Wettkampfberichte

10 km Lauf in Mindelheim

Heute gabs einen Wettkampf in Mindelheim. 5 Runden durch die Altstadt, jeweils 2 km.
Am Nachmittag bin ich dorthin gefahren. Irgendwie war das komisch, so nach der Frühschicht am Montag zu einem Wettkampf fahren, denn auf Feiertag bin ich überhaupt nicht eigestellt.
Pünktlich, ohne mich zu verfahren hab ichs zur Anmeldung geschafft.
Ich holte meine Startnummer ab und lief mich noch ein bisschen warm. Nö, lief beim Aufwärmen nicht unbedingt gut.
Um 16 Uhr war ich dann in der Stadt drinnen und lief noch ein bisschen vor mich hin. Da lief ich auf eine Frau auf, worauf sich ein kleiner Dialog entspann.
Wieviel Runden muss ich denn laufen? Fragt sie mich.
Ich sag, das sind 5 Runden, worauf sie mich komisch anguckt. Ich sage, dass das ja klar ist, weil ja 5x2 km 10 km sind.
Guckt sie mich nochmal an, die hatte echt einen recht roten Kopf.
Sie meinte den 4 km Lauf, wieviel Runden sind das?
Ich frag, wann denn der 4 km Lauf sein soll?!
Ja um 15:45 Uhr!!!
Worauf ich auf die Uhr guck und sag, dass es doch schon nach 16 Uhr ist???
Irgendwie redeten wir aneinander vorbei, bis ich raffte, dass sich die Dame nicht warm lief, sondern beim 4 km Rennen mitlief. Ich machte mich dann dünne.

Ein paar Minuten vor dem Start saß ich auf einer Bank und wollte ins Bett, ich war müde. Na toll, das vor einem 10 km Lauf. Nützt ja nix, raff ich mich zum Start auf.
Man stellte sich auf und um halb 5 fiel der Startschuß.
Los ging der wilde Ritt durch die Altstadt, im 90° Winkel nach links, ein paar hundert Meter geradeaus, dann wieder um ein Haus rennen, über Gehwege gehopst um das nächste Haus gerannt, über Kopfsteinpflaster und schließlich eine Gerade entlang. Schon war der erste Kilometer geschafft. Die Zeit lag bei 4:15. Weiter gings, diesmal wieder über Kopfsteinpflaster, die Altstadtstraße hinab, nach links in eine Gasse, an einem Dönerladen vorbei und durch noch engere Gassen wieder zurück in den Startbereich. 2 km waren vorbei, die Zeit lag bei 8:40. Ich lief mein Tempo, kämpfte mich durch die Straßen, aber schon nach dem 3. km war ich über meiner Durchschnittszeit für eine neue Bestzeit. Das hat mich nicht sonderlich motiviert. Ich wollte immer schneller laufen, aber es ging einfach nicht, wenigstens ein paar Sekunden pro km schneller, das müsste doch zu schaffen sein, aber es war nicht zu schaffen. Ich hatte eigentlich genug Luft um schneller zu laufen, aber die Beine kamen einfach nicht nach, da konnte ich mich auf den Kopf stellen. Aber das hätte ja noch mehr Zeit gekostet und hätte blöd ausgesehen.
Nach 7 km hatte ich mich längst von einer Zielzeit verabschiedet und lief möglichst schnell weiter. Bald kam ich auf die letzte Runde, wollte nochmal versuchen etwas Gas zu geben, aber nö, nix zu machen. Also lief ich die letzte Runde auch noch so vor mich hin, kämpfte mich um die Häuserecken und kam schließlich nach 44:53 Minuten ins Ziel. Das ist meine zweitbeste 10 km Zeit.
Wenn ich mich da an meinen letzten 10er vom Dezember erinnere, bei dem ich meine Bestzeit aufstellte, da hing ich Minutenlang über dem Geländer, bis ich wieder bei Kräften war. Diesmal lief ich ins Ziel und latschte völlig entspannt zur Teeausgabestelle. Ich war nicht sonderlich ausser Atem, auch körperlich gings mir gut, aber schneller gings net. Komisch ist das schon, aber ich erklär mir das so, dass mich die momentane Frühschicht körperlich schon ziemlich auszehrt. Ich hatte auch nicht wirklich vor heute eine Bestzeit hinzulegen, dafür war ich ja auch gar nicht trainiert. Deshalb kann ich durchaus mit dem Ergebnis leben, schließlich wollte ich den Lauf auch nur mal so eben mitnehmen.

4 Kommentare 5.6.06 20:40, kommentieren

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Das war der Mainz Marathon



Ich bin aus Mainz zurück und was soll ich sagen? Es war ein Superwochenende.
Am Samstag kam Kerstin mit dem Zug aus Freiburg, ich mit einem Anderen aus Augsburg. Getroffen haben wir uns in Mannheim, das letzte Stück sind wir zusammen gefahren.
In Mainz wurden wir ganz herzlich begrüsst und zu Kate nach Hause gebracht.
Danach 2 km zur Rheingoldhalle gelatscht und Startunterlagen geholt. Noch schnell Nudeln gegessen, schließlich hatte ich seit dem Frühstück nix mehr gegessen. Anschließend in eine Pizzeria, in der wir uns mit anderen Foris noch getroffen haben. Nebenbei haben wir auch ganz gemütlich 1 1/2 Stunden auf die Pizza gewartet, ich bekam sie als Allerletzter, aber gut, dass ich schon vorher Nudeln gegessen habe. Ich bin ja noch jung, ich kann warten
Später machten wir uns auf den Weg zurück und gingen gleich ins Bett.
Das war schon witzig, Hase und ich waren im Etagenbett, sie oben, ich unten, wie es sich für ein braves Hasenpaar gehört
In der Früh aufgestanden, reichlich gefrühstückt und den Tag geplant und bald liefen wir hinunter zum Rhein an den Brunnen, damit wir uns dort alle treffen.
Die Laune war prächtig, das Wetter war es ebenfalls. So um die 22° sollten es werden, dazu noch etwas Wind, eigentlich ein perfektes Wetter.
Wir gingen gemächlich zum Startblock, ich verabschiedete mich von Hase. Eric und ich stellten uns ziemlich weit vorne auf. Hoffentlich stehen wir niemandem im Wege rum, wenn wir uns da in der Elite einreihen. Es war massig Platz vorhanden, ich hätte die Arme ausbreiten können und dabei niemanden berührt. Weiter hinten ist es eher wie in der Konservendose.
Der Countdown wurde runtergezählt und der Startschuß fiel.
Nein, wir standen nicht im Weg herum, wir wurden kaum überholt, aber dafür waren vor uns Leute, die richtig langsam liefen und tatsächlich im Weg waren.
Wir liefen den 1. km recht gemächlich in 5:40, aber schon bald wurde es besser zu laufen, das Feld zog sich auseinander.
Nach 3 km lief man durch das Werksgelände der Firma Schott. Da gabs für die Arbeiter auch mal was aussergewöhnliches zu gucken.
Nach etwa 12 km traf ich unseren Fanclub und ich gab Hase ein schnelles Bussi und sagte, dass es mir prima geht.
Wir liefen etwas zu schnell, so wie wir unterwegs waren, lagen die Zwischenzeiten 3 Minuten unter unserer Vorgabe die 3:45 zu laufen, aber es lief gut, wir hielten das Tempo.
Dann bei km 14 kam eine unendlich lange Straße, die als Wendepunkt fungierte. Hier konnten wir die Spitze entgegen kommen sehen. Wie kann man nur so große Schritte machen und so schnell laufen?
Bei km 17 wendeten auch wir und konnten nun unsererseits die langsameren Läufer angucken. Manche sahen schon ziemlich fertig aus, aber schwer zu sagen, wer nur den Halben läuft und wer den ganzen Marathon.
Eric meinte, das Tempo ist ihm zu hoch, er würde das Tempo noch bis zum Halbmarathonpunkt halten können, aber dann läuft er langsamer.
So lief ich dann also alleine über die Halbmarathonmatte und hatte eine Zeit von 1:51 Stunden. Auch hier sah ich Kerstin nochmal stehen, soviel Zeit musste schon sein, ich blieb stehen, gab ihr einen Kuss und lief grinsend weiter.
Nun bei km 23 lief man über die Rheinbrücke nach Wiesbaden, die Sonne schien vom Himmel, der Wind kam von hinten und es ging die Brücke nach oben. Das war dann schon ein klein wenig zäh, aber Steigungen stören mich ja nicht.
In Wiesbaden gibts nix zu erzählen. Ich wollte ein Powergel runterwürgen, aber ausgerechnet in diesem Abschnitt gab es keine Wasserstellen.
Nach 27 km kam dann doch die ersehnte Wasserstation und endlich konnte ich mein Powergel nehmen.
Ich fühlte mich immer noch gut, bei km 29 dachte ich, ich bekäme einen Krampf im Oberschenkel, aber nö, als ich die Straßenseite wechselte wars besser. Später hatte ich dieses Gefühl noch zwei mal, aber zum Glück hat sich nichts verkrampft.
Nach 33 km passierte mir plötzlich etwas total komisches, mir wurde schwindlig, ich bekam eine irre Gänsehaut, bekam ein unbeschreibliches Hochgefühl und wollte fliegen. Ich grinste und lief mit diesem Hoch völlig schmerzfrei durch die Mainzer Straßen.
Meine Zeiten waren prima, ich baute nicht ab, im Gegenteil, meine Kilometerzeiten wurden immer besser. Lief ich zuvor immer in 5:15 min pro km, wurde ich nun bei jedem weiteren Schild schneller. Von 5:13 über 5:09, 5:07, lief ich schwebend weiter und konnte noch hunderte von Läufern überholen, die zum Teil völlig erledigt waren, mit Gehpausen unterwegs waren, oder sich am Straßenrand dehnten. Auch das gab mir nochmal einen Schub.
Bald flog ich am Schild mit der 40 vorbei, dann die 41, die Zuschauer wurden mehr und nochmal wurde ich schneller. Den Kilometer von 41 bis 42 lief ich in sagenhaften 4:39 Minuten. Und hier sah ich plötzlich auch meinen Schatz am Rand stehen, das ging so schnell, dass ich nur noch kurz den Arm hochreissen konnte.
Nun war es aber Zeit sich für das Ziel schick zu machen. Die Sonnenbrille wird hochgeschoben, die Startnummer gerichtet und ein breites Lächeln muss auf das Heldengesicht gezaubert werden. Dort vorne war das Ziel und mit einer Superzeit von 3:40:07 lief ich ins Ziel ein. Neue Bestzeit um über 9 Minuten schneller, als im letzten Oktober.
Die zweite Hälfte des Rennens war ich somit 2 Minuten schneller, als in der Ersten. Das nenn ich doch mal eine prima Renneinteilung.
Ich nahm mein Beweiseisen in Empfang (Finishermedaille), küsste sie und hängte sie mir um den Hals.
Nun noch schnell ins Parkhaus gegangen und eine Breze, Banane und eine Dose Clausthaler genommen. Anschließend bin ich zum Brunnen gegangen und auch noch leicht getrabt. Glücklich und zufrieden nahm ich meine Kerstin nach so langer Zeit wieder in die Arme.
Einige Zeit waren wir noch alle am Brunnen und erzählten uns gegenseitig vom Erlebten Lauf. Ein Heldenweizen in der Hand und die Füße im Brunnen, so kann man sich das gefallen lassen.
Eric kam übrigens erst nach 4:20 h ins Ziel. Nach 28 km bekam er Kreislaufprobleme, setzte sich an den Straßenrand, trank reichlich und plünderte das Bananenbuffet. Nach einer halben Stunde konnte er wieder weiter laufen.

Später am Abend traf man sich noch zum Hähnchen essen und ließ einen schönen Tag ausklingen.

Heute bin ich wieder im Allgäu und Hase in Burgund. Schon wieder voneinander getrennt, aber schon bald wieder zusammen.
In Augsburg hieß es, dass die Bahnstrecke gesperrt ist, wegen Bauarbeiten, es fahren Ersatzbusse. Naaaa toll. Das hieß auch, dass ich den Zug eine Stunde später in Buchloe nehmen muss. Ich wollte doch Heim.
Nachdem der Bus in Buchloe angekommen ist, hatte ich noch 40 Minuten Zeit, was also tun? Ich zog mich mitten im Bahnhof aus, zog meine Laufklamotten an, sperrte mein Zeuch in ein Schließfach und lief halt einfach durch Buchloe.
Auch wenn die Beine schwer waren, es war angenehm die Beine auszuschütteln und 20 Minuten zu laufen.
Als ich wieder am Bahnhof zurück war, habe ich mein Gepäck wieder aus dem Schließfach geholt und mich wieder umgezogen. Da guckten die Leute aber wieder komisch
Nun konnte der Zug in die Heimat kommen.

Es war ein schönes Wochenende. Vorallem möchte ich mich bei Kate und Jörg für ihre Gastfreundschaft bedanken. Vielen, vielen Dank. Ihr seid lieb.

4 Kommentare 15.5.06 23:55, kommentieren

Knapp an der Bestzeit vorbei - Aber warum?

Eigentlich ist es überhaupt nicht logisch, dass ich um Haaresbreite eine neue Bestzeit gelaufen bin, aber es ist halt so. Ich wehr mich nicht dagegen.
Aber vielleicht sollt ich mal von Vorne beginnen?
Schönes herrliches Frühlingswetter mit 19°, optimales Klima für mein Jamaica-Outfit.
Ich fuhr zum Halbmarathon nach Ebershausen, eine kleine nette Veranstaltung von einem Dorfsportverein. Gerade mal 89 Leute gingen auf die HM-Strecke. Zuschauer waren natürlich auch Mangelware, aber es herrscht eine superfreundliche Atmosphäre.
Das war mittlerweile schon mein 20. Halbmarathon, hurra Jubiläum.
Mal gucken, was ich heute so laufen werde, ich nahm mir nix besonderes vor, ich wollte nur einen flotten HM laufen. Die Sonne ist verschwunden, statt dessen kamen immer mehr Wolken.
Ich hab mir von meinem Hasen den Forerunner ausgeliehen und hab den Trainingsassisten auf 1:40, dann aber auf 1:42 eingestellt, dann hätte ich in etwa meine zweitbeste Zeit.
Bald stellte man sich zum Start auf und jetzt hat es sich schon richtig gelohnt, dass ich mich mit Sonnencreme eingeschmiert hab, denn so perlt der Regen besser von der Haut. Pünktlich zum Start fing es richtig schön zu regnen an. Hat vielleicht der Mann mit der Startpistole ein Loch in den Himmel geschossen?
Und das üppige Feld setzte sich schon in Bewegung. Bis zur Startlinie vergingen 3 Sekunden, weil ich eher hinten gestartet bin, eigentlich nicht weiter schlimm, die paar Sekunden.
Bald schon hatte ich ein angenehmes Tempo, war aber trotzdem im hinteren Drittel. Ich wusste schon, dass hier die Leistungsdichte ziemlich hoch ist und viele schnelle Läufer da sind, aber weiter vorne wollte ich schon sein. Ich war aber im Plan, die Uhr sagte, dass ich vor meiner Zeit bin und nach und nach überholte ich dann auch einige der Schnellstarter.
Auf dem ersten Viertel gehts immer ein wenig nach oben, zwar nicht viel, aber stetig, hin und wieder galt es auch einen kleinen Hügel zu überqueren, aber alles nicht weiter schlimm.
Den Regen hab ich ignoriert, kannst ja eh nix machen.
Nach 5 km kam eine Wende, die Strecke wurde zurück gelaufen. Nun hatte ich zu dem Regen auch noch Gegenwind, aber ein Läufer überholte mich, an diesen hab ich mich hingehängt. Er nahm mir einen Teil des Windes ab. Aber nach 2 weiteren km wurde er mir zu langsam und ich überholte ihn. Nun gings den ganzen Weg wieder stetig und leicht bergab und der Forerunner sagte mir, dass ich so gut eineinhalb Minuten gut gemacht hab. Wenn ich so weiter laufe, könnte ich ja evtl. unter 1:40 bleiben?! Aber es galt ja noch eine zweite Runde zu laufen, also ruhig in dem Tempo weiter laufen.
Bald war die Hälfte der Strecke geschafft, man lief wieder in den Startbereich und machte sich auf den Weg auf die zweite Runde.
Nun war aber wieder das Teilstück, bei dem es wieder leicht hoch ging, aber ich dachte mir, diese 5 km, da musst du richtig dran bleiben, zurück wirds leichter, also immer schön die Uhr beobachtet und das Tempo gehalten. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und die Sonne kam raus. Es wurde zwar leicht dampfig, aber das war nicht weiter schlimm. Ich überholte jetzt noch den einen oder anderen Läufer, die sich zwar gegen das Überholen wehrten, aber dann doch hinter mir bleiben mussten.
Die ersten Läufer kamen mir entgegen und ich zählte die Leute, die vor mir waren, es waren 46.
Nach 15,5 km kam ich wieder am Wendepunkt an und machte mich jetzt auf das letzte Viertel.
Ich zählte dann auch die Läufer, die hinter mir kamen, das waren 42, also war ich ziemlich in der Mitte.
Meine Zielzeit hat sich auch geändert, ich machte immer mehr Zeit gut und revidierte auch die 1:40, ich würde es vielleicht auch unter 1:39 schaffen, also hielt ich mich ran und überholte noch zwei Laufkollegen. Immer wieder sah ich jetzt auf die Uhr und schraubte immer mehr an meiner Endzeit, ich war demnach schon gut 3 Minuten unter meiner eingestellten Zeit von 1:42, aber da geht doch noch was?
Ich kam am 18 km Schild vorbei und jetzt hab ich auch das Letzte aus mir raus geholt, die 3 km lief ich auf der letzten Rille und wollte noch mehr Zeit aufholen. Es kam bald das 20 km- Schild, ich war jetzt echt fertig, aber ich dachte mir, in 5 Minuten hast du es überstanden, was sind schon 5 MInuten? Nicht viel, also bloß nicht schlapp machen auf dem letzten Kilometer. Ich hielt mein Tempo und hörte jetzt auch schon den Sprecher im Ziel, 2 kurze Kurven noch und mit entgleisten Gesichtszügen über die Ziellinie.
Ich überprüfte gleich meine Zielzeit und stellte fest, dass ich in 1:37:40 ins Ziel kam. Ich war völlig baff und happy, dass ich so eine Zeit hingelegt hab.
Total fertig und abgekämpft stützte ich mich an einem Häuschen ab und brauchte eine Weile, bis ich wieder Bewegungsfähig war.
Ich wartete dort im Sportheim noch die Ergebnislisten ab, wo meine Zeit bestätigt wurde und fuhr nach Hause.
Daheim musste ich erstmal Kerstin anrufen und sie raten lassen, was ich für eine Zeit gelaufen bin. Da war sie auch ein bisschen baff und stolz auf ihren Hasenmann.
Ich hab dann am Compi auch fest gestellt, dass meine Bestzeit nur 2 Sekunden schneller ist. Wieso hab ich die eigentlich nict im Kopf? Da fielen mir dann die 3 Sekunden vom Start ein, die ich vor der Startlinie war. Das ärgert mich jetzt aber überhaupt nicht, denn ich weiß ja, dass ich die Zeit wesentlich verbessern kann, wenn ich richtig für einen Halbmarathon hintrainiere.
Ich hab jetzt keine Erklärung dafür, warum ich so eine Bombenzeit hingelegt habe, denn viele Faktoren sprechen ja dagegen:

-Zum Einen laufe ich jeden Tag
-Kurze Strecken vor einem Wettkampf fallen mir schwer.
-Ich hab nicht für den Halbmarathon trainiert
-Mein letztes Intervalltraining war anfang Februar
-Ich bin vor 13 Tagen einen Ultramarathon mit 50 km und 500 Höhenmetern gelaufen.
-Ich hab die letzten beiden Tage nur je 5-6 Stunden geschlafen
-Ich hatte gestern Frühschicht und war seit halb 4 Uhr auf den Beinen.
Da bin ich ja mal gespannt was ich laufen kann, wenn ich mich intensiv auf einen Halbmarathon vorbereite. Vielleicht probier ich das im September.

