10 km von Kempten

Es gibt wieder etwas von einem Wettkampf zu berichten.
Gut, viele Wettkämpfe warens ja nicht dieses Jahr. Zwei gingen mir ja durch die Lappen, weil ich mir eine halbe Stunde vor dem Start zum Zugspitzarenalauf den Fuß verknackst hab. Damit ging mir auch der heißgeliebte König Ludwig Marathon flöten. Naja. Pech.

Nach dem Desaster von Immenstadt, wo ich ja elendig vor die Hunde ging und ich mich mit über 50 Minuten ins Ziel schleppte, war ich jetzt viel besser vorbereitet. Klar hatte ich nicht die Höchstform, aber ich fühlte mich recht gut. Eine Zeit von unter 45 Minuten sollte ich doch hinkriegen?!
Zunächst klingelte aber der Wecker schneite es aber heftig im Ostallgäu. Fette Flocken fielen vom Himmel.
Ja Mahlzeit, das kann ja was abgeben. Und dafür hab ich trainiert? Nützt ja nix.
Und so fuhr ich nach Kempten und Hase sagte noch. Hasenmann, da ist doch diese Wettergrenze zwischen Ost- und Oberallgäu. Wirst schon sehen, da liegt gar kein Schnee in Kempten. Na wenn Hase das sagt, dann wirds schon so sein.
Ich fuhr also nach Kempten und tatsächlich, ohne Scheiß, in Kempten lag kein neuer Schnee, nö. Sogar die Sonne schien ein bisschen vor sich hin. Tja, Kerstin weiß das als alteingesessene Allgäuerin
Ich hab also meine Startnummer geholt und mich warm gemacht. Da traf ich auch auf Werner und Richard. Die auch mitlaufen würden.
Also noch zusammen warm gelaufen und über Zeitziele gefachsimpelt und dann stellte man sich auch schon bald zum Start auf. Knapp 1000 Leute sollten auf die Strecke gehen. Ganz schön eng an der Iller entlang.
Der Startschuß fiel pünktlich um 13:30 Uhr und los ging die Hatz nach Minuten. Ein bisschen eng wars schon am Anfang, aber ich hab trotzdem einen guten Ausgangsplatz gefunden. Kaum Herrschaften, die meinen mit Zielzeit 1:10 Stunden ganz vorne neben Dr.Miksch stehen zu müssen, der locker in 35 Minuten den Lauf abspult.
Nach dem erste Kilometer hatte ich eine 4:30 stehen. Voll im Soll, würde ich jeden Kilometer so laufen, wäre das eine 45 er Zeit. Ich hatte aber meine Demut gewonnen für die Strecke und hielt mein Tempo im Zaum, obwohl ich mich gut fühlte. Auch 10 km können lang sein.
Es war meist flach, dennoch führte die Strecke auch dreimal unter eine Brücke, die dann aussenrum hoch gelaufen wurde. Das waren nunmal Steigungen. Dort war auch das nördliche Ende der Strecke erreicht. Auf der andern Seite der Brücke lief man wieder hinab und schon gings zurück auf der anderen Seite der Iller. Dort wurde auch wieder eine Brücke überquert und schon hatte man eine Runde geschafft.
Mir gings nach der ersten Runde sehr gut und mit einem Schnitt von 4:28 lief ich in die zweite Runde. Bald kam km 4 und nach km 5 war auch schon die Hälfte geschafft. Ich dachte an Immenstadt von vor 4 Wochen, wo ich am liebsten stehen geblieben wäre und freute mich, dass es mir gut ging.
Wieder hoch zur Brücke, diese überqueren, zurück.
Ich dachte mir, ich will nicht überrundet werden von den Spitzenläufern, die bald hinter mir auftauchen müssten. Aber ich schaffte das selbst auferlegte Ziel. Die Sieger hab ich nicht gesehen.
Schon war ich auf der dritten Runde und soooo leichtfüßig war ich dann doch nicht mehr, aber egal, es waren die letzten 3,4 km, da geht nicht mehr viel schief. Ich drehte immer an meinem Hasenring herum und dachte an meinen Schatz, dass sie jetzt ja auch bestimmt an mich denkt und das half mir auch das letzte mal die Brücke hoch.
Komisch, war die Steigung in den ersten beiden Runden auch so steil? Kam mir vorher irgendwie flacher vor. Aber ich glaub jetzt nicht wirklich, dass so ein böses Bauunternehmen schnell die Straße steiler gemacht hat. Rüber über die Brücke, runter von der Brücke und nur noch 1,6 km. Jetzt kann ich noch alles aus mir raus holen, jetzt is eh scho wurscht. So schaffte ich sogar den 9. Kilometer in 4:20 und freute mich, dass ich noch soviel Kraft hatte, aber nur bis ich 9,3 km hatte, denn dann war es vorbei mit der Herrlichkeit, das gute alte Laktat machte mir einen Strich durch die Rechnung und die Beine wurden wie Blei. Aber was solls, immerhin 7 km später als vor vier Wochen und so schleppte ich mich weiter die Strecke entlang und war fasziniert davon, dass ich plötzlich so im Eimer war. Nicht mehr lange, rüber über die Fußgängerbrücke nochmal am Zuschauerspalier vorbei gestapft und den 10. Kilometer in 4:43 vergeigt. Ziel? Nö. Nix Ziel. Das Ziel ließ noch 120 Meter auf sich warten und so kam ich nach 45:25 selbstgestoppten Minuten ins Ziel. Ich legte mich erstmal quer über eine Absperrgitter und war erledigt. So hing ich eine Weile darüber um nach einer schöpferischen Pause schließlich aus dem Zielbereich zu wanken.
Halbwegs zufrieden mit dem Ergebnis traf ich schließlich wieder auf Werner und Richard die auch ganz zufrieden waren mit ihrem Lauf. So wurde noch ein bisschen geplaudert und über das Laufjahr 2008 geredet und dann haben wir uns verabschiedet.

