Halbmarathon in Weilheim

Als ich das letzte mal in Weilheim war, war ich mit Mutti vor Gericht. Neiiin, ich hab sie nicht vor Gericht geschleppt. Sie war Zeuge bei einem Autounfall, da war ich 11 Jahre alt.
Aber das ist lang her, mittlerweile gibts hier Halbmarathon zu laufen.
Ganz früh aufstehen heisst das.
Um halb 9 war ich in Weilheim und die Stadt war total im Nebel versunken. Den Läufern war das recht.
Ich holte mein Startzeuchs, dann bin ich wieder zum Auto und hab mich dann irgendwo in Richtung Schule warm gelaufen.
Dann drehte ich um, zog mich nochmal um und dann gings auch schon zum Startplatz.
Ich war diesmal so frei und hab mich recht weit vorne aufgestellt. Das war auch ganz ok so, ich hatte nicht das Gefühl, dass ich im Weg war oder dass ich übermäßig überholt wurde.
Achja, davor war ja noch der Startschuß.
Los ging der Lauf, erstmal leicht bergab, dann schon bald hinaus aus Weilheim. Das Wetter war einfach gut zu laufen. Es hatte vielleicht so um die 13° und Sonne kommt da keine raus, die ist weiter oben.
Schon bald war ich am ersten km. Ist das nicht herrlich, wenn jeder Kilometer markiert ist? Da erinner ich mich doch mit Grausen an den Dijon 'HM'.
Es lief ganz gut bei mir und nun liefen wir an der Ammer entlang, ein gut zu laufender Kiesweg. Gut, ein bisschen rutschten die Füße hin und her, aber schlimm wars nicht.
Der km 3 war in 4:03 erledigt, aber das glaubte ich nicht ganz. Ich hatte recht, denn der nächste km war erst 4:53 später. Naja, dann passt das ja wieder. Ein Läufer fragte mich, wielange wir schon unterwegs seien. Ich sagte es ihm, er hatte nämlich keine Uhr dabei.
Er und noch ein Läufer sind nebeneinander gelaufen, ich hatte mal 30 Meter Rückstand und Gegenwind war auch noch. Da dachte ich mir, wenn ich mich näher hin bringe, dann kann ich im Windschatten laufen und könnt ein bisschen Kraft sparen. Also kämpfte ich mich heran und konnte dann hinter den Beiden im Windschatten laufen. Ein paar Kilometer ging das gut, aber dann wurde der Typ, der die Zeit wissen wollte schneller, der andere aber langsamer, also überholte ich ihn und versuchte am anderen dran zu bleiben, aber nö, das schaffte ich nicht. Schade, musste ich wieder nach meinem Gefühl laufen. Die Kilometer machte ich so in 4:25 - 4:30, eigentlich schön regelmäßig.
Wir liefen durch ein Dorf, kreuz und quer durch die Straßen und hier waren sogar ein paar Zuschauer. Die meiste Zeit waren wir aber alle alleine an der Ammer. Da verirrt sich natürlich kein Zuschauer hin.
Dann bei km 14 gings ein bisschen Trailig dahin. Ein Feldweg, der nicht sonderlich eben war, da merkte ich, dass ich hier ein bisschen langsamer laufe. Wieder lief ich auf einen Läufer auf, der hätte sich fast verlaufen. Dann merkte er, dass ich geradeaus laufe, daraufhin sagte er, dass er jetzt wohl besser seine Brille aufsetzt, weil er nix sieht
Hin und wieder war es ein bisschen hügelig, aber meist war es doch schön flach. Einmal musste man einen Berg hochlaufen, da war man dann an der Bundesstraße, hinten gings gleich wieder runter. Kraft kostete es allemal.
Mittlerweile waren 16 km geschafft. Ich rechnete so vor mich hin und dachte mir, das haut schon hin mit der Bestzeit, aber viel unterbieten werd ich die wohl nicht.
Dann kam die Versorgungsstelle bei km 18, da trank ich noch ein bisschen Wasser und kurz darauf *DENGEL* spürte ich schlagartig, dass ich völlig kaputt war. Ich war völlig ausser Atem und platt. Was ist denn jetzt los? Gehts noch? Aber jetzt werd ich doch wohl nicht kürzer treten, die letzten Kilometer waren eh schon immer ein wenig langsamer. Aber zum Glück war die Schwächephase nur ein paar hundert Meter lang, dann lief es wieder ganz gut.
Nach 19 km überholte mich ein Kollege und sprach mich an mit 'Charly'? Ich bejahte, dann kannte ich ihn auch. Es war der Heumann Richard, der erst kürzlich bei mir im Tagebuch vorbei geschaut hat und aus der Nachbarstadt kommt.
Wir 'unterhielten' uns kurz.
'Hi, ich bin der Richard'
'Jo, weiß'
'Das dauerte jetzt aber, bis ich dich eingholt hatte'
'Jo'
'Wie schauts aus? Wirds eine Bestzeit?'
'knapp' Mehr brachte ich nicht raus.
'Ja dann, bis gleich' sprachs und Richard entfernte sich von mir.
Kurz dachte ich daran, mich hinzuhängen, aber das packte ich nicht mehr. Nur noch 2 km, dann ist der Unsinn bald vorbei.
Nun kamen wir in Weilheim an, dann ist ja auch schon alles egal, alles rausgeholt aus dem Körper, die Zuschauer genossen und dann war auch schon bald der Zieleinlauf in Sicht. Ich guckte nun ständig auf die Uhr und im Ziel hatte ich dann eine Zeit von 1:36:39 (Selbergestoppt 1:36:35)
Super, Bestzeit. Zwar nur um eine Minute verbessert, aber das ist ok.
Dann traf ich den Richard wieder und wir unterhielten uns noch ein bisschen.
Die Becher an der Versorgung waren recht knapp. Das lag auch mit daran, dass etliche Nordic-Walker wohl meinten, da gibts was umsonst, da schlagen wir zu. Naja, ärgerlich für die HM Läufer, die es etwas nötiger hatten, als dich Stöckerlschleifer. Und der Großteil der NW-ler waren wirklich Stöckerlschleifer, Richard sah das genau so.
Kurz darauf waren auch schon die ersten Ergebnislisten draussen. Dort sah ich meine Zeit und dass ich den 60. Platz gemacht hab. Wieviel nach mir kamen, weiß ich nicht. Aber das war kein schlechter Platz.
Ich guckte dann noch die Liste des 10 km Laufes an und gucke da, hätt ich diesen Lauf gemacht, wär ich sogar achter geworden, das wär doch mal ein Ding gewesen.
Weil es doch ein bisschen kühl war und ich ein bisschen geschwitzt hab, bin ich auch gleich danach wieder aus Weilheim verschwunden.
Der Lauf war echt gelungen. Da käm ich gern wieder mal her.