1:37:40
21,1 km
DS-Trainer
15 - 18° Regen und Sonne

3 Kommentare 23.4.06 07:17, kommentieren

Ritterschlag zum Ultraläufer

Heute hätte ich sowieso einen Wettkampf bzw. Volkslauf mitgemacht.
Der erste Gedanke war der Paris Marathon, aber bevor ich den Gedanken zu Ende gedacht hab, war der auch schon im Oktober ausgebucht. Na gut, dann eben der Zürich Marathon. Aber ich seh es absolut nicht ein, dass ich für diesen Marathon 68€ hinleg. Alles was recht ist, aber so lass ich mich nicht abzocken.
Ja was denn dann? Ich wollte zum Forstenrieder Lauf fahren, einen Halbmarathon machen, aber dann fand ich die Ausschreibung zum Graf Zeppelin Gedächtnislauf. Das ist ein Etappenlauf von Kißlegg, dort steht das Denkmal, nach Friedrichshafen. 5 Etappen kann man dort laufen, wenn man alle Etappen läuft, wären das 60 km. Aber soviel will ich wohl nicht unbedingt machen. Irgendwie gefiel mir die Idee, so zum ersten Mal mehr als die Marathondistanz zu laufen. Was mir auch gefiel war, dass keine Zeit genommen wird, es handelt sich um einen Abenteuerlauf und dass es abenteuerlich war, das kann ich auch gleich berichten.
Ich beschloss, dass ich ab der 2. Etappe laufe. Meine Eltern haben mich begleitet und sollten die einzelnen Etappenziele ansteuern, damit ich mich versorgen kann.
Am Morgen fuhren wir los und da noch etwas Zeit war, bildete ich mir plötzlich ein, dass ich doch ab der 1. Etappe laufe, ich kann ja immer noch früher aufhören, wenn ich nicht mehr will oder kann. Das Problem war, wir fanden den Start nicht, etliche Leute wurden gefragt, aber es war nicht so einfach den Start am Denkmal zu finden. So lange gurkten wir durch die Prärie, bis es nach 10 Uhr war und schon der Start war. Also nix mit der 1. Etappe, wir fuhren direkt nach Wangen. Dort endlich konnte ich meinen Startkrempel abholen. Es gab einen schönen Rucksack, mit dem Gedächtnislaufemblem drauf. Er war auch nett befüllt, mit Schokolade und Getränken.
Bald kam der erste am Etappenziel an, es war Dr. Thomas Miksch, der so einen 60 km- Lauf mal eben mitnimmt. Er ist eher die 100 km Läufe gewöhnt. Nach 48 Minuten hat er die ersten 11 km erledigt. Da kann ich nur noch staunen.

Das Wetter war gar nicht nett zu uns, es regnete die ganze Zeit, aber was solls.

1. Etappe:
Nun startete auch ich und verschwand hinter einer Bergkuppe.
Zunächst ging es noch recht angenehm durch Wangen, aber kaum draußen aus der Stadt, sollten keine 10 Meter mehr am Stück kommen, die flach waren. Ständig lief ich nach oben, dann wieder nach unten, wieder hoch, runter und das meist auf Feldwegen. Auf den Wegen sammelte sich auch das Wasser, so dass es immer ordentlich patschte, wenn ich durch die Pfützen lief. Ich kam an einsamen Bauernhöfen vorbei, dann lief ich durch einen Wald, der Waldboden war aber sehr durchweicht, man sank ordentlich in dem Boden ein, da hieß es aufpassen, dass es mir nicht den Schuh auszog. Schon nach ein paar Kilometern war ich klatschnaß, von der Mütze tropfte es, durch die Regenjacke drang schon das Wasser und mein Shirt wurde nass. Klar hatte ich auch nasse Füße. Dazu noch der kalte Wind, diese Faktoren machten den Lauf nicht einfacher.
Ich dachte sehr viel an meine liebe Kerstin, die bestimmt auch an mich denkt. Das hilft mir natürlich auch über die Strapazen. Da wird es mir doch auch gleich schön warm, auf jeden Fall ums Herz.
Diese Etappe dauerte 10,5 km und nach einer Stunde war ich in Amtzell beim Etappenziel.
Ich versorgte mich, zog noch meine Laufweste unter die Regenjacke und lief bald weiter.

2. Etappe
Hinaus gings aus Amtzell, wieder wurde nach oben und wieder nach unten gelaufen. Ging es mal ein Stück nach oben, führte die Strecke bald wieder steil nach unten. Was war nun besser? Ich mag doch das bergab laufen nicht.
Jetzt führte die Strecke durch einen Wald, bei dem ich erstmal stehen blieb und verzweifelt die Hände nach oben streckte. In den vergangenen Tagen waren Waldarbeiter tätig, dementsprechen sah auch der Boden aus. Tiefe Furchen von Traktoren gezogen, alles ein Matsch, überall Zweige und in den Rinnen stand das Wasser. Es gab keine Möglichkeit zum Ausweichen, also mitten durch die Plörre. Die Schuhe sahen super aus, die grüne Farbe konnte ich nur noch erraten. Die Sockenfarbe übrigens auch.
Endlich war der Wald vorbei, ich lief entspannt auf Asphalt. Aber nicht lange, denn wieder kam ein Feldweg, wenigstens war dieser Weg nicht vernichtet.
Wieder ging es über Berg und Tal, an Bauernhöfen vorbei und nach 12,5 km gings hinab ins Etappenziel.
Hier warteten auch wieder meine Eltern auf mich und machten Bilder vom nassen Charly.
Ich hielt mich ein paar Minuten an der Versorgung auf, pfiff mir noch ein Powergel rein und lief weiter.

3. Etappe
Jetzt folgte die längste Etappe, aber auch die angenehmste. Es ging vorbei an Hopfenfeldern und an vielen Apfelbäumen. Schließlich war ich schon längst in der Bodenseeregion angelangt. Oft konnte ich auf Radwegen laufen. Ordner sperrten den Verkehr, wenn eine Straße überquert werden musste. Bei allen Ordnern hab ich mich bedankt, schließlich ist es auch kein Zuckerschlecken bei dem Regen herum zu stehen und zu warten, bis die gnädigen Damen und Herren Läufer vorbei gezogen sind. Aber alle waren gut gelaunt und freundlich.
Vor mir war ein Läufer, der mir langsam näher kam. Je näher ich ihm kam, umso fertiger erschien er mir. Was sich auch bestätigte, als er an einem Brunnen stehen blieb, sich abstützte und sich das Gesicht abwusch.
Gleich darauf war ich bei ihm und munterte ihn auf, aber er machte wirklich einen sehr platten Eindruck. Weil mir sein Tempo einen Tick zu langsam war, lief ich in meinem Tempo weiter und verabschiedete mich, klar dass es bergauf ging.
Ansonsten war diese Etappe am angenehmsten zu laufen, auch wenn hin und wieder ein Weg erfunden wurde, über den wir gescheucht wurden.
Nun fing ich an zu rechnen und kam drauf, dass ich bereits 33 km hinter mir hatte, aber mir gings doch noch recht gut. Kein Motivationsloch erreichte mich. Ich hatte ja auch flotte Musik auf den Ohren und die Strecke war ja auch sehr abwechslungsreich.
Nach 14 km (Nach meinem Gefühl eher 14,5 km) kam ich am Etappenziel an. Wieder freuten sich meine Eltern, machten fleißig Bilder. Nun wechselte ich meine Socken und meine Schuhe. Mönsch war das angenehm, mit trockenen Füßen.
Nun hatte ich bereits 37 km hinter mir und meine Mutter fragte, ob ich wirklich noch weiter laufen wolle. Natürlich, warum denn nicht? Mir gehts doch noch super. Also verabschiedete mich und machte mich auf den Weg auf die letzte Etappe von Tettnang nach Friedrichshafen.

4. Etappe
Die Kopfschütteletappe
Mit Hurra ging es nach unten, das tut so richtig 'gut' wenn man gerade wieder anläuft. Jeder Schritt schepperte in meine Beine, es lief noch nicht rund. Unten am Berg angekommen, musste gleich wieder nach rechts in ein Hopfenfeld eingebogen werden. Auch hier kein Weg, es wurde einfach über das Feld gelaufen. Da ja schon ein paar Läuferkollegen vor mir waren, sah es auch dementsprechend aus, aus dem Gras wurde Matsch, es sammelte sich wieder Wasser und die Bein rutschten fröhlich hin und her. Aber das Feld hört ja irgendwann auf, dann kam wieder wohltuender Asphalt. Wie man sich nach Straßen doch sehnen kann?
Klar, dass diese Freude nicht lange währte, wieder über Felder gelaufen, diesmal Apfelbaumfelder, dann doch wieder Asphalt.
Dann hielt mich ein Ordner an und zeigte dort vorn in den Wald.
'Siehst du da die Markierung an dem Baum? Da gehts rein und immer der Markierung folgen'
Ich guckte ihn an, ob er mich veräppeln will, aber er meinte es ernst. Also lief ich hinein in den Wald, das heisst, ich machte im Wald 2 Laufschritte, dann ging nix mehr mit laufen. Ein 40 cm schmaler matschiger, von Wasser überschwemmter Weg musste bewältigt werden, da war es unmöglich zu laufen, also machte ich Schritt für Schritt in den Wald hinein, aber es kam noch viel besser. Plötzlich musste ich eine Serpentine nach unten. Am tiefsten Punkt war eine Schlammpfütze, die voller Wasser stand. Ich guckte mich um, aber es gab keine Möglichkeit auszuweichen. Ich musste dort hinein und sank auch bis über die Socken in dem Matsch ein. Ich zog den Fuß heraus (Mit Schuh) und watete weiter. Nach ein paar Schritten durfte ich wieder nach oben, über kleine Brückchen und Stufen. Noch ein paar hundert Meter ging es durch den Wald und schließlich hab ich diesen endlich hinter mir gelassen, ich konnte wieder Laufschritte mache, obwohl der Weg immer noch recht matschig war. Aber auch diesen Weg konnte ich bald beenden und wieder auf Asphalt laufen, bergauf versteht sich.
Nach 4:17 Minuten beschloss ich für mich, dass ich jetzt ein Ultraläufer bin, dass ich die Marathondistanz überschritten hab. Aber es sind ja noch ein paar Kilometer ins Ziel, aber da nun fast ausschließlich auf Asphalt gelaufen wurde, war das nicht so schlimm. Ich fühlte mich auch immer noch ziemlich gut, ja, die Beine tun weh, aber das wars auch schon, ich könnte noch weiter laufen. Trotzdem war ich froh, als ich eine Markierung am Boden sah, die mir sagte, dass es nur noch 3 km waren. Hier überholte ich auch wieder meinen kaputten Laufkollegen von der vorigen Etappe. Auch er war sehr sehr froh, dass wir bald das Ziel erreicht haben.
Nun musste noch ein bisschen durch Friedrichshafen gelaufen, aber mit jedem Schritt kam ich dem Ziel in der Arena näher.
Nach 4:58 Minuten erreichte ich dann auch das Ziel, bei dem meine Eltern natürlich wieder mit Fotoapparat ausgerüstet auf mich warteten.
Für die Galerie, den Zuschauern die aus der Halle rausguckten hatte ich noch einen übrig, ich winkte den Leuten und fiel im Ziel auf die Knie. Was bin ich doch für ein Showtalent.
Glücklich darüber, dass ich nach etwa 49,5 km im Ziel war, ging ich in die Halle, hab mir ein paar Tee gegönnt und danach noch einen Hopfentee, also ein Bier. Das hab ich mir aber doch verdient, nicht wahr?
Lange hielten wir uns aber nicht mehr in der Halle auf, was der Bürgermeister noch zu erzählen hatte, das interessierte meine Beine und meine nasse Haut überhaupt nicht. Wir gingen zum Auto, dort zog ich mich um und fuhren nach Hause.
Daheim angekommen, konnte ich mich kaum noch bewegen, jeder Schritt tat fürchterlich weh, aber nach einer Weile kam ich dann doch wieder einigermaßen vom Fleck.

So, nun bin ich also ein Ultraläufer, mal sehen, in Zukunft wird bestimmt noch der eine oder andere Ultralauf dazu kommen, vielleicht hab ich jetzt Blut geleckt?

49,5 km
4:58 h
37,5 km GT-2100
12 km Kayano XI
Regen 5°

7 Kommentare 9.4.06 22:31, kommentieren

Halbmarathon in Kempten

Ja so ein Stress aber auch. Aber mir hat ja keiner befohlen mir so einen Stress zu machen.
Gestern kam ich aus Frankreich an, musste dann direkt in die Nachtschicht bis in der Früh um 6, schnell ins Bett gelegt und um 12 Uhr läutet auch schon wieder der Wecker. Schnell das Müsli ins Gesicht geworfen und den Kaffee in meinem Thermobecher für 500 € (Dafür gabs die Räder vom Auto kostenlos dazu) auf der Fahrt nach Kempten getrunken.
Um 13 Uhr war ich schon da und bekam auch gleich einen Parkplatz. Hoch zu unserem ausgemachten Treffpunkt und was sehen meine entzündeten Augen? Sitzen da meine Eltern auf der Bank und lassen sich sonnen. Freut mich, dass sie da waren. Anfeuerungen kann man nie genug haben.
Später kamen Erich und Volkmar auch noch dazu. Keiner wusste so recht, wie es mit der Wettkampfform aussieht. Erich wollte schon ganz gerne seine Bestzeit von 1:51 knacken, Volkmar nahm sich nicht viel vor. Er konnte auch kaum laufen in diesem Jahr. Was wollte ich laufen? Mir wars egal, einfach treiben lassen, dachte ich.
Um 14 Uhr war dann der Start und wir liefen los. Gemächlich zockelten wir durch das Kempten und trieben 1000 Leute vor uns her. Nach 2 km meinte Volkmar, dass ich doch zum Erich vorlaufen könnte und ihm helfen, bei seiner Bestzeit. Er drohte mir noch, dass ich ein Essen mitsamt Getränken zahlen müsse, wenn Erich nicht unter 1:50 laufen würde. Klar, das schaffen wir doch, ich willigte ein und forcierte mein Tempo.
Nun versuchte ich mich durch den Pulk vor mir durchzuwurschteln. Aber ich bin ja noch jung, ich hab Zeit. Ab und zu, wenn ich eine Lücke sah, sprang ich schnell durch. So kam ich dem Erich nach und nach näher und schon bald konnte ich ihn in der Ferne erkennen. Die km lief ich so in einem Schnitt von etwa 4:30, das machte Spaß so an den langsamen Läufern vorbei zu rennen.
Nach etwas über 4 km kam ich dann bei Erich an und grüsste ihn. Volkmar schickt mich, wir laufen jetzt eine Bestzeit für dich, sagte ich, sonst muss ich ein Essen ausgeben.
So lief ich jetzt als Pacemaker für den Erich, versuchte immer schön unter 5 Minuten zu bleiben und passte schön auf, dass Erich immer in meiner Nähe blieb.
Nach 5 km kamen wir das erste mal in den langen Zielbereich, der von vielen Leuten gesäumt war. Dieses Spalier ist schon immer für eine Gänsehaut gut.
Auf gings in die zweite Runde, uns gings gut, wir liefen die Kilometer etwas unter 5 min. Bei der Verpflegungsstation schnappte ich mir im vorbei rennen einen Becher Wasser und einen Tee. Alpi machts da lieber in der gemütlichen Variante, nimmt im gehen ein Wasser, sagt schön danke und läuft dann wieder los. Gut, kostet ein paar Sekunden, aber was juckts, wir sind doch prächtig in der Zeit.
Nach 10 km sagte ich Erich, dass wir die Strecke knapp unter 50 Minuten gelaufen sind, also knapp seine 10er Bestzeit, da freute er sich. In dem Moment lief auch der Schiessl Helmut an uns vorbei, der Berglaufweltmeister aus unserem Allgäu. Ich lief etwas schneller, denn dort vorne waren meine Eltern und ich hoffte, sie machten ein Bild von mir mit dem Helmut zusammen. Muss ja nicht jeder wissen, dass er gerade am überrunden ist Davor machte es aber schon ein paar mal *wusch wusch* weil ein paar Kenianer an uns vorbei liefen. Schon ein irrer Anblick, wie die an uns vorbei schweben und wieder am Horizont verschwinden.
Schon war die zweite Runde zu Ende, auf gehts in die dritte Runde. Ich erkundigte mich immer wieder mal bei Erich, obs ihm gut geht, ob noch mehr geht, ob wir drosseln sollen, aber wir liefen schön regelmäßig weiter.
An einem Haus schaute aus dem 4. Stock ein älteres Ehepaar heraus, ich sah sie und winkte nach oben, sie winkten lachend zurück.
Bald kamen wir wieder an der Versorgungsstelle vorbei, ich wieder im vorbei rennen Wasser und Tee geschnappt, aber wieso so schnell? Erich geniesst ja eh wieder und bezeichnet mich dann als Säufer.
Wieder liefen wir der Innenstadt entgegen, bogen zum dritten mal in das Zuschauerspalier ein und hatten jetzt noch etwas über 5 km vor uns. Ich sagte Alpi, dass wir etwas langsamer geworden sind, sein Kommentar dazu war ein Schulterzucken und die Ansage, dann geben wir halt noch ein bisschen was drauf.
Bald kamen wir wieder an dem Haus mit dem älteren Ehepaar im 4. Stock vorbei und wieder winkte ich hoch. Haben sie auf mich gewartet? Denn jetzt winkten Beide mit beiden Armen zurück. Wir mussten lachen.
Aber Erich hatte dann doch nix mehr zuzulegen, wir pendelten bei Zeiten knapp über 5 Minuten, aber die Bestzeit wird auf jeden Fall deutlich fallen, da müssten wir den Rest schon rückwärts laufen. Ich versuchte trotzdem noch ein paar mal Erich zu ziehen und anzufeuern, dass da noch ein bisschen was geht, aber lassen wir es gut sein, das passt schon so. Nun waren wir auf dem letzten Kilometer, hörten schon den Zielsprecher und bogen zum letzten mal auf die Zielgerade ein. Ein bisschen hab ich noch die Zuschauer animiert zu jubeln, bei ein paar Leuten funktioniert das auch. So ein Zieleinlauf ist schon immer was Besonderes. Erich war knapp hinter mir und mit etwa 1:46:30 kamen wir ins Ziel. Erich hat seine Bestzeit um 5 Minuten verbessert, er war superstolz auf sich und bedankte sich herzlich bei mir, dass ich für ihn der Paceläufer war. Hab ich doch gern gemacht
Wir warteten im Zielbereich, vielleicht kommt ja der Volkmar bald und tatsächlich tauchte er auch ein paar Minuten später auf und lief mit 1:52:40 ins Ziel. Auch eine sehr gute Zeit, wenn man bedenkt, dass er kaum zum Laufen kam.
Nun machten wir uns auf den Weg zur Labungsstelle, zogen uns einen Affenschübling rein und gingen Zielorientiert zum Clausthalerstand. Schmeckt gut, wenn man schön geschwitzt hat. Wir erzählten gegenseitig von unseren Eindrücken, aber schon bald mussten wir uns voneinander verabschieden, denn schließlich musste ich um 18 Uhr schon wieder in der Arbeit sein. Ich sags ja, Stress.
Aber vorher musste ich mir unbedingt noch eine Bratwurst kaufen und dachte an den Sinnlosthread bei laufen-aktuell.de. Und deshalb biss ich so richtig herzhaft in die Wurst, dass links und rechts der Senf über meine Finger lief. Meine letzte Bratwurst ist schon Jahre her, aber diese hier war geil.

