Mal wieder Geocaching

So, jetzt nerv ich euch mal wieder mit einem Geocaching Eintrag.
Der Martin, der Stefan und ich haben in den letzten 10 Tagen 2 Nachtcaches gemacht. Martin und Stefan kennt ihr nicht. Vielleicht doch, wenn ihr in Biessenhofen hin und wieder in die Apotheke geht.

Das war lustig, der Martin und ich verabredeten uns eigentlich für einen brutalen Nachtcache bei uns. Manche brauchen dafür 6 Nächte um ihn zu schaffen und wir wollten nun die erste Nacht machen.
Aber es kam anders. Um 20:45 Uhr rief der Martin aufgeregt an, ob ich das schon gesehen hab?! Ne, was? In Wildpoldsried bei Kempten wurde vor 10 Minuten ein nagelneuer Nachtcache frei geschaltet. Da müssma hin, ich hol dich um 21:15 ab, bis gleich *klick*
Öhm, ja klar ist ok.
Ich ging an den Compi und sah, dass da ein NEW aufleuchtete. Ich hab mir die Beschreibung durchgelesen und gleich mal die Startkoordinaten ins GPS eingegeben, meine Riesenmaglite eingepackt, alles mögliche an Klamotten und 2 Sätze Ersatzbatterien.
Schon kam der Martin angebraust, ich verabschiedete mich schnell von Kerstin, die verwundert guckte, wie ich aufgeregt hin und her wuselte und im Rekordtempo fuhren wir nach Wildpoldsried. Dort wartete schon der Stefan.
Also Sachlage erkundet, es handelt sich um einen Nachtcache. Ach, echt? HiraBira aufgenommen (Ich hab übrigens keine HiraBira, wenn mir einer eine schenken will, immer her damit) So, nun standen wir am Parkplatz und plötzlich wurde die Nacht zum Tag, als wir gleichzeitig die Lichtschwerter zückten.
Wir leuchteten durch die Gegend und ich fand dann auch schon den ersten Reflektor, weit oben in einer Fichte.
Da ich ja keine HiraBira hatte, schickten wir den Martin auf den Baum, dort war ein Hinweis, wo wir hinsollten.
Martin wieder runter vom Baum und wohlgemut gings auf dem Weg weiter.
2 Stationen später kamen wir an eine Kreuzung. Die Arbeit wurde geteilt, jeder hatte so seine eigene Vermutung, was zu tun sei. Ich hatte aber die Richtige In einem Wegweiser war unter der Schildkappe des Rohres ein Blechstück eingeschraubt, das uns sagte, zu welchen Koordinaten wir sollten. Sauber Charly, Schulterklopfer und weiter gings.
Wir kamen an einem steilen Abhang an und sahen dort unten Reflektoren. Zu dritt liefen wir den Abhang runter, zum Teil schön rutschend und kamen an dem Reflektor an. Unten am Baum ein Schild mit dem Wort NIETE. Aaaaaah du Sack, dachten wir uns. Weiter rechts war noch ein Reflektor, diesmal ging aber nur einer hin und tatsächlich stand auch dort das nette Wort NIETE. Noch ein Baum, noch ein Reflektor. Ich ging hin und schließlich schickten wir auch wieder den Martin auf den Baum.
Ahaaaa, sagte er, nehmt euch mal was zum schreiben ich diktiere. N --- I --- E --- T --- E
Wir schauten wahrscheinlich oberblöd aus der Wäsche und Martin freute sich über unser grenzdebiles Geschau. Haha, war nur Spaß und dann las er die Koordinaten vor, die dort angebracht waren.
Welchen Weg nehmen? Den Direkten am Besten. Also rüber über den Stacheldrahtzaun und dann sagte ich, boah 100 Reflektoren da drüben. Wowowo. Achso, das waren nur die Augen der 50 Schafe, die dort grasten. Haha. Ich kann nämlich auch verarschen
Wir überquerten die Wiese und mussten auf einen Berg hochmarschieren. Dort oben leuchteten wir wieder durch die Gegend und fanden einen Reflektor an einer Hütte. Also runter mit uns und schnell gings auch schon wieder weiter.
Die nächsten Stationen fanden wir alle recht schnell, dann hörten wir auf einmal ein paar Jugendliche. Psssst, leise.
Also schlichen wir durch den Wald, aber irgendwie bekamen die mit, dass es da ständig knackte im Gehölz. Totenstille bei der Dorfjugend. Was könnt denn auch nachts um 11 aus dem Wald kommen?
Dann keilten wir uns aus den Bäumen raus und mit einem dreifachen Mahlzeit schritten wir an den Jugendlichen vorbei.
Immer noch totenstille und schon waren wir wieder im Wald verschwunden mit drei wippenden Taschenlampen.
Nun waren wir an einem Weiher und umrundeten ihn halb. Dort, wo es nicht mehr weiter ging, war ein Riiieessssennbaum. Also Martin, hoppigaloppi, rauf mit dir. Und schon war er im Baum verschwunden, immer höher gings. Und dann fand er auch den Hinweis.
Wir sollten 130 Meter nach 230°. Also wieder zurück.
Als wir an der angegebenen Stelle ankamen, dauerte es nicht mehr lang, bis wir uns bäuchlings auf einen Steg legten und darunter nach einer Tupperdose suchten und zack, hatten wir sie auch schon geschnappt.
Der Jubel war groß. Wir gingen zur Straße hoch und trugen uns als Erstes in das jungfräuliche Logbuch ein. Daraufhin gabs erstmal ein Bier und noch mehr gute Laune.
Doch das war noch nicht alles, denn in dem Logbuch konnte man noch Koordinaten rauslesen, die uns zu einem weiteren, einen Bonuscache führte. Dort mussten wir in ein Ablaufrohr krabbeln und dann hatten wir den Bonuscache auch schon in Händen.
Dann krabbelten wir wieder raus aus dem Rohr und unterhielten uns noch ein bisschen über den Erfolg und dass wir die ersten waren, die den Cache machten.
Denn ein FTF, also ein First To Find ist nämlich was Besonderes.
Etwas langsamer fuhren wir schließlich nach 2 1/2 Stunden Heim.

