Füssen Marathon

Endlich mal wieder Marathon.
Diesmal wieder mein heißgeliebter Marathon in Füssen, der sich jetzt Königsschlösser Romantik Marathon nennt.
Es gab ja Ärger mit dem Festspielhaus, ob der Marathon König Ludwig Marathon heissen darf. Nun wurde wohl der Lauf umgetauft.
Am Vortag, am gestrigen Samstag fand noch ein 10km und ein Halbmarathon statt. Eigentlich hatten wir vor, Kerstin und ich, dass wir zusammen gemütlich 10 km laufen. Aber so gut gings ihr doch nicht mit der Hüfte und langsam 10 km laufen, das geht eigentlich gar nicht. Also ließen wir das bleiben und agierten lieber als Anfeuerer.
Werner und Richard sind dort den HM mitgelaufen, also feuerten wir sie mit Bier in der Hand an. Motiviert bestimmt ungemein. Allerdings wars doch recht frisch und nachdem Kerstin schon 14 km lang gefroren hat, haben wir entschieden, dass wir nicht mehr auf die Zieleinkunft der beiden warteten und sind, nicht ohne vorher noch am Festspielhaus einen Cache zu loggen, Heim gefahren.
Am Sonntag gings auf leeren Straßen nach Füssen in der Früh um 6. Da ist wahrlich nicht viel los auf der B472.
Schnell waren wir dort, trafen uns mit ein paar Bekannten und dann dauerte es auch nicht mehr lang, bis der Start war.
Um 7:30 gingen 920 gemeldete Marathonläufer auf die Strecke.
Raus aus der Stadt und schon wurde der Hopfensee angelaufen. Das Wetter war prima die ersten 2 Stunden, schön kühl und es war bedeckt.
So lief ich gemütlich im 5:40er Schnitt um den See herum und guckte noch nebenbei ein bisschen auf bestimmte Koordinaten. Ihr ahnt es schon, es gibt am Hopfensee einen Cache. Und ich dachte mir, dass, wenn ich in die Nähe des Caches käme, würde ich den schnell suchen. So war es dann auch, gerade mal 20 Meter neben der Laufstrecke wurde eine Dose angezeigt. Ich also ins Gebüsch abgebogen und ziemlich schnell den recht deutlichen Hasengrill gefunden. Äste zur Seite geworfen, Gurkenglas geöffnet, Filmdose auf, Logbuch rausgeschüttelt, Kugelschreiber aktiviert und Name rein geschrieben. Den ganzen Krempel wieder zusammengepackt und wieder versteckt. Das ganze dauerte keine 3 Minuten.
Weiter gings um den Hopfensee herum. Schön schattig bei den ganzen Bäumen, denn mittlerweile kam immer mehr die Sonne zum Vorschein.
Nachdem der Hopfensee 1 1/2 mal umrundet war, schwenkte die ganze Karawane wieder nach Füssen.
In Füssen an der B472 war schließlich auch ein bisschen Verkehrschaos. Die Polizei sperrte die Straße, damit den Läufern auch kein Leid geschieht. Links bis zum Horizont Autos, rechts bis zum Horizont Autos und hinter den Scheiben genervte Autofahrer. Tja, wären se mal lieber mitgelaufen.
Vorbei gings am Musical, den Lech nach oben und nach 21 km stand Kerstin mit Max am Straßenrand.
Eine kleine Kußpause musste natürlich sein und ein kleines Schwätzle, wie es mir geht. Geht scho, ist nett heute.
Ich musste mich wieder verabschieden, war ja grad mal die Hälfte.
Also rüber über die Lechbrücke und nun lief man ein gutes Stück am Forggensee entlang. Auch an einem großen Campingplatz, wo wir einiges an Anfeuerungen bekamen.
So nach 25 km machte es sich aber schon bemerkbar, dass ich das Marathontraining total geschwänzt hab. Denn seit dem 18. Mai im Knast war die längste Strecke der langsame Halbmarathon durch die Weinberge. Sonst war noch ein 19 km Lauf und das wars auch schon. Im Geiste machte ich mir eine Notiz: Ein Marathon ist verdammt lang und man möge doch jeden Marathon ernst nehmen und sich darauf vorbereiten. Ich war halt auf dem Standpunkt, ein Marathon geht immer.
So hatte ich nun mit immer schwerer werdenden Beinen zu kämpfen und die Motivation eine angemessene Zeit zu holen, die hatte ich auch nicht.
Ich gönnte mir an der Verpflegung immer eine ausgiebige Gehpause, trank brav 2 Becher Wasser, Iso, alles was das Buffett hergab und fiel wieder in meinen Lauftritt. Dass der Kilometerschnitt auf über 6 min pro km fiel, war mir ehrlich gesagt wurscht. Es wurde nun aber auch immer wärmer, aber nach 32 km verschwanden wir wieder im Wald um den Schwansee zu umrunden. Achja, da läge auch ein Cache, aber der war dann doch ein gutes Stück von der Laufstrecke entfernt. Ausserdem wusste ich, dass bald noch ein Weizen auf mich wartete.
Nach 36 km wurde ich auch von Alphornbläsern und noch viel wichtiger, von Hase und Max empfangen. Ich bekam ein leckeres Weizen von Max gereicht und dann nahm ich Kerstin mit, dass wir zusammen ein bisschen spazieren gehen könnten. Wir gingen ein gutes Stück Hand in Hand und mit dem Weizen in der Hand die Strecke entlang und nachdem das Weizen leer war, kehrte Kerstin wieder um und ich lief die restliche Strecke zurück nach Füssen. Doch zunächst musste man noch zum Unter- und Mittersee hochlaufen, schließlich an einem Wendepunkt umdrehen und dann gings zur Belohnung noch 1,2 km relativ bergab. Das Ende war natürlich auch bald geschafft und mit meinem langsamsten Marathon beendete ich nach 4:25 Stunden diesen Lauf.
Enttäuscht? Nö, ist doch wurscht. Direkt zum Erdinger Stand gegangen und zwei Bier geholt. Das gönnt man sich doch gern. Ausserdem hatte ich einen höllischen Kohldampf.
Im Ziel fand ich auch meinen Schatz wieder und nun liefen wir zum Bierzelt rüber um einen wunderbaren Leberkässemmel zu futtern und noch einen Kuchen hinterher.
Es wurde noch mit anderen Läufern gefachsimpelt aber bald verließen wir nach der Siegerehrung, bei der ich übrigens nichts gewonnen hatte den schönen Lauf.