1:46:24
21,1 km
DS-Trainer
heiter bis wolkig 13°

Ein- und auslaufen 2 km

4 Kommentare 2.4.06 19:08, kommentieren

Halbmarathon in Nuits St. George

Hier im Burgund haben wir die Wettkampfsaison eingeläutet. Wurde aber auch mal Zeit, der letzte Lauf war im Dezember.
Ich hab mir auch gar nix vorgenommen für den Lauf, ich wollte einfach nur mit Hase zusammen laufen. Die Zeit war uns eigentlich egal, denn für unter 2 Stunden würde es bei Kerstin wohl nicht reichen. Muss ja nicht sein, einfach nur schön laufen und die Weinberge geniessen.
Nun begann die Odysee bis zum Start. Zunächst Startunterlagen holen, dafür mussten wir vom Parkplatz ein paar hundert Meter gehen. Dann gings zurück zum Auto, dann wieder zurück zur Startnummernausgabe, weil da das Klo war, dann zum Startbereich. Allerdings wussten wir nicht, dass der weit über einen Kilometer entfernt war. So trabten wir dahin, bis wir endlich mal im Startbereich waren.
Auffällig war, dass sehr viele Läufer kostümiert waren. Nachdem es in Frankreich keinen Fasching gibt, leben sie das wohl bei den Läufen aus.
Nun war der Start, *Peng* irgendwo da vorne liefen die Ersten los. Aber keine Panik, hier gibts Nettozeiten, die Zeit läuft erst an der Startlinie.
Irgendwann kamen wir über die Linie und liefen los. Klar, dass es sich staute, wir konnten nicht unser Tempo laufen. Da es regnete, waren überall Pfützen, da stockte auch das ganze Feld, weil keiner durch die Pfützen wollte und bei 2500 Leuten ist das dann doch recht zäh, bis alle die Pfützen umrundet haben. Überhaupt war es nicht gerade glücklich von den Veranstaltern, die 10er und die Halbmarathonläufer gleichzeitig starten zu lassen, mit einem getrennten Start hätte sich nie so ein Stau gebildet. Irgendwann hat sich das Feld doch etwas entzerrt und nach 3 km konnten wir schon unser Tempo laufen. Aber bis hierher haben wir schon Kraft gelassen, schließlich stresst das schon, dass nix vorwärts geht und die Zeit läuft. Der Forerunner von Hase hat sie gestresst, weil der ihr immer vorgab, wieviel voraus oder zurück sie bei ihrem Zeitplan wäre. Gut, dann tauschten wir eben die Uhren.
Nach 4 km meint Hase, dass sie jetzt schon ganz schön kaputt ist, dass das Tempo zu schnell ist. Jo, wir können gern langsamer machen, aber wir behielten das Tempo bei.
Nach 8 km sammelten wir etliche Läufer ein, die den 10 km Lauf machten und sich wohl überschätzt haben. Einige gingen auch in Richtung Ziel.
Nach 10 km trennten sich die Wege, die 10er liefen ins Ziel, wir machten uns auf den Weg auf die andere Runde. Zweite Runde kann man nicht sagen, weil diese Runde anders verlief.
Nach 11 km kam ein leichter Einbruch von Kerstin, sie meinte, dass sie total fertig ist und nicht mehr so recht kann. Ja das ist das Problem, wenn man sieht, dass andere Läufer schon ins Ziel laufen und man selbst noch 11 km vor sich hat. Ich sagte zu Hase, dass wir gern langsamer machen können, du hast dir ja eh nix vorgenommen und bei dieser Strecke ist es doch utopisch, die 2 Stunden zu knacken. Ja gut, wir laufen langsamer, jo machen wir *nick* genau. Aber trotzdem liefen wir das Tempo weiter. Allerdings, was Kerstin wieder einen Schub brachte war, dass wir das 12 km Schild übersahen und dann plötzlich das 13 km Schild sahen. Das gibt einen Ruck, weil man im Kopf einen km geschenkt bekam.
Bei 14 km merkte ich, dass Hase die 2 Stunden doch noch nicht ganz abgeschrieben hat, denn als wir Würzburger überholten, wollte Hase sich gar nicht lang unterhalten, sie hat zu tun, sie muss laufen. Und so hängten wir die Landsleute ab.
Ab km 15 liefen wir nur noch voll in den heftigen Gegenwind hinein und bis zum Ziel mussten wir diesem Gegenwind trotzen. Ich lief direkt vor Kerstin, damit sie schön bei mir im Windschatten laufen kann. Das brachte schon einiges. So muss sie nicht auch noch gegen den Wind kämpfen. Ich drehte mich immer wieder mal um, ob sie noch hinter mir ist und lief entsprechend etwas langsamer oder schneller.
Wir überholten noch einige Läufer, auch das spornte die Kerstin noch an, auch wenn sie jetzt doch recht kaputt war, ich hab das Tempo ab km 19 nocht etwas angezogen, wir lagen noch 25 Sekunden über der angestrebten 2 Stunden Marke. Mit dem Forerunner, den ich von Hase angenommen habe, konnte ich gut sehen, wieviel Meter wir zurück lagen. Waren es bei km 17 noch 90 Meter, die wir hinterm Plan lagen, warens bei 19 km noch 65 Meter. Also noch ein bisschen Tempo nachlegen, bei km 20 waren es immer noch 50 Meter, also hab ich noch ein bisschen beschleunigt. Schön, dass Hase mitziehen konnte. Nach und nach verringerte sich die Distanz und 150 Meter vor dem Ziel waren wir zum ersten mal der Zeit voraus. Ich zeigte nach vorne und rief, dass dort das Ziel ist. Im Endspurt geht natürlich immer noch etwas und dann schafften wir den Zieleinlauf in 1:59:44, das Utopische war geschafft.
Völlig erledigt hängte Kerstin im Ziel über einer Absperrung. Aber geschafft ist geschafft. Ich war stolz auf meinen Hasen, dass sie trotz Stau, Matsch, Pfützen, Hügel, Wind und Würzburger noch so eine Zeit gemacht hat.
Da bin ich aber schon sehr stolz auf sie und freu mich, dass ich dazu einen Teil beitragen konnte.
Nun gingen wir zur Versorgung, wir bekamen ein T-Shirt, Nestlé Wasser, Apfel, Orangen, Rosinen, Kuchen, auch ein Baguette bekam ich und sogar einen Kaffee. Hab ich noch nie erlebt, dass es im Zielbereich Kaffee gab.
Nun waren wir langsam erholt, aber durch den leichten Regen kühlten wir schnell aus und wollten schnell zum Auto zurück. Klar, dass wir den Würzburgern noch begegneten, die mit uns zurück liefen. Der WÜ hatte viel zu erzählen, aber bald wars auch wieder gut mit Gespräch.
Wir kamen am Auto an, zogen uns was Trockenes an und gingen wieder zur Startnummernausgabe, denn zur Belohnung gabs ja auch für Jeden noch eine Flasche guten Burgunder Rotwein. Und das ist mit Sicherheit keine billige Plörre. Geht ja auch schlecht, wenn man durch das edelste Weingut von Burgund läuft.
Nun war es aber Zeit nach Hause zu fahren. Der Stolz kam bei Kerstin erst im Laufe der Zeit, dafür ist sie es jetzt umso mehr. Kann sie auch sein.

5 Kommentare 26.3.06 14:57, kommentieren

Immenstadt Halbmarathon

Heute hab ich wieder an einem Halbmarathon Teil genommen. H?tt ich ja gleich in der Gegend bleiben k?nnen, weil der gerade mal so 20 Km von Oberstdorf entfernt, in Immenstadt statt fand.
Um 6 musste ich schon aufstehen, weil die Wahnsinnigen den Start schon um 8:15 machten.
Ich hab mir gedacht, ich lauf heute mal eben eine neue Bestzeit, w?r doch gelacht, im Gel?ndeprofil steht zwar ein Berg drin, der 60 H?henmeter hat, der Rest ist ja wohl eher leicht h?gelig, dat geht schon, die paar Sekunden, die ich da am Berg verlier, die hol ich bergab wieder auf, jawohl.
Also dann um 8:15 der Start und schon gings leicht bergauf. Nach einer Minute hatte ich irgendwie keine Lust mehr, war mir zu anstrengend, aber pah, ich lauf heut Bestzeit. Ich muss jeden Kilometer unter 4:50 laufen, dann klappt das. Nach einem Km stand sogar 4:47 auf der Uhr, aber ich will euch nicht mit Kilometerzeiten nerven, nur kurz, bis Km 8 kam ich noch klar mit dem Rechnen, dann war ich verwirrt
Tja, flache Passagen waren in Immenstadt die Ausnahme, st?ndig gings hoch, runter, hoch, runter, weit hoch, weit runter, a bissal hoch, a weng runter. Bei Km 7 bekam man an der Wende ein Band, das man sich um den Hals h?ngen musste, zur Not kann man sich auch an einen Baum hinh?ngen, wenn man keine Lust mehr hat
Ich gucke immer ganz gern die Leute an, die mir entgegen kommen, die gucken immer ganz neidisch, weil man schon auf dem Weg zur?ck ist
Die Strecke f?hrte den ganzen Weg wieder zur?ck, das hiess, hochrunterhochrunterhochhochrunterrunter usw. aber bis KM 12 nix zu sehen, von dem steilen Berg. Ja wo isser denn? Ich hatte immer ein M?del in 10 Sekunden Entfernung vor mir, das wurde nicht mehr und nicht weniger, dann pl?tzlich war der Berg vor mir ?hm, jo, schon steil Das M?del lief stur den Berg hoch, ich bin gegangen und h?tte sie fast ?berholt, manchmal kommt man mit gehen schneller voran, als mit laufen. Oben angekommen gabs aufmunternde Spr?che, dass es jetzt bergab geht. GOTTSEIDANK. Aber dass es nach 100 Metern gleich wieder hoch geht, das hat man uns verschwiegen Also Z?hne zusammenbeissen und hoch den Berg. Das M?del war immer noch knapp vor mir, ich hab sie einfach im Geiste als Pacemakerin auserkoren
Hurra, wir haben den 15. Kilometer, es geht bergab und das mit Schwung, weils diesmal steil dahin ging. So, meinswegen kanns nach der Bergabtour flach bis ins Ziel weitergehen, aber n????, nun lief man noch durch ein paar K?ffer, st?ndig gings 30 Meter hoch, hinten wieder runter, n?chstes Kaff hoch, hinten wieder runter. Noch ein Kaff, nochmal hoch und runter. Boah, ich hab mir gedacht, beim n?chsten Berg bleib ich stehen und heul und mach diesen . Ich hatte ja noch den Strick um den Hals aber dann gibts ja keine Medaille im Ziel
Naja, nach 18 Km roch es schon nach Ziel, das M?del hab ich schon seit einer geraumen Weile abgeh?ngt, sie war fertig. Nochmal mussten ein paar enge Kurven und ein paar Unterf?hrungen hoch und runter gelaufen werden, eine Gerade mit einem stetigen Anstieg (hatte ich schon erw?hnt, dass ich die Schnauze voll hatte von Anstiegen?) dann oben endlich das Gr?bste geschafft. Runter ging es nach Immenstadt, quer ?ber ein schotteriges Betriebsgel?nde, an der Iller entlang und dann zum Gl?ck nur noch ein Km. Vor mir waren noch zwei L?ufer, bei dem einen dacht ich an schwul, beim andern an einen Solarium gebr?untem Popper aus den 80ern. Dass ich die noch ?berholen musste, versteht sich von selbst. ?ber die Br?cke leierte ein Helfer immer 'noch 700 Meter' vor sich hin, ich konnte endlich das Stadion h?ren, kurz darauf sehen. Die Zuschauermassen (circa 12 Leute) tobten (ma?los ?bertreib) und endlich war ich im Ziel. Es gab die Medaille, ich gab meinen Strick ab, den ich dann doch nicht brauchte und sch?ttete erstmal ein paar Iso und Tee in die Birne.
Meine Pacel?uferin kam 5 Minuten nach mir fix und fertig ins Ziel.
Achja, von wegen Bestzeit, 1:44:20 bin ich gelaufen. Die hab ich somit um 2:23 verpasst, aber bei dem Profil kann ich das locker verkraften.
Puh war das schwer heute.

Es fand noch eine Tombola statt, bei der es so um die 100 Preise gab, also jeder Dritte kriegt was. Funktionssocken und so Zeug gabs und wer hat nix bekommen? Na? Jawohl, ich.

H?rt sich jetzt etwas negativ an, was ich da ?ber Immenstadt schreib, aber die Veranstalter haben alles bestens im Griff, die k?nnen ja nix daf?r, dass Immenstadt auf der Strecke mal eben ne Baustelle hat und man die dr?ber balancieren muss. Die Streckenhelfer waren ?bertrieben pr?zise, mit klaren Handzeichen und Instruktionen in welche Richtung man muss. Manchmal echt witzig anzusehen, erinnerte an Flugbegleiterinnen, die Schwimmwesten erkl?ren und zu den Notausg?ngen zeigen. Die Verpflegung war gut, f?r alle war ausreichend gesorgt.
Ich bin ja froh, dass es heut nicht so heiss war, wie letzte Woche in Oberstdorf, das h?tte mir noch gefehlt
Es wurde auch ein Marathon angeboten, aber ne, den werd ich dort garantiert nie laufen. Der Halbe reicht mir vollkommen.

So, jetzt gucken wir mal, obs am Gr?ntensee mit der Bestzeit klappt, da hats ja nur den l?ppischen Staudamm zweimal, ich bin nu ger?stet

6.6.05 10:27, kommentieren

Kempten Halbmarathon

Bei sch?nem, aber leicht windigem Wetter fand heute der Kemptener HM statt. Ist mir einer der wichtigsten L?ufe des Jahres, weil ich dort vor 2 Jahren noch Zuschauer war und ich noch gar nicht in der Lage war soweit zu laufen.
Ich hoffte, dass ich dem Pacemaker mit dem 1:45 Ballon folgen k?nnte, aber der ging auf der Strecke ab wie Schmidts Katze.
Vor dem Lauf hab ich mich mit Moori mit Familie getroffen. Die Ziele wurden abgesteckt, ?ber das vergangene Training gesprochen und was die Zukunft f?r L?ufe bringen wird.
Beim Warmlaufen f?hlte ich mich gar nicht sonderlich gro?artig, es ging richtig z?h und ich sah schwarz f?r meine 1:45.
Es wurde Aufstellung genommen und kurz vor dem Startschu? verliert der Pacemaker f?r die 1:30 seine Luftballons. *Allgemeines Gel?chter*
Nun war aber wirklich der Start und ich stand viel zu weit hinten. Es stockte, vor jeder Kurve musste man ein paar Schritte gehen. Aber was solls, ruhig bleiben, weiter laufen. Der erste KM war nach 4:54 erledigt, trotz gro?em L?uferverkehrsaufkommens. Na da sind wir doch erstmal zufrieden. Immer den 1:45 Ballon im Blick m?sste ich diesem doch so nach und nach n?her kommen?!
Nach 1 1/2 KM kommt schon die Verpflegungsstation, aber ich versteh nicht so recht, wieso man nach 1500 Metern schon trinken muss
Auf dem 2. Kilometer war jetzt mehr Platz, Klick die Uhr und 4:45 gestoppt. Holla, das ist verdammt flott, aber wieso ist der Luftballonmann immer noch so weit weg? Der 3. KM in 4:42, es lief gut. Sollte ich dieses Tempo sp?ter bereuen? Egal, der 4. KM war nach 4:46 vorbei. Langsam ging die erste von 4 Runden zu Ende, man h?rte schon die Zuschauer jubeln, aber zuvor noch 4:52 f?r den 5. KM gestoppt.
Keine Frage, dass man bei der Stimmung unter den Zuschauern G?nsehaut bekommt. Es ist eine Gerade von 200 Metern, die ins Ziel f?hrt....... wenn man 15 KM mehr in den F??en hat . Die Zuschauer geben mir einen Schub, der 6. KM best?tigt das in 4:43.
Nun bin ich mitten in der 2. Runde, es wird wieder ruhiger. Der 7. KM in 4:49. Mittlerweile kann ich das ziemlich gut an der Versorgungsstelle. Becher anvisieren, Arm ausstrecken, Becher im vollen Lauf grabschen, in den Hals sch?tten, Becher wegwerfen, Teebecher anvisieren, Becher grabschen, in den Hals sch?tten, Becher wegwerfen, weiter laufen.
Achja, der 8. Km ist vorbei, auch in 4:49.
Wenn ich so vor mich hinrechne, m?sste der Luftballonmann mittlerweile mindestens 200 Meter hinter mir sein, aber von wegen, gaaaanz vorne am Horizont seh ich den Luftballon wippen.
Sind die f?higen Pacemaker ausgegangen? Kann ja wohl nicht sein.
Der 9. KM in 4:48 ist immer noch verdammt schnell, es geht auf den 10. Km zu, der schlie?lich in 4:57 geschafft wird. Mittlerweile geht es wieder an den Zuschauern vorbei, die immer noch einen ordentlichen L?rm machen.
Km 11 in 4:47 - I feel good.
Km 12 in 4:49 - I feel good, obwohl ich mir den Tee statt in den Hals fast komplett ?bers Gesicht gesch?ttet hab. Dat war nix
Gut, dass man Zewa am Mann hat, Gesicht trocknen und weiter rasen.
Es kommt der 13. Kilometer, mich ?berholt ein Radler. Ich denke so bei mir, was hat DER denn da verloren? Gefolgt wird dieser wohl von noch 2 Radlern, die sich in einem f?rchterlichen Dialekt unterhalten. Kurz darauf weiss ich auch warum ich nicht mal 'Bahnhof' verstanden habe, es rasen 2 Kenianer an mir vorbei, aber von wegen auf dem Rad, die waren zu Fu? und unterhielten sich!!!!!!!!!!!!! Und das mit knapp 20 Km/h !!!!!!!!!!!
Gehts noch?????????
Staunend dr?cke ich automatisch den 13. Km ab 4:50.
Kopfsch?ttelnd nahm ich den 14. Km in Angriff, der immer noch sehr gut lief und mit 4:51 zu Ende war. Auf gehts in den 15. Km. Und was kommt? Genau, die Gerade mit den Zuschauern, die L?rm machten, wieder G?nsehaut. Die Kenianer waren mittlerweile im Ziel, in 1:05:25 ich durfte aber noch eine Runde . Mal in den K?rper hinein geh?rt, weil ich mir sagte, dass ich doch etwas platt sein m?sste, aber n?, mir gings immer noch sehr gut. Naja, die Zeiten lassen jetzt doch um ein paar Sek?ndchen nach. An den Luftballonpacerversager hab ich auch nicht mehr gedacht, aber dann hab ich ihn doch noch in der Ferne gesehen. Bin ich ihm n?her gekommen? Wohl nur Wunschdenken. Nach dem 16. Km in 4:56 folgte wieder ein Schnellerer in 4:50.
Doch tats?chlich, der Luftballon mit der magischen 1:45 ist definitiv n?her gekommen. Eine recht gro?e L?uferschar hat sich um den Pacer versammelt und lief das Tempo mit.
Der 18. Kilometer ist geschafft, ich dr?cke eine 4:54. Es sind nur noch 3 Km, ich h?re wieder in mich hinein und frage mich, warum ich nicht noch etwas schneller laufe, denn der Pacemaker mit seinem Pulk kommt mir immer n?her. Will er jetzt die Zeit verbummeln, die er zu schnell gelaufen ist, damit er p?nktlich ins Ziel kommt? Scheint so. Ich denke mir, dass ich schneller laufe, aber die Uhr behauptet etwas anderes. 4:52, von wegen schneller. Mittlerweile bin ich beim Paceluftimann angekommen, er schaut zu mir r?ber, sieht aber ?berhaupt nicht locker laufend aus, eher leicht platt Ich nehm mir jetzt vor, m?glichst viele von dem Pulk noch einzusammeln. Mit Sicherheit 70 L?ufer stapeln sich kurz vor KM 20, der immer noch nicht schneller als 4:52 war. Nun hol ich so nach und nach das Letzte aus mir heraus um noch kr?ftig zu ?berholen, was mir auch gut gelingt. Es geht das letzte mal an den Zuschauern vorbei und nun gilt der Zielkanal auch f?r mich. Neben mir l?uft noch jemand, der im Schlu?spurt an mir vorbei ziehen will, aber ich kann ihn dennoch hinter mir lassen, weil auch ich zu einem Sprint angesetzt habe. Ich ?berquere das Ziel, dr?cke die Uhr und staune Baukl?tze.
Neue pers?nliche Bestzeit in 1:41:57 und das, obwohl ich nicht speziell auf den HM hintrainiert habe. Seit dem Moment hab ich ein d?mliches Grinsen im Gesicht, lass mir von einem M?del mit Medaillen gratulieren und finds einfach nur geil.
Gleich mal bei der Versorgung zwei Clausthaler gekrallt und schlie?lich ein paar Minuten in den Bus gesetzt, bei dem man seinen Beutel deponieren konnte. Grinsend sa? ich also da, etwas gepl?ttet und s?ffelte Alkfreies. Doch ewig kann ich ja nicht sitzen bleiben, Volkmar m?sste doch auch schon langsam ankommen? Schlie?lich haben wir uns getroffen ?ber die Zeiten gestaunt und sind noch eine gute Weile mit Mooris Familie am Biertisch gesessen.
Als wir gingen, hab ich mir noch eine Urkunde mit meiner Zeit ausdrucken lassen. Gut war, dass es jetzt in Kempten Nettozeiten gibt. Letztes Jahr galt noch die Zeit ab dem Startschu?, was mich diesmal 33 Sekunden gekostet h?tte.