Ich fuhr aber noch nicht Heim, ich hatte noch Zeit und hab noch ein paar Caches in Kempten gesucht und gefunden. Mittlerweile hab ich schon 29 Stück gefunden, davon vier Stück heute. Ich hatte 8 Caches in meinem GPS gespeichert, aber die andern 4 ließ ich bleiben.
Bei einem Cache musste ich mich ganz schön gedulden, ich hab ihn zwar raffiniert getarnt gefunden, aber ich konnte ihn nicht heben, weil eine Frau mit Kind auf der Brücke 'Schnee in die Iller werfen' gespielt hat. So stand ich blöd mit meinem Block und einem Kugelschreiber herum und bewunderte die Statik der 'nagelneuen Kemptener Golden Gate Bridge' Als Mutti mit Kind wieder eine Schneeschaufel voll in die Iller warf, konnte ich den Cache holen, gemütlich rein schreiben, dass ich da war und musste aber wieder ewig warten, bis das Kind wieder eine Schaufel voll in die Iller warf. Blödsinnigerweise kamen noch zwei jüngere Leute des Weges und betrachteten die Statik der Brücke. Hmmmmm, auch Cacherkollegen? Demonstrativ guckte ich auf mein GPS um eventuellen Cacherkollegen subtil zu verstehen geben, dass ich auch vom Fach bin, aber einer guckte nur mal kurz her und beide verschwanden wieder. Nun konnte ich endlich wieder den Cache an seine Stelle heften und meines Weges ziehen.

So, das war dann also der letzte Eintrag für dieses Jahr.
Es steht ein spannendes neues Jahr bevor und das wird prima. Wir werden es erleben.
Ich wünsche euch allen ein gutes Neues Jahr 2008, dass alle eure Wünsche und Vorhaben in Erfüllung gehen.
Und nächstes Jahr an Silvester hab ich auch keine Nachtschicht

31.12.07 22:24

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bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mik (1.1.08 07:34)
Dir auch ein gesundes Jahr 2008 mit vielen in Erfüllung gehenden Wünschen.


Charly / Website (1.1.08 10:20)
Echt, du hast nächstes Jahr an Silvester keine Nachtschicht, das weißt du jetzt schon?
Schööön, kömma feiern
Oder hast du am 1. Januar Frühschicht?

Der Lauf in Kempten war eine tolle Leistung, und ich wünsch dir ein wunderschönes 2008 mit deinem Hasen und ganz vielen neuen Bestzeiten!


Hase / Website (1.1.08 10:21)
Öhm - das war ich


Hasenmama (1.1.08 15:26)
Glückwunsch Charly zu deinem tollen Lauf - tja, wenn du Silvester frei hast, können wir ja tatsächlich mal wieder eine Party planen :-)))
Alles Gute für Dich
Hasenmama


Lizzy / Website (1.1.08 17:04)
Die Zeit finde ich für nen Winterlauf ziemlich gut - Glückwunsch! Aber trotzdem habe ich den Verdacht, dass du von deiner Häsin irgendwann schnöde abgehängt wirst. Rein läuferisch, versteht sich ...

Läufst du eigentlich wieder den Ottobrunner 6-Stunden-Lauf mit? (ich übrigens nicht, wäre momentan zu viel für mich)


Charly / Website (1.1.08 17:24)
Ja, wahrscheinlich hab ich frei an Silvester und Neujahr.
Dann machma Party )

In Ottobrunn laufen, weiss ich nocht gar nicht. Passt irgendwie gar nicht in meinen Plan rein. Mal sehen. Aber eher nicht. Ich will mich voll auf den Marathon in Freiburg konzentrieren


Hase / Website (1.1.08 19:26)
Lizzy, du bist süß. Und ich will auch ehrlich nicht mehr tiefstapeln, wirklich nicht, ich will es zumindest versuchen.
Aber ich, Charly abhängen? Nee, echt nicht, nie im Leben. Da bin ich einfach nur realistisch.
Charly hat eine HM-Bestzeit von 1:36 !!!
Muss ich noch mehr sagen?


Richard (5.1.08 16:39)
Hey Charly,
im Bericht der Allgäuer Zeitung hast es
ja vorne links auf´s Foto geschafft!
Bei mir sieht man nur die Stirn.

Grüße

Richard


Manu / Website (9.1.08 20:47)
Autsch, verpasst und nun bin ich extrem spät dran, aber zu der 45er Zeit muss ich noch gratulieren. Das ist doch ein versöhnlicher Jahresabschluss gewesen, und jetzt sind wir ja schon mitten drin im neuen Jahr! :-)
Gruß von
Manu

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