In der Zwischenzeit hab ich selbst noch 10 Caches gelegt. Das ganze hat ein Thema und zwar Kapellen. Dafür hab ich im Ostallgäu an Kapellen in Dörfern einen Cache gelegt. Dazu noch einen Hinweis, um am Schluß an den finalen, letzten Cache zu kommen.
Kaum hatte ich den ersten Cache veröffentlicht, wurde er auch schon geloggt. Von wem? Von Martin natürlich. Er brauchte genau 32 Minuten vom Zeitpunkt, als der Cache online war, bis zum Finden desselben.
*kopfschüttel*
Nachdem noch einige weitere Caches von mir frei geschaltet waren, kam doch tatsächlich einer aus München angefahren und hat ratzfatz 7 FTFs gemacht. Er kam extra deswegen aus München angekarrt. Unglaublich, oder? Klar sind meine Allgäuer Cacherkollegen da nun schon ein bisschen pikiert deswegen. Püh.
Mittlerweile werden die Caches stark frequentiert und das Problem ist jetzt, dass die Dorfbewohner stutzig werden. Zum Beispiel in Oberzell können die Anwohner es gar nicht fassen, dass da alle 2 Stunden ein Auto vor der Kapelle hält, einmal ums Haus rennt, wieder ins Auto steigt und verschwindet. Und die Zuschauer in dem Dorf werden immer mehr und sie wissen nicht, was das jetzt eigentlich soll. Man darf sich ja auch net erwischen lassen, beim Loggen der Dose.
In Hausen kommts sogar vor, dass einer von einem Bauernhof zuschaut, was da für Gestalten rumwuseln, die Geocacher beobachtet und zum Schluß auch noch ein Foto vom Auto macht. Die haben wohl Angst, dass ihre Kapelle in die Luft gejagt wird.
In Hiemenhofen kams zu dem Eintrag: Ein Cacherkollege stellte sein Auto ab, worauf ein Mädchen sagte: Ooommmaaaa da kommt schon wieder einer zum beten. Worauf die halbe Familie auf die Terrasse kam und den armen Cacher beobachtete, der nicht wusste, was er tun soll. Aber ich hab die Dose in weiser Voraussicht in dem nicht einsehbaren Bereich versteckt. Lediglich Kühe können zugucken, aber die petzen nicht.
Jetzt nach dem ersten Schwung kommen die Cacher spärlicher aber regelmäßig zum bergen der Dose und es fällt hoffentlich nicht mehr so auf, wenn mal jemand vor der Kapelle hält.