Sch?n wars und jetzt kann der Marathon in zwei Wochen kommen

11.4.05 10:19, kommentieren

Hamburg Marathon

Hier nun also mein Marathonbericht aus Hamburg, tut mir leid, dass er so lang geworden ist, er ist trotzdem recht kurz gehalten

Um 6:30 Uhr bin ich aufgestanden, bin im Hotel ans Fr?hst?cksbuffett und hab mir 3 Semmeln geg?nnt. Alles rein in den Hals, was satt macht. Bierschinken, Honigsemmel, M?sli, O-Saft, Multivitaminsaft und eine Kannee Kaffee. Ich mach mir da keine Gedanken dar?ber, ob das mein Magen vertr?gt, oder ob Kaffee entw?ssernd wirkt und mit der Einstellung fahr ich immer gut.
Ich war recht aufgeregt, das muss ich zugeben . Gegen 7:50 hab ich den Kilometer bis zum Startgel?nde zur?ck gelegt. ?berall wuselte es, ?berall L?ufer, Handbiker, Rollis und Inlinerfahrer, die die breite Karolinenstra?e hoch und runter fuhren, ungest?rt von Autos.
Ich zog mich in der Halle um, in der auch die Kleiderbeutel abgeben wurden, sendete eine SMS an Peter, in der Hoffnung, dass er sein Handy anhat, aber war wohl nix. So verbrachte ich die Zeit alleine mit Beobachten der ganzen Atmosph?re. Neben mir musste ein M?del ihrem Freund aus der Jogginghose helfen. Ich dachte mir, muss die das Zuhause auch immer machen? ?berall schmierten sich die Leute mit Vaseline und ?hnlichem ein, glaubten an bestimmte Mittelchen, die die Muskeln besser durchbluten, hauten sich den Franzbranntwein um die Ohren und um die Beine. Es ist der typische Geruch vor einem Laufereignis. Es ist egal welcher Lauf, es riecht immer gleich.
Ich ging eine halbe Stunde vor dem Beginn auf das Startgel?nde, nutzte noch ein Dixiklo und taperte vor mich hin. Komisch, an der Halle waren 20 Dixis, ?berall standen 15 Leute davor. Am Startgel?nde waren nur ein paar Dixis, aber kein Stau. Ich hab in Hamburg allgemein das Ph?nomen kennen gelernt, dass der Mensch ein Herdentier ist. Wenn irgendwo Stau ist, m?ssen sich die L?ufer hinten anstellen. Fand ich lustig und hab mir das auch erfolgreich im Laufe des Wochenendes zunutze gemacht.
Es war recht kalt, aber wundersch?n sonnig. Ich fror mit meinen Kollegen um die Wette, manche hatten M?llbeutel um, andere alte Klamotten, die kurz vor dem Start ?ber die K?pfe der L?ufer geworfen wurden.
Es waren nur noch ein paar Minuten bis zum Start, die Stimmung unter uns allen war toll, es wurde die Welle ein paar mal versucht. Um 9:00 wurden die Walker aus unserem Block B losgelassen, zur gleichen Zeit wie im Block A die ersten L?ufer. Langsam stieg die Spannung ins unermessliche und endlich die Befreiung durch den Startschu?. Mein Marathon in Hamburg hat begonnen, ich bekam spontan die erste G?nsehaut. Ich lief ?ber die Startlinie und dr?ckte auf meine Uhr.

Es ging gerade aus, genau der Kilometer, den ich vom Hotel hergekommen bin und die ganze Zeit hatte ich G?nsehaut. Schon hier jubelten die Zuschauer. Nach dem 1. Kilometer schon der erste H?hepunkt, wir bogen auf die Reeperbahn ein. Diese weltber?hmte Stra?e hinunter zu laufen, es ist ein Wahnsinnsgef?hl. Mir f?llt das Lied von Udo Lindenberg ein und sang es st?ndig in mich hinein, auch auf den restlichen 41 Km.

Reeperbahn
Ich komm an
Die geile Meile
Auf die ich kann

Wie sollte ich heute ins schwitzen kommen, wenn eine G?nsehaut die n?chste jagt? Ich wusste nicht wohin ich gucken sollte, rechts konnte man in jedem zweiten Wort ?Sex? lesen, links waren die Oper, das Musical und die entsprechenden Werbungen f?r die weltber?hmten Musicals.
Schlie?lich war die Reeperbahn zu Ende, es ging ?ber die K?nigstra?e zur ersten Wasserstelle bei Km 5 an der Bernadottestra?e. Hier war wieder das Herdentierph?nomen zu beobachten. Wasser gab es an vielen Tischen, aber n?, alles rannte zielstrebig auf den 1. Tisch zu, die Tische dahinter waren dagegen so gut wie leer. Sch?n f?r mich, ich griff erst beim 3. und 4. Tisch zu, was ich auch bei den folgenden Verpflegungsstellen ebenso machte.
Nach 6 Km machte die Stra?e einen 180? Knick, es ging nun die Elbchaussee hinab. Wer sich auskennt wei?, das ist das Villenviertel von Hamburg. Lauter tolle Villen standen links und rechts der Chaussee. Wenn ich wieder komm, wird ich mal meinen Geldbeutel ausleeren und eine Villa kaufen. Aber welche denn? Sind alles schmucke Teile. Wieder hatte ich einiges zu tun mit gucken und hielt auch Ausschau nach dem einen oder andern Promi, der hier mit Sicherheit ans?ssig ist, aber schade, kein bekanntes Gesicht, das uns mit Schampus zugeprostet h?tte.
Nach dem Ende der Elbchaussee, in Gedanken nannte ich die Gegend einfach mal Spie?erviertel, ging es nach ca. 10 Km und Verpflegung an Tisch 3 und 4 Richtung Fischmarkt. Hier lief man etwas bergab und man konnte jetzt auch den ber?hmten Hafen sehen. Die Zuschauer wurden mehr, es wurde lauter.
Nach 12 Km machte die Stra?e einen Knick und was dort an den Landungsbr?cken abging, das kann einfach unm?glich beschrieben werden. Ich lief diese Stra?e entlang, die man so oft auf Kalendern, Postkarten oder im Fernsehen sieht. Ich war auf den Landungsbr?cken, aber nicht allein, nicht nur mit den tausenden Mitl?ufern. Links und rechts standen Menschenmassen in 5 Reihen dicht an dicht. Sie standen auf der S-Bahn Br?cke dicht an dicht und alle machten Krach mit Trillerpfeifen, Ratschen, Kocht?pfen und allem M?glichen. Wieder lief ich mit G?nsehaut durch dieses Spalier. Ich sah links Menschen, rechts Menschen und war Fassungslos. Wie gesagt, ich kann es nicht beschreiben, was in mir vorging. Etwas weiter vorne sah ich eine Kamera des NDR- der die Dixitoilettent?r filmte. Ich kapierte gar nix, aber dann ging die T?r auf, ein L?ufer trat heraus und sah vor seiner Nase die Kamera. Als ich Zuhause die ?bertragung angesehen habe, kam dieses Szene. Dort wurde der L?ufer gefragt, ob es n?tig ist, schon nach 12 Km auf die Toilette zu gehen, worauf er trocken geantwortet hat, dass er schon zum zweiten mal musste und den Reporter stehen lie?.
Nach den Landungsbr?cken wurde es etwas ruhiger, die Reihen lichteten sich und ich konnte das gerade erlebte einigerma?en verarbeiten. Nun kamen recht ruhige Kilometer, es ging um die Aussenalster herum, wir liefen durch einen Tunnel. Dort wurde immer wieder die Welle gemacht, es wurde gerufen und man freute sich an dem Hall. Die Stimmung war nach 18 Km noch sehr gut unter den L?ufern.
Ich machte mir nach der 20 Km- Verpflegungsstelle, bei der nat?rlich wieder nur der erste Tisch belagert wurde, ?ber das Publikum Gedanken. ?berall las man die Schilder, kleine und gro?e Kinder, die m?chtig stolz aussahen und auf ihren Papi warteten, der es bestimmt schaffen wird. Ich hoffe das M?dchen mit den Kulleraugen konnte ihren Papi vorbei laufen sehen. Frauen, die auf ihren Mann oder Freund warteten und auf Transparenten nachdr?cklich darauf hinwiesen, dass sie geliebt werden und an ihren Schatz geglaubt wird. Wieder hatte ich G?nsehaut, w?hrend ich so die kleinen und gro?en Zuschauer angesehen habe und versucht habe ihre Gedanken zu erraten.
Mittlerweile bin ich bei Km 26 und nun begann der wahre Marathon. Bisher war bei den L?ufern gro?e Freude und Heiterkeit. Die Stimmung wurde aber ringsum immer ruhiger. Schon einige mussten Gehpausen einlegen, streckten ihre Muskeln, versuchten die harten Waden zu dehnen. Gut, dass hin und wieder f?r die L?ufer Massagestationen standen, die auch gern genutzt wurden. Es war jetzt auch an der Zeit f?r mich in meinen K?rper hinein zu h?ren. Ich analysierte meinen Zustand und kam zu dem Ergebnis, dass ich noch Spitze in Form war. Ich musste l?cheln, f?hlte aber mit den Schmerzgeplagten mit.
Bei Km 27 versuchte ich einen lustigen Satz und rief meinem Nebenmann zu, dass da ja schon wieder ein Kilometerschild kommt, das letzte war doch gerade erst da hinten?! Ich erntete nur einen giftigen Blick. Ich war in Euphorie und kam einem Geher n?her, der auf dem R?cken den Aufdruck ?Die Sau l?uft doch? hatte. Ich musste ihm zurufen ?Qu?l dich du Sau? grinste ihn an, aber auch hier nur ein b?ser Blick. In der Fernseh?bertragung hab ich ihn wieder gesehen, wie er auf einer der Massageb?nke bei Km 30 auf der Liege behandelt wurde.
Die Zuschauer wurden ab Km 32 wieder um einiges mehr. Ich sah ein breites Transparent, worauf zu lesen war 'Wir haben schon geduscht'. Wer sich noch erinnern kann, ich hatte am Bodensee im Oktober ab Km 32 ganz ?ble Kr?mpfe und musste die restlichen Km gehen. Ich hoffte, dass ich diesmal verschont w?rde.
Nun bin ich bei Km 35, ich sehe ein Schild mit der Aufschrift 'Umdrehen w?re jetzt doch auch bl?d' jetzt musste ich Slalom laufen, so viele L?ufer mussten nun gehen oder liefen ganz langsam weiter. Ich wurde ziemlich behindert und was machten meine Beine? Sie taten etwas weh, aber mir ging es immer noch toll. Ich klatschte munter Kinderh?nde ab, auch die Kinder, die die H?nde gerade mal in 50 cm hatten, das fanden die Kinder toll, ich freute mich, weil sie sich freuten. Gerade jetzt, wenn der Marathon dem Ende zugeht, sind die L?ufer mit sich selbst besch?ftigt und haben keinen Blick mehr f?r die Zuschauer, die nun von Km zu Km immer mehr wurden.
Ich h?rte jetzt bei 36 Km eine Frau sagen, dass man sich nun noch 5 Minuten erholen k?nne, bevor es den Berg hoch geht. Berg? Ich dachte ich bin in Hamburg?!?! Naja, dann bereite ich mich mal psychisch auf diesen Berg vor, aber erstmal kann ich ja weiter kleine H?nde abklatschen, Schilder lesen und Anfeuerungen genie?en.
Immer mehr L?ufer musste ich ?berholen und bei Km 37,5 kam der ganze Zug ziemlich ins Stocken. Die Zuschauer machten die Stra?e extrem eng und was noch hinzu kam war, dass dem Asics Bogen, der die letzten 5 Km anzeigte, kurz zuvor schlapp machte und die ganze Luft aus dem Stra?en?berspannenden Teil entfleuchte. Viele freiwillige Zuschauer hielten solange den Bogen hoch, damit die L?ufer unten durch laufen konnten.
Aber auch dieses Hindernis konnte mich nicht weiter aufhalten, es ging unbarmherzig dem Ziel entgegen. Ja, stimmt schon, ich lief am 39 Km ? Schild vorbei und dachte wehm?tig, dass in 20 Minuten alles vorbei ist. Sogar jetzt noch, nach dieser langen Distanz war ich nur am L?cheln und lief wieder seit einigen Kilometern mit G?nsehaut durch Hamburg. Dann nach 40 Km dachte ich wieder an den Berg, an der Rothenbaumchaussee soll doch die Steigung sein?! Die Steigung war l?ngst vorbei und ich hab es gar nicht bemerkt. Und ehrlich, es waren ja kaum H?henmeter.
Ich lief an Km 41 vorbei und wurde immer wehm?tiger, ich wollte, dass dieser Marathon ewig weiter geht, aber mit jedem Schritt kam ich dem Ziel n?her. Ich sah die Zuschauer an, die Zuschauer sahen mich an, ich lief auf das Lokal ?September? zu, an dem sich die Foris getroffen haben. Hier macht die Stra?e den letzten Knick und man sah in ein paar hundert Metern das Ziel. Wieder dieses irre Spalier von Zuschauern, in der Ferne wie eine Welle die L?ufer, die einer nach dem anderen die Arme in die Luft rei?en, genau wie ich das schon 100 Meter vor dem Ziel mache und mit erhobenen Armen, l?chelnd und nat?rlich mit G?nsehaut nach 3:56:49 ?ber die Ziellinie lief.

Ich bekam von einem h?bschen M?dchen die Finishermedaille umgeh?ngt, sie sah mir in die Augen und gratulierte mir und sie sagte es nicht nur mechanisch zu jedem L?ufer. Ich glaube, sie hat gewusst, dass sie den besten Job aller Helfer hat. Sie darf den gl?cklichen, strahlenden L?ufern im Hochgef?hl des pers?nlichen Triumphes als erste gratulieren.

Ich ging den Zielbereich weiter und dann passierte etwas, das ich von mir selbst niemals erwartet h?tte. Ich sah mir die Medaille an und pl?tzlich schossen mir die Tr?nen in die Augen. Sofort hab ich die Medaille losgelassen und hab versucht mich wieder zu fassen, was mir auch gelungen ist. Ungehobelte Allg?uer heulen doch nicht.
Kurz darauf stellte ich mich bei einer Getr?nkeverpflegung an und da ich noch etwas warten musste, sah ich mir noch mal die Medaille an. Wieder geschah das unfassbare, mir schossen wieder die Tr?nen in die Augen. Ich lie? die Medaille wieder baumeln, blickte auf den Boden und nahm mir ein Gatorade. Eine Weile schritt ich vor mich hin und ging schlie?lich zum Stand mit Erdinger Alkoholfrei. Ich nahm mir zwei Becher davon, allerdings am 3. Tisch, der frei war, weil sich alle L?ufer auf die ersten beiden Ausgabetische tummelten.
Ich suchte mir einen Platz in der Sonne und setzte mich. Ich nahm einen tiefen Schluck und blickte fatalerweise wieder meine Medaille an. Ich kenne mich so nicht, aber wieder tr?nten mir die Augen. Ein paar Minuten war ich still mit dem Kopf zwischen den Beinen in mich gekehrt und schaffte es nicht, das Erlebte emotional zu verarbeiten.

Sp?ter bin ich wieder aufgestanden, wanderte ?ber das Gel?nde und ging schlie?lich zum Massieren. Zwei niedliche M?dels haben mir gleichzeitig meine ersch?pften Beine massiert. Sie gaben sich ganz gro?e M?he mit jedem einzelnen L?ufer und fragten auch nach den Beschwerden, damit sie richtig massieren konnten. W?hrend dem Massieren rief Moori an, den ich anschlie?end zur?ck rief. Die Zeiten waren schon im Internet verf?gbar und Volkmar war sehr stolz auf Peter und mich. Ja, auch ich war selbst stolz auf mich. Das nahm ich mir einfach heraus.

Nun ging ich wieder in die Messehalle und holte mir jetzt erst das Finishershirt ab, das man komischerweise schon am Vortag abholen konnte. Ich holte mir die Urkunde ab und lie? mir f?r 5 ? die Medaille gravieren. Anschlie?end verlie? ich das Marathongel?nde.

Im Hotel angekommen stellte ich mich genussvoll unter die Dusche, aus der ruhig etwas mehr Wasser h?tte kommen k?nnen und sah mir um 16 Uhr die Zusammenfassung des Marathons an. Ein gewisser Julio Ray hatte solchen Respekt vor mir, dass er mir fast 2 Stunden davon gerannt ist und in 2:07:39 gewonnen hat. Na, fast h?tte ich ihn zum Streckenrekord gejagt.

Was gibts zum Schlu? zu sagen? Hamburg ist einfach eine tolle Stadt, der Marathon war perfekt organisiert. Nirgends gab es Wartezeiten. Die Startnummernausgabe war in 20 Sekunden erledigt, die Urkunde bekam man auch innerhalb einer Minute. Auch das Gravieren der Medaille dauerte nur 2 Minuten.
Wenn man es richtig machte, musste man auch kaum am Dixiklo anstehen und wer an der Verpflegungsstation unbedingt den ersten Tisch benutzen will, der muss eben warten.
Es war ein Traum in Hamburg dabei gewesen zu sein und es war mit Sicherheit nicht der letzte Marathon in der sch?nen Hansestadt mit ihren unglaublichen Zuschauern.

Danke Hamburg

1 Kommentar 25.4.05 10:03, kommentieren

Gebirgstälerhalbmarathon in Oberstdorf

Am 29.05.2005 fand zum 6. mal der Halbmarathon in Oberstdorf durch die Gebirgst?ler statt. Die Wetterprognose war wenig L?uferfreundlich und so kam es auch, dass an diesem Sonntag wundersch?nes Hochsommerwetter die ca. 650 L?ufer empfing. Auch die Temperaturen bis 31? konnten uns nicht abschrecken.

Ich meldete mich an und wartete nun mit einem befreundeten L?ufer auf den Hitzelauf, der da kommen m?ge.

Vor so einem Start ist immer die gleiche Stimmung, es ist ein kribbeln, fast ein sp?rbares Vibrieren, das in der Luft liegt. ?berall beobachte ich von meiner schattigen Parkbank aus, wie sich die Athleten und Athletinnen warm liefen, diverse Dehn?bungen machten und sich mit Gleichgesinnten austauschten. Nat?rlich darf auch das obligatorische Tiefstapeln nicht fehlen. Noch nie hab ich erlebt, dass ein L?ufer zugibt, in bestechender Form zu sein, doch unter uns gesagt, die meisten sind k?rperlich zu diesem Zeitpunkt topfit. Ich wollte diesen Lauf und die Umgebung einfach nur genie?en und nahm mir kein Zeitziel vor. Bestzeit war sowieso nicht drin, das verhindern schon die knapp 600 H?henmeter, die zu bew?ltigen waren.

Um 10:20 Uhr war der erste Startschuss, die Damen wurden auf die Strecke geschickt.

Ich fand das gut, so kommen die Damen in den Genuss der vermehrten Anfeuerungen, weil ja die Herren dabei standen und ihre Laufkolleginnen anfeuerten. Nach 3 Minuten, einer Runde durch das Dorf, kamen die Damen wieder am Start vorbei, wieder wurde geklatscht und Mut zugerufen und schlie?lich verschwanden die Vertreterinnen des sch?nen Geschlechts aus dem Blickfeld.

Nun kam wieder das Procedere der Herren mit warm laufen und dehnen, das Kribbeln und Vibrieren wurden wieder st?rker, es wurde zum Start aufgestellt und um 10:35 Uhr wurden auch wir Herren auf die Reise geschickt.

Ich hielt mich mit meinem Laufkollegen im hinteren Teil des Feldes auf, man will ja den Leuten mit Zeitambitionen nicht im Wege stehen. Auch wir wurden nat?rlich zun?chst durch das Dorf geleitet, wieder vorbei am Start und dann aus Oberstdorf hinaus. Schon nach 1 Km ging es zackig einen Berg hoch, der Schwei?ausbruch hatte begonnen. Einige L?ufer haben hier lieber einen z?gigen Gehschritt angeschlagen, wohl um Kr?fte zu sparen f?r die Kilometer die noch kommen werden. Wir schafften den Berg im Laufschritt, aber der Puls war bestimmt schon sehr nah an der Maximalgrenze. Endlich war die Steigung geschafft, puh.

Schon jetzt lohnt es sich, dass man diesen sch?nen Lauf nicht auf Zeit l?uft, man hat von hier oben einen pr?chtigen Blick in die Allg?uer Alpen, eine tolle Aussicht.

Nun, nach etwa 3 Km war das Gel?nde nicht flach, es war aber angenehm zu laufen, waren wir doch viel im Schatten des Waldes.