Schade, dass mein Hase noch nix davon weiß. Ich weiß doch, dass sie neugierig ist, ob es denn diesmal nach dem Beschiß von Dijon mit der Bestzeit geklappt hat. Aber in Gedanken war sie ja immer bei mir.
Vor 2 Wochen war ich auch noch besser drauf, aber mittlerweile musste ich schon wieder auf den München Marathon hintrainieren, das Training dafür hat mir wohl schätzungsweise 2 Minuten bei der HM Zeit geraubt. Aber was solls, so hab ich das Gefühl, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange war und kann nächstes Jahr wieder angreifen.

23.9.06 15:44

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hase (24.9.06 19:54)
Ich bin so stolz auf dich !! Ich hab dir das zwar schon am Telefon gesagt, aber ich hab danach noch darüber nachgedacht und wollte dir das unbedingt nochmal sagen, daß ich das absolut perfekt finde mit den 1:36. Wenn du dich noch viel mehr verbessert hättest, wär das doch gar nicht so schön gewesen, und so weißt du aber jetzt, daß da dann nächstes Jahr ganz sicher noch mehr geht. Und so hast du jetzt aber trotzdem eine neue Bestzeit, und das find ich so klasse, die hast du dir doch so verdient !


Alperich (25.9.06 15:38)
Gratulle zu der Zeit, unglaublich. Reschpäckt!! Netter Bericht und vor allem, was für eine Konversation!


muttern (25.9.06 19:22)
hallo Sohn gratuliere ntürlich zu diesem tollen Ergebnis ,aber übertreib nicht ,das wäre es niht wert,deinen "kleinen Bruder " hast du ja ganz schön angesteckt ,Papa geht gerade zum Schiessen,das stregnt nicht so an
Gruß Muttern

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