Ich bin noch nicht fertig. Denn gestern wurde wieder zum Nachtcache gerufen. Martin hat in den letzten Monaten selbst einen Nachtcache ausgetüftelt und den sollten Stefan und ich als Betatester angehen. Das heisst, der Martin geht mit uns mit, verrät aber nix. Und dabei sollen auch noch Fehler und Schwachstellen gefunden werden.
Also trafen wir uns um 21:30 am Bärensee. Nachdem beim letzten Nachtcache Biermangel war, präsentierten wir diesmal jeder je 3 Flaschen Bier. Ähm, so war das dann auch wieder nicht geplant.
Also ran an die Arbeit und in die Gegend geleuchtet.
Aha, ein Reflektor, da gemma hin. Dann durfte ich diesmal die Baumarbeit leisten, denn Martin war ja der Owner des Caches. Ich lieh mir seine HiraBira aus (Ich wünsch mir zum Geburtstag eine HiraBira, kann sie aber gleich brauchen) und krabbelte auf den Baum. Hinweis schnell gefunden und schon gings 100 Schritte in 210° Richtung.
Dort ne Dose gefunden, alles läuft prima.
Dann gabs eine Aufgabe, bei der man sich trennen sollte. Einer ging mit einem Laserpointer, den man mitnehmen sollte auf den linken Weg, ich auf den rechten Weg. Dort an einem Baum war ein Winkel befestigt, wo man den Laserpointer aufsetzen musste. Der rote Punkt zeigte an einen Baum. Dort musste ich hingehen und die Koordinaten zurufen.
Das geschah drei mal, danach führten wir den Weg zusammen fort.
Die weiteren Aufgaben meisterten wir gut. Einmal war geplant, dass man von einem im Wald stehenden Dixiklo (häh) Reflektoren suchen musste. War knapp daneben.
Weiter gings, indem wir einem Bachlauf folgen sollten. Der Bach war schon sehr urig. Kaum Wasser drin und überall hing das Gras rein. So gings kreuz und quer am Bach entlang, bis wir Reflektoren fänden. Die hab ich auch gefunden.
Dort nun ein Hinweis, dass ich mir mit der Schnur und einem Magneten eine Angel bauen solle um auf der andern Seite zu angeln.
Also rüber mit mir, runter in den Bach und geangelt. Da leuchtete plötzlich eine Filmdose im Wasser auf und daran war ein Hufeisen. Das ging ja zackig.
Den Hinweis gelesen und die 'Angel' wieder aufgeräumt.
Nun hatten wir schon ein gutes Stück geschafft, eigentlich warens nur noch 2 Aufgaben, aber die schwersten.
Mitten im Wald war ein zugemooster Sickerschacht, den schoben wir auf und raus kam ein langes Rohr. Das Rohr wurde zerlegt und wir fanden
1. Eine Strickleiter
2. Eine Socke mit einem Stein darin
3. Eine lange Schnur
4. Einen MP3 Player
Oh, ein MP3 Player. Was kommt denn jetzt?