Bei Km 5 erreichten wir die erste Versorgungsstelle, ich hatte eine eigene Wasserflasche dabei und habe diese mit einem Wasserschlauch wieder bef?llt. Ein kleiner Junge, der den Schlauch hielt fand es fantastisch, dass er mich von oben bis unten mit dem Wasserschlauch nass spritzen konnte. Der Junge jauchzte vor Vergn?gen. In dieser Hitze war die Dusche alles andere als unangenehm, allerdings machte ich mir Sorgen, weil viel Wasser in meine Schuhe gelaufen ist, ja hoffentlich bekomme ich keine Blasen.

Die Reise ging weiter, nach etwa 7 KM f?hrte die Strecke hinunter in das Trettachtal, aber es gibt keine Verschnaufpause, denn schon f?hrt und der Weg bergauf, aber nicht sehr steil, zum Christlesssee.

10 Km sind schon fast geschafft, wir laufen ?ber eine Br?cke, unter der die Trettach mit heftiger Naturgewalt tost und in das Tal st?rzt, ein toller Anblick, doch soviel Zeit habe ich nicht, ich muss weiter. Bald kommt der Wendepunkt und die Zwischenzeitnahme. Hier muss man noch mal den Blick ?ber die Berge und die Almen schweifen lassen, dazu ist auch Zeit, weil hier der zweite Verpflegungspunkt ist. Beim Verzehr einer Banane, kann ich noch die Bergwelt genie?en.

Weiter geht es in das schwierigste St?ck der Strecke. Wir laufen durch einen Wald und sprichw?rtlich ?ber Stock und Stein bergab. Sehr vorsichtig laufe ich die Trailstrecke hinab. Erst im Januar knickte ich mit dem Fu? um und konnte vier Wochen nicht laufen und das setzte sich im Kopf fest. Ich muss meinen Kollegen ziehen lassen, der wie eine Gemse den Berg hinunter l?uft. Scheinbar bin ich sehr langsam, weil mich noch 20 L?ufer ?berholen, bis wir besseres Terrain erreichen. Ich konnte es nicht fassen, wie halsbrecherisch manche Leute den Weg nahmen.

Endlich wurde der Weg breiter und flacher. Die L?ufer, die mich ?berholt haben, sammelte ich nun nach und nach wieder ein, das motivierte und ich gab mir nun selbst die Sporen. Ich holte meinen Lauffreund bald ein, der jedoch Magenprobleme bekommen hat, die er sich wohl durch hastiges trinken von kaltem Wasser zugezogen hat. Alleine lief ich also weiter, hoch zur Versorgungsstelle. Meine Beine liefen hier bei Km 14 so gut, dass ich mich nicht lange bei der Getr?nkestation aufhielt und flott weiter zog, doch schon bald lief ich auf eine Steigung zu, bei der ich nicht erkennen konnte, wie hoch diese f?hren wird, also lief ich frohgemut den Weg hoch, rechts donnerte der Qybach ins Tal, der zurzeit viel Schmelzwasser f?hrt und nicht mehr viel mit einem Bach gemeinsam hatte. Tja, die Steigung h?lt an, ich bin etwas zu optimistisch den Berg hoch gelaufen. Einige L?ufer fangen hier lieber wieder das Gehen an, aber ich werde nicht gehen, ich laufe den Berg hoch, obwohl, hm, die Steigung scheint noch weiter zu gehen, es ist doch sehr verlockend nun ein paar erholsame Gehschritte zu machen, doch noch lief ich weiter. Als ich um die n?chste Kurve bog und immer noch kein Ende des Berges in Sicht war, war mein Vorsatz zunichte und fing auch an zu gehen. Zum Gl?ck stand gleich darauf ein Schild, mit dem Hinweis, dass es noch 100 Meter bis zur Versorgungsstelle waren und somit die Steigung zu Ende. Ich ging also bis zu dieser Getr?nkestation, lie? noch mal meinen Blick ?ber die Berge und ins Tal schweifen, in dem ich L?ufer sah, die den Berg noch vor sich hatten.

Von nun an ging es bergab, nein nicht mit mir, das Ziel im Tal war bald erreicht. Nur noch 4 Km waren zu bew?ltigen. Der Verlauf einer Stra?e muss noch 2 Km gefolgt werden, doch schlie?lich f?hrt ein Weg steil hinab ins Tal. Unten angekommen, l?uft man am Ortsrand von Oberstdorf und wird von den Zuschauern begr??t. 20 Km sind geschafft, aber mir geht es noch hervorragend, daher kann ich mein Tempo forcieren und ?berhole ein paar L?ufer. Ich laufe durch die beschaulichen Stra?en von Oberstdorf und kann schon in der Ferne den Sprecher der Zielankunft h?ren. Ich laufe die letzte Kurve und sehe das Ziel vor mir, ich ?berhole noch einen L?ufer, werde fotografiert, mein Name wird genannt und erreiche das Ziel in 1:56:18.

Mein Kollege kam auch bald ins Ziel, sein Magenproblem hatte sich gebessert.

Am Kurhaus dachten wir noch an unser leibliches Wohl und verabschiedeten uns schlie?lich von einem der sch?nsten Panoramal?ufe in Deutschland. Trotz der Hitze war der Oberstdorfer Gebirgst?lerlauf ein tolles Erlebnis.

29.5.05 23:56, kommentieren

10 Km beim Nikolauslauf in Marktoberdorf

Es ist Sonntag, es ist kalt, es ist sonnig und es steht ein 10 Km Wettkampf in Marktoberdorf an.
Am Vormittag trafen wir uns mit Alpi und Lotusbl?te in einem Cafe und plauderten.
Gegen 12:30 haben wir uns fein gemacht f?r den Lauf und sind zum Startbereich. Um 13 Uhr war der Kinderlauf. Dort haben etwa 750 Kinder mitgemacht. Sie liefen 800 Meter ohne Wettkampfcharakter. Die Meisten mit Strassenschuhen und Jeans. Im Ziel gab es vom Nikolaus f?r jeden 'Finisher' ein Geschenk. Das war ein Gewusel.
Nun lief ich mich warm und oft wurde ich auf meine 3/4 Hose angesprochen, obs mir nicht kalt w?re. N?, geht scho und beim Lauf bin ich froh, wenn ich nix langes anhab.
Ich traf viele bekannte Gesichter und einige davon wollte ich gern im Ziel hinter mir haben. Meine Eltern guckten zu, mein gro?er Bruder mit Familie war zugegen, ich traf Arbeitskollegen, Leute aus den umliegenden D?rfern, ehemalige Schulkameraden.
Um 13:40 war der Start und knapp 300 Leute warteten auf den Startschu?. Als es krachte lief die Meute los und ich ?rgerte mich schon wieder dar?ber, dass vor mir wieder mal langsame L?ufer waren, die den Weg blockierten, aber ich keilte mich da schon durch Ich hab echt keine Lust bei so einem kurzen Lauf soviele Sekunden zu verlieren und ich den R?cksichtsvollen mache. Nach ein paar hundert Metern lockerte sich das Feld und bald versuchte ich meinen Rhytmus zu finden. Nach einem Kilometer stoppte ich meine Uhr bei 45 Sekunden. Super, ich bin den Kilometer mit 90 Km/h gelaufen. Respekt. Nein, bei irgendeinem resoluten Einsatz beim Start bin ich wohl an die Stoppuhr gesto?en, worauf diese abschaltete. Nun wusste ich nat?rlich nicht, wie schnell ich war. Ich lief weiter und dachte mir, dass ich doch bald beim 2 Km Schild gewesen sein m?sste, das hab ich ?bersehen, immer noch kein Anhaltspunkt wie schnell ich war. Am Stra?enrand stand Hase mit meinen Eltern und Lotusbl?te, die mich anfeuerten, ich konnte jetzt noch die Hand heben, aber schon hier sparte ich mir die Kr?fte, die ich f?r ein L?cheln einsetzen m?sste.
Bald war die erste Runde geschafft, man lief durch ein Spalier von vielen Leuten und wurde lautstark angefeuert. Los ging es in die 2. Runde und mittlerweile hab ich auch das Schild f?r den 3. Kilometer gefunden, ab jetzt konnte ich wenigstens die Kilometerzeiten in Erfahrung bringen.
Nun hie? es auch auf den K?rper zu h?ren, bzw. nicht auf ihn zu h?ren, denn er protestierte schon etwas gegen das Tempo und meinte, ich solle langsamer machen, aber nix gibts, ich lief ?ber diese Stimme hinweg. Ich lief wieder an meinem Fanblock vorbei, aber schon hier hatte ich nicht mehr die Energie ?brig um zu winken. Bald ging es wieder durch das Zuschauerspalier, auf gehts in die letzte Runde. Ich lief schon seit einer Weile nah hinter einem L?ufer her, damit ich bei Gegenwind in seinem Windschatten laufen konnte, diesen ?berholte ich dann nach 8,5 Km und holte noch ein paar K?rnchen aus mir raus. Meine Mutter rief mir zuvor noch zu, dass die Gabi hinter mir ist, ich nahm mir n?mlich vor sie zu schlagen. Gabi ist aus dem Nachbardorf und ziemlich flott drauf. Ich bewunderte immer ihren schwebenden Laufstil. Nat?rlich spornte mich das zus?tzlich noch an. Auf dem letzten Kilometer lief ich auf der letzten Rille und holte nochmal alles aus mir heraus und ?berholte noch ein paar L?ufer. Ich lief mit Vollgas in einer irren pers?nlichen Bestzeit von 43:19 ins Ziel ein. Das hie?, dass ich meine offizielle Bestzeit um 3 Minuten verbessert hab, damit hab ich nicht gerechnet, ich wollte eigentlich nur die 45 Minuten knacken. Um so mehr freu ich mich, dass es so gut lief.
Erstmal Luft holen. Hase war sofort im Ziel und war sehr sehr stolz auf mich. Zur Belohnung gab es ein paar sch?ne K?sse. Meine Eltern waren auch bald da und im Ziel gab es viel zu reden. Auch Erich, alias Alpi kam nach ganz tollen 49 Minuten ins Ziel. Ein richtig guter gegl?ckter Lauf war das.
Bald mussten wir uns aber wieder verabschieden, denn schlie?lich mussten wir noch ein bisschen nach Frankreich fahren. Also fuhren wir zun?chst zu mir Heim um zu duschen und haben bald den Weg in den Hasenstall eingeschlagen.

3 Kommentare 12.12.05 12:10, kommentieren

Hier ist der 5-fache Marathon-Finisher

Mein 5. Marathon stand unter dem Motto: ?Ich lauf durch den Monsun?
?ber die ganze Strecke hinweg ging mir dieses Lied, das momentan in den Charts weit oben ist im Kopf herum. Ich mag das Lied nicht, aber gegen einen Ohrwurm kannst du einfach nix machen, vor allem wenn es en ganzen Tag regnet. Bis auf ein paar ruhige Minuten nur Dauerregen. Was solls, man kann sich das Wetter nicht aussuchen. War es letztes Jahr mit 24? viel zu warm, war es diesmal mit 9? viel zu kalt.
Ich war um 9:30 in Lindau und siehe da, mein Parkplatz von Gestern war noch frei. Es waren etliche Pl?tze frei, aber 10 Minuten sp?ter waren alle Parkpl?tze belegt. Hier sa? ich nun und m?mmelte auf einer Breze herum und wartete. Ich beobachtete die Mitl?ufer bei ihren Vorbereitungen. Die Stimmung war gut, es wurde geflachst, das Wetter wurde einfach ausgelacht.
Um kurz nach 10 bin ich langsam zur Insel gegangen, dort angekommen suchte ich erst mal den Lastwagen f?r meinen Kleiderbeutel, der meine Fracht ins Ziel nach Bregenz bringt, aber HAHA, verarscht, die Lastwagen waren dieses Jahr genau auf der anderen Seite. Ich gab meinen Beutel ab und stellte mich unter ein Dach und beobachtete die Leute. ?berall waren die L?ufer in M?llbeuteln gekleidet, ab und zu kam ein wichtig aussehender L?ufer in kurzen Hosen und Singlet vorbei, die allesamt sehr cool und entschlossen guckten und den ganz Harten Kerl raus h?ngen lie?en und so den Eindruck erwecken wollten, dass ihnen die K?lte ja gar nix ausmacht.
Es lief ein Herr an mir vorbei, den ich jetzt nicht unbedingt als L?ufer interpretiert h?tte, aber er hatte eine Startnummer und sportliche Klamotten an, also l?uft er wohl mit. Der Kollege hatte mit Sicherheit mehr als 130 Kilo und das ist optimistisch gesch?tzt. So sieht wohl ?The real Biergartenjogger? aus. Innerlich sch?ttelte ich den Kopf. 10 Minuten vor dem Start stellte ich mich in den Startblock und ausgerechnet neben die Boxen des Ansagers. Geht?s vielleicht noch lauter? Ich dachte, mir fallen die Ohren weg. Was f?r ein Gebr?ll und t?sende Musik. Auf der B?hne zappelten ein paar M?dels herum und versuchten die L?ufer zu animieren, dass sie sich aufw?rmen, aber es war doch viel zu eng. Der Ansager pl?rrte jede Minute herunter, die noch bis zum Start verging und immer wieder zuckte ich zusammen. Neben mir stand der Pacemaker mit dem Ballon ?Zielzeit 3:45? Oh, bin ich soweit vorne? Die letzten Sekunden wurden herunter gez?hlt und dann war der Start. Vor mir trippelten die L?ufer los, ich stand aber komischerweise noch. Den L?ufern wurde ihr sinnloses Getrippel bewusst und fingen wieder zu gehen an. Der Startbogen war ja schlie?lich noch 200 Meter weit weg. Ich ?berquerte den Start und dr?ckte auf meine Uhr, mein 5. Marathon hatte begonnen, meine Kerstin nehme ich in Gedanken mit. Ich lief diszipliniert vor mich hin, hatte aber dennoch schnell den 3:45 L?ufer hinter mir. Ne, so schnell bin ich nicht, der wird mich noch ?berholen. Runter ging es von der Insel, ?ber die Br?cke, dann wurde abgeschwenkt in Richtung ?sterreich. Ich war im Soll, der 1. Km lag bei 5:30, alles Bestens. 500 Meter sp?ter staunte ich nicht schlecht, ?The real Biergartenjogger? wurde von mir ?berholt, er keuchte und schnaufte wie ein kaputter Ofen, ich machte mir Sorgen, regte mich aber tierisch innerlich auf, weil der Typ beim Start soweit vorne stand. Sp?ter hab ich in der Ergebnisliste nachgeguckt, wie lange er denn wohl vom Startschuss bis zum ?berqueren der Startmatte brauchte. Sogar die Sieger hatten ein paar Sekunden Verlust, aber unser Dicker stand ganz vorne in der ersten Reihe. Unm?glich. Er hatte ?brigens eine Zeit von 3:03 ...... f?r den Halbmarathon, hatte aber noch ein paar ?L?ufer? hinter sich.
Nach 5 Km kam die erste Versorgungsstelle, es gab ein Powergetr?nk, aber in der ganzen Halbliterflasche. Gro?z?gig wurden diese verteilt, ein Schluck wurde von den L?ufern genommen und dann die ganze Flasche an den Rand geworfen. Hunderte Flaschen lagen herum, nat?rlich alle noch fast voll. Ziemlich schlecht mitgedacht von den Versorgern.
Nun liefs endlich etwas ruhiger am Bodenseeufer entlang. Spannend ist es nicht, man kann links die vorbeifahrenden Autos betrachten, oder aber rechts den verregneten Bodensee, bis Bregenz war gar nix geboten, auch keine Zuschauer.
In Bregenz liefen wir am Stadion vorbei, das in 34 Km mein Ziel sein soll. Nein, das schl?gt nicht auf die Moral, schlie?lich geht?s mir gut, das Laufen macht so richtig Spa?. Ein paar Zuschauer waren hier auch, vor allem am Hafen und am Bahnhof. Dann liefen wir hinaus aus Bregenz und verabschiedeten uns bald vom Bodensee. Nun lief man am Rhein entlang, der auch nicht gerade eine Augenweide war, er f?hrte braunes Hochwasser. Der Asphalt wechselte auf Naturwege und hier gab es etliche Pf?tzen, die ihr Wasser unbedingt in meinen Schuhen haben wollten. Sie sollten ihren Willen bekommen.
Jetzt nach 13 Km kamen uns die ersten Halbmarathonl?ufer entgegen, die es schon bald geschafft haben, aber egal, uns geht?s doch immer noch gut. Der Rhein wurde ?berquert und dabei geriet die ganze Br?cke ins Schaukeln durch das gleichm??ige Trippeln von hunderten Beinen. Es war ein komisches Gef?hl, es wurde gekichert und gekreischt und alle fanden es lustig.
Nach 16 Km wurden die Halbmarathon- und die Marathonl?ufer getrennt, wir liefen geradeaus weiter, das Feld hat sich gelichtet. Nach 17 Km sp?rte ich meine Wade, was soll das jetzt eigentlich? Ist das l?cherlich? Na gut, ich hab nat?rlich immer im Hinterkopf, was mir letztes Jahr passiert ist und horchte recht empfindlich in mich hinein. Die Halbmarathondistanz hatte ich in 1:53:30 geschafft, rechne ich das hoch, w?re das eine 3:47, aber da kommt mir noch eine Pinkelpause dazwischen. Nach 24 Km scherte ich aus und erleichterte mich, ich hab aber aus reiner Gewohnheit meine Stoppuhr gedr?ckt. Das juckt die offizielle Zeitnahme aber nicht sonderlich, ob ich Pausen mach oder nicht, also schnell wieder auf Start gedr?ckt, aber eine halbe Minute war die Uhr wohl gestanden.
Nun wurde in die Schweiz gewechselt, die Zollbeamten l?chelten und freuten sich ?ber die Abwechslung und keiner wollte einen Ausweis sehen, trotzdem h?tte ich ihn gebraucht, aber dazu erst sp?ter.
Hier in der Schweiz wurden wir herzlich begr??t. Uns wurden getrocknete Aprikosen gereicht und Datteln. Dabei standen die M?dels nicht herum, sondern liefen mit ihrem K?rbchen nebenher, damit man sich leichter bedienen konnte. ?berhaupt hatte ich das Gef?hl, dass die Schweizer Zuschauer von dem ganzen Spektakel am meisten Spa? hatten. Es waren viel mehr Zuschauer und viele feuerten uns frenetisch an. Das machte Spa?. Ich lief an einem Kilometerschild vorbei, hatte aber vergessen, wie viel schon absolviert waren. Ich fragte einen Mitl?ufer, der mir mitteilte, dass das Km 26 war, worauf ich sagte, ui, ich dachte 25 Km, dann wird?s ja langsam Zeit f?r den Endspurt. Sein L?cheln gefror im Gesicht, worauf ich etwas das Tempo erh?hte, bevor mir ein Powergel um die Ohren geworfen wird.
Nach 28 Km erinnerte ich mich an die Br?cke, die ?ber die Autobahn f?hrte vom letzten Jahr, hier war der Punkt an dem ich ziemlich eingebrochen bin, aber heute gings mir gut. Meine Wade hat sich ?brigens nicht mehr gemeldet. Jetzt nach 28 Km machte ich meine k?rperliche Inventur, ein paar Sachen liefen nicht mehr rund, aber ich war doch noch in guter Verfassung. Nun kommt der ?deste Teil des Marathons. Man l?uft am Rheindamm entlang, l?uft man am 30 Km-Schild vorbei, kann man schon erahnen, dass dort in der Ferne das Km 31 Schild ist. Bolzengerade f?hrte die Strecke ?ber 3 Km dahin.
Nach 31 Km dachte ich, ich sehe schlecht, hat sich eine Frau genau 20 cm neben die Strecke gesetzt und machte einen Haufen. Woher ich wei? dass sie nicht Pipi gemacht hat? Es herrschte hier Seitenwind.
Es kam das omin?se Schild mit der 32. B?se sah ich dieses Schild an, denn letztes Jahr war ab hier fast nicht mehr an Laufen zu denken, ich hatte Kr?mpfe bis ins Ziel. ?tsch, diesmal kriegst du mich nicht. Kaum an dem Schild vorbei, sah ich vor mir einen L?ufer, der pl?tzlich humpelte. Ihn hat es erwischt, er bekam Kr?mpfe. Allerdings muss man sagen, dass es in diesem Jahr relativ wenig L?ufer gab, die zu gehen begannen. Hier lohnt sich das kalte Wetter.
Es sind nicht mal mehr 10 Km, will ich einen L?ufer aufmuntern der auch geht. Blendend geht?s mir nicht mehr und ich denk wieder an mein Hasi, f?r die ich doch den Marathon laufe. Ich wei?, sie denkt auch ganz fest an mich und das muntert mich auf.
Die Zuschauer wissen, wie sich viele L?ufer mittlerweile f?hlen, ich aber l?chle den Zuschauern aufmunternd zu, schlie?lich ist es auch kein Zuckerschlecken bei dem Wetter stundenlang hier herum zu stehen, da lauf ich doch lieber.
Mittlerweile laufe ich bei Km 35 vorbei und lutsche mein 2. Powergel. Klebt wie Sau, aber mit Wasser geht das Zeuch schon runter. Nur noch 7 Km, mir tut das Gestell schon ziemlich weh, aber ich bin ja hier nicht auf einem Kindergeburtstag, sondern auf einem Marathon, da kann es schon passieren, dass was weh tut. Ich teile mir in Gedanken die Strecke ein und ?berlege von meinen Hausstrecken, wie weit es noch ist. So eine 7 Km Runde schau ich Zuhause nur ver?chtlich an, aber hier sind 7 Km noch recht lange.
Ich halte mein Tempo und das Sch?ne ist, dass ich schon seit ein paar Kilometern etliche L?ufer ?berhole, das motiviert noch zus?tzlich und macht die Schmerzen auch leichter.
Bald kommt schon Km 39, das sind noch 17 Minuten. Mein Gott, was sind schon 17 Minuten? Ich merke, dass ich verkrampft laufe, denke wieder an Kerstin und mach mich locker, denn so schlecht wie ich es mir einzureden versuche, geht es mir doch gar nicht. Siehe da, es geht doch, ich sp?re, wie ich wieder schneller werde. Ich ?berhole endlich einen L?ufer, der mir schon seit 2 Km vor der Nase ruml?uft. Die letzten zwei Kilometer lauf ich die schnellsten Kilometer, in ein paar Minuten werde ich im Ziel sein. Die Minuten vergingen, eine Frau ruft uns zu, dass es noch 300 Meter sind und tats?chlich, ich sehe das 42 Km Schild und laufe ins Stadion ein. Ich richte meine Startnummer gerade, versuche die klatschnassen Haare zu gl?tten und suche den Fotograf. Dort vorne sitzt er unter einem Regenschirm und ich balle die F?uste, die ich in den verregneten Himmel strecke. Ich laufe ?ber die Ziellinie und das mit einer neuen Bestzeit in 3:49:38 h. Meine Rache am Bodensee ist erf?llt.
Ich bekam meine Finishermedaille und ging z?gig zum Erdinger-Stand.
Dort nahm ich mir eine Flasche und einen Becher und schenkte mir selbst ein Erdinger- Alkoholfrei ein. Der Erdinger Fotograf kam auf mich zu und hat mich als Fotomodell auserkoren. Ja, so ist es gut, zeig das Etikett nach vorne, jawohl und L?cheln, Super. Und jetzt nimm einen Schluck, ja, gut so, danke Super, danke, danke.
Wo bleibt bitte die Gage???
Mit dem vollen Becher steuerte ich schon den Ausgang des Stadions ein, ich hatte keine gro?e Lust auf Lungenentz?ndung und schaute schnell, dass ich meinen Kleiderbeutel bekomm. Nat?rlich latschte ich am richtigen LKW vorbei und klapperte erst die Anderen ab, bis ich wieder zur?ck laufen durfte. Logisch wars eigentlich der Erste.
Ich ging in Richtung Umkleiden und zog mir die trockenen Klamotten an. Ganz sch?n viel Gewicht, so vollgesogene Laufklamotten. Ich schlappte zum Bahnhof und musste nur 23 Minuten auf den n?chsten Zug warten. Der Zug brachte mich nach Lindau. Hier kam es dann noch zu einem lustigen Ereignis.
Pl?tzlich in der Bahnhofhalle kommt ein Mann zielstrebig auf mich zu und ich denk mir, ?Neeee, verpiss dich, ich geb dir keinen Euro? Der Herr zeigt mir seinen Ausweis und sagt.

?Guten Tag, Polizei, Personenkontrolle, darf ich mal bitte ihren Personalausweis sehen??
??hm, hab ich gar nicht dabei?
?Wo ist der denn??
?Im Auto?
?Aha und wo ist das Auto??
?Drau?en auf nem Parkplatz vor der Insel?
?Aha, irgendwas Anderes dabei, dem ich entnehmen kann wer sie sind??
?N?, gar nix, ich komm ja grad vom Marathon? und streck ihm meine Medaille entgegen.
?Ahja, ja, ich seh es gerade, dann entschuldigen sie bitte und einen sch?nen Tag noch?
?Danke?
Der Polizist geht und ich guck an mir herunter und erschrecke. Ich seh ja wirklich aus wie ein Obdachloser. Ich habe eine alte Jogginghose an, die Aldi Regenjacke in grau hatte ich an, dazu kam ich mit meinen l?dierten Beinen daher wie auf Drogen und zudem hatte ich noch eine verwaschene Baseballm?tze auf. Der gef?llte Kleiderbeutel mit den nassen Klamotten machte den Penner komplett. Ja, mich h?tte ich wohl auch aufgehalten. Nun aber schnell zum Auto. Von dort aus habe ich meinem Schatz Kerstin erst mal auf den Anrufbeantworter gesprochen, dass es mir gut geht und dass ich eine neue Bestzeit hab. Bestimmt ist sie beim Laufen, wie kann man sich das blo? antun?

7 Kommentare 3.10.05 10:23, kommentieren

Halbmarathon in Dijon

Jetzt haben wir aber mal wirklich gut auf einen Halbmarathon hintrainiert.
Kerstin und ich haben uns nach einem schoenen entspannten Fr?hst?ck viel zu fr?h auf den Weg nach Dijon gemacht. Nach einer kurzen Suche haben wir auch den Startbereich gefunden. Schnell mal die Startnummer geholt und abgewartet. Irgendwann haben wir uns auf die R?ckbank des Corollas gesetzt und ein Baguette verspachtelt. Und wer darfs aufsaugen? Ich!!!
Eine halbe Stunde vor dem Start haben wir uns gedacht, dass da aber schon wenig L?ufer sind. M?ssten das nicht mehr sein?? Kerstin sollte sich da mal durchfragen, was da los ist, ich kann ja schlecht fragen, ich w?rde nur komisch angeguckt werden.
Ein Herr hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass der Start gar nicht hier ist, sondern ein paar hundert Meter die Strasse runter. Ein Blick auf die Uhr, da haben wir aber Gl?ck gehabt dass wir noch 20 Minuten zeit hatten.
Wir haben den Startplatz noch rechtzeitig gefunden und konnten uns noch gegenseitig einen guten Lauf w?nschen, uns einen guten Lauf w?nschen und uns nebenbei einen guten Lauf w?nschen, schliesslich sollten wir f?r die n?chsten ca. 2 Stunden voneinander getrennt sein.
2 Minuten vor dem Start fiel der Startschuss. Das hab ich auch noch nie erlebt, dass zu fr?h gestartet wird. Los ging der wilde Lauf. Am Anfang ging es gewohnheitsgem?ss etwas z?h voran, aber ich hab das Gef?hl, dass sich die Franzosen disziplinierter verhalten und sich kaum langsame Laeufer nach vorne verirren.
Es wurde zu?chst eine kleine Runde um so eine Art Park gedreht. Nach 3 Kilometern durfte man am einen Kanal entlang laufen. Die Strecke war f?r einen schnellen Lauf optimal, bis auf 2 nicht weiter erw?hnenswerten Steigungen war die Strecke brettflach. Die ersten Kilometer legte ich in je ca. 4:30 min zurueck. Viel zu schnell, ich nahm mir vor unter 4:45 pro Km zu laufen, damit ich es mal schaffe unter die 1:40 h zu kommen. Also k?nnte ich eigentlich etwas Tempo raus nehmen. Ich kenn mich doch, am Anfang wird gebrettert und am Schluss muss man es b?ssen und bricht ein. Auch die n?chsten Kilometer war ich deutlich unter 4:45, ich fuehlte mich (noch) gut. Bald kam ich an der 10 Km Markierung vorbei und kann jetzt mit einer neuen Bestzeit ?ber die 10 Km rumprotzen. 45:39 sind 50 Sekunden unter meiner offiziellen Bestzeit.
Bald schon kam man auf die zweite grosse Runde. Hier stand ?brigens ein gar lustig Verkehrsschild, auf dem steht ?Saufservice? und kurz darauf war auch die Wasserstelle zu finden. Hasi kl?rte mich sp?ter auf, dass mit Saufservice eine Ausnahmeregelung gemeint ist und hat ja mal gar nix mit laufen zu tun.
Nach nun gelaufenen 15 Km gings schon etwas z?her. Ein franz?sischer Laufkollege erz?hlte mir etwas furchtbar wichtiges, ich liess ihn reden, l?chelte ihn an und sagte irgendwann, dass ich nix verstehe und ein Allemagne bin. Darauf kam gar nix mehr von ihm, nur ein entt?uschtes nicken. Dieses Nicken ist franz?sisch und heisst: 'Wieso l?sst mich der Trottel dann erst den Mund fusselig reden???'
Endlich waren wenigstens schon mal 18 Km absolviert, immer wieder riefen mir die Zuschauer ALLEZ ALLEZ? zu, das ist franz?sisch und heisst soviel wie: ?Du siehst zwar schon ziemlich scheisse aus, aber die paar Kilometer schaffste auch noch?.
Nach 19 Km wollte ich nicht mehr, die Beine waren schwer, aber es roch wenigstens schon nach Ziel. Ich erledigte auch den 20. Km, biss nochmal auf die Z?hne und versuchte noch ein paar Sekunden heraus zu holen. Hier im Zielbereich waren viele Zuschauer und klatschten nochmal und riefen ihr ALLEZ ALLEZ. Ich erreichte das Ziel, stoppte die Uhr und erblickte eine unfassbare 1:37:38 h. Das sind ?ber 4 Minuten schneller, als meine alte Bestzeit. Ich konnte es lange nicht glauben, aber es ist tats?chlich so.
Ich st?rkte mich am reichlichen Bufett, das aus Schokolade, Orangen, Bananen, Kuchen und vielen weiteren Leckereien bestand. Als ich endlich mal aufgeh?rt hatte zu triefen, wartete ich auf den Zieleinlauf von Hasi. Aber dar?ber schreibt sie selber was dazu.

In der offiziellen Ergebnisliste steht bei mir eine 1:37:15 h drin. Keine Ahnung, wie das Zustande kommt.

So, nu noch Hasis Bericht dazu:
********************************************

Ach, war das sch???n !!!!

Ich will eigentlich gar nicht mehr gro? was erz?hlen, Charly hat ja mehr oder weniger schon alles aufgeschrieben..... (und ich saug die Br?sel im Auto nicht auf !! )

Ich bin zu diesem HM hin mit einem Gef?hl von, na ja, lauf ich halt mal wieder einen HM - da? ich die 21 km schaffe, wei? ich, und die Zeit ist mir eh wurscht, au?erdem war ich die letzten paar Tage laufm??ig nicht so besonders in Form, und durch das Streaken sind sicher sowieso keine Bestzeiten zu erwarten.

So weit, so gut. Nachdem wir gl?cklicherweise den Start noch irgendwie gerade rechtzeitig gefunden haben und nicht, wie erst vorgehabt, im Ziel losgelaufen sind , liefen wir also los...... ich merkte gleich von Anfang an, da? ich irgendwie schneller dabei war als bei meinen letzten beiden HMs.... aber es lief, und so machte ich mir auch keine Sorgen.

Unterwegs habe ich mich mit einer Franz?sin angefreundet, mit der ich ein ganzes St?ck zusammen lief, und hab ich u.a. von meinem Streak erz?hlt. Ihre Reaktion : "Das ist nicht gut ! Das macht dir alles kaputt ! Den R?cken, die Knie.... du brauchst deine Ruhetage !!!"

-> Ja, klar.

Sie erz?hlte mir auch von ihrer HM-Bestzeit von 1:50, worauf ich sagte, um Gottes Willen, ich bin viiiiel langsamer, ich will dich sicher nicht aufhalten, lauf ruhig vor. Aber sie blieb mir noch eine ganze Zeit erhalten. (Diejenige, die dann am Ende schneller wurde als die andere, war dann ?brigens ich..... )

Bei einer Wasserstelle hab ich mich dann mal richtig ordentlich verhoppelt, will hei?en, ich bin voll hingefallen, aber sowatt von.
Loch in der Hose, Blut am Knie, aber egal, sofort auf und weiter, daf?r l?uft es viel zu gut, als da? ich daf?r wertvolle Sekunden verlieren will !!

Ich lief weiter in einem f?r mich erstaunlich schnellen Tempo, aber es ging nunmal..... Irgendwann ab km 12 - 14 d?mmerte mir, da? ich heute vielleicht eventuell eine neue PB hinlegen k?nnen w?rde.......

(Meine bisherige HM-Bestzeit liegt ?brigens bei 2:13.)

Ich machs jetzt kurz, die letzten km waren hart, ich hab alles gegeben und wollte nur noch ankommen, ich dachte mir immer nur, wo bleibt nur dieses verdammte Ziel und mein lieber Charly, der da hoffentlich schon auf mich wartet ??

Und dann kam es, das Ziel...... das ich genau bei 2 Stunden, 0 Minuten und 28 Sekunden durchlief.

(Und meine neue franz?sische Freundin kam erst einige Minuten nach mir ins Ziel....... )

Da hab ich mich doch glatt mal eben um 13 Minuten verbessert !!!
Ich bin schon ein bi?chen stolz, ehrlich gesagt !!

Charly war auch schon da und erz?hlte mir von seinen unglaublichen 1:37....... ... und so haben wir uns beide ziemlich dolle gefreut......

Fazit :

1) Da? Streaken und gute Wettk?mpfe nicht zusammenpassen oder sich gar ausschlie?en, ist Quatsch. (Nur ganz nebenbei, heute ist ?brigens mein 154. Streaktag.)

2) Charly - du bist schuld !!!!

Ich freu mich ! Es war sooo sch?n !!

3 Kommentare 10.9.05 19:28, kommentieren

Die Wand ruft

Heute war mein erster Berglauf. Das ist doch mal eine ganz neue Herausforderung. Es sollte der Tegelberglauf bei Schwangau sein. Die Distanz lag bei 5 Km, aber dabei muss man 900 H?henmeter bew?ltigen.
Von Weitem sah ich schon den Tegelberg und fasste mir selbst an den Kopf und murmelte vor mich hin: Bist du nicht ganz echt im Kopf?
1 Stunde vor dem Start bin ich an der Talstation der Tegelbergbahn angekommen, hab meine Unterlagen geholt und mir das Beweisshirt geholt.
Nun musste ich warten und hab nebenbei dem Start der Nordic-Walker zugesehen. 15 davon haben sich daf?r angemeldet, darunter ?berraschender Weise auch ein Arbeitskollege von mir. ?berrascht guckten wir uns an, worauf die absolut sinnvolle Frage gestellt wurde: Was machst DU denn da? ?hm, Geschirr sp?len oder so was.
Nun waren die NW-ler verschwunden, ich ging zum Auto zur?ck und ?berlegte, was ich denn wohl anziehe? Es ist Hochsommer, also zieh man doch bei 13? die 3/4 Hose an, dazu ein langes Shirt. Windbreakerjacke? Regenjacke? Beides? M?tze? Was weiss denn ich, vielleicht schneits ja dort oben? Irgendwann entschied ich mich nur f?r die l?ngere Hose und das lange Shirt, das muss reichen, l?ufst halt schneller, dann wird?s dir auch warm.
Kurz vor dem Start wurde noch aufgez?hlt, wer da von den Whos Who da waren. Die ganzen wichtigen L?ufer aus ganz Bayern waren vertreten, ausser unser frischgebackener Berglaufweltmeister, Helmut Schiessl, der hier auch den Streckenrekord h?lt, mit 33:40 um den Dreh herum. Warum soviel wichtige Leute da waren, lag daran, weil nebenbei die bayrische Berglaufmeisterschaft statt fand.
Um 10 Uhr war der Start und losgesaust wurde. Zun?chst war es noch flach, aber nur 100 Meter lang, dann bog man in Richtung Berg ab und st?rzte sich ins Verderben.
Nach 300 Metern wurde es schon richtig steil und hurra, ich hatte schon einen Puls von 180. Lang konnte ich nicht mehr laufen, hatte auch gar keinen Zweck, weil ich gehend sogar schneller voran kam. Bald kam schon das Schild mit der 0,5 Km-Marke und die normale Stra?e h?rte auf, es ging weiter auf Naturpfaden. Auch wenn ich immer noch ging, der Puls lag immer noch bei, oder ?ber 180, na das ist aber lustig. Ich machte weiterhin einen auf Hardcorewanderer und bewunderte ein h?bsches M?del, die stur mit winzigen Schrittchen weiter lief. Eine ganze Weile hab ich sie dabei beobachtet, auf ihr Rosenheimhemdchen geguckt, aber bald hab ich sie gehenderweise ?berholt. Nach gef?hlten 2 Stunden kam schon das 1,5 Km-Schild und irgendwann dachte ich mir, das d?rfte aber auch mal etwas flacher werden, von wegen, die Strecke f?hrte in steilen Serpentinen weiterhin steil den Berg hinauf. Es gab mal ein kurzes St?ck von 50 Metern, bei dem ich den Laufschritt wieder aufnehmen konnte, bis es wieder hoch ging. Also weiter latschen. Es gab Stellen, bei denen ich zus?tzlich mit den H?nden die Oberschenkel st?tzte um hoch zu kommen. Neben dem Trailpfad waren auch immer wieder Stufen zu ?berwinden. Ich krabbelte am 2 Km Schild vorbei und triefte vor mich hin. Der Puls war nur noch bei 176, tut auch Not, etwas herunter zu kommen. Weiter ging es in Serpentinen immer weiter hinauf, nat?rlich keine Laufschritte m?glich, alle um mich herum liefen, bis auf Miss Rosenheim. Stakselte die doch tats?chlich in aller Seelenruhe mit noch winzigeren Schrittchen im Laufschritt an mir vorbei. Na da kannste staunen. Ich latschte eine Weile hinter ihrer s??en Statur hinter her, konnte aber ihren Trippelschrittchen irgendwann nicht mehr folgen. Was hatte ich f?r einen Respekt.
Nach 3 Km kam die einzige Versorgungsstelle, es war der einzige flache Teil und wenn man nun nach rechts guckte, wurde man desillusioniert. Ich blickte so etwa 250 H?henmeter nach oben, die Strecke wurde tats?chlich noch steiler. In den Serpentinen sah man keinen einzigen L?ufer, wie an der Perlenschnur mutierten alle zu Gehern. Ich dachte nur, was hab ich bittesch?n verbrochen, trank ein paar Schlucke eiskaltes Wasser, das mir halb im Magen stecken blieb und r?stete mich f?r diesen Horrortrip. Auch das Gehen war f?rchterlich anstrengend, K?he glotzten bl?d, wahrscheinlich haben sie uns alle ausgelacht, weil die M?dels von der Weide die Wege mit ihren Fladen bedeckt hatten. Es regnete drauf und das Mu? lief so den Berg hinunter. Weiter oben liefen wir ?ber eine breite Wiese, aber nicht auf direktem Weg, wir erfanden auf dieser Wiese Serpentinen, weil der direkte Weg einfach zu steil war und so sparte man doch etwas Kraft.
N?, das war noch nicht alles, mittlerweile sind knapp 4 Km absolviert. Nun kam das schwierigste St?ck. Es hie? nun Berg steigen, ?ber schroffe Felsen mussten wir uns den Weg suchen. Ich ?berholte einen Geher, der kurz darauf mit einem 'Umpf' auf die Nase fiel. ?ber und ?ber voll Dreck rappelte er sich wieder hoch und grinste zu mir hoch. Nix passiert, gut.
Nach dem Felsst?ck war immer noch nichts von Erholung zu sehen, es mussten jetzt noch 300 Stufen ?berwunden werden. Allerdings ist es schwer in den Berg regelm??ige Stufen zu bauen, daher war jede dieser Stufen unterschiedlich hoch und tief. Es kam doch tats?chlich danach das Schild mit der 4,5 Km-Marke und nun konnte ich mich doch langsam auf das Ziel freuen. Der Weg wurde breiter und war gut ausgebaut. Nur noch m??ig ging es hinauf und ich konnte die letzten paar hundert Meter noch ein paar mal in den Laufschritt fallen. ?ber mir schwebte gerade die Tegelbergbahn vorbei und das letzte Schild kam, auf dem die letzten 150 Meter verk?ndet wurden. Ich ?berholte noch auf den letzten Metern eine L?uferin und kam schlie?lich endlich nach 59:20 Minuten ins Ziel.
War das jetzt gut? War das schlecht? Ich hab keine Ahnung, auf jeden Fall war ich wohl nicht sehr weit vorne.
Es war saukalt hier oben, und der Regen ging hier ganz knapp in Schnee ?ber. Aber was will man schon erwarten vom Hochsommer?
Ich ging in den Bergbahnbereich hinein und trank noch ein paar Isos. Etwas eng war es hier oben und 100 verschwitzte, dampfende L?ufer dr?ngelten sich in dem Raum. Wer will auch schon bei diesem Wetter drau?en stehen bleiben?
Ich suchte dann schlie?lich meine Tasche heraus, die von der Seilbahn hoch gefahren wurde und zog mich im Freien um. Lang hielt ich mich nicht mehr dort oben auf und nahm schon bald eine Seilbahn um ins Tal zu fahren. Ein paar L?ufer erz?hlten, dass sie vor 2 Wochen bei irgend so einem Berglauf mitgemacht haben, der hie? glaub ich Zugspitzextremlauf. Da war der Tegelberglauf ein Witz dagegen, meinten sie. *?hm*

Ich will nicht vers?umen von der Aussicht zu schw?rmen. Schlie?lich hat man sich doch deshalb hier nach oben gequ?lt. Vor mir sah ich die ganzen Seen, die ich vor 3 Wochen beim KL-Marathon umlaufen haben. Sch?n lag der Bannwaldsee vor mir, daneben der Forggensee. Von hier oben sehen die Seen recht klein aus, nicht zu glauben, dass z.B. der Forggensee 32 Km Umfang hat. Dahinter sieht man F?ssen und die anderen umliegenden D?rfer. ?berall sind weitere Seen, die ich alle schon in meiner L?uferkarriere erblickt habe.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt zum Hobbybergl?ufer werde, obwohl mir das Grinsen vergangen ist, es war ein sch?nes Erlebnis.

