse - aber ab und zu pressierts, dann darfs auch mal Spanferkel sein. Obwohl mir die arme Sau dann gleich wieder Leid tut!:-)
Viel Glück Euch beiden nun für Würzbursch, dann ist ja mal Schluss mit Paarlauf und der Turtelei! :-)
Gruß
Manu


Lizzy / Website (8.5.07 23:16)
nur alle zwei Jahre? - da muss wohl langsam eine etwas langfristigere Planung her ;-)


freerunner (9.5.07 13:36)
Cool, zwei Berichte zu einem gemeinsamen Erlebnis.
Macht aber Spaß, das mal so zu lesen.
Jetzt warte ich auf Euren nächsten Bericht, der wieder im Wechsel geschrieben ist. Das war nämlich auch klasse zu lesen.

Liebe Grüsse
Max

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