'Hallo Cacher, ich möchte ein Spiel mit dir spielen' Witzelte ich.
Nun mussten wir 4 Lieder anhören und diese Lieder der Position auf dem dazugehörigen Heavy Metal Album zuordnen. Das dauerte aber eewwig, bis ich das hingekriegt hab. In der Zwischenzeit baute Stefan an der Strickleiter herum.
Doch ich kriegte es irgendwann hin mit den Liedern, wir fanden die Koordinaten und es ging mit Sack und Pack und Strickleiter weiter. Da vorne stand ein äusserst mächtiger Nadelbaum vor uns.
Ach....
du....
Scheisse....
mir...
schwant...
böses...
So, da standen wir an dem Baum und wir legten den Kopf weit in den Nacken. Oooooohhhhh ist das hoch. Der erste greifbare Ast war auch schon in über 4 Metern Höhe.
So, hilft nix. Stefan warf die Socke über einen Ast. Daran war natürlich die lange Schnur, daran war die Strickleiter. Das heisst, er versuchte es, verfehlte den Ast und dann sah ich im Dunkeln den Socken auf mich zufliegen. Gerade noch konnte ich die Arme hoch reissen um ihn abzuwehren.
Gelächter
Also nochmal. Diesmal schaffte es Stefan, den Socken über den Ast zu werfen. Es wurde die Schnur und nun die Strickleiter hochgezogen. Hmmmm. Also mir wars bei der ganzen Sache nicht ganz geheuer.
Ich lieh mir wieder eine HiraBira aus (Wann hab ich Geburtstag?) und versuchte die Strickleiter hoch zu eiern. Gar nicht so einfach, unten hängte sich Stefan rein, dass die Leiter nicht so wackelte. Bald hörte die Strickleiter auf und ich musste mich mit allen Kräften an einem dicken Ast hochziehen, schließlich war ich im Baum. Puh. Hartes Stück Arbeit. Aber das war ja erst der Anfang. Martin wäre nicht Martin, wenn er das nicht ein bisschen schwieriger gestalten würde. Also turnte ich jetzt von Ast zu Ast und kam immer weiter nach oben. Ich schätze, dass es so 12 Meter waren, bis ich letztlich oben am Cache angekommen bin. Schwer pustend machte ich die Dose aus der Halterung und trug mich als erster ins Logbuch ein. Geschafft.
Dann ließ ich an der mitgebrachten Schnur den Cache runter, damit sich Stefan auch eintragen kann. Das dauerte aber auch ewig und ich versauerte auf dem Baum. Die Beiden dort unten hatten eine rege Unterhaltung und haben mich wohl längst vergessen. Pffff.
Irgendwann wurde sich wieder an mich erinnert und ich durfte die Tupperdose wieder hoch ziehen und in ihrer Halterung verstauen.
Nun musste ich aber noch den Weg nach unten angehen. Wieder runter von Ast zu Ast, bis ich nur noch die letzten 4 Meter mit Strickleiter und dem letzten Ast hatte. Das war jetzt auch nicht sooooo einfach den richtigen Halt zu finden und auf die Strickleiter zu kommen, doch schließlich befand ich mich auf der wackeligen Strickleiter und hatte bald sicheren Boden unter den Füßen.
Puh, durchschnaufen.
Martin gratulierte uns zu unserem hervorragend gemachten Betatest und dann mussten wir ja wieder alles zurück bringen. Die Strickleiter und alles um es wieder im Rohr zu verstauen.
Dann war es vollbracht und wir köpften noch ein Bier, das wir uns doch wirklich verdient haben.
Als das Bier zur Neige ging, sind wir zurück zum Auto gegangen und haben auch Martin zu dem Nachtcache gratuliert, was ja wirklich eine Heidenarbeit ist. Nicht umsonst dauerte die Umsetzung gute 2 Monate.
Jetzt dürfte der Nachtcache von Martin bald Online gehen und dann können die Nachtschwärmer loslegen.
Schön wars und spannend natürlich.

23.5.08 21:45

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bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Werner (23.5.08 22:00)
*kopfschüttel*


Hasenmama (23.5.08 22:18)
Hallo Charly, ich kann mich dem "Kopfschütteln" nur anschließen. Schickst du diese blogs eigentlich auch Niko?
Ciao, bis hoffentlich bald!


Charly (23.5.08 23:24)
*mitschüttel*

Hallo Hasenmama, Ich kann ihm den Bericht zuschicken, klar.
Grüßle ins Frankenland.


Sepp (OberpfalzLäufer) (23.5.08 23:45)
Ich find das "Geocachen" total spannend.
Habe es noch nicht getan.
Aber drei Ziele sind schon gespeichert in meinem Garmin, wenn ich mal Zeit habe mache ich eben einen Crosslauf.


Anja / Website (24.5.08 06:18)
Ich hab ja schon mal gesagt, dass ich auch schon geocachen war - aber so abenteuerliche Sachen hab ich nie gemacht. Muss ich fast auch schon den Kopf schütteln. Aber dass Du als Läufer nicht im Besitz einer HiraBira bist - pfttttt. Viel Spaß noch Ihr Energiebündel.


Charly (24.5.08 20:25)
Dann such mal schön Sepp. Ich bin ja gespannt, obs dir dann gefällt und du dran bleibst. Das wär prima

Jo Anja. Hast du schon gemacht :D weiß scho.
Schenkst mir eine HiraBira? :D

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