Und Miss Rosenheim hab ich auch noch ab und zu beim Gehen erwischt

1 Kommentar 7.8.05 14:11, kommentieren

Der Zugspitzarenalauf

Samstag:

Ja ist denn scho wieder Wettkampf?
Ja, heute fand der Zugspitzarenalauf statt. Naja, der Start um 16:30 ist nicht sonderlich gut gew?hlt. So h?ngt man den ganzen Tag herum und weiss nicht so recht, was man tun sollte. Aber wir wussten uns zu helfen, wir trafen uns bei Alpi.
Zun?chst waren wir nur zu viert, aber nach und nach kamen immer mehr Foris aus allen Himmelsrichtungen herbei und immer mehr Tische wurden zusammenger?ckt. Taktisch wurde Apfelschorle und Lattencafe getrunken, in jeweiligen Zeitfenstern Spaghetti Bolognese bestellt und viel gefachsimpelt. Stundenlang sa?en wir so am Cafe, bis wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten, um nach Heiterwang, zum Start gebracht zu werden.
Um 15 Uhr dort angekommen, musste Zeit bis zum Start tot geschlagen werden. Irgendwann beschlossen Moori und ich, dass wir runter ins Cafe gehen und noch ein Bier trinken. Ist ja isotonisch.
Der Start w?re eigentlich um 16 Uhr gewesen, aber weil in Ehrwald zum Zieleinlauf eine Beerdigung angesetzt war, w?re es wohl mehr als unangebracht, wenn zwischen den Trauernden die jubelnden L?ufer eintr?fen.
Biergest?rkt liefen wir zum Start und begannen den ersten Zugspitzarenalauf ?ber 15,8 Km.

Der Zugspitzarenalauf

Um 16:30 fiel kein Startschu?, lediglich ein armseeliges Rauchw?lckchen stieg empor. Kurze Verwirrung, dann wurde eben einfach 3 ? 2 ? 1 gerufen und los gings.
Die ersten Meter fielen mir noch recht gut, bis ich zum ersten Schild kam, das mir verk?ndete, dass es noch 15 Km waren. Die Strecke f?hrt auf der ersten H?lfte eigentlich st?ndig bergauf, aber trotzdem war es nicht so steil, dass ich mich so schlecht f?hlen musste. Bald kam schon das n?chste Schild, mit der Mitteilung, dass es noch 14 Km bis ins Ziel waren. Ich stoppte die Uhr und staunte nicht schlecht, dass ich 5:10 Min f?r den Kilometer brauchte. Gef?hlt hab ich mich wie bei einem 4:30 Min schnellen Km. Nach diesem Lauf lass ich es definitiv langsamer angehen, der Marathon hat sich hier mehr als Bemerkbar gemacht.
Es dauerte nicht lange, bis ich hinter mir eine bekannte Stimme h?rte. Der Alpi kam von hinten und sagte sein ?Servus? zu mir. Ich staunte nicht schlecht, ist doch der Alpi normal immer ein gutes St?ck langsamer als ich. Machte ja nix, wir liefen nun die n?chsten paar Kilometer gemeinsam durch die Zugspitzarena. Die Kilometerzeiten wurden nicht schneller, eher langsamer.
Nach etwa 4 oder 5 Kilometern machte mich Alpi darauf aufmerksam, dass dort links die Niki Hosp, eine alpine erfolgreiche Skifahrerin aus Tirol uns anfeuerte. Ja nicht schlecht, oder?
Ein kurzes St?ck weiter standen unsere Groupies mit Uschi, Sylvia und Sam und feuerten uns ebenfalls an. Ich f?hlte mich f?rchterlich und immer noch stieg die Strecke an. Nach etwa der H?lfte der Strecke war das Gr?bste ?berstanden, wir erreichten L?hn. Ab hier f?hrt die Strecke wieder bergab, allerdings liefen wir ?ber einen steinigen Weg. Ich mag solche Wege nicht, weil ich unglaublich Angst davor habe umzuknicken. Das Ergebnis war, dass ich von 7 L?ufern ?berholt wurde, darunter auch Alpi, der locker flockig ?ber die Steine rannte. Na wartet nur, ich krieg euch schon noch, dachte ich bei mir und holte den K?mpfer aus mir heraus. Ich f?hlte mich jetzt, da noch 7 Km zu laufen waren schon besser, ich war jetzt wirklich warm gelaufen.
Es waren jetzt noch 6 Km zu laufen und ich konnte zu Alpi aufschlie?en und ihn ?berholen. Nur noch 6 Leute wollte ich jetzt ?berholen und visierte die L?ufer vor mir an, bolzte aber nicht und schlo? kontrolliert langsam auf.
Es waren noch 5 Km zu laufen, als ich den n?chsten L?ufer kassierte und ich mir nun immer die ?vier? vorsagte. Kurz darauf ?berholte ich wieder zwei L?ufer und hatte nun die 2 im Kopf. Kurz vor mir war einer, der mich vor 20 Minuten ?berholt hat, er sp?rte, dass ich ihm n?her kam und versuchte das Tempo zu halten. Hat er geschafft, aber nur f?r 500 Meter, dann musste er sein Tempo wieder drosseln. Ich lief locker an ihm vorbei und mein eigenes Tempo wurde immer schneller, je l?nger das Rennen dauerte.
Vor mir hatte ich jetzt wunderbar die Wolkenverhangene Zugspitze, als ich an der Eisenbahn entlang lief und weitere L?ufer vor mir hatte, die ich nun auch noch ?berholen wollte.
Das Gleis wurde ?berquert und man lief einen recht steilen Berg nach Lermoos hinunter. Unten angekommen, kassierte ich schon wieder einen L?ufer. In meiner N?he waren noch 2 L?ufer, die ich eigentlich noch ?berholen k?nnte. Hinter Lermoos lief man ins Ehrwalder Moos hinein und jetzt waren es nur noch 2 Kilometer. Immer noch f?hlte ich mich gut und konnte bald den n?chsten L?ufer ?berholen. Links der Strecke kam man an dem neu angelegten Golfplatz vorbei. Noch ein Kilometer, aber ich kam dem L?ufer vor mir nur unmerklich n?her. Ich konnte vor mir den Anstieg sehen, der noch zu ?berwinden war. Ich spekulierte darauf, dass ich den Berg hoch st?rker w?re, als der Konkurrent und konnte tats?chlich bis zu ihm aufschlie?en. Den Berg hoch h?rte er meinen schweren Atem und jetzt holte er das Letzte aus sich heraus und drehte sich etwas panisch um. Oben angekommen konnte ich nun nichts mehr zusetzen und musste dem anderen L?ufer den Vortritt lassen, aber was solls, mir gings ja vor ?ber einer Stunde noch richtig schlecht. Im Ziel war ich nach 1:18:32 und wurde 59. von 120 L?ufern.
Hier gab es eine h?bsche Finishermedaille. Ich steh auf diese Beweiseisen.
Nach und nach trafen die anderen Foris ein. Dem Alpi konnte ich noch um die 3 Minuten abnehmen.
Wir waren alle der Meinung, dass der Lauf etwas ganz besonderes war, in dieser sch?nen Umgebung. Der Lauf h?tte aber mehr Teilnehmer verdient gehabt.

Abends traf man sich zusammen beim Mooswirt. Jeder hat sich etwas besonderes zu Essen geg?nnt und bei einigen Weizen lie?en wir den Lauf und die Laufwoche ausklingen. Aber einige der Teilnehmer hatten noch etwas vor sich, n?mlich den Zugspitzextremlauf am n?chsten Morgen, der von Ehrwald auf die Zugspitze f?hrte, mit l?ppischen 2400 Hm.

1 Kommentar 26.7.05 21:26, kommentieren

Füssen Marathon

Der folgende Bericht h?rt sich vielleicht etwas statisch an. Ich hab den Bericht f?r running-pur.de und den Veranstalter des F?ssen Marathons geschrieben. Daher fehlt etwas das Pers?nliche.

F?ssen Marathon

Um 7 Uhr kam ich in F?ssen an und steuerte das Sportstudio F?ssen an, bei
dem ich meine Startunterlagen f?r den 5. K?nig Ludwig Marathon abholen
konnte. Freundlich wurde ich begr??t und ein erfolgreicher Lauf gew?nscht.
Schon hier hatte ich einen guten Eindruck, musste ich doch keine Wartezeit
in Kauf nehmen. Nebenan stand ein Bierzelt, in welchem sp?ter die Nudelparty
und die Preisverteilung statt finden w?rde, aber soweit ist es noch lange
nicht, es warteten noch 42,195 Kilometer auf mich.
Ich fuhr mit dem Auto in Richtung Start, der leicht zu finden ist, wenn man
nur die Bundesstra?e gerade hinunter f?hrt. Hier konnte ich mein Auto
stressfrei in der Tiefgarage parken und r?stete mich f?r den Marathon auf.
Ich nahm eine Wasserflasche mit und ein kleines T?schen mit meinen Gel
Chips.
Nun hie? es warten und ich traf nach und nach ein paar Bekannte, mit denen
ich mich f?r diesen Marathon verabredet habe. Von meinen Bekannten sind zwei
schon im letzten Jahr mitgelaufen und waren begeistert von F?ssen. Einer
kommt aus dem hohen Norden extra ins Allg?u, der andere ist Niederl?nder und
wohnt im Saarland.
Es war nicht mehr lange bis zum Start und wir sortierten uns unter die
L?ufer, die freudig auf den Startschu? in der Altstadt von F?ssen warteten.
Das Wetter war recht gut um zu laufen. Es war zwar sp?ter mit 28? recht warm, es war auch schw?l, aber dennoch machte mir das Wetter keine Probleme.

Endlich um 8 Uhr fiel nun der Startschu? und der Tross der L?ufer machte
sich auf den Weg.
Etliche Passanten waren schon um diese Uhrzeit auf den Beinen und jubelten
den L?ufern zu.
Wir liefen die Fu?g?ngerzone hoch und durch F?ssen hindurch. Nach 5 Km trafen wir am Schwansee ein und umliefen diesen nahezu. Im Morgendunst h?rte man in der der Ferne die Alphornbl?ser, deren Schall ?ber den See getragen wurde.
Nach der 1. Versorgungsstelle, die wie alle anderen Stationen hervorragend mit Isogetr?nken, Wasser und sp?ter mit Cola best?ckt waren, schwenkte man wieder in Richtung F?ssen. Auf dem Radweg von Schwangau kommend, liefen wir wieder zur?ck, streiften den Ort und am Lech entlang zum Forggensee. Dort am See angekommen, erreicht man das imposante Geb?ude, in welchem das Musical Ludwig? gespielt wird. L?sst man hier den Blick schweifen, kann man am
Musical vorbei die weltber?hmten Schl?sser Hohenschwangau und Neuschwanstein bewundern, die Heimat des Namenspatrons, K?nig Ludwig II., f?r diesen Lauf. In Einbezug des Forggensees, ein erhebender Anblick. Doch ich habe keine Zeit und muss weiter.
Nun ging es schnurstracks auf dem Radweg zum Hopfensee. Manche sagen, dieser Teil der Strecke w?re mit am Schwersten. Noch ist man nach 16 Km ziemlich fit, es geht leicht wellig zu diesem See und eventuell geht man diesen Abschnitt mit zuviel Krafteinsatz an.
Der Hopfensee wurde erreicht und fast zur G?nze umrundet. Hier ist auch ein
guter Punkt um seine Angeh?rigen zu treffen und auch meine Eltern haben sich hier niedergelassen um auf mich zu warten. Ich staunte nicht schlecht, als mir kurz vor der Versorgungsstelle von meinem Vater ein Weizenbier gereicht wurde, aber dankend nahm ich das Bier an und nahm ein paar kleine Schlucke. So gest?rkt setzte ich meinen Weg um den Hopfensee fort.
Sp?ter streift man den Weissensee, ?berquert eine Stra?e und l?uft schlie?lich nach 25 Km den m?glicherweise mental schwersten Abschnitt entlang. Hier wird die Autobahn ausgebaut und wir liefen an der ?den Baustelle entlang. Sch?n, dass hier eine Versorgungsstelle aufgebaut war, das lenkte mich von der tristen Umgebung ab. Im n?chsten Jahr wird diese Strecke bestimmt ausgebaut sein.
Nach etwa 28 Km wurde wieder in Richtung F?ssen gelaufen, allerdings diesmal von der westlichen Richtung kommend. Hier war die Strecke wieder etwas h?gelig, aber meist sch?n im Schatten zu laufen. Waren bisher alle 5 Km Versorgungsstellen, wurde ab dem Km 27 als zus?tzlichen Service weitere Wasserstellen angeboten, die nat?rlich in Anbetracht der stetig steigenden Temperaturen dankend angenommen wurden.
Nun, in Bad Faulenbach angekommen, kommt der k?rperlich schwierigste Teil der Strecke, eine Steigung, die zwar nicht sonderlich steil ist, aber eben sehr lange und immerhin 80 H?henmeter hat. Hier hie? es, nicht zuviel Kraft zu verbrauchen, bis man oben am Alatsee ist. Dieses Bad Faulenbach ist oberhalb von F?ssen gelegen. Eine herrliche Gegend trifft man hier oben. Hier haben Autos R?cksicht zu nehmen, alles ist eine verkehrsberuhigte Zone und Fu?g?nger haben Vorrang.
Zun?chst konnte ich die Steigungen locker hoch laufen, dennoch musste ich an manchen Stellen, die etwas steiler waren, hochgehen.
Endlich oben angekommen, kommt wieder eine Verpflegungsstation und der kleine Alatsee l?dt zum Baden ein. Links und rechts des herrlich anzusehenden Alatsees lagen die Badeg?ste und lie?en sich br?unen, oder lasen in einem Buch.
Im Hintergrund h?rte ich wieder die Alphornbl?ser.
Da es mir noch sehr gut ging, habe ich kein gro?es Bed?rfnis gehabt, mich hier auszuruhen.
Nun ist es bald geschafft, nur noch ein paar Kilometer bis zum Ziel und
nachdem wir den Alatsee umrundet haben, geht es auf einer Schotterstrecke ziemlich steil nach unten. Ich habe mittlerweile 34 Km in den Beinen, daher f?llt es mir schwer, das Tempo auf der absch?ssigen Stra?e heraus zu nehmen, beim Bremsen meckern meine Knie.
Unten angekommen lasse ich weitere Kilometerschilder hinter mir, ich habe immer noch keine Probleme und kann weiter die Strecke genie?en. Nach 40 Km kommt die letzte Versorgungsstation, die Helfer feuern mich an und sprechen mir Mut zu. Die letzten beiden Kilometer sind auch kein Problem mehr, es kommt die allerletzte, jedoch ziemlich heftige Steigung zur Fu?g?ngerzone hoch. Ist diese geschafft, sieht man bergab eine Menge Zuschauer und in 200 Metern Entfernung den Zielbogen. Nat?rlich ist es jetzt leicht, von den jubelnden Zuschauern bejubelt das Ziel zu erreichen. Ein paar Kinder halten mir die Hand entgegen, die ich gerne abklatsche. Ich stoppe meine Zeit bei 4:02 Stunden. Schade, nicht unter 4 Stunden, hatte ich aber eh nicht vor.
Sofort im Ziel wird mir eine Medaille um den Hals geh?ngt, die freundliche Dame
spricht noch ein paar Worte mit mir und freut sich mit mir, nachdem sie sich ?berzeugt hat, dass es mir k?rperlich gut geht.
Im Zielbereich herrscht eine tolle Atmosph?re unter den L?ufern, ein
Wirgef?hl ist zu sp?ren, wir geh?ren alle zusammen, denn wir haben alle
diesen wundersch?nen Marathon geschafft.
Nachdem alle meine Bekannten wieder gl?cklich vereint waren, machten wir uns
auf den Weg zum Sportstudio F?ssen. Klar, dass ich erst unter die Dusche
musste und den Heldenschwei? absp?lte. Anschlie?end ging ich zur
Nudelversorgung. Die Organisatoren haben es richtig erfasst. Wir L?ufer
wollen gerne nach dem Marathon mit Nudeln versorgt werden, schlie?lich hat
man nach so einem Lauf einen B?renhunger.
Oft wird bei Marathonveranstaltungen gen?rgelt, dass die Nudelgerichte nicht
den Geschmack treffen. Hier in F?ssen ist es v?llig anders. Man konnte aus 3
verschiedenen frisch zubereiteten Nudeln, als auch aus 2 verschiedenen,
leckeren Nudelsaucen ausw?hlen, oder einfach mischen. Ich l?ste meinen Gutschein daf?r ein und lie? mir den Teller ?ppig bef?llen.
?berraschend schnell waren die Finisherphotos zu bekommen. Die sehr sch?nen Bilder waren ausgeh?ngt und man konnte sein Bild heraus nehmen und sofort bezahlen.
Nachdem wir alle wieder zu Kr?ften gekommen waren und die Siegerehrung zu Ende war, verlie?en wir diesen gelungenen Marathon und freuen uns auf das n?chste Jahr. Ich reiste weiter, um in ?sterreich ein paar Tage Urlaub zu machen.
Der F?ssener K?nig Ludwig Marathon ist einer der sch?nsten Landschaftsl?ufe der Republik. Die Organisation, die Versorgung der L?ufer, alles verl?uft hervorragend.
Sicher ist dieser Marathon nicht leicht zu laufen mit seinen Steigungen und Mitte Juli k?nnen die Temperaturen sehr hei? werden, aber wie man in den Meldelisten sehen kann, kommen die L?ufer gerne hunderte von Kilometern angereist, um an diesem Lauf jedes Jahr aufs neue Teil zu nehmen.


