200 Tage hintereinander

Hallo
Ich bins mal wieder.
Frei nach Peter Cornelius aus 'Du entschuidige i kenn di': Du host a scho long nix mehr von dir hörn lossn.
Naja, wenig Zeit gehabt. Am Wochenende waren wir im superschönen Freiburg, dort bin ich an der Dreisam entlang gelaufen. Da wimmelts aber auch von Läufern. Für mich wär die Strecke nix, ich muss da immer Jogger jagen spielen und cool überholen.
Wie gesagt, Freiburg ist schön. Ich frag mich bloß warum Hamburg und München sich einbilden die schönste Stadt Deutschlands zu sein?!
Mittlerweile sind wir wieder in Frankreich und auch hier bin ich natürlich gelaufen. War aber recht unspektakulär. Was ich so an Kilometern gelaufen bin, das steht ja in der Kilometerliste 2006 drin, dazu muss man hier rechts bloß drauf klicken.

Heute also bin ich den 200. Tag am Stück gelaufen. Sicher könnte man sagen, ach da muss man doch bloß 1,6 km am Tag laufen, aber so einfach ist das dann doch nicht. Sicher ist es einfach zu laufen wenn reichlich Zeit vorhanden ist. Aber ich muss ja auch nach der 12- Stundenschicht noch laufen, zudem auch am Tag nach einem Wettkampf, was besonders viel Spaß macht, wenn alles weh tut und man gar nicht vom Fleck kommt. Das macht dann das Streaken aus. Auch wenn mal was weh tut, dann gönnt man sich auch keine Laufpause, so bin ich ja auch in den vergangenen Tagen auch mit einer Wadenzerrung gelaufen, oder mit anderen Blessürchen. Da musst du durch oder die Serie reissen lassen. Ich hab mich für 'Durchkommen' entschieden.
Mal sehen, wie lang die Serie noch dauern wird, denn momentan gehts mir auch ziemlich gut. Also kein Grund aufzuhören.

Zur Feier des Tages hab ich heute einen 30 km Lauf gemacht. Dazu bin ich bei schönem, warmen Wetter die Allee entlang gelaufen, dort hab ich mein Shirt ausgezogen und bin oben ohne gelaufen. Ist doch gleich noch angenehmer. Zwei Wasserflaschen hatte ich noch dabei, die brauchte ich aber auch unbedingt.
Ich hab versucht möglichst im Marathontempo zu laufen, naja, eigentlich war ich ein bisschen schneller. Pro km so bei 5:15 - 5:30 das war eigentlich recht zügig.
Ich lief in Villenotte nach Juilly, von dort aus nach Souhey. Danach kam ich an einer Hauptstrasse raus, die lief ich entlang, dann in ein anderes Kaff und irgendwann kam ich am canal de Bourgogne an. Dem folgte ich ein paar Kilometer. Hier war alle 300 Meter eine Schleuse, da werden die Schiffe ja Spaß haben, wenn sie alle paar Meter in die Schleuse müssen.
Mittlerweile hatte ich 15 km auf dem Tacho und überlegte, ob ich umdrehen sollte, oder noch bis in dieses Dorf dort vorne rein laufe. Vielleicht kann ich mich dort neu an den Schildern orientieren. Ich lief in das Dorf rein, das Pouligny hieß. Ich sah ein Schild das mir sagte, (seit wann können Schilder sprechen?) ok, das mir zeigte dass es nach Semur 10 km wären, ah prima, kann ich noch bis zur Kreuzung weiter laufen. Hier sah ich das Schild, dass es nach Flavigny 5 km sind. Dort hoch ist Hase bei einem 33 km Lauf mal hochgesaust. Ich schüttelte den Kopf und drehte lieber um.
Ich folgte wieder der Strasse und am Ende des Dorfes sah ich so was von frustrierendes: Die Strasse führte schnurgerade geradeaus, immer weiter und weiter bis zum Horizont. Aber das war nicht genug, es ging auch in Wellen immer weiter nach oben. Auweia, aber da muss ich jetzt durch. Ich lief also bei km 18 in die Steigung hinein und sah lieber nicht so oft zum Horizont. Ich dachte an Kerstin, dass sie die Strecke ja auch gelaufen ist. Das geht ganz schön auf die Moral. Bei km 19 war ich irgendwie immer noch nicht weiter, vor mir die Steigung und die Strasse die bis zum Ende der Welt führte. Bei km 20 konnte ich dann doch fest stellen, dass mir das Ende näher kam und nach 21 km kam noch eine Steigung, bei der ich meine Arme von mir streckte und vom Lauf- in den Gehschritt überwechselte, ich konnte nicht mehr. Nochmal kam eine Welle, ich lief wieder, aber an der letzten Steigung bei km 22 musste ich das letzte Stück wieder gehen.
Oben angkommen gönnte ich mir die Zeit zurück zu schauen und sah weit weg das Dorf. Ne, das war hart.
Von nun an gings bergab, aber auch das war keine richtige Erholung. Bald führte eine Straße wieder nach Juilly, nun hatte ich nur noch 6 km vor mir. Ich konnte mittlerweile auch wieder schneller laufen. Hinter Juilly kam Villenotte und kurz darauf die Allee. Hier zog ich mein Shirt wieder an und lief die Allee hinauf. Aber weil ich am Ende der Allee erst 28 km hatte, hab ich noch eine Schleife durch Semur gezogen, aber dann lief ich nach 30,2 km in den Raucherpark hinein und setzte mich erstmal ziemlich platt auf die Bank, bevor ich in den Hasenstall zurück taumelte.

2:48:10
30,2 km
Sonne 24°
GT-2100

3.5.06 19:57

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hasenmama (3.5.06 21:02)
Also Charly, die Strecke nach Flavigny habe ich mir genau angeguckt - die ist glatter Mord - Ihr beiden habt echt eine Meise!!!! Trotzdem - oder gerade deswegen: Respekt....

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