Schön wars wieder in Füssen und nächstes mal klappts bestimmt, dass Kerstin den Marathon auch mitlaufen kann.
Und was haben wir noch gelernt? Immer schön auf so einen langen Lauf hintrainieren, denn es nicht bloooooß ein Marathon.

27.7.08 17:48

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bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hase / Website (27.7.08 17:59)
So glei. Hast nix gewonnen bei der Siegerehrung?
Na dann komm mal her, dann kriegst du von mir eine ganz persönliche, auf dich zugeschnittene Siegerehrung


Charly / Website (27.7.08 18:11)
Schööööön
Hab ich ja doch den Hauptpreis


Anja / Website (27.7.08 19:07)
Du nimmst es wie immer mit Humor, das ist gut. Aber so cool, einen Cache während eines Marathon zu heben, muss man mal sein.


Werner (27.7.08 19:27)
Also des mit dem Cache.....Spar ich mir mal nen Kommentar
Dachte weiss Gott was sei passiert nachdem ich in der Ergebnissliste die 4h26min gelesen hab, daweil hat der Charly nur Caches gesucht und sich nen Paar Weizen gegönnt.

Charly, dein Ehrgeiz lässt zu wünschen über !


Uli / Website (28.7.08 10:05)
Charly, Charly, was ist denn das für eine Einstellung zum Sport? So geht das aber nicht! Ich bin enttäuscht von Dir :-)

Aber ich gestehe, man läuft mit der Zeit Gefahr, in einen Größenwahn zu verfallen, wenn man hunderte Marathons und schlimmeres er- und überlebt hat. Dann nimmt man so ein Läufchen nicht mehr ernst und peng - es kommt die Quittung. Aber mit Deiner Einstellung, das nicht zu ernst zu nehmen, hast Du's ja noch gut hingebogen.
Glückwunsch zum Finish (und zum Cache heben).

Grüße (auch an die Radfahrerin - wo bleibt der Bericht?)

Uli


José / Website (28.7.08 11:28)
Hammer. Caches suchen beim Marathonlaufen! Gratulation zum Hauptpreis


Charly (28.7.08 19:17)
Ja stimmt, es braucht mal wieder einen Tritt in den Hintern. Also vorbei ist bald die Zeit des Rumblödelns und es muss wieder trainiert werden.
Heut bin ich schon mal wieder mit dem Hasenrad gefahren. Kerstin noch überhaupt nicht. Keine Zeit.
Dann fahr eben ich


HASENMAMA (29.7.08 09:56)
Oh Charly, kannst du mir meine Kommentar-Nachlässigkeit noch einmal verzeihen!
Aber erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Einstellung! bis bald


Charly (30.7.08 09:53)
Natürlich Hasenmama
Liebe Grüsse nach Franken

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