1 Kommentar 25.7.05 13:40, kommentieren

Halbmarathon in Issing

Um 8:30 Uhr kam ich in Issing an. Gerade als der 10 Km Lauf gestartet wurde. So hab ich meine Lauffreunde aus M?nchen leider knapp verpasst.
Gegen 9:40 Uhr waren alle zur?ck, wobei ich Uschi noch auf den letzten 2 Km begleitet habe, sie hat mich gleich zusammengestaucht, weil ich behauptet habe, der Kurs w?re flach. Im Ziel wurde gegr??t und schon bald musste ich mich f?r den Halbmarathon Start anstellen.
Um 10 Uhr kam kein Schuss sondern ein M???HHH aus einer Sirene und los ging es auf meinen 16. Halbmarathon.
Die ersten Kilometer war ich ziemlich flott unterwegs mit Kilometerzeiten von 4:30 bis 4:45. Wenn ich so weiter lief, w?rde es f?r eine Zeit unter 1:40 reichen, aber so ein Halbmarathon ist lang, da kommen noch H?gel, die bew?ltigt werden m?ssen und das nicht zu knapp.
Ich war bereits vor 2 Jahren in Issing beim HM, damals mit der ?berragenden Zeit von 2:07 h. Das m?sste zu schaffen sein J, auch wenn die Streckenf?hrung diesmal v?llig anders war. Der alte Kurs war ziemlich flach, dieser hier sollte sich als doch recht wellig, wenn nicht bergig darstellen. Nach 3 Km ging es dann auch schon einen netten H?gel hinauf, der jedoch so am Anfang des Laufes noch locker ?berlaufen wird. Nun lief man in den Wald hinein, stetig bergab und alles im Schatten. Bei den sonnigen 28? heute, wusste man die Passage sehr zu sch?tzen. Die Issinger denken mit, sie haben sehr viele Getr?nkestationen aufgebaut, es gab auch Bananen und M?sliriegel zur Verpflegung, die ich aber abgelehnt habe. Bei jeder Stelle schnappte ich mir im vorbei rennen einen Becher, trank einen Schluck und sch?ttete mir den Rest ?ber den Kopf.
Die Regel sagt, dass, wenn man l?nger bergab l?uft, wird es irgendwann wieder bergauf gehen und nat?rlich war im Wald auch schon die Steigung, die zwar auch nicht steil war, aber dennoch musste ich Zeit liegen lassen. Nach 7 Km war der Wald zu Ende, ich lief wieder im Freien auf der Stra?e, dort wartete der Ort auf mich. In Issing selbst biegt man nach 8 Km in eine Stra?e ein und sieht pl?tzlich das Verderben. Hier haben sie einfach einen Berg hingestellt, der lang, fies und nicht flach war. Auch dieser musste ?berlaufen werden, in der ersten Runde noch nicht so schlimm, ich hab noch Kraft. Danach hat es sich aber erledigt mit den Anstiegen f?r diese Runde. Nach 10 Km durchlief ich das sch?ne Issinger Stadion und wurde von meinen Lauffreunden begr??t und aufgemuntert.
Auf geht?s in die zweite Runde. Nach 12 Km sah ich vor mir eine Frau laufen, bei der der Schuhb?ndel offen war, ich wollte sie darauf hinweisen, hatte aber nicht unbedingt die Luft dazu und ausserdem wird sie es bestimmt selber bemerkt haben. Sie lief auch tats?chlich bis ins Ziel mit dem offenen Schuh und kam auch vor mir an.
Nachdem ich zum 2. mal den ersten Anstieg erklommen habe, merkte ich, dass die Kr?fte langsam zu schwinden begannen. Ich lief nicht mehr so locker ?ber den H?gel. Wieder kam die Passage durch den Wald, anschlie?end die Steigung, die ich recht z?h hoch kam. Danach war der Wald wieder zu Ende, ich musste wieder auf der Stra?e laufen, in Richtung Issing. Dort angekommen, ?freute? ich mich schon auf den Berg, der noch kommen wird. Ich bog rechts ab und da stand er nun vor mir, kann mich aber nicht erinnern, dass der so Steil war in der ersten Runde. Haben die in den letzten 50 Minuten noch eine Schippe drauf gelegt? Sauerei so was. Ich ?berholte etliche Nordic Walker, die auch mitmachten und eine 10 Km Runde absolvierten. Einige guckten mich komisch an, wie ich da japsend den Berg erklomm. Endlich, endlich hatte ich den Berg hinter mir, die Kr?fte gingen zur Neige, noch 3 Km.
Nach 19,5 Km h?rte ich schon den Zielbereich, ich lag noch in der Zeit. Ich hegte die Hoffnung, dass eine Runde aus 10,5 Km bestand, das w?re ja eine Spitzenzeit, aber ich traute dem Braten nicht und so bekam ich leider recht. Waren es vorhin nur noch ein paar hundert Meter bis ins Ziel, wurde man auf der 2. Runde ?ber Feldwege, an Weizenfeldern vorbei geschickt. Es war niederschmetternd f?r meine Moral, hatte ich das Ziel doch schon vor Augen, entfernte ich mich jetzt wieder davon. Nach 20 Km bekam ich kaum noch die F??e hoch vom Boden. Ich musste mir selbst sagen, dass in ein paar Minuten alles geschafft ist. Dort vor mir lief noch ein Mann vor mir her, den k?nnte ich doch noch ?berholen?! Aber ich hatte die Kraft nicht mehr, obwohl, als ich ins Stadion einbog, kam mir der Mann schnell n?her, also habe ich noch mal das Tempo angezogen und konnte ihn tats?chlich 50 Meter vor dem Ziel noch schnappen. Vor mir liefen jetzt noch 3 Nordic Walker/innen auf das Ziel zu, die, wie sie es gewohnt sind, mitten auf dem Weg liefen und nat?rlich nebeneinander. Ich wollte mich noch durch rufen bemerkbar machen, aber dann war ich schon an der Zielmatte und musste einen Nordic Walker resolut auf die Seite schieben, schlie?lich ging es um Sekunden. Ich stoppte meine Zeit und stellte fest, dass ich eine neue Bestzeit aufgestellt hatte, mit 1:41:53. Nach jubeln war mir nicht zumute, bis Uschi kam und ziemlich begeistert von mir war. Nach und nach, als ich wieder bei Atem war, konnte ich mich dann doch ?ber die Zeit freuen. Ich ging noch kurz an den Versorgungsstand, worauf ich mich schlie?lich zu den anderen Lauffreunden begab, wo mir sofort ein Weizen vor die Nase gehalten wurde. Nat?rlich nahm ich dieses dankbar an. Schmeckt wunderbar nach so einem Lauf.
Wir erz?hlten uns von unseren Eindr?cken des Laufes und fanden alle, dass dieser Lauf perfekt organisiert war. F?r 14 ? bekam man ein Funktionsshirt, ein Baguette, die Verpflegung nat?rlich, Massagen, wer wollte und eine sch?ne Urkunde. Da wir gerade von Urkunden sprechen, als ich auf die Ergebnisliste schaute, fiel ich von meinem gedachten Hocker. Wurde ich doch tats?chlich 36. von 162 Teilnehmern des Halbmarathons. Da bin ich sprachlos und happy.
Um 14 Uhr verabschiedeten wir uns voneinander, nach einem sch?nen Sommerlauf.

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Der Sonnwendlauf um den Grüntensee

Oh mann, bin ich platt

Ich wusste, dass der Halbmarathon am Gr?ntensee hart werden w?rde, aber so brutal hab ich mir das nicht vorgestellt. Die Temperatur lag bei 32?, kaum Wind, aber ich fang von vorne an:

Um 16 Uhr hat mich Ingo (Botti) bei mir in der Gegend mit dem Auto abgeholt. Zusammen sind wir nach Oy/ Mittelberg gefahren. Um 16:40 waren wir schon da und haben gleich mal unsere Startunterlagen geholt. Das T-Shirt, das es dazu gab ist ja so was von gr?n. Ich glaub, wenn ich mit dem Hemd drau?en an einer Weide vorbei laufe, dann rennen mir die K?he nach und knabbern mich an.

Wir zogen uns beim Campingplatz um, Sonnencreme wird aufgetragen, Melkfett auf die Oberschenkelinnenseiten geschmiert, cooles Jamaika- Laufshirt angezogen und Sonnenbrille auf die Nase.

So schlenderten wir wieder auf der Wiese herum und warteten. Kurz vor dem Start kam auch Volkmar vorbei und w?nschte uns einen guten Lauf. 1 Minute vor dem Start hab ich mir noch eine Wasserflasche ?ber den Kopf geleert.

Um 18 Uhr wurde der Halbmarathon gestartet und 250 L?ufer machten sich auf die Expedition Hitzeschlacht. Schon zu Anfang f?hrte der Weg bergauf, durch das Dorf, zwar nicht wirklich steil, aber stetig. Schon hier brach der Schwei? aus. Ich versuchte mein Tempo gef?hlsm??ig auf 4:50 min/ Km einzupendeln. Endlich hatte man die Steigung hinter sich und nun musste wieder bergab gelaufen werden. Die Stra?e f?hrte steil nach unten, man musste sich ganz sch?n bremsen. Wir liefen ?ber den Staudamm und dahinter wieder einen steilen Weg hinab ans Ufer des Gr?ntensees.

Hier hatte sich das L?uferfeld schon etwas entzerrt und ich konnte mich auf mein Lauftempo konzentrieren, weil es endlich auch flach dahin ging. Beim 3,5 Km Schild stellte ich fest, dass ich viel langsamer war, als ich es vom Gef?hl her vermutet hatte. :h?: Ich stoppte die Uhr beim letzten KM bei 5:00 Min. Na bravo, mehr geht auch nicht, trotzdem hab ich es versucht. Der darauffolgende Km wurde auch in 4:53 geschafft, aber das Tempo kann ich nicht durchhalten.

Nach endlosen 5 Km kam die erste Wasserstelle und hier wurde ich vom ersten des 10 Km Laufes ?berholt, der 10 Minuten nach dem HM gestartet wurde. Allerdings mussten die 10 Km Teilnehmer nicht den Umweg ?ber das Dorf machen.

Ich sch?ttete mir zwei Becher Wasser ?ber den Kopf, den K?rper und die Arme und trank dazu noch einen. Es brachte K?hlung, aber nicht lange.

Nun hatte man die s?dliche Seite des Gr?ntensees erreicht und rannte auf der anderen Seite die Strecke zur?ck. Schon nach 8 Km dachte ich mir, dass es ein Graus wird, diese Runde noch einmal zu laufen und beneidete die Kurzstreckler, die hier nur noch 2 Km vor sich hatten. Nach 10,5 Km kam man bei Start und Ziel vorbei und zum ersten mal machte ich mir ernsthaft Gedanken dar?ber einfach aufzugeben und auf diesen Halbmarathon zu pfeifen. Bestzeit kann es nicht werden und meine Km Zeiten wurden auch immer langsamer. Kaum ein Km war dabei, den ich mit 5 Minuten laufen konnte.

Ich lief dennoch am Ziel vorbei, wieder den H?gel hoch durch das Dorf und machte mich auf den Weg zur 2. Runde.

Dort im Dorf hatte die Feuerwehr einen Duschservice eingerichtet, der von mir dankend angenommen wurde. Ein paar Sekunden blieb ich unter dem Schlauch stehen, bis ich von oben bis unten nass war und lief weiter.

Es war mittlerweile 19 Uhr, aber immer noch nicht sank die Temperatur, die Luft war dr?ckend. Wieder lief ich gebremst den Staudamm hinunter und hoffte auf das baldige Ende des Laufes. Obwohl ich immer langsamer wurde, wurde ich nicht ?berholt, ich aber konnte ein paar L?ufer einholen, die fix und fertig waren.

Nach nun 15 Km kam erneut die Wasserstelle, bei der ich ein paar Becher trank und auch eine Gehpause machte, was bei mir bei einem Halbmarathon normalerweise total entf?llt. Die Gehpause ist n?tig und tut auch gut, auch in den paar Sekunden konnten Kr?fte gesammelt werden.

Nach dem neuerlichen Umrunden der S?dspitze wurde ich von Volkmar angefeuert. Ich sei gut unterwegs, was ich aber in Bezug auf meiner Verfassung schwer nachvollziehen konnte.

Ich rief ihm noch zu, dass das Laufen heute eine Katastrophe w?re und ich heim will. *heul doch* {Emotic()}

Das h?rte ein Mitl?ufer, der mir daraufhin sagte, dass er plante, unter 1:30 h zu laufen und er nun froh sei, wenn er wenigstens in 1:50 ins Ziel kommt. Ein totales Fiasko f?r ihn, da kam ich ja noch richtig gut weg.

Es kamen nach 17 und 18 Km noch zwei Steigungen, ich konnte noch 3 L?ufer ?berholen, wurde aber auch noch 2 mal ?berholt. Es roch jetzt langsam nach Ziel, ich lief jetzt tats?chlich wieder Zeiten von knapp unter 5 Minuten. Ich war fertig, aber in 10 Minuten w?re der Halbmarathon geschafft. Es kam das 20 Km Schild, bald ist es vorbei.

Nun endlich konnte ich vor mir das Ziel sehen und relativ viele Zuschauer, die es richtig erfasst haben und f?rmlich die Qualen der L?ufer mitf?hlen konnten. Gro?en Applaus gab es vom Publikum und ehrlichen Respekt vor allen Finishern. Ich lief ?ber die Wiese ?ber die Zeitmessmatte und hatte meinen 15. Halbmarathon und den zugleich H?rtesten geschafft.

Meine Zeit war 1:46:55 nach meiner Uhr, die Ergebnisliste gibt es noch nicht. So schlecht war die Zeit dann doch nicht, wenn ich bedenke, dass das Wetter wahrlich brutal war. Kurz nach meinem Zieleinlauf sagte der Sprecher, dass nun 75 L?ufer im Ziel seien, was mich dann doch recht erstaunte. So weit vorne kann ich doch gar nicht sein?!

Ich holte mir ein paar Becher mit Wasser, Isogetr?nk und Bananen und traf dabei noch 2 Arbeitskollegen von mir, die auch v?llig platt waren, aber gl?cklich, diesen Lauf geschafft zu haben. Erst jetzt, w?hrend man stand, haute es einem den Schwei? nur so aus den Poren, er lief tats?chlich in B?chen den K?rper hinab.

Nach einer Weile lief ich schnurstracks zum Getr?nkestand und holte mir ein Bier. Erstaunt sah ich Ingo mit seinem Kollegen auf einer Bierbank sitzen. Verwirrt guckte ich aus meinem nassen Shirt heraus, wie konnte er vor mir im Ziel sein? Die Aufl?sung lieferte er mir, indem er mir sagte, dass er nach einer Runde, wie noch etliche L?ufer mehr, ausgestiegen ist. Man kann es diesmal keinem verdenken, diese Entscheidung getroffen zu haben.

Nach einer Viertelstunde der Regenerierung und des Schwei? trocknens packten wir unser Zeug zusammen und verlie?en den Gr?ntensee.

Wir fuhren zu Volkmars Familie nach Hause, der uns zum Grillen eingeladen hat. Noch mal vielen Dank. Hier gab es leckere Steaks, W?rstchen und Kartoffelsalat. Da ich dank Ingo nicht fahren musste, fr?hnte ich dem Alkoholkonsum, in Form von ein paar Weizen. Das hab ich mir doch verdient, oder nicht? Es war noch ein sch?ner Abend im Garten, in einer milden Sommernacht, bei Fachgespr?chen ?ber das Laufen. Dass ich ziemlich viel Schwei? verloren habe, kann man auch daran erkennen, dass ich trotz vier Bieren nicht pinkeln musste.

Nachts um 1 traten Ingo und ich die Heimfahrt an.



21,1 Km

1:46:55 h

4 Kommentare 25.6.05 15:49, kommentieren

Mix-Marathon- MOD


Gestern fand in Marktoberdorf/ Ostallg?u zum 2. mal nach 2003 der Staffel-Mix-Marathon statt.

3 Sportler bildeten ein Team, das aus einem Inliner, einem Fahrradfahrer und einem L?ufer bestand. Der Inlineskater fuhr 11,7 Km, der Radler musste um die 22 Km fahren und der L?ufer noch 9,4 Km absolvieren. Mein Team bestand aus Simon auf den Inlinern, Michael auf dem Rad und mir als L?ufer.

274 Teams gingen an den Start, der bei Supersportwetter, teils heiterem, teils bedecktem Wetter statt fand. Um 11 war der Start der Inliner, allerdings gab es keinen Startschu?, es wurde hinter einem Polizeifahrzeug eine Runde gefahren um das Sturzrisiko zu minimieren. Erst nach etwa 500 Metern lief die Zeit, das Rennen begann. Sofort bildeten die Cracks eine Reihe und fuhren Windschatten, wie Perlen an einer Schnur. Find ich nicht sonderlich fair, weil die meisten Skater eben nicht im Windschatten fahren und schon hier einen Nachteil haben.

Nun fuhr ich mit dem bereit gestellten Bus in den Ortsteil, wo dann die Radler das Staffelband an die L?ufer ?bergeben m?ssen. Dort angekommen hatte man nun genug Zeit sich warm zu laufen. Gem?chlich haben sich die L?ufer dann in die Startbl?cke einsortiert und warteten auf die Fahrradfahrer. Irgendwann kam der F?hrende angerast, schaffte es noch sein Rad ?ber den Balken zu lupfen, der aufgestellt wurde, damit von hier an das Rad geschoben werden muss, ?bergab das Band und legte sich fix und fertig an die Bande. Es dauerte 5 Minuten bis erst der zweite Radfahrer kam. Langsam wurde es spannend, immer mehr Radler kamen und jeder der L?ufer wollte sehen, wann sein Radler kommt, was zur Folge hatte, dass sich die Leute immer mehr auf die Wechselstelle hineinbeugten. Mir war das egal, ich stand auf einem Poller und konnte die ganze Menge locker ?berblicken.

Als circa die H?lfte ihr Band ?bergeben haben, kam dann auch der Michael, der mir das Band ?bergab und mir Gl?ck w?nschte.

Kurioses spielte sich ab, die L?ufer rasten los, als h?tte die Strecke nur 200 Meter. In Endspurtmanier wurde gebr?llt, dass die Leute den Weg frei machen sollten, die noch auf ihren Radler warteten. Ich lief ?ber die Zeitmatte und dr?ckte auf den Start meiner Stoppuhr.

Die 5 L?ufer, die mich noch im Anfangsstadium ?berholt haben, sammelte ich schnell wieder ein, war mir schon klar, dass die viel zu schnell losgesaust sind. Ich hab jetzt eine nette Verfolgungsjagd gemacht und die L?ufer gez?hlt, die ich ?berholt habe. Die Kilometer lief ich recht flott, aber kontinuierlich in einem Schnitt von etwa 4:33 min/Km. Nach 2 Km liefen wir einen Berg hoch, hier konnte ich auch gleich noch ein paar L?ufer ?berholen. Danach ging es wieder bergab. Ich orientierte mich an einem M?del mit blonden Z?pfen, die 100 Meter vor mir war und bis zu dem Zeitpunkt, bei Km 4 nur etwas langsamer war als ich. Nach 5 Km war ich schon an ihr dran, aber als sie mich hinter sich h?rte, hat sie das Tempo etwas angezogen und wehrte sich gegen das ?berholen. Gemeinsam ?berholten wir noch ein paar L?ufer, aber nach 6 Km konnte das M?del mein Tempo nicht mehr halten und nun konnte ich sie ?berholen. Mittlerweile waren schon etwa 8 Km absolviert, als wir wieder in die Stadt kamen. Die Zuschauer wurden mehr, man wurde angefeuert, was nochmal Kr?fte mobilisierte. Vor mir war noch ein Gr?ppchen mit 6 L?ufern, die eine Br?cke hochliefen. Diese Gruppe konnte ich locker ?berholen und freute mich ?ber die Nummern 36 bis 41, die ich bisher schnappen konnte.

Jetzt hie? es anschnallen zum Endspurt, es sind nur noch ein paar hundert Meter bis ins Ziel, ich werde aber noch von einem L?ufer ?berholt, der mit einem Affenzahn an mir vorbei lief. Schon komisch, dass die Leute 8,5 Km aus dem letzten Loch pfeifen, aber dann am Schlu? so ein Tempo hinlegen. Da sind die Kr?fte doch wohl falsch eingeteilt worden. Nach der letzten Kurve sehe ich schon in der Ferne den Zielbereich und irre viele Leute, die links und rechts die Stra?e s?umten und Stimmung machten und die L?ufer ins Ziel klatschten. Mit einer Zeit von 42:41 kam ich ins Ziel, zwar schwer atmend, aber nicht fix und fertig. Nach ein paar Bechern Wasser begab ich mich direkt zum Bierstand und musste ein leckeres Weizen trinken. Nach so einem Lauf schmeckt es besonders lecker.

Unser Team belegte Gesamt den 124. Platz von 274 Teams in 1:51:01 Stunden. In der L?uferwertung war ich 107. Damit kann ich ziemlich zufrieden sein. Allerdings ?rgert es mich auch, dass die Strecke nicht 10 Km lang war, weil ich diesmal eine neue Pers?nliche Bestzeit aufgestellt h?tte. Wahrscheinlich w?re es auf eine 45:20 hinaus gelaufen. Naja, schade, aber nicht zu ?ndern.

Danach war noch Party auf dem Marktplatz. Bei der Siegerehrung waren auch noch sehr viele Zuschauer da und machten aus der ganzen Veranstaltung ein gro?es Volksfest.



3 Kommentare 12.6.05 10:53